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Festival FOH Management 2014

  • wora
  • 9. August 2014 um 17:22
  • wora
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    • 13. September 2014 um 11:22
    • #121

    ich möchte mich audiobo's meinung anschliessen, ich sehe das genau so.

    was die beschriftung angeht kann man ja sagen, dass die feste struktur der M7 es ja erst ermöglicht, ohne kanaldisplays auszukommen. das macht die produktion deutlich günstiger.
    wenn ebenen umgeschaltet werden können sind kanaldisplays natürlich zwingend nötig, um die übersicht behalten zu können.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • lisa f.
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    • 14. September 2014 um 12:41
    • #122

    Von der Patchseite Anmerkungen über die Festival Saison 2014 bei uns (Achtung, größtenteils OT):

    - Wechselbühnen sind der Knaller, immer wieder gerne
    - aktuelle Rider auch, und wenn nicht, dann ist es immer toll, wenn der Tech frühzeitig aufschlägt, damit zu changeover Zeit auch jeder weiß was machen
    - vernünftige Paperwork aka Patch-Dokumentation helfen allen
    - guter Backliner ist Gold wert
    - ehrenamtliche Bühnenhelfer nicht :roll:
    - wenn 15-20 Minuten Voll-Changeover, dann nur mit ausreichend vormikrofonierten und verkabelten Rollrisern, am besten 2 Bands im Vorraus. (Im Falle einer geteilten Backline ist eh alles anders)
    - nach 2,5 Tagen von solchen Festivals ist man etwas müde und die Vollpfostentoleranz recht tief...
    - mitgebrachte Funkmikros und IEM Strecken unbedingt vorher anmelden und abklären! Ich habe dieses Jahr Bandmaterial auch ablehnen müssen, da es in nicht zugelassenen Bereichen funkte, und selbst wenn, erstell ich doch 10 Minuten vor Changeover kein neues Frequenzsetup. Hier, Ihr könnt unsere (schon verkabelten und gesetupten) G3 benutzen...
    - alle mögen leckeres Catering. Und im Falle des lokalen Personals auch gerne ans Pult / die Stagebox geliefert. Gerne auch noch warm.
    - Mischpulte sind nur Mischpulte, und Ansagen, Pausenmusik und PA Matrix sind da nicht drauf.
    - PM5, Profile, Vi6, M7 gab's, selbstmitgebracht bzw. für einzelne Bands spezialgeordert wurden v.a. Digico, Midas und 1x A&H.
    - Analog? Tja, auf Bühnen 3, 4 etc. gerne immer kleiner werdende Analogtische, von XL4 bis Venice. Dann auch nicht mehr mit extra Matrixpult oder anderem Schnickedöns... :lol:

  • billbo
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    • 14. September 2014 um 18:29
    • #123

    Absolut zutreffende Beschreibung der Realität!

    Vielleicht noch eine Anmerkung zu 'geteilter Backline': die Aussage des Managements "Da fliegen/ reisen wir einfach so hin; es gibt dort eine professionelle Festivalbackline, wird also alles ganz easy!" bedeutet für den Showtag/ Changeover in praktischer Konsequenz fast immer das genaue Gegenteil. :D

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

    "Okay. Wir machen das mit den Fähnchen."

  • rockline
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    • 14. September 2014 um 19:17
    • #124

    Rider....kann man sich durchaus mal durchlesen. Die darin vorgeschlagene Kanalbelegung weicht schon mal der Festivalbelegung, es sei denn das ist so eine 1- 24 Auflösung eines lokalen Monitorrack der gastierenden Band, und der FoH Mensch hat sein eigenes Showfile was 1:1 dazu passt. Andernfalls ist jede Band wie die anderen am Tag: Trommeln, Bass, Gitarren, Keys und Sampler, Tröten, mal ein DJ und 1 - 6 Vocals. Passt immer in die Festivalbelegung.
    Sonderwünsche: mitgebrachter Insertkram nach Wunsch des Meisters.
    Darüber hinaus: Kontrarider werden auch immer beliebter. Bringt selber mit was ihr braucht, spielen muss hier keiner. Klappt immer, und wenn es dennoch Fragen gibt sind die im Vorfeld schon immer sehr höflich und keineswegs "ich muss und will aber".

