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  2. billbo

Beiträge von billbo

  • Bewusstseinserweiternde Substanzen

    • billbo
    • 15. August 2011 um 00:01

    Mit welch erbärmlichen Resten sich die Jugend (und leider auch ihre Eltern :? ) heutzutage doch zwecks audiophiler Bespaßung begnügen muss.

    So:
    http://farm3.static.flickr.com/2627/3682718980_c5bf84da15_b.jpg
    sieht das aus, wenn man's richtig macht. Klares Bühnendesign, klare Prioritäten.

    Und der:
    http://www.lsionline.co.uk/25/img/1990%20…y%20Andrews.jpg
    hat's gebaut.

    Früher war alles besser. Selbst die Drogen.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Kling & Freitag Gravis 12 und Scena 15 und so weiter...

    • billbo
    • 14. August 2011 um 23:24
    Zitat

    Teilweise profiliert man sich mehr über das gekaufte Material als über den praktischen Erfolg auf der Baustelle.


    Ein wunderschöner und mitunter leider bitter wahrer Satz; der es eigentlich nicht verdient hat, binnen kurzer Zeit wieder in den Untiefen der Internetforenwelt versunken zu sein. :D

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Kling & Freitag Gravis 12 und Scena 15 und so weiter...

    • billbo
    • 12. August 2011 um 14:22

    Bühnenwasser! :lol:

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Kling & Freitag Gravis 12 und Scena 15 und so weiter...

    • billbo
    • 12. August 2011 um 13:31

    Sorry, wenn ich noch mal ein bisschen im Premiumsegment rumnölen muss. :D
    Ich gestehe gleich: ich kenne die KF Produktlinien/ - Philosophien nicht.wirklich. Wo mir auf einfacher Userebene hier und dort mal was über den Weg gelaufen ist hat's (meistens) funktioniert und ist mir weder als schlecht noch als über alle Maßen überragend in Erinnerung geblieben.

    Rechnen wir Rocklines Überschlag mal zu Ende, dann werden da für eine 'Systembox' auf der Bühne – bis sie denn mal läuft – sportlich ambitionierte EUR 6000,- aufgerufen. Selbst wenn wir davon ausgehen, dass nicht eine einzige Einheit davon jemals für diesen UVP über den Ladentisch gehen wird - was gibt’s eigentlich sonst so für diese Investitionssumme?
    Da brauchen wir nicht mal die Branche wechseln. Für 6 Mille gibt’s z. B. 5 – 6 nigelnagelneue 50er Plasmas. Echtes Hightech von heute, mit hohem Entwicklungs – und Fertigungsaufwand in allen Bereichen (Display, Speicher, HF – und digitale Signalbearbeitung und Aufbereitung, Lizenzmanagement, graphische Benutzerführungssoftware, und was weiß ich). Selbst ein bisschen Ton ist noch mit drin. Da haben viele Ingenieure über lange Zeit viel Hirnschmalz für aufwenden müssen, und auch die Fertigung der Komponenten ist teilweise (Stichwort Reinraum) nicht ganz ohne.
    Verglichen damit ist eine Holzkiste mit 2 Chassis drin heute schlicht Kinderkram. Wer da für die Erstellung von ein paar Filterkurven und Limiterkennlinien (oder für eine, hoho, aufwendige Passivweiche) von unbezahlbarem Systementwicklungsaufwand redet, geht für mein Empfinden schlicht dem Geschwätz der Marketingabteilung auf den Leim.

    Keine Frage – ein handwerklich solide hergestelltes Produkt aus dem Bereich Holz und Elektro kostet Geld. Wenns geschraubt statt getackert sein, das Gitter außer Zierfunktion auch etwas Widerstandsfähigkeit mitbringen, das Chassis eng tolerierte Markenware sein und die Elektronik nicht beim ersten Vollgasfall am unterdimensionierten Billignetzteil sterben soll, dann soll und muss all das auch bezahlt werden. Mehr aber auch nicht.

