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Bairische Dorffeste - ein Auslaufmodell?

  • Mechwerkandi
  • 1. Juli 2013 um 12:21
  • Mechwerkandi
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    • 1. Juli 2013 um 12:21
    • #1

    Anlässlich meines urlaubsbedingten Aufendhaltes in OBB konnte ich anlässlich des Besuches einer mittelgrossen Festveranstaltung mit dörflichem Charakter ein paar Sätze zur Entwicklung derselben aufschnappen, die unter VA-technischen Gesichtspunkten nicht ganz uninteressant sind.

    Aufgrund der starken Zersiedelung in den Landkreisen (hier: RO, MÜ) ist es quasi unmöglich, ohne eigenes Kfz die Veranstaltungen zu besuchen.
    Über Jahrzehnte hin hat das problemlos funktioniert, die Leute haben vier, fünf Mass gestemmt und sind anschliessend mehr oder weniger strunzbreit wieder heimwärts gegondelt.

    Seit etwa zwei Jahren wird dieses eingeübte Verfahren jedoch seitens der Ordnungshüter (bemerkenswert: kommen aus andern Landkreisen...) relativ drastisch sanktioniert bis dahin, das auf den zum Parkplatz umfunktionierten Wiesen regelrechte Rollkommandos aufziehen. Rechtlich ist das völlig ok und auch nicht in Frage zu stellen.

    Für die ortsansässigen Vereine, die überwiegend als Veranstalter auftreten, bedeutet der Ablauf einen erheblichen Rückgang im Getränkeumsatz, der wiederum empfindliche Löcher in die Vereinskasse reisst.
    Das führt zwangsläufig zu nachhaltigen Sparmassnahmen, nicht zuletzt auch in Hinsicht auf die technische Ausstattung der VA.

    Gibt es dazu Aussagen der bairischen Kollegen?

  • ewok
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    • 1. Juli 2013 um 13:45
    • #2

    Ich kann zwar nichts zur Situation in Bayern sagen, aber bei uns hier in der Gegend ist es im Endeffekt nicht anders. Meine Gedanken dazu:

    1) Es gibt überall Veranstaltungen, die sich einfach totgelaufen haben, die ausgelutscht sind. Oft wird zwanghaft versucht, daran fest zu halten oder den entgangenen Gewinn durch eine weitere Veranstaltung im Kalenderjahr zu kompensieren.

    2) Die Welt ändert sich halt nun mal; überleben kann nur, wer sich an die geänderten Umgebungsparameter anpasst. Dorffeste werden in der Regel von Leuten aus den umliegenden Dörfern besucht. Hat von Euch schon mal jemand gesehen, dass ein Verein bei so einem (größeren) Fest Shuttlebusse von und in die umliegenden Orte angeboten hat? Oder ist die Idee zu naheliegend, um gleich mehrere Probleme auf einmal zu lösen?

    http://www.partyontour.de

  • test
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    • 1. Juli 2013 um 14:06
    • #3

    das mit den shuttle bussen ist sicher eine Idee.
    ich denke das da eher das allgemeine konsequente anwenden der lärm vorschriften tiefere löcher reißt. die meisten gehen ja auf ein fest um sich da die ohren weg zu blasen.

    die alk kontrollen finde ich ok, da ein paar querschnittsgelähmte Teenager doch über die jahre richtig auf unser aller portmonait liegen. das kann auch kein noch so großes
    fest einspielen.

    http://www.crystal-hannover.de
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  • simonstpauli
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    • 1. Juli 2013 um 14:07
    • #4
    Zitat von "ewok"

    Ich kann zwar nichts zur Situation in Bayern sagen, aber bei uns hier in der Gegend ist es im Endeffekt nicht anders. Meine Gedanken dazu:

    1) Es gibt überall Veranstaltungen, die sich einfach totgelaufen haben, die ausgelutscht sind. Oft wird zwanghaft versucht, daran fest zu halten oder den entgangenen Gewinn durch eine weitere Veranstaltung im Kalenderjahr zu kompensieren.