  • ThomasL
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    • 14. September 2014 um 19:34
    • #125
    Zitat von "rockline"

    Bringt selber mit was ihr braucht, spielen muss hier keiner. Klappt immer, und wenn es dennoch Fragen gibt sind die im Vorfeld schon immer sehr höflich und keineswegs "ich muss und will aber".

    Auch da kommt's wahrscheinlich drauf an, wie weit oben auf dem Plakat die Kapelle steht :)

    http://www.lange-ohlemeyer.de

  • rockline
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    • 14. September 2014 um 20:05
    • #126

    Ich kann mich an was erinnern.....zu Analogzeiten hatten wir (als Technikvermieter ohne Programm Einfluß) auf diese Art und Weise eine Combo aus Skandinavien wieder ausgeladen, weil weder diese Band oder der Veranstalter, und erst recht nicht wir die gewünschte Monitor und FoH Kombination Vi6 (2x) bezahlen wollten :D
    Ich bin ja einer der sturen PM5 "hinsteller". Wer damit nicht mixen kann bringt was eigenes mit. So wie kürzlich Frank Turner und Crew, bauen dann was eigenes auf. Geht alles, war jedoch im Ergebnis eher ernüchternd :roll:
    Davon ab, in unserer Liga bestimmt noch der Preis was gespielt wird. In so einem Forum wie hier müssen wir uns wirklich keine Gedanken über die Mischpultanforderungen (nebst dem entsprechenden Management) von Rock am Ring zu machen.

  • ThomasL
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    • 14. September 2014 um 20:17
    • #127

    Wie gesagt, kommt drauf an.

    Wenn das Extramaterial bezahlt wird, interessiert mich eigentlich nicht, wer das tut. Wenn für den Headliner statt dem bereitstehenden Pult was anderes an den Start soll (oder, auch gern genommen, zusätzliches/spezielles Licht gestellt werden muss), dann kommt das da hin - wenn der Veranstalter das wünscht und die Bezahlung gewährleistet ist.

    http://www.lange-ohlemeyer.de

  • rockline
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    • 14. September 2014 um 20:43
    • #128
    Zitat von "ThomasL"

    wenn der Veranstalter das wünscht und die Bezahlung gewährleistet ist.

    klar...alles super dann. Manchmal können die aber auch rechnen, und fragen sich dann warum das denn mit dem Zeug der PA-Company nicht geht? Es ist natürlich klar das eine 40 Kanal Vorstellung auf einem Fest mit 20 Minuten Umbauzeit ohne gewohnte (und eigene) Mikrofonierung, InEar Monitor und fertigen Soundfile nicht gut funktionieren kann. Aber die üblichen Trommel, Bass und Gitarrenbands sind ja fast gemäß DIN-Norm zu bewältigen. Wer dafür eine Sondervorstellung im Mixerbüdchen braucht kann dann auch schon mal gerne zu Hause bleiben. Die Wunschlisten mancher Tonleute passen nicht immer zum tonalen Ergebnis der Musikanten auf der gegenüberliegenden Seite, und manchmal auch nicht zum wirtschaftlichen Interesse am Umsatz der Agentur. Vor kurzem las ich mir doch anläßlich einer 3-tägigen Musikbespaßung noch den Rider einer aufstrebenden 3-(Jung)Mannen Combo mit Sony Vertrag durch, die für 16 benötigte Kanäle mindestens eine Heritage 3000 benötigten. Oder auch gerne eine VI4 oder Pro6 im Falle Digital. Gespielt hatten die dann doch auf einer 5D, und der anwesende Tonschrauber war froh überhaupt seinen Job machen zu dürfen/können, da seine Mannen auf der Bühne ihm selbige Tätigkeit nicht unbedingt leicht machten. Gitarre, Bass und Schlagzeug nebst Leadvocal hätte unsere Lokalmannschafft höchstwahrscheinlich aber auch noch bedienen können.