    Gegen die Begriffe Premiumprodukt, Premiumsegment, Premiummarkt, usw. hege ich inzwischen eine gewisse Allergie. Das erinnert mich viel zu sehr ans Premiumpils aus der Fernsehreklame. Welches sich vom Aldi – Hansa erwiesener Weise außer um den Preisfaktor 3 - 10 lediglich durch das Label auf der Dose und den damit verbundenen Marketingaufwand unterscheidet. Wer sich's leisten kann und/ oder meint, dass ihm das für die soziale Aufwertung als bekennender Premiumuser wert ist – bitteschön, kein Problem.
    Wer Investitionsentscheidungen treffen muss hat's da ein wenig schwerer. Keine Ahnung, ob sich eine 16 Wege/ 24 Wedges Monitoranlage in dieser Preisklasse jemals irgendwo rechnen können wird, bzw. ob und in welcher Weise sie am Ende quersubventioniert werden muss. Immerhin gibt's 30 Daxkonzerne; für den, der den Deal für die Hauptversammlungen hat sind das schon mal 30 Premiumjobs im Jahr.
    Ich möchte allerdings niemals (wieder :roll: ) erleben, dass statt der benötigten 10 nur 6 Schachteln auf der Bühne stehen. Und der pikierte Schachtellieferant auf Nachfrage enorm schlüssig erklärt, dass man ja grundsätzlich ausschließlich mit Premiumschachteln arbeitet, und die seien halt leider so teuer, dass mehr einfach nicht im Budget waren.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Bassanteil bei Großveranstaltungen im Rock-/Metalbereich

    • billbo
    • 11. August 2011 um 12:44

    Doch, so Anforderungen kenne ich schon. Gerade aus einschlägigen US 'wir können sowieso alles größer und besser' Bühnenanweisungen: Whatever you bring – double the subs! Und gelegentlich ist dann sogar einer mit dabei, der damit tatsächlich auch sinnvoll umzugehen weiß.
    Aber leider nicht sehr oft. Die Mehrheit steht einfach nur mit Boah ey Gesicht hinterm Pult, und manch einer braucht auf dem Weg zurück Security.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Kling & Freitag Gravis 12 und Scena 15 und so weiter...

    • billbo
    • 11. August 2011 um 12:02

    "Des Kaisers neue Kleider" geht regelmäßig schief. Und wird trotzdem immer wieder aufs neue probiert.
    Wenigstens wird's so nicht langweilig.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Bassanteil bei Großveranstaltungen im Rock-/Metalbereich

    • billbo
    • 11. August 2011 um 11:57
    Zitat

    Zudem gibts genug Leute, die selbst bei ausgewogenem Sound der Meinung sind, dass der Bass zuviel ist.

    Was ist ausgewogener Sound? Es gibt ja auch andere Geräusche als solche, die aus Lautsprechern kommen. Woran also sinnvoller Weise orientieren?
    Ein wenig erinnert mich das Gebärden vieler heutiger Soundexperten an den Harleyfahrer mit aufgebohrtem Endrohr, der mit seinem Moped die Strandpromenade auf und ab fährt. Er selbst findet sich supercool; und zwei, drei Jungs die auch gerne mal Rocker wären sagen 'mööönsch, geil Alter'. Die anderen 10.000 sagen gar nichts und denken 'verpiss Dich'.

    Selbst bei Fankritiken zu Mayday, Nature One, und ähnlichen Festivitäten geht’s regelmäßig um viel zu laut, viel zu viel Bass. Und wenn sich schon die merkbefreitesten aller denkbaren Publikumsdaseinsformen massiv beschweren drängt sich der Verdacht auf, dass die Macher (in dem Fall also wir, die Beschallungen konzipieren und an den Reglern stehen) an den Bedürfnissen der Kundschaft mittlerweile oft meilenweit entfernt vorbei operieren.

    Insgeheim zähl’ ich ja aufs EU – Verbotskommissarwesen. Untersagung jedweder Lautsprecherwiedergabe von Frequenzen unter 100Hz in 4 Stufen bis 2015 wäre eine umweltpolitische Großtat, die den Glühbirnenerlass im Nachhinein wie ein armseliges Sandkastenspielchen erscheinen lassen würde.
    (War Spaß jetzt).

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Bassanteil bei Großveranstaltungen im Rock-/Metalbereich

    • billbo
    • 10. August 2011 um 23:32
    Zitat

    ... :D ... hier helfen ein paar Ohren mehr wirklich !!