    2) Die Welt ändert sich halt nun mal; überleben kann nur, wer sich an die geänderten Umgebungsparameter anpasst. Dorffeste werden in der Regel von Leuten aus den umliegenden Dörfern besucht. Hat von Euch schon mal jemand gesehen, dass ein Verein bei so einem (größeren) Fest Shuttlebusse von und in die umliegenden Orte angeboten hat? Oder ist die Idee zu naheliegend, um gleich mehrere Probleme auf einmal zu lösen?


    Ich kenne ein regelmäßiges (Feuerwehr)-Fest, bei dem ein Shutte-Service angeboten wird. Das Ganze aus/in 3 Richtungen mit sehr praxisgerechten Abfahtszeiten, aus und in Richtung Hamburg mit Anschluß an den ÖPNV. Das ist jetzt allerdings ein stadtnahes Fest, wie das in einem sehr ländlichen Gebiet funktionieren kann, weiß ich nicht. Wahrscheinlich dann mit eher kleineren Bussen.

    Alkoholisiert Auto fahren wird auch in Bayern und auf dem Dorf rechtlich nicht anders behandelt als anderswo in Deutschland, auch wenn das in der Praxis lange Zeit lax gehandhabt wurde. Im Grunde können wir froh sein, wenn sich da etwas tut, dann kommen wir vielleicht mal in den Genuß von echten Veranstaltungskonzepten in diesem Bereich.

    Christian Tepfer * Monitor-Operator, HF-Betreuer, FOH-Mischer, Klang-Gestalter
    http://klanggestaltung.wordpress.com/

  • Reini
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    • 1. Juli 2013 um 14:10
    • #5

    dieser Terror herscht bei uns schon seit Jahren

    zum einen mit sehr verkürzten Sperrzeiten

    und zum anderen wird jede VA mit bis zu 5 Auto's und
    teilweise mit bis zu Hundert-Mann inklusive Maschinenpistolen...

    beides Trägt dazu bei, den Vandalismus in der Gemeinde zu fördern
    und die VA's madig zu machen... das Landratsamt hat aber keine Lösung zu
    den verloren gegangenen Einnahmen;
    ganz im Gegenteil, da kommt noch das Finanzamt hinterher und kassiert
    auch noch fleißig wobei das Vereinsrecht ein ganz anderes Thema ist...


    ewok,
    das ist gar nicht so einfach; der Shuttle-Service wurde vor Jahren (8-10, so genau weis ich das nicht mehr) bei uns schon sehr erfolgreich umgesetzt; ABER, das war nicht gewollt von Taxi-Unternehmern
    UND von den BEHÖRDEN!
    Warum isch klar....

    letztendlich sind die Feste, den verkalkten Politikern (vor allen die an der Basis) ein Dorn im Auge
    somit müssen sie weg!

    http://www.hifi-reini.de/News.htm

  • test
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    • 1. Juli 2013 um 14:18
    • #6

    unsere bevölkerung wird halt immer älter. saufen tun ja nicht die 80ig jährigen sondern die jungen :D

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  • simonstpauli
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    • 1. Juli 2013 um 14:38
    • #7
    Zitat von "Reini"

    dieser Terror herscht bei uns schon seit Jahren

    zum einen mit sehr verkürzten Sperrzeiten

    und zum anderen wird jede VA mit bis zu 5 Auto's und
    teilweise mit bis zu Hundert-Mann inklusive Maschinenpistolen...

    beides Trägt dazu bei, den Vandalismus in der Gemeinde zu fördern
    und die VA's madig zu machen... das Landratsamt hat aber keine Lösung zu
    den verloren gegangenen Einnahmen;
    ganz im Gegenteil, da kommt noch das Finanzamt hinterher und kassiert
    auch noch fleißig wobei das Vereinsrecht ein ganz anderes Thema ist...


    ewok,
    das ist gar nicht so einfach; der Shuttle-Service wurde vor Jahren (8-10, so genau weis ich das nicht mehr) bei uns schon sehr erfolgreich umgesetzt; ABER, das war nicht gewollt von Taxi-Unternehmern
    UND von den BEHÖRDEN!
    Warum isch klar....

    letztendlich sind die Feste, den verkalkten Politikern (vor allen die an der Basis) ein Dorn im Auge
    somit müssen sie weg!

    Alles anzeigen


    Moment: Alkoholkontrollen sorgen für Vandalismus?