  • guma
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    • 14. September 2014 um 22:40
    • #129

    Nachdem jetzt neben den paar bekannten Fakten darüber, wie man es machen sollte, alle wie jedes Jahr sagen durften, was ihr Lieblingspültchen ist, wir zum X-ten Mal gehört haben, unter welchen Umständen BE's geduldet werden und wer am liebsten möchte, dass sie zu Hause bleiben, dass Mixer/Bandfiles eigentlich unnötig sind und es daher auch nix per Läppe zu verwalten gibt und es ausserdem eh am besten ist, wenn alle das machen, was der 'local' des Vertrauens dem Schnorchelfestivalveranstalter eingeblasen hat, könnten wir ja auch einfach mal ein Jährchen Pause machen und uns 2015 hier nicht treffen.
    8)

  • wora
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    • 15. September 2014 um 00:22
    • #130

    ich möchte trotzdem nochmal ein paar worte dazu verlieren. ;)

    natürlich haben technikdienstleister ihre eigene sicht auf ablauf und ausstattung einer veranstaltung, die nicht zwingend mit denen der bandmischer übereinstimmen muss.
    als kollege der letzt genannten sorte bin ich immer bestrebt, die technikanforderungen auf ein mindestmass zu begrenzen. das ermöglicht dem verkäufer der show einfach mehr spielräume die passenden kunden zu finden. aber ein gewisses mindestmass muss einfach sein, damit der bandmischer seinen job durchführen kann. wenn das das budget sprengt, dann ist der künstler eben die falsche wahl für das festival - oder das falsche festival für den künstler - je nach sichtweise. oder es ist der falsche techniker oder der falsche dienstleister, ebenfalls je nach sichtweise.

    ja, ich weiss das nicht alle bandmischer so denken, aber lasst doch bitte diese schwarz/weiss malereien sein.
    ja, es gibt mieserable bandmischer, aber es gibt auch verdammt gute jungs - und natürlich etliche nuancen dazwischen, wozu ich mich selbst auch zähle. ich bin alles andrer als perfekt, aber ich mache meinen job wohl so gut, dass ich immerhin mehrere feste bands habe, die alle aus profimusikern bestehen, ausserdem gibt es immer wieder viel lob aus dem publikum, erst gestern wieder erlebt. also sooo schlecht wie oft beschrieben muss ein bandmischer dann ja wohl nicht sein...

    und nicht zu vergessen: es gibt auch verdammt miese und absolut hervorragende dienstleister... und alle nuancen dazwischen! ;)
    z.b. von den hervorragenden dienstleistern bin ich gewohnt, dass meine anliegen ernst genommen werden und man zusammen eine passende lösung erarbeitet!
    nur mal so als info. 8)

    was mir an den ganzen diskussionen ein bisschen zu kurz kam, ist die künstlerische sicht der dinge. es gibt durchaus auch spezielle vorgaben je nach show und band (z.b. effekte), die gehören einfach dazu.
    dass die technischen möglichkeiten bei festivals vor allem für die vorbands eingeschränkt bleiben müssen ist klar. ein festival ist immer eine ausnahmesituation. und da müssen beide seiten kompromisse machen! aber bitte nicht nur die bandtechniker!

    und es gibt wie erwähnt durchaus auch gerätschaften, die der künstler erwartet. es ist nicht immer nur der böse bandmischer, der die vorgaben macht.

    kurz und knapp zusammengefasst:
    im festivalbetrieb sind kompromisse erforderlich - und zwar von allen seiten!
    und wenn eine bandanforderung gar nicht passt, sollte man sie nicht buchen.
    aber alle seiten sollten ein interesse daran haben, dass alles möglichst gut und stressfrei über die bühne gehen kann

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • lisa f.
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    • 15. September 2014 um 13:55
    • #131
    Zitat von "rockline"

    Rider....kann man sich durchaus mal durchlesen. Die darin vorgeschlagene Kanalbelegung weicht schon mal der Festivalbelegung, es sei denn das ist so eine 1- 24 Auflösung eines lokalen Monitorrack der gastierenden Band, und der FoH Mensch hat sein eigenes Showfile was 1:1 dazu passt. [...]


    Dazu die Anmerkung, dass ich dieses Jahr für etliche Bands einen 1:1 Patch laut deren Liste gemacht habe, auch bei 20 minuten changeover. Letztes Jahr war das noch weniger, gemacht haben wir das v.a. um mitgebrachten Files und Pulten entgegen zu kommen.

  • tufkaklto
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    • 15. September 2014 um 14:07
    • #132
    Zitat von "lisa f."


    Dazu die Anmerkung, dass ich dieses Jahr für etliche Bands einen 1:1 Patch laut deren Liste gemacht habe, auch bei 20 minuten changeover. Letztes Jahr war das noch weniger, gemacht haben wir das v.a. um mitgebrachten Files und Pulten entgegen zu kommen.