    Richtig. Wenn sich der bedauernswerte Ganztagsbetreuer im Zeltplanen - FOH mit gequältem Blick die Ohrenstöpsel noch ein wenig tiefer in die Gehörgänge zu schieben versucht ist es meistens schon ganz gut. :D

    Zitat

    ... Geschmack ... Das Publikum hat den aber auch ...

    Da bin ich mir nicht so sicher. Sprich mal mit Menschen, die überhaupt rein gar nichts mit PA oder Tontechnik zu tun haben (also unsere Kunden!) nach ihrem letzten Konzerterlebnis. Wie hat’s denn da so geklungen?

    Du bekommst, quer durch sämtliche Genres, zwei mögliche Antworten:
    "Prima, man konnte alles gut verstehen" (Tanztee oder fröhliche Volksmusikanten) bzw. "War echt geil Alter, Hammerbrett!" (Hardcorebloodmetal). Oder aber: "Nein, irgendwie hat das da so gewummert" bzw. "Geh mir weg, da war so viel Bass, dass ich kotzen musste; von der Band hat man überhaupt nichts gehört!".

    Eine Vorliebe für 'Bassüberhang' kann ich da beim Zielpublikum irgendwie nicht so recht heraushören.
    (Und auch wenn sich live tatsächlich mal – weil er zu wissen glaubt, was das ist – jemand am FOH beschwert, geht’s erfahrungsgemäß in 80% aller Fälle um 'zu viel Bass'. Gleiches Bild auch bei einem Blick in Festival - Internetforen).

    Dafür geht's in diesem Forum in 80% aller Beiträge um Bassboxen. Was sagt uns das? :roll:

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Kling & Freitag Gravis 12 und Scena 15 und so weiter...

    • billbo
    • 10. August 2011 um 22:40

    Mit ein bisschen Phantasie erinnert das an den Werdegang der Tonträgerindustrie. Erst Schellack, geheimnisvoll, empfindlich, teuer, einziger Nutzungsberechtigter der Herr des Hauses Sonntag Nachmittag. Dann die LP, tellergroß, mit doppeltem Klappcover, Innenhülle, Bildern, Texten, hier und da mal ein Gimmick; you get what you see - you see what you get. Später die viiieeel bessere CD zum halben Herstellungs – und doppelten Verkaufspreis. Die Daten sind’s, Leute, auf die Qualität des Inhalts kommt’s an!

    Und dann haben Russen und Chinesen entdeckt, dass man Daten auch für 'n paar Cent pro Megabyte verkaufen kann.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Kling & Freitag Gravis 12 und Scena 15 und so weiter...

    • billbo
    • 10. August 2011 um 21:48
    Zitat

    Da hat's mich doch grad beim lesen der PP Lektüre zur Gravis 12 ein wenig aus den Socken gehauen - entnehme ich doch tatsächlich einen VK von 2600.- für eine 12"/1,4" Box!?!

    Passt doch. TT EUR 200,-/ HT EUR 200,-/, Holz und Draht EUR 200,-. Herstellerlogo rotweiß auf schwarz/ Alu gebürstet: EUR 2000,-.
    Sind doch Bruttopreise. So what?

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Bassanteil bei Großveranstaltungen im Rock-/Metalbereich

    • billbo
    • 10. August 2011 um 21:30
    Zitat

    Also kann man sagen; das auf großen Festivals der Mischerplatz eigentlich zu weit weg von der Bühne steht?

    Näher ran geht nicht. Das kostet Zuschauerplätze, und das Bierleichen – Tortenstück hinterm FOH wird zu groß. Meist steht er einfach da, wo die (erste) Delayline zwingend notwendig wird.
    Bedenkt man dass es umso unwichtiger wird als Band – FOHler mitten im Geschehen zu stehen je größer die Dimensionen werden, gibt es aber eine andere Lösung: FOH ganz weg; stattdessen eine Zweiteilung der Aufgaben. Bandmischer im Studiocontainer backstage schön neben dem Catering; mit Instrumente zusammenmischen, Effekte fahren, Soli featuren, verstimmte Gitarre runter ziehen, vergessene A – Gitarre muten, und alle halbe Stunde frischer Kaffee von nebenan; also allem, was fürs Bandmischen von Bedeutung ist. Und ein zweiter Mann mobil im Publikum, mit Funke und/ oder drahtlos – Master EQ bzw. Systemcontroller, um spezifische Probleme von Beschallungsanlage, Gelände, Wetter, Füllungsgrad des Publikumbereiches usw. zu korrigieren.
    Es gibt Produktionen, die so arbeiten; bei Journey hab ich’s mal erlebt, von U2 kenn’ ich’s vom Hörensagen. Sicher nicht die schlechteste Idee.

