ZitatNaja das ist jetzt aber ein sehr polemischer Beitrag von dir Billbo (so sehr ich deine Beiträge auch sonst mag)!
Natürlich ist der polemisch. Wir sind im Offenen Brett. Ich hab’ mir auch wirklich Mühe gegeben (mit der Überschrift mitzuhalten). ![]()
Nach meiner Erfahrung funktioniert das Dry Hire/ Netzwerkgeschäft in der Praxis nicht so, wie das hier immer wieder propagiert (und erhofft?) wird.
Wenn mir als kleinem Krauter für irgendeinen Job mal ein paar Böxlein fehlen werde ich alles tun, um die nicht zumieten zu müssen. Der damit verbundene Aufwand (anfragen/ bestellen/ reservieren – abholen/ termingerecht zurückbringen – Rechnung bezahlen/ Reklamationen "nein die Macke war schon vorher dran" abwimmeln) ist in aller Regel bestenfalls Geldwechslerei bzw. übersteigt, wenn’s dumm läuft, locker die dadurch erreichten Mehreinnahmen. Das bleibt daher absolute unliebsame Ausnahme; spätestens wenn mir das Böxlein zum 2. oder 3. Mal fehlt hab’ ich's anschließend eh selbst – oder den Job macht jemand, der genug Böxlein hat.
Natürlich gibt es in größerem Rahmen immer mal wieder Kooperationen, die sich für alle Beteiligten auch tatsächlich lohnen. Die laufen aber völlig anders ab. Kannst Du mir für übernächstes WE noch mit ner ordentlichen Delay Line aushelfen? Wenn ja - auch mit jemandem, der die spielfertig eingerichtet übergeben kann? Könntest Du das auch direkt zur Baustelle liefern? Okay, dann sag mal 'nen Preis incl. Rigging; Tower + 32er sind vorhanden.
Da interessiert sich niemand für Systemracks. Da wird ein Komplettleistungspaket erwartet/ angefragt/ angeboten/ ausgeführt, und fertig.
Die self powered vs. passiv – Diskussion hatten wir ja bereits ausführlich. Und ja, mir sind auch die Nachteile bekannt; auch ich hasse Stromwedges auf 10min. Changeover – Festivalbühnen. Trotzdem führt da früher oder später kein Weg dran vorbei. Schon mal ein modernes Hochtonendstufenmodul in der Hand gehabt? Das ist in etwa so groß und schwer wie eine Zigarettenschachtel. Warum soll ich so was in ein 19“ Systemrack einbauen, mit Steckverbindern dran, die 3x größer, schwerer und teurer sind als die Endstufe selbst, statt das Ding direkt an den Treiber zu tackern?
Ich kann mich noch dunkel an die ersten Varilites erinnern. Mit 'Repeatern', externen Netzteilen, sündteuren Spezial – Verbindungskabelsets; und nem extra Operator dazu, der da durchblickte. Zum höchst komfortablen Tagessatz; plus Einzelzimmer 4 Sterne aufwärts, versteht sich.
Undenkbar heutzutage. Eine Lampe (sorry, Leuchte), von welchem Hersteller auch immer, kriegt Strom und Steuerdaten, und gut. Und entsprechend wird das mit Lautsprechern auch laufen, bzw. läuft es zum Teil heute schon.
Mit freundlichem Gruß
BillBo