    Ich hab das auch immer so gehalten.
    Mit Digital und Files wird ein 1 zu 1 Patch immer einfacher.

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  • billbo
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    • 15. September 2014 um 14:56
    • #133
    Zitat

    Mit Digital und Files wird ein 1 zu 1 Patch immer einfacher.

    J... ein! :D
    Natürlich möchte ich, wenn ich schon ein ordentliches File habe, auch wirklich die vertraute Oberfläche vorfinden - also alle Kanäle da, wo sie halt immer sind. (Vi4/ Vi6 sind natürlich eigenes Thema). Dazu überlassse ich den Locals dann in aller Regel, wie sie das am besten hinbekommen - Bühnenpatch, Monitorpatch und FOH Patch sind da ja heutzutage weitgehend unabhängig.
    Nicht selten bekommen sie das dann allerdings leider nicht wirklich hin, zumindest nicht auf Anhieb. :? Immerhin müssen mindestens 3 Arbeitsplätze sich dazu genauestens absprechen.
    Und ein paar fiese kleine Fallen, die man sich selbst bauen kann, gibt's da natürlich auch. Klassiker (am PM5) etwa: fehlende Phantomspeisung auf Ports, wo sie gebraucht wird - was man auf der Oberfläche aber erst mal nicht ohne weiteres verifiziert, sofern im Pult nicht 1:1 gepatcht ist.
    Trotzdem bestehe ich aber wann immer möglich auf USB Stick bzw. Speicherkarte (statt irgendwelcher Umwege/ 'einpflegen' über Studiomanager o.ä.). Nur dann weiß ich, dass ich auch wirklich 'mein' Pult vor mir habe; incl. aller Preferences, UDKs, und was sonst noch gerne mal im Festivalbetrieb auf Recall Safe geschaltet wird. Aber selbstverständlich auch incl. aller persönlichen Dummheiten aus dem letzten Speichervorgang... :D

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

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  • Jeremy
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    • 15. September 2014 um 15:29
    • #134
    Zitat von "lisa f."

    Von der Patchseite Anmerkungen über die Festival Saison 2014 bei uns (Achtung, größtenteils OT):

    - Wechselbühnen sind der Knaller, immer wieder gerne

    Wenn's das Festival platzmäßig hergibt, ist das sicher eine schöne Sache. Aber grade bei den vielen Jazzfestivals, die entweder in festen Hallen oder in vorbestimmten Zelten stattfinden, ist eine so grundsätzliche Änderung des über Jahrzehnte liebgewonnenen Setups nur schwer zu vermitteln. Ich rede da von Besucherzahlen im maximal mittleren vierstelligen Bereich.

    Zitat

    - aktuelle Rider auch, und wenn nicht, dann ist es immer toll, wenn der Tech frühzeitig aufschlägt, damit zu changeover Zeit auch jeder weiß was machen
    - vernünftige Paperwork aka Patch-Dokumentation helfen allen

    Da muss einfach eine Person schon lange im Vorfeld den Hut aufhaben und sich die Finger und Ohren glühend kommunizieren. Dann gibt es zum Festivalbeginn für jedes betroffene Gewerk (FOH, Monitor, Patcher, Mikrofonierer, Backliner etc. die sog. "BIBEL" in Form eines Schnellhefters, der alle relevanten Informationen, Zeitpläne, Inputlisten, Stageplots, ..., *IN AKTUELLSTER FORM* enthält. Sollte sich, wie es ja manchmal vorkommen soll, während der Tour das Lineup der Band ändern, dann müssen diese Infos eben aktualisiert werden, und zwar bei allen.

    Zitat

    - guter Backliner ist Gold wert

    Brauchen wir nicht drüber reden. Gleiches gilt aber auch für alle anderen, die das Festival in des Wortes wahrster Bedeutung glatt über die Bühne zu bringen haben. Auch hier steht und fällt alles mit vernünftiger und unmissverständlicher Kommunikation im Vorfeld. Zusagen, die man macht, müssen eingehalten werden, und jede einzelne Abweichung von der besten aller Welten, so wie sie zwar im Rider beschrieben, auf dem Festival aber nicht geboten wird, ist *vorher* abzuklären.

