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Gig mit Monitoren, die machten, was sie wollten.

  • electro-elvis
  • 19. Februar 2011 um 21:55
  • electro-elvis
    Verifiziert
    Beiträge
    5
    • 19. Februar 2011 um 21:55
    • #1

    Hallo
    Ich wollte hier kurz meine Erfahrungen mit einem kleineren Konzert für eine Geburtstagsfete schreiben. Möglicherweise hat danach auch noch jemand einen Tipp für mich, woran das alles gelegen haben könnte.

    Eigentlich fing alles ganz normal an. Wir bauten unser Set auf und verkabelten alles wie gewohnt. Wir, das sind eine 6-köpfige Band mit dr, b, git, git, voc und keyb. Auf der Bühne gibt es drei Monitore und wir verwenden den Soundcraft Spirit LX7 Powermixer mit 16 Kanälen. Am Anfang des Soundchecks, wo ich den Sound für jeden Musiker einzeln einpegelte, klang noch alles wie es sein sollte. Als ich die Band ein Stück zusammen spielen liess, meldete der Sänger, dass auf seinem Monitor der Keyboarder zu laut sei. Und jetzt fing es an: Ich konnte das Keyboard nicht leiser stellen. Sogar wenn ich den Drehpoti für den Monitorpegel auf Null stellte, tönte das Keyboard genau gleich laut aus dem Monitor des Sängers wie vorher. Ich verstand die Mischerwelt nicht mehr!
    Danach meldete der Sänger auch noch, dass das Signal des Rhythmusgitarristen zu laut sei. Auch dieses Signal konnte ich mit den Monitor-Drehknöpfen nicht beeinflussen. Es dröhnte immer gleich laut aus der Box. Dann rief der Rhythmusgitarrist, dass der Sänger aus seinem Monitor zu laut sei. Auch hier hatte ich keine Kontrolle. (Die 3 Monitore verteilen sich auf Keyboarder, Sänger, Rhythmusgitarrist). Wir kontrollierten alle Kabel, vertauschten die Anschlüsse von Keyboarder- und Sängermonitor. Dadurch erwartete ich, dass nun der Monitor des Keyboarders, der ja jetzt die Signale des Sängermonitors führte, nicht mehr von mir gesteuert werden konnte und das Keyboard immer genau gleich laut klang. Fehlanzeige. Wieder dröhnte das Keyboard aus dem Monitor des Sängers. Ich war mit meinem bescheidenen Mixerlatein am Ende. (Uebrigens die Saalboxen (zum Publikum) klangen immer sauber und liessen sich auch über die Fader problemlos regeln.) Nach einigen hitzigen Wortwechseln einigten wir uns darauf ohne Monitore zu spielen. Ich befürchtete für den Abend ein klangliches Fiasko. Erstaunlicherweise klang es aber ausgesprochen gut, fast besser als bei früheren Gigs :)

    Ich verstehe bis heute nicht, warum die Monitore sich verhielten, als hätte der Mixer keinerlei Einfluss mehr auf sie. Ich dachte schon daran, ob es wohl ein zusätzliches Signal der Grund war, zum Beispiel von den Mikrophonen, denn neben dem Sänger hat auch der Rhythmusgitarrist ein Mikrophon. Und die Bühne war sehr klein. Alle mussten ziemlich zusammenrücken. Im Moment habe ich keine Idee, wo ich ansetzen soll, um beim nächsten Auftritt nicht wieder in die gleichen Probleme zu laufen, oder wie ich überhaupt so einen Fall handhaben soll, wenn er am Konzerttag auftritt. Vielleicht hat ja hier jemand einen Tipp. Danke für Euer geduldiges Mitlesen bis hierhin und Grüsse aus der Schweiz.
    Alex

  • erik
    Beiträge
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    • 19. Februar 2011 um 22:28
    • #2

    gibts LX7 auch als Powermixer? Wär mir nicht bekannt... Kann es sein, dass du statt den Auxen die Group-Outs/Inserts oder ähnliches erwischt hast? Anders kann ich mir es jetzt spontan nicht erklären.

    Gruß, Erik

  • simonstpauli
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    6.590
    • 19. Februar 2011 um 23:23
    • #3

    Das ist jetzt per Ferndiagnose ganz schwierig zu analysieren. Grundsätzlich kommt Übersprechen schon mal vor, ein klares Keyboard-Signal kommt so aber nicht auf einen Monitor.
    Kannst Du den Aufbau nachstellen?

    Christian Tepfer * Monitor-Operator, HF-Betreuer, FOH-Mischer, Klang-Gestalter
    http://klanggestaltung.wordpress.com/

  • tufkaklto
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    • 20. Februar 2011 um 09:18
    • #4

    Ich kenn das von den Soundcraft Series 2

    Da ist es öfter mal vorgekommen, das die Auxen voll durchschlugen und nicht zu regeln waren.
    Im konkreten gab es bei einer Firma ein Pult, da war das normal, bis es ausgemustert wurde....

    Amp und Boxen Brett _ Die Vuvuzela des Forums

    Ganz großer Fan des " Themen als gelesen markieren " Buttons

  • Wulfson
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    • 20. Februar 2011 um 09:50
    • #5

    moin
    in solchen fällen ist die fehlersuche schwierig. erst mal würde ich die nicht "erwünschten" instrumente/mics im kanal komplett muten. dann sollte auf alle fälle erst mal ruhe damit sein. die gefahr, das es auf einer engen bühne bei lauten monitoren so vorkommt, als ob zb. der keyborder aus dem gesangsmonitor kommt, ist ziemlich groß... ;)

    aber es ist leider wirklich schwierig, im nachhinein auch noch eine fernanalyse zu stellen.