    Daß ein Shuttle-Service abgewürgt wird ist allerdings ein Skandal. Gab es Gespräche mit allen Beteiligten, auch der Polizei? Hat man Politiker auf die Feste eingeladen? Im der Kommunalpolitik ist es ja sehr zielführend, Politiker "einzubinden". Man könnte es auch Bestechung nennen, die ist ja in Deutschland noch nicht strafbar...

    Christian Tepfer * Monitor-Operator, HF-Betreuer, FOH-Mischer, Klang-Gestalter
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  • Kracky
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    • 1. Juli 2013 um 15:08
    • #8

    In unseren ländlichen Gegend ist das ja auch immer ein Problem und wir hatten bei der Organisation unseres letzten groß Fussballtuniers zusammen mit dem Landratsamt einen Shuttleverkehr eingerichtet, das hat hervorragend geklappt und war für den Veranstalter sogar so bezahlbar das man wirklich nur 1 Euro pro Fahrgast berechnet hat. Tickets konnte man schon im Zelt oder aber auch beim Fahrer kaufen.
    Was ist tragisch daran finde, das ganze ist nun vier Jahre her, jeder fand die Idee und Umsetzung toll aber niemand hat sich bisher wieder die Mühe gemacht das ebenfalls an zu leiern. Es ist den Veranstaltern also egal wie die Leute an den Platz kommen, so lange bis eben nichts mehr geht und dann wird gejammert auf ganz hohem Niveau.
    Aber, was man deutlich sagen muss, Trunkenheitsfahrten zum wohl der Veranstalter, das kann ja wohl auch nicht die angedachte Lösung sein.

    In meinem Lexikon fehlt das Wort unmöglich!

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  • Mechwerkandi
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    • 1. Juli 2013 um 15:42
    • #9

    Nach meinen Info's gibt es da fallweise einen Shuttle.
    Allerdings ist der rel. unbeliebt, weil erhebliche Fahr- und Wartezeiten aufgewendet werden müssen.

    Ohne Kfz ist man da eigendlich aufgeschmissen, die Gemeinden selber bestehen vielerorts nur aus einzelnen, weit auseinanderliegenden Ansiedlungen.
    Die Sache an sich ist wohl in dem Umstand begründet, das die ausrichtenden Vereine (das Vereinswesen ist dort erheblich ausgeprägter als hier im Norden) einen Grossteil ihrer Kasse über dies VA's bestreiten müssen.

  • simonstpauli
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    • 1. Juli 2013 um 15:52
    • #10
    Zitat von "Mechwerkandi"

    Nach meinen Info's gibt es da fallweise einen Shuttle.
    Allerdings ist der rel. unbeliebt, weil erhebliche Fahr- und Wartezeiten aufgewendet werden müssen.

    Ohne Kfz ist man da eigendlich aufgeschmissen, die Gemeinden selber bestehen vielerorts nur aus einzelnen, weit auseinanderliegenden Ansiedlungen.
    Die Sache an sich ist wohl in dem Umstand begründet, das die ausrichtenden Vereine (das Vereinswesen ist dort erheblich ausgeprägter als hier im Norden) einen Grossteil ihrer Kasse über dies VA's bestreiten müssen.


    Das Problem mit der Weitläufigkeit habe ich befürchtet.

    Dann kann man aber immer noch über Sammeltaxen, Kleinbusse und Ähnliches nachdenken.

    Oder so wie es viele Veranstaltungsgäste überall in Deutschland erfolgreich praktizieren: Fahrgemeinschaften, einer fährt und bekommt dafür die alkoholfreien Getränke von den anderen spendiert. Dann gibt es keinen Streß. Es kann natürlich sein, daß so eine unkomplizierte Lösung in Bayern verpönt ist.

    Aber: Wenn ein Verein auf die Veranstaltungen angewiesen ist, muß er sich halt kümmern. Im Endeffekt möchte der Verein durch den Verkauf von Getränken Geld verdienen. Im Falle von alkoholischen Getränken ist das Problem der Abreise also hauptsächlich das Problem des Vereins. Falls das nicht läuft trinkt der potentielle Gast seine Maß eben in der Dorfkneipe.
    Also nachdenken, wie man das Problem der Abreise löst oder nachdenken, wie man ohne die Einnahmen der Feste auskommt.