    Zitat

    - ehrenamtliche Bühnenhelfer nicht :roll:

    Kommt drauf an. Wenn das Leute sind, die diese Aufgabe seit Jahren mit Hirn und Verstand machen (sowas soll's, gerade in Vereinen, ja durchaus geben), dann kann das ganz gut klappen. Die Einhaltung der einschlägigen Regeln der Technik muss halt gewährleistet sein. Ich sehe da eher ein haftungsrechtliches, nicht so sehr ein organisatorisches Problem, gerade bei den relativ kleinen und familiären Festivals.

    Vor ein paar Jahren hat z.B. mal ein "Amateur-Hand", seines Zeichens gelernter Schreiner, der im Backline-Team mit eingesetzt war, über nacht aus zwei Europaletten seitlich einen der Klötze großzügig ausgeschnitten, auf das ganze (was von oben Ähnlichkeit mit einem großen eckigen "C" hatte, passend zugeschnittene Platten und unten rein Mehrfachsteckdosen geschraubt. Ergebnis: Die teilweise doch recht wackeligen Keyboard-Scheren-Ständer mit jeweils zwei Extensions nach oben mussten nicht vorsichtig nach dem Soundcheck raus- und dann später wieder reinbalanciert werden, sondern wurden mit dem Hubwagen rücken- und equipmentschonend hin- und hergerollt. Komplett verkabelt, versteht sich. Strom dran, Subsnake dran, Pedale in den Ausschnitt auf den Boden, fertig.

    Solltest Du allerdings die berüchtigten "Für-freien-Eintritt-schubse-ich-gerne-ein-paar-Kisten-durch-die-Gegend-Pseudo-Hands" meinen: Stimmt, die braucht niemand.

    Zitat

    - wenn 15-20 Minuten Voll-Changeover, dann nur mit ausreichend vormikrofonierten und verkabelten Rollrisern, am besten 2 Bands im Vorraus. (Im Falle einer geteilten Backline ist eh alles anders)

    Wenn der Veranstalter erst mal gemerkt hat, dass er in 30 Minuten Umbaupause erheblich mehr Bier verkauft als in 15 Minuten, bekommt der Zeitplan ein für allemal Luft zum atmen. Auf die ganz große Pause im Festival (wie z.B. beim Jazzfestival in Saalfelden) sorgt dafür, dass an den Gastronomieständen Umsatz generiert wird (woran der Veranstalter durchaus Interesse hat), und dass das gesamte Team möglicherweise sogar gemeinsam in Ruhe zum Essen gehen kann.

    Zitat

    [...]- alle mögen leckeres Catering. Und im Falle des lokalen Personals auch gerne ans Pult / die Stagebox geliefert. Gerne auch noch warm.

    Zurück zu den ehrenamtlichen Helfern: Da werden ja gerne Posten und Pöstchen geschachert, bloss damit der persönliche Fanclub ("Hofstaat") des örtlichen Promoters mit genügend ansehnlichen jungen Menschen beiderlei Geschlechts ausgestattet wird. Es bewährt sich durchaus, eine der zahlreichen Klemmbrettliesls abzuwerben und nur für die regelmäßige Versorgung der einzelnen Technikstationen abzustellen. Sollte sich z.B. der Stagemanager, der sich im Vorfeld um die ganzen Rider gekümmert hat, gut mit der für das Künstler-Catering verantwortlichen Person verstehen (eine Konstellation, die ich unbedingt empfehlen kann), dann können von den Leckereien für die Stars problemlos genügend Extramengen geordert werden, um das Crewcatering erheblich aufzuhübschen.

    Zitat

    - Mischpulte sind nur Mischpulte, und Ansagen, Pausenmusik und PA Matrix sind da nicht drauf.

    Gehen wir mal davon aus, dass so Dinge wie eine Festival-Matrix erst ab einer bestimmten Größe der VA vorkommen, dann stimme ich zu. Dann sollte aber auch das zweite Pult an FOH und Monitor nicht mehr das unlösbare Problem sein.

    Zitat

    - PM5, Profile, Vi6, M7 gab's, selbstmitgebracht bzw. für einzelne Bands spezialgeordert wurden v.a. Digico, Midas und 1x A&H.