    Zitat

    Also um ein gutes Bild zu bekommen trete ich immer direkt ans Barrier vor mir.

    Oder ganz raus aus der Absperrung, ein mal draußen ein bisschen rumlaufen, am andern Ende wieder rein, und feststellen, dass der Pass auf dem Pult liegt und der Security auf einmal jemand anderes ist. :D

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Nochmal Rider, verbessern bitte!

    • billbo
    • 10. August 2011 um 15:18

    Kein Klopapier dabei? Anfängerfehler.
    Ich kenne Musiker mit siebenstelligem Jahreseinkommen, die haben trotzdem 'ne Rolle im Tourkoffer. Man kann ja nie wissen.
    Oder hat's bloß mal wieder nicht für den Sanifairbon gereicht? Seit einiger Zeit behalten die 20 Cent davon ein. Neokapitalistische Abzockermethoden, die man keinesfalls unterstützen sollte.

    Was kommt als nächstes? Tourmanager/ Veranstalter herbeizitieren, weil der Kondomautomat streikt? Skandal? Showausfall?
    Bestimmte Dinge im Leben sollte man auch auf Tour eigenständig zu lösen imstande sein und nicht darauf zählen, dass all die vielen nutzlosen Idioten drumherum einem das irgendwie schon abnehmen werden. Sonst ist das der falsche Job, und dann kann's im wahrsten Sinne besch..... werden.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Bassanteil bei Großveranstaltungen im Rock-/Metalbereich

    • billbo
    • 10. August 2011 um 14:52

    Gesagt? Ja, also, es kann ein echtes Urerlebnis sein, wenn man da als der Mischergott persönlich zufrieden strahlend ob seines druckvollen Supersounds breitbeinig - lässig hinterm Pult lehnt und sich die Bierbecher und sonstigen Wurfgeschosse Richtung FOH irgendwie überhaupt gar nicht erklären kann... :D

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Nochmal Rider, verbessern bitte!

    • billbo
    • 10. August 2011 um 13:25

    Dann halt 'nen größeren Tourkoffer, wo noch 'ne halbe Rolle Zewa-wisch-und-weg reinpasst. Für alle Fälle... :roll:

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Nochmal Rider, verbessern bitte!

    • billbo
    • 10. August 2011 um 12:13

    Fränkie, Deine Band sollte dringend a) mehr Leute ziehen, und b) sich nach einem anderen Booker/ Tourveranstalter umsehen. :D

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Bassanteil bei Großveranstaltungen im Rock-/Metalbereich

    • billbo
    • 9. August 2011 um 22:17

    Na, frisch zurück aus Wacken? :D

    Es herrscht leider auch bei Festivalveranstaltungen dieser Größenordnung enormer Wettbewerbs - und Kostendruck. Eigentlich alles genau wie im Schützenzelt, nur die Wege sind weiter.
    Unter anderem werden gerne die Bassbananen eingespart und lediglich ein (wie auch immer gestaltetes) Horizontalarray am Boden gestackt. Das bewirkt natürlich bei solchen Dimensionen einen ungleichmäßigen Schalldruckverlauf auf Entfernung; wenn’s am 60m entfernten FOH einigermaßen passt ist vorne in Bühnennähe fast immer zu viel Bass.