    EDIT:

    Vielleicht sehe ich das ja durch meine frühe Sozialisierung mit einer 0,0 ‰-Grenze und recht harten Kontrollen dieser Grenze auch nicht Bayern-kompatibel. Ich bin jedenfalls der Meinung, der Straßenverkehr ist schon mit nüchternen Teilnehmern gefährlich genug.

    Christian Tepfer * Monitor-Operator, HF-Betreuer, FOH-Mischer, Klang-Gestalter
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  • Mechwerkandi
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    • 1. Juli 2013 um 16:46
    • #11
    Zitat von "simonstpauli"


    Es kann natürlich sein, daß so eine unkomplizierte Lösung in Bayern verpönt ist.


    Verpönt ist vielleicht nicht ganz richtig.
    IMHO gibt es in Bayern eine tief verwurzelte Tradition, nach der sich die Begriffe "Bier" und "Alkohol" in keinen syntaktischen Zusammenhang bringen lassen.
    Ich meine mich zu erinnern, das es irre lange gedauert hat, bis die BG das Alkverbot in bairischen Betriebskantinen durchgesetzt hatte.

    Das tut aber eigendlich nichts zur Sache.
    Der oben beschriebene Ablauf führt in Konsequenz zu einer dauernden Erosion der finanziellen Mittel für die Ausstattung solcher Festivitäten.
    Da war kaum ein Kfz mit mehr wie zwei Personen besetzt, und der Parkplatz fast so gross wie die Festwiese.

  • simonstpauli
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    • 1. Juli 2013 um 16:58
    • #12
    Zitat von "Mechwerkandi"


    Verpönt ist vielleicht nicht ganz richtig.
    IMHO gibt es in Bayern eine tief verwurzelte Tradition, nach der sich die Begriffe "Bier" und "Alkohol" in keinen syntaktischen Zusammenhang bringen lassen.
    Ich meine mich zu erinnern, das es irre lange gedauert hat, bis die BG das Alkverbot in bairischen Betriebskantinen durchgesetzt hatte.

    Das tut aber eigendlich nichts zur Sache.
    Der oben beschriebene Ablauf führt in Konsequenz zu einer dauernden Erosion der finanziellen Mittel für die Ausstattung solcher Festivitäten.
    Da war kaum ein Kfz mit mehr wie zwei Personen besetzt, und der Parkplatz fast so gross wie die Festwiese.


    Ja, dann ist das so und war schon vorher systemisch falsch.

    Ganz ehrlich, ich kann an der jetzigen Korrektur nichts Schlechtes erkennen.

    Christian Tepfer * Monitor-Operator, HF-Betreuer, FOH-Mischer, Klang-Gestalter
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  • djobi
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    • 2. Juli 2013 um 10:22
    • #13
    Zitat von "simonstpauli"

    Ganz ehrlich, ich kann an der jetzigen Korrektur nichts Schlechtes erkennen.


    Ich glaube, es ist das Gesamtbild, daß sich immer weiter verschärft.
    Stichwort gesellschaftliche Entwicklung.
    Früher war es üblich in der Mittagspause ein Bier zu trinken (kenn ich aus der Karstadt Mitarbeiterkantine in München auch noch)
    Auf der Baustelle haben die Maurer immer einen Kasten stehen gehabt.
    Ist heutzutage - auch durch den Leistungsdruck - undenkbar.
    Früher ist man auch nach Feierabend in die Dorfkneipe, hat 2-3 Bier getrunken und ist mit dem Auto nach Hause.
    Komischerweise ging das ja alles irgendwie.
    Natürlich gab es überall mal Probleme, weil irgendwer meinte übertreiben zu müssen.
    Und der ein oder andere ist dabei auch im Straßengraben gelandet oder hat sich gar um den nächsten Baum gewickelt.

    Also hat man das über die Jahre für alle immer weiter verboten und eingeschränkt.

    Und wenn sich welche im besoffenen Kopf in die Quere kamen, hat halt einer was auf die Nase bekommen.
    Der andere durfte dann in die Ausnüchterungszelle.
    Heute wird dann direkt ein Aufstand gemacht mit Blutprobe durch den Polizeiarzt, beweissichere Dokumentation des Vorgangs, Anzeige und Straf-Prozeß. Von den rechtlichen Vorgaben zur Ausstattung eines Polizeigewahrsams mal zu schweigen.