    Spezialwünsche bei einem Festival mit einfacher statt doppelter Pultausstattung? Wär ja noch schöner. Da wird im Vorfeld fleißig kommuniziert, wie das geplante Festivalbesteck aussehen soll, und da kann man auch gerne auf die Wünsche und Befindlichkeiten der einzelnen Mischer Rücksicht nehmen, aber irgendwann mal kommt der Deckel drauf und der Stempel drunter, und wer dann partout mit einem respektablen Gerät in der Liga einer PM5 oder Vi6 nicht arbeiten kann/will, muss sein Problem selber in den Griff bekommen. Dazu muss man nicht pampig werden, das kann man auch ganz höflich und bestimmt vermitteln. Man sollte dann aber z.B. auch in der Lage sein, zuverlässige Informationen zum Softwarestand der Pulte liefern zu können.

    Zitat

    - Analog? Tja, auf Bühnen 3, 4 etc. gerne immer kleiner werdende Analogtische, von XL4 bis Venice. Dann auch nicht mehr mit extra Matrixpult oder anderem Schnickedöns... :lol:

    "XL4" in einem Satz mit "immer kleiner werdende Analogtische", das tut einem nostalgischen Herzen schon irgendwie weh.

    Fazit: Gerade bei kleineren bis mittleren Jazzfestivals halte ich es für eine durchaus sinnvolle Abart des FOH-Managements im Sinne dieses Threads, nicht durch technische Aufrüstung in Form doppelter Pultplätze, sondern durch einen eher luftigen Zeitplan mit großzügigen Pausen die notwendige Ruhe und Besonnenheit in die Arbeit zu bringen. Natürlich ist mir klar, dass es Festivals gibt, bei denen es schon allein von der Musikrichtung her Schlag auf Schlag gehen muss, und wo eine mehr als 15-minütige Pause die Stimmung sofort in den Keller drückt.

    Harvard'sches Gesetz für Tierversuche: "Unter sorgfältigst kontrollierten, dokumentierten und jederzeit reproduzierbaren Laborbedingungen verhalten sich Versuchstiere immer so, wie es ihnen gerade passt."

  • simonstpauli
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    • 15. September 2014 um 15:48
    • #135
    Zitat von "klauston"

    Ich hab das auch immer so gehalten.
    Mit Digital und Files wird ein 1 zu 1 Patch immer einfacher.


    Aber nur, wenn die Monitorwelt mitspielt.

    Ich habe es schon erlebt: es kommt nur ein FOH-Mann mit File und wünscht 1:1-Patch. Und was macht der Lokale Monitorer? Alles nicht so einfach...

    Wenn dagegen auf der Bühne alles klar ist und ein Monitorkonzept besteht, welches nicht auf einem eingespielten Festivalpatch-Monitorpult aufbaut, ist 1:1 praktisch immer effizienter.

    Christian Tepfer * Monitor-Operator, HF-Betreuer, FOH-Mischer, Klang-Gestalter
    http://klanggestaltung.wordpress.com/

  • tufkaklto
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    • 15. September 2014 um 16:15
    • #136

    Ich mach ja keine Festivals mehr.
    Aber wenn ein FOH ankam und nach 1zu1 gefragt hat, hat er das ohne Worte bekommen.
    Mir am Monitor doch egal.
    Mikros sind schnell hingedrhet.
    Von den wichtigen wie Vocals usw sollte man Gain und KanalEQ auswendig wissen.

    Und dann gibt es noch copy Paste.
    Also eigentlich seh ich da kein Problem.
    Man darf halt keine Angst haben. :D

    Und wir haben es so gelöst, das der Splittermann das am Anfang richtig gepatcht hat.
    Phantomspeisung ist uach lösbar.
    Entweder man hat Aktiv Splitter, dann isses kein Thema, oder man einigt sich vorher

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  • billbo
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    • 15. September 2014 um 17:13
    • #137

    Das hat sich ein bisschen geändert. Inzwischen behält man gerne die Bühnenordnung bei und patcht es dem Gast (an FOH und/ oder Monitor) auf Softwareebene zurecht. Ein guter und geübter Sitter kriegt das auch nahezu in Sekundenschnelle fehlerfrei gebacken.