    Der eigentliche Grund ist aber eher auf menschlicher Seite zu suchen. Ich spiel mal Nestbeschmutzer; hoffentlich gibt’s keine Haue: gerade bei Großveranstaltungen der etwas härteren Gangart sind häufig Bandmischer am Start, die für solche Sonderbedingungen ganz einfach nicht die nötige Routine und Erfahrung mitbringen.
    Wer als Bandmischer100 Clubveranstaltungen der 500er bis 2000er Größenordnung am Stück absolviert hat, hat sich dabei zwangsläufig an eine ganz bestimmte Arbeitsweise und an ein ganz bestimmtes Klangbild gewöhnt. Das ist normal und geht dem Noname genau so wie dem illustren Starmischer. Dann kommt das große Festival, wo alle übermotiviert sind und alles ganz besonders gut werden muss – und plötzlich funktioniert nichts mehr so, wie man es gewohnt ist und erwartet hat.
    Man ist auf einmal weit, weit weg. Die Bühne ist ein Punkt; die Backline existiert akustisch nicht. Man hat sich innerlich auf die fetteste PA des Jahres eingestellt, und es klingt im FOH 40m dünner und druckloser als vorgestern im Club. Der FOH ist 1m über Bodenhöhe und wegen Sauwetter ringsum mit Zeltplanen verkleidet. Die Zeit drängt, das Pult ist fremd, Soundcheck gibt’s sowieso nicht.
    Wer jetzt nicht abstrahieren kann und einfach nur nach Gehör so mischt wie immer, der hat verloren. Dort hinten gibt’s aufgrund der Luftdämpfung keine richtigen Höhen mehr. Die Highmids klingen 1m über dem Publikum inmitten des Zeltplanenhäuschens dagegen wie Kreissägen; unwillkürlich versucht man Druck hinzuzufügen, um die vermeintlich fehlende Balance wieder herzustellen. Die Lowmids hört man z. T. von der Delayline mit und weiß sie überhaupt nicht einzuschätzen. Für die Band sind solch große Bühnen ebenfalls ungewohnt. Sie spielt nicht so präzise wie sonst; lediglich die Bassdrum scheint wie ein Fels in der Brandung, und man mischt sie aus Verzweiflung noch lauter.
    Und schon ist die Katastrophe perfekt. Ist mir oft genug passiert; ich weiß wovon ich rede. :? :D

    Wer gut ist, verlässt so bald wie möglich den FOH und begibt sich kurz mal ins Publikum, um einen Eindruck zu bekommen, wie’s da unten klingt. Das kann ein sehr ernüchterndes Erlebnis sein. Wer richtig gut ist, hat das als einen wichtigen (den wichtigsten?)Teil seines Jobs längst während einer der Bands vorher erledigt und weiß den gehörten Unterschied und die beobachtete Schallverteilung auf dem Gelände von vornherein so gut wie möglich im Mix zu berücksichtigen. Um es klar zu sagen: es kann sein, dass man dort oben fürchterliche Dinge zusammenmischen muss, damit es unten/ weiter vorn/ im maßgeblichen Abschnitt des Publikumbereiches einigermaßen passt.
    Bei all dem zählt Erfahrung, Erfahrung, und noch mal Erfahrung; und am einfachsten ist das natürlich für den, dessen Band regelmäßig solche Größenordnungen spielt.

    Der fährt dafür dann gerne mal das nächste kleine Clubkonzert mit Vollgas an die Wand. :D

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Nochmal Rider, verbessern bitte!

    • billbo
    • 9. August 2011 um 16:27
    Zitat

    Ansonsten sorgt er mehr für mehr Ernüchterung und Ärger als die Sache wert ist.

    Und deshalb besteht der Praktiker Rider, sofern er tatsächlich technische Arbeitshilfe sein und nicht bloß als reine Egoerweiterung selbstverliebter Ton – und Lichtfuzzis herhalten soll, aus genau 2 DIN A4 – Blättern:
    - Stageplot mit Positionen, Risern, Wedges, Strom, ...
    - Channel List
    Beides bitte so groß, kontrastreich und leserlich wie möglich, damit man auch im Halbdunkeln problemlos damit arbeiten kann.
    Wer mag, darf gerne noch Textseiten dran hängen; sollte aber mit dem Gedanken leben können, dass die niemals jemand liest.

    Das Ganze kann man dem Vertragspartner im Vorfeld zukommen lassen. Gibt’s ne Rückmeldung: prima, dann lassen sich eventuelle Fragen unbürokratisch besprechen. Gibt’s keine Rückmeldung: entweder auch prima (auf der Gegenseite arbeiten Profis; okay, kriegen wir so hin, und gut). Oder gar nicht prima, weil Komödiantenstadel; dann hilft sowieso alles nichts und der Tag wird unschön verlaufen. Wer das öfter macht kennt recht schnell seine Pappenheimer und riecht Probleme schon bei bloßer Erwähnung des verdächtigen Venues.
    Die beiden DIN A4s sollte man auf jeden Fall noch mal in Papierform dabei haben, das fördert das flüssige Arbeiten auf der Baustelle. Oft ist die Antwort des Tagespersonals auf die Frage "habt Ihr eigentlich unsere Specs bekommen?" - "Nein, haben wir leider nicht" nämlich nicht einmal gelogen.