    Noch recht frisch als Beispiel: Bis vor einiger Zeit war es ja ok, das Auto stehen zu lassen und dann halt angetrunken mit dem Fahrrad zu fahren. (ÖPNV kann man ja für die meisten Partys vergessen). Da wollen ja jetzt die Politiker auch dran, und besoffenen Fahrradfahreren sogar den Führerschein wegnehmen.

    So eine ständige Verschärfung ist aber nicht nur beim Alkohol so, sondern auch in vielen anderen Bereichen.

    Das Gleiche z.B. beim "Nichtraucherschutz" = Rauchverbot.

    Oder beim Fahrtenschreiber / Ladungssicherung / Tempolimit. Arbeitszeitgesetze. Vorgaben der BG etc.

    Stichwort Stromversorgung auf Veranstaltungen.

    Manchmal frage ich mich wirlich, wie man in Deutschland
    a) noch Spaß haben kann, ohne direkt mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen.
    b) noch Geld verdienen kann, ohne mit irgendeinem Gesetz in Konflikt zu kommen. Und sei es nur durch Unwissenheit, weil man irgendwelche irrwitzigen Auflagen nicht mals kannte

    Wenn ich mir angucke, was man (theoretisch) alles leisten muss, bevor man auch nur irgendein Gerät in seiner Butze vermieten kann:
    - von der Bildschirmarbeitsplatzverordnung / Tageslichtarbeitsplatz
    - über Brandschutz & Unfallverhütung
    - BGV A3
    - pers. Schutzkleidung
    - AGBs / Impressum / Widerrufsbelehrung / Beteiligung gem. Verpackungsverordnung und andere rechtliche Stolperstricke
    - Ladungssicherung
    - Dokumentation der Arbeits- und Lenkzeiten, der freien Tage, Fahrer-Schulungen
    - bei öffentlichen Ausschreibungen: Eigenerklärung, Tariftreue, Nachweise, etc
    - Ensorgungsnachweise, Prüfpläne

    und dann wundern sich am Ende einige, warum z.B. eine Lackiererstunde bei Mercedes über 200 € kostet und das keiner mehr bezahlen kann.

    Früher war bestimmt nicht alles besser.
    Aber irgendwie waren die Leute glücklicher (sagte zumindestens meine Oma) - und irgendwann ist der Bogen der gesammelten Reglementierungen am mündigen Bürger einfach überspannt.

    Biete: Zeitrafferaufnahmen, z.B. vom Konzert oder Bühnenaufbau
    zur Miete: TW Audio Sys One B30/T24, M15, Global 4 Punkt Truss, Le Maitre Trockeneisnebel, A&H GLD80, QU-24, ew100 1G8, Nexo PS10 + PS15
    aktuelle Gebrauchtgeräte

  • Mechwerkandi
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    • 2. Juli 2013 um 11:31
    • #14
    Zitat von "djobi"


    Früher war bestimmt nicht alles besser.
    Aber irgendwie waren die Leute glücklicher


    Da ist viel Wahres dran.

    Wo hört die Eigenverantwortlichkeit auf, und wo fängt die Bevormundung an?

  • billbo
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    • 2. Juli 2013 um 12:21
    • #15

    Eine überreglementierte Gesellschaft ist am Ende wie eine ganz ohne Regeln: es hält sich in der Praxis eh niemand an das, was er als komplett absurd und realitätsfern empfindet; früher oder später macht jeder wie vorher schlicht und einfach sein eigenes Ding.
    Im Zweifel interessiert das alles dann lediglich noch die Rechtsabteilungen von Versicherungen.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

    "Okay. Wir machen das mit den Fähnchen."

  • test
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    • 2. Juli 2013 um 13:06
    • #16

    heute will aber auch jeder irgendwen verklagen und die gesellschaft soll dann immer fleißig zahlen. habt ihr euch mal gedanken gemacht,
    warum die sozialhaushalte immer größer werden? die besoffenen Radfahrer wollen natürlich auf unsere kosten in die reha geschickt werden :D

    deswegen geht das einfach nicht mehr !!

    der gewinn soll indivdualisiert werden und der verlust wird auf die allgemeinheit abgewälzt !!!

    ist ja auch immer wieder ein thema bei hörschäden

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  • ewok
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    • 2. Juli 2013 um 13:52
    • #17

    naja, mit "früher war alles besser"-Stammtischparolen kommt man aber auch nicht weiter.