    Das mit dem vorher einigen ist klar. Man muss es dann bloß auch machen.
    Zusammen mit einem sehr fähigen Kollegen (als Sitter) stand ich schon mal einige Minuten vor einem PM5 (den wir eigentlich beide ganz gut kennen) und haben nicht gecheckt, wieso auf der Bühne keine 48V ankamen - schließlich leuchtete doch die entsprechende Kanal - LED, wie immer. Bis wir auf die Idee kamen, dass aufgrund des Patchangleiches Port nicht gleich Kanal sein konnte.
    Typischer Fall von 'Brett vor dem Kopf' - Angst hatten wir aber (noch) keine :D

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

    "Okay. Wir machen das mit den Fähnchen."

  • guma
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    • 15. September 2014 um 23:14
    • #138
    Zitat von "billbo"


    Trotzdem bestehe ich aber wann immer möglich auf USB Stick bzw. Speicherkarte (statt irgendwelcher Umwege/ 'einpflegen' über Studiomanager o.ä.). Nur dann weiß ich, dass ich auch wirklich 'mein' Pult vor mir habe; incl. aller Preferences, UDKs, und was sonst noch gerne mal im Festivalbetrieb auf Recall Safe geschaltet wird....

    Kann ich aus der PM5D Sicht verstehen, denn da sind sowohl die Verbindung Pult-Läppe als auch das Speichermedium archaisch und heute nicht mehr so ohne Weiteres mit jedem aktuellen Feld-, Wald- und Wiesenrechner zu bewerkstelligen.
    Irgendwo muß allerdings Dein file zumindest offline bearbeitbar sein, um, wie Du es erfreulicherweise inzwischen gestattest, den patch zu bearbeiten. Sollte das manchmal durchaus nicht unangebrachte Mißtrauen gegenüber manchen Laptopbuben der wesentliche Grund für das vor ein paar Seiten gewünschte Wechsel-Zweitpult sein, also Klartext ein paar zig Tausend Euro Hardware dafür rumstehen, dass diese Bearbeitung für Dich nachvollziehbar im Pult statt der viel komfortableren Yamaha Editor patch Matrix passiert, oder falls Zweitpult nicht vorhanden, das deswegen in der kostbaren Changeover-Zeit passieren muß, darf ich mal an den von Dir sonst viel beschworenen Realitätssinn erinneren. :wink:

  • billbo
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    • 16. September 2014 um 00:00
    • #139

    Messerscharf argumentiert - aber das Zweitpult ist vor allem dann ein echter Segen, wenn man a) das Pult/ Fabrikat nicht oder nur schlecht kennt, b) daher natürlich auch schlicht gar kein File dafür besitzt, und c) eine funktionierende Kommunikation mit dem örtlichen FOHler aufgrund von Lautstärke/ Charakter der VA/ Sprach- oder sonstigen Verständigungsproblemen nicht zustande kommen will. Gemäß Murphy selbstverständlich alles gleichzeitig.
    DANN ist das eingangs mal erwähnte Malen nach Zahlen das Mittel der Wahl (außer Gain sollte jeder, der das regelmäßig macht, einen einigermaßen funktionierenden Mix auch aus dem Gedächtnis heraus blind bzw. taub nach gelernten Parametern 'nachbauen' können; zumindest wenn er seine Quellen und ggfs. Mikros gut kennt). Und DANN ist jede Minute kostbar.
    Wenn du mir eine oder eineinhalb Stunden Zeit gibst, baue ich mir auf jeder Kiste ein funktionierendes Startfile, selbst wenn ich die vorher noch nie gesehen habe. Und hab' anschließend sogar noch ein paar Minuten Zeit, mich auf einen spannenden ersten Song zu freuen. :wink:

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

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  • guma
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    • 16. September 2014 um 07:44
    • #140

    Du weichst aus. Dass das Zweitpult im von Dir beschriebenen Fall geschickt ist, steht wie ich bereits sagte ausser Zweifel.
    Anders gefragt: Du hast ein CL5 file für Deine Band. Vor Ort steht ein CL5 ( nicht zwei ) und der Sitter macht einen fitten Eindruck. Der hat zwei Bands vor Dir gerade nichts zu tun ( das Pult aber schon ) und will mit Dir im Läppe entspannt, aber aus dem gleichen Mißtrauen wie Du Dein file sehen, den patch kontrollieren und eventuell umpatchen. ( Hier gibt es, dank Tante Dante ja noch eine Fehlerquelle mehr ) Was machst Du ?

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