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Crest Faktor

  • wora
  • 16. Mai 2003 um 00:41
  • wora
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    • 16. Mai 2003 um 00:41
    • #1

    ich stell mal eine frage, die sicher noch mehr leute hier interessiert:

    wer kann mir den vielzitierten "crestfaktor" genauer erklären?

    ich bin zwar gelernter funkelektroniker, aber "crest" kam in unserer ausbildung damals leider nicht vor...
    wenn ich mir das richtig zusammenreime, dann ist das eine art impulsleistung, die höher als die dauerleistung (DIN) und logischerweise deutlich näher an der realen musikwiedergabe liegt. wenn ich es richtig raffe, dann wird diese leistung auch mit dem eigentlichen netzteil der getesteten endstufe ermittelt und nicht wie bei der peakleistung mit einem speziellen, stabilisierten netzteil.

    noch eine frage:
    wie misst man das bzw. wie erstellt man die entsprechenden meßsignale?

    falls ich mich hier als unwissender geoutet habe, bitte ich dies zu entschuldigen.
    verdammte scheisse, ich weiss halt noch nicht alles! ;)

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • ADMIN
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    • 16. Mai 2003 um 00:55
    • #2

    Crestfaktor ist Upeak / Ueff, also Maximalwert einer Wechselspannung durch deren Effektivwert.

    Rechteckspannung: Crestfaktor 1

    Sinusspannung: Crestfaktor 1,4

    bei Nadelimpulsen: gegen Unendlich

    Bitte keine fachlichen Fragen per PM - Inhaber von dBmess

  • wora
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    • 16. Mai 2003 um 01:04
    • #3
    Zitat von "ADMIN"

    Crestfaktor ist Upeak / Ueff, also Maximalwert einer Wechselspannung durch deren Effektivwert.

    Rechteckspannung: Crestfaktor 1

    Sinusspannung: Crestfaktor 1,4

    bei Nadelimpulsen: gegen Unendlich

    wie?

    so billig??

    dann wäre also eine sinusspannung gleich 3dB crestfaktor.


    wie muss ein signal mit beispielsweise 12dB crestfaktor aussehen?
    soll ich da einfach pausen zwischen die sinustöne machen oder die sinustöne anschneiden?

    na dann... erstmal dankeschön

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • Adam Selene
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    • 16. Mai 2003 um 02:11
    • #4

    Wenn man vom Crestfaktor eines Signals redet, bezieht man sich normalerweise auf Rauschen oder Musik, nicht auf einzelne Sinustöne mit Pausen.
    Rauschen für Leistungs-Tests wird aus Rauschen definierter Frequenzverteilung gewonnen, welches zuerst per Soft-Clip auf den gewünschten Crestfaktor gebracht wird und dann ggf. gefiltert (bandbegrenzt).

    Adam

    "Dave...my mind is going...I can feel it...I can feel it."

  • Brain
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    • 16. Mai 2003 um 07:10
    • #5

    Da hätte ich auch mal eine Frage. B&C gibt die RMS Leistung bei Rosa rauschen mit 6dB Crest an. Hat rosa rauschen immer 6dB Crest? Oder wurde das einfach nur so gewählt?

  • AmpChamp
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    461
    • 16. Mai 2003 um 18:05
    • #6

    Grundüberlegung!
    Weißes Rauschen müßte dann ja den gleichen Crest-Faktor wie eine Sinusschwingung besitzen (1,4), da w.R. ja ein zufälliges Signal ist, in dem alle Frequenzen vorkommen und diese Amplitudenmäßig auch gleich groß sind; also im Endeffekt unendlich viele Sinusschwingungen mit gleicher Amplitude. Durch die Addition müßte doch auch wieder ein Crest-Faktor von 1,4 rauskommen oder pfuscht da die Stochastik ins Werk? Helft mir mal bitte, falls ihr es genauer wißt, Wahrscheinlichkeitstheorie ist schon so lange her :oops: Was ergibt sich, wenn man (erst mal endlich) viele Sinusschwingungen addiert, über deren Phasenlage zueinander man nichts sagen kann, da zufällig? Angenommen es sind gerade ziemlich viele Schwingungen im Maximum-Bereich, während der Rest sich gerade im Nulldurchgang befindet, dann entstünde ja ein ziemlich hoher Peak und dadurch ein Crest-Faktor von deutlich über 1,4! Oder ist das alles wieder im zeitlichen Mittel zu betrachten, dann denke ich stimmt es wieder mit den 1,4 oder? Und wie ist das dann mit rosa Rauschen, bei dem die höheren Frequenzen ja eine niedrigere Amplitude haben, da müßte der Crest-Faktor ja eigentlich von der Dämpfung der hohen Frequenzen anhängig sein oder ist das ein Denkfehler und auch hier wieder 1,4?
    Gibt es eigentlich von DIN oder AES oder sonstwem eine Definition von einem Mess-Signal, das einen bestimmten Crest-Faktor hat, der dem von Musik ähnlich ist (und wie hoch wäre der dann)? Das müßte dann ja eigentlich ein (weißes/rosa?) Rauschsignal sein, das durch ein zufälliges Signal so amplitudenmoduliert wird, dass sich im zeitlichen Mittel gerade der gewünschte Crest-Faktor einstellt (<- meine Vorstellung!)
    Ich hoffe, jemand versteht meine krummen Überlegungen und kann mir weiterhelfen.
    CU,
    AmpChamp.

    Bunt ist das Dasein und granatenstark
    "There's one more kid that will never go to school, never get to fall in love, never get to be cool!"
    "Yes they're sharing a drink they call loneliness, but it's better than drinking alone."

  • Adam Selene
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    • 16. Mai 2003 um 22:47
    • #7

    "B&C gibt die RMS Leistung bei Rosa rauschen mit 6dB Crest an. Hat rosa rauschen immer 6dB Crest? Oder wurde das einfach nur so gewählt?"
    Das ist an eine Norm angelehnt (IEC 268 und AES ???).
    Hier gibt´s was zum AES-Standart:
    http://www.aes.org/standards/b_pub/aes2-1984.pdf
    Weißes Rauschen kann theoretisch einen beliebigen Crestfaktor annehmen.
    Eine Standart"vertriebsform" ist das Rauschen nach IEC 268/5 mit 12dB Crest.
    Das wird vom Anwender selbst (nach Norm-Vorschrift) auf den gewünschten Crestfaktor und das vorgeschriebene / sinnvolle Frequenzspektrum gebracht.

    Adam

    "Dave...my mind is going...I can feel it...I can feel it."

  • ADMIN
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    • 17. Mai 2003 um 00:54
    • #8
    Zitat von &quot;AmpChamp&quot;

    Weißes Rauschen müßte dann ja den gleichen Crest-Faktor wie eine Sinusschwingung besitzen (1,4)...

    Eher nicht... :roll:

    Wenn Du sehr viele Sinus-Schwingungen addierst, deren Phasenverhältnis zufällig ist, dann kommt durchschnittlich meist ein recht geringer Pegel raus, weil ein Teil der Schwinungen gerade positiv und ein anderer Teil gerade negativ ist.

    Selten mal sind jedoch fast alle Schwinungen positiv (oder negativ), und somit kommt man auch einen sehr hohen Maximalwert.

    Hoher Maximalwert geteilt durch geringen Effektivwert ergibt einen hohen Crest-Faktor.

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