    Wenn in den 60ern Jugendliche mit 16 Jahren auf Spritztour mit einem "geliehenen" Auto erwischt wurde, hat der Dorfpolizist sie ermahnt und auf dem schnellsten Weg nach Hause geschickt. Damals waren aber auch einfach nicht so viele Autos auf den Straßen, dass das eine ernsthafte Gefährdung dargestellt hätte.

    Natürlich sind früher Leute in wesentlich unsichereren Autos besoffen in den Graben gefahren. Aber damals hatten die Autos halt 28 oder 40 PS und wenn man das Auto auf der Landstraße auf Tempo 100 beschleunigt bekommen hat, war das schon viel. Ein modernes Auto mit besoffenem Fahrer fährt auch 90 in der Stadt und 180 auf wesentlich stärker frequentierten Landstraße. Da bleibt nicht viel Spielraum für "na, nochmal gut gegangen"

    djobi: Frag doch mal deine Oma, wie viele ihrer Bekannten bei Verkehrsunfällen umgekommen sind, weil es keine Sicherheitseinrichtungen im Auto gab. Dann setze diese Zahl mal in Relation zur Anzahl der Menschen im Bekanntenkreis, die vor 50 Jahren ein Auto hatten und die, die heute Auto fahren.

    Ich denke, auch in unserer Branche hilft das Jammern nicht weiter. Früher bestand eine Zeltbeschallung aufm Dorf aus nem Röhrenverstärker und 2 Gesangsboxen. Heute wird Pyro aufgefahren, Zeugs über Publikum geflogen,... dass das nicht mehr mit den selben Maßstäben zu händeln ist wie vor einem halben Jahrzehnt sollte einen eigentlich nicht überraschen.

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  • test
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    • 2. Juli 2013 um 13:59
    • #18

    +1
    das sehe ich auch so.

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  • R880
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    • 2. Juli 2013 um 15:10
    • #19
    Zitat von "billbo"

    Eine überreglementierte Gesellschaft ist am Ende wie eine ganz ohne Regeln: es hält sich in der Praxis eh niemand an das, was er als komplett absurd und realitätsfern empfindet; früher oder später macht jeder wie vorher schlicht und einfach sein eigenes Ding.
    Im Zweifel interessiert das alles dann lediglich noch die Rechtsabteilungen von Versicherungen.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

    Das ist aber so meine Meinung, Respekt!

  • madmax
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    • 2. Juli 2013 um 17:48
    • #20

    Um zum Urprungsthema zurückzukommen; hier im Osten ist das alles nichso ein Thema.
    Vielleicht liegt das auch daran; das früher 0,0 in der DDR galt. Man mußte und muß sich halt kümmern. Reihum Fahrer sein, Frau fahren lassen, Vater ausm Bett holen, Taxi vorher bestellen, Pension buchen, im Auto pennen, (...)
    Auch schadet es mal nicht; mal 5 km heim zu laufen. Da wird die Birne auch gleich wieder etwas klarer oder man kriegt die neue Bekanntschaft vom Abend dochnoch rum. :wink:
    Auch sitzten hier die Kohlen nichganz so locker. Die Leute saufen zwar; aber bei solchen Festen bei weitem nichtmehr so wie früher. Wenn ich da an manches Betriebsvergnügen oder Frauentagsfeier denke.... :shock:
    Erwischt werden trotzdem genug; montags kann mans dann in der Zeitung lesen.

    Und eines konnte und kann ich im genannten Falle Bayern und seinen überwiegend gutbetuchten Bürgern überhaupt nicht verstehn: Da wird ein Hunni versoffen, 30 verfressen und 20 in die Schießbude gejagt.
    Aber ein 10er Anteil für'n Taxi soll nich übrig sein ???

    Andre Geschicht':
    Will man den Lärm von den 2-5 unfeierwilligen Anwohnern des jeweiligen Ortes fernhalten; müssen die Feste dahin, wo alle nur mit Fahrzeugen hinkommen können...

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