    Es geht aber tatsächlich auch völlig anders. Ein mir recht gut bekannter seriöser, erfahrener, rühriger (über)regionaler Veranstalter akzeptiert grundsätzlich überhaupt keine Rider. Der tritt von sich aus an infrage kommende Künstler heran: Jungs, in dieser Größenordnung/ dieser Halle/ diesem Club in meinem Einzugsgebiet sehe ich Euch. Hier ist die Internetseite des Venues, so sind dort die räumlichen und technischen Gegebenheiten. Ich kann Euch Garantiegage xxxxx bieten und stehe für professionelle Durchführung gerade. Überlegt Euch, ob Ihr’s machen wollt oder nicht.
    Dabei geht’s dann nicht um 'Carlos Coole Country Club Cover Combo', sondern in der Regel um echte (ehemalige? :roll: ) Weltstars, die sich mit ihren Tantiemen in Santa Monica oder Waikiki Beach langweilen und zur Abwechslung ganz gerne mal wieder auf einer ordentlichen Bühne stehen möchten; zwecks Kontaktpflege und Vertragsunterschrift fliegt der dann also auch schon mal für eine Woche zur Agentur nach New York. Rider? Was ist das?

    Und dann kann es schon mal vorkommen, dass irgendeine total wichtige Coverkapelle mit 12 Seiten Ridertext, 200 unverzichtbaren Produktnamen drin und reichlichst Krampf im Vorfeld und am Showtag einen ziemlich überflüssigen und ganz schnell wieder vergessenen Gig abliefert. Und ein ¾ Jahr später spielt auf der selben Bühne das Original – und alles läuft wunderbar entspannt und stressfrei. :D

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Nochmal Rider, verbessern bitte!

    • billbo
    • 9. August 2011 um 00:58

    Na klar mal’ ich schwarzweiß (um im Bild zu bleiben :D). Schließlich muss ich in der Praxis auch Rider schreiben und bin drauf angewiesen, dass die irgendjemand zur Kenntnis nimmt. Manchmal klappt das sogar.

    Wichtig ist mir darzustellen, dass das Malermeister Müller Paket in jeder Größenordnung erwiesenermaßen am stressfreiesten von allen funktioniert. Egal ob der Alleinunterhalter im Kombi mit zwei Ständertops drin anrückt oder AC/DC mit 40 Trailern auf Stadiontour - Prinzip ist: für das, was für meine Performance von echter Bedeutung ist, sorge ich selbst (oder von mir beauftragtes und bezahltes Personal); dann gibt’s klare Fronten und keinen Ärger.
    Klar ist auch, dass sich unter erfahrenen Vertragspartnern – sei’s die geschäftstüchtige Coverband, der abgebrühte Clubgeschäftsführer, die gewiefte Tourneeagentur, der gerade angesagte Szenestar – die Zuständigkeiten durchaus auf unterschiedliche Art und Weise verteilen lassen (und oft auch verteilt werden müssen), und die Sache am Ende trotzdem funktioniert. Die dabei zwangsläufig auftretende erhöhte Reibung ist halt die Würze des Berufsalltags. :D

    Was jedoch genau nicht funktioniert, leider aber um so häufiger genau so abläuft: wenn alle Schorschs dieser Welt sich am Sonntag Nachmittag gegenseitig die Rider abschreiben. Den Wunschzettel dann - in glücklicher Gewissheit endlich alles abgewählt zu haben, was Kosten und Arbeit bedeuten könnte - auf die Welt loslassen. Davon ausgehen, dass deshalb bereits bei der nächsten Mucke in Bauer Kunos Partyschober automatisch alles prima geregelt ist. Und dort dann, aus allen Wolken fallend, schließlich feststellen, dass es offensichtlich ganz unterschiedliche Interpretationsmöglichkeiten zu Schorschs und seines Riders Bedeutung gibt.

    Schorsch denkt: aber wir haben doch unseren Rider geschickt!
    Bauer Kuno denkt: das könnte Euch so passen!