  • Mechwerkandi
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    • 20. Februar 2011 um 11:36
    • #6

    Ein ausgesprochen interessanter Artikel, unter einem Gesichtpunkt vielleicht sogar der interessanteste seit langem.

    Alex, ich weiss nicht, wo das technische Problem mit dem Monitoring herkommt. Da gibt es haufenweise Fehlerquellen, und eine Ferndiagnose hat da immer was von Kaffeesatzleserei.
    Aber das hier:

    Zitat von "electro-elvis"


    Nach einigen hitzigen Wortwechseln einigten wir uns darauf ohne Monitore zu spielen. Ich befürchtete für den Abend ein klangliches Fiasko. Erstaunlicherweise klang es aber ausgesprochen gut, fast besser als bei früheren Gigs :)
    ...
    Und die Bühne war sehr klein. Alle mussten ziemlich zusammenrücken.


    ist, obwohl vielleicht gar nicht als solche empfunden, eine ausgesprochen wichtige Erkenntnis.
    Ein Mehr an Technik verbessert nicht automatisch das Ergebnis.
    Wir leben in einer Gesellschaft, die "grosse Lösungen" präferiert. Das ist leider so. Im Falle von solchen musikalischen Darbietungen wird ausserdem noch versucht, einen Mangel an Verständnis für die Situation durch technischen Einsatz zu kompensieren, der Kardinalfehler von 90% aller damit befassten Techniker.

    Wenn Du das rein technische Problem (Monitor) ausblenden kannst, und über die zufällige Erkenntnis auf die Idee kommst, das es mit weniger manchmal besser wird (besserer Sound, weniger Aufwand, weniger Fehlerquellen, weniger Stress) hast Du für Dich/Euch unwahrscheinlich viel gewonnen.

  • hp
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    • 21. Februar 2011 um 15:08
    • #7

    Moin Andi

    Jo , Monitore in kleinen Räumen können mehr "kaputt" machen , als sie nutzen .
    Eine vernünftige Aufstellung von zwei Boxen als Gesangsanlage kann Wunder bewirken ...

    Auch finde ich es immer wieder lustig ,
    wenn in kleinen Läden Schrankwände aus Instrumentalboxen auf der Bühne errichtet werden
    und dann zusätzlich noch alles auf die PA muß .

    Aber am Ende läuft es wie bei allen "du bist zu laut" Geschichten .
    Es wird endlos diskutiert und mit noch mehr Technik versucht das (simpele) Problem zu lösen .

    Gruß HP

    die Realität ist die Summe aller Fakten

  • madmax
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    • 21. Februar 2011 um 15:36
    • #8

    Also um mal an den Anfang zurückzukehren; solltest du den Aufbau mal im Probenraum / Werkstatt nachstellen und in aller Ruhe alleine suchen.
    Gut möglich, das der Kasten einfach 'nur' kaputt is.
    Hatten auch schon tote Monitorwege, mußte schon dieser oder jener OPV gewechselt werden.
    Unter anderem vermutlich gekillt durch Potentialunterschiede bei einer wilden Verschaltung unter Einsparung eigentlich nötiger DI-Boxen....

    Never stop a running System

  • marcoboy
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    • 22. Februar 2011 um 15:55
    • #9

    Interessant wäre es gewesen wenn du den Linefader mal geschoben hättest ob sich etwas ändert. Ich Tippe mal Pre/Post verwechselt oder das Signal kam von einer Subgruppe. In dem Fall schaut man eben ganz Ruhig wo das Signal her kommt. Wenn das Pult defekt ist dann ist das natürlich dumm. Aber das zwei Auxwege durch sind ist schon Zufall.

  • DJheini
    Moderator
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    • 22. Februar 2011 um 18:59
    • #10
    Zitat von "marcoboy"

    ..oder das Signal kam von einer Subgruppe.


    Ist auch mein Tipp. Passiert ganz schnell, wenn man doppelt geroutet hat,
    also 1. auf den Mix und 2. Schalter auf die Kanäle einer Subgruppe,
    auf der schon was gewollterweise draufliegt.

    MfG Heini

    (Lasst euch von dem DJ nicht verwirren. ;))

  • erik
    Beiträge
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    • 24. Februar 2011 um 10:28
    • #11
    Zitat von "erik"

    gibts LX7 auch als Powermixer? Wär mir nicht bekannt... Kann es sein, dass du statt den Auxen die Group-Outs/Inserts oder ähnliches erwischt hast? Anders kann ich mir es jetzt spontan nicht erklären.

    Gruß, Erik

    Die Idee kam mir direkt beim Lesen, ob es das sein könnte, wer weiß, dazu sollte sich der Themenersteller mal äußern.

  • hias.h
    Beiträge
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    • 25. Februar 2011 um 14:43
    • #12

    Ein Defekt der Potis/deren Lötstellen ist bei einem LX7 nicht gerade unwahrscheinlich, oder ist da irgendwas mit der Frontplatte verschraubt?
    Poti kaputt (Schleifer, Kohlebahn) kann "Vollgas" bedeuten, je nach Schaltung.
    Beim überprüfen in der Werkstatt auch den Zeitaspekt mit berücksichtigen, ein kurzes durchchecken sagt nichts über das langzeitverhalten aus.

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