    Lieber ein vor Ort handgekritzelter Strichmännchenplot als ein programmiertes Missverständnis.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Nochmal Rider, verbessern bitte!

    • billbo
    • 8. August 2011 um 16:42
    Zitat

    Du sprichts ja, gemeinsam mit madmax, der Band jeden Anspruch auf einem Rider vollkommen ab.

    Richtig. Den Anspruch hab ich, denn ich zahl. Die Kosten fallen in jedem Fall an.

    Dem Maler sage ich: mach mir mein Treppenhaus schön, Boden und Wände reicht - Decke musst Du nicht mit machen – Strom ist im Keller, und sage mir, was das kostet. Wird man sich einig, läuft die Geschichte anschließend von allein. Den Aufwand und die Farbe muss ich so oder so bezahlen; bringt er rot statt grün mit und bleibt anschließend mit seinem schlecht gewarteten Auto auf der Fahrt zum Lager liegen oder hat Kommunikationsschwierigkeiten mit seinem Lieferanten, ist es sein Problem. Er kann sich aber nicht bei mir beschweren, dass ich zu wenig oder die falsche Sorte Farbe besorgt habe.
    Dem Musikhandwerker sage ich: mach mir Partymucke für 500 Leutchen im Zelt, bisschen bunt, Tanzfläche schön laut - weiter als 20m muss nicht – Strom ist hinter der Bühne, und sage mir, was das kostet. Wird man sich einig, läuft die Geschichte anschließend von allein. Den Aufwand und die Anlage muss ich so oder so bezahlen; bringt er kaputtes Gerümpel mit, ist sein Sänger heiser oder hat er Kommunikationsprobleme mit dem Aushilfsgitarristen, ist es sein Problem. Er kann sich aber nicht bei mir beschweren, dass ich zu wenig Boxen mit falschen Buchstaben drauf besorgt habe.

    Bei Malermeister Maier klappt das. Der kommt mir nicht mit irgendwelchen Listen über alles was er so zum Malen zu brauchen glaubt, sondern kümmert sich – da vom Fach und mit guten Kontakten zu seinen Lieferanten – ganz selbstverständlich selber drum. Und freut sich, dass die Sache läuft.
    Beim Musikhandwerker Müller klappt das nicht. Dem ist das alles irgendwie zu lästig, er hat auch bei seinen Lieferanten noch Stress vom letzten Mal; und er versucht, all das was unangenehm ist und Arbeit macht auf andere (mich!) abzuschieben. Und wundert sich, wenn die Sache nicht so läuft, wie er sich das vorgestellt hat.
    Folglich sitzt er auf dem Sofa und jammert in Internetforen über die bösen Auftraggeber dieser Welt. Und den Job macht stattdessen Musikhandwerksmeister Schulze.

    Es ist wirklich so einfach. :)

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • steigende Preise bei Neodym - zurück zu Ferrit?

    • billbo
    • 8. August 2011 um 15:19
    Zitat

    Lauteres Signal -> Mehr Strom -> Höhere Magnetisierung -> weniger Anodenspannung

    Das war damals, falls es wirklich so war, dann aber vermutlich eher unbeabsichtigter Zufallseffekt. Und nicht vergessen: alles Class A. Anodenstrom/ - spannung war immer gleich.

    Zitat

    - Remanenz

    Bei möglichen Manipulationen von Halbwelle zu Halbwelle (oder in ähnlichern Geschwindigkeiten) war ich noch gar nicht; bisher dachte ich mehr nur so ans Grobe. :D

    Zitat

    'Schwingspulenpositionserkennung'

    Position nicht. Aber der Hub ließe sich dann aus der Wechselspannung über den 'Vorwiderstand' der Erregerwicklung ableiten.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

Anstehende Termine

  • Kombiseminar Sachkundiger für Anschlagmittel und Traversensysteme (AnschlägerPlus)

    Dienstag, 29. September 2026 – Donnerstag, 1. Oktober 2026
  • Sachkunde für Fliegende Bauten

    Dienstag, 29. September 2026 – Donnerstag, 1. Oktober 2026
  • PA-Forum Stammtisch LeatCon

    Dienstag, 6. Oktober 2026, 13:00 – 14:00
  • PA-Forum Stammtisch LeatCon

    Mittwoch, 7. Oktober 2026, 13:00 – 14:00
  • PA-Forum Stammtisch LeatCon

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