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Beiträge von billbo

  • Gitarre live "doppeln"

    • billbo
    • 7. August 2010 um 12:10

    Ist ja eigentlich nichts anderes als das, was der Klavierstimmer mit den Saiten – Triplets eines Flügels macht. Eine stimmt genau, die beiden anderen fast genau; erst dadurch erwacht das Teil wirklich zum Leben. Gut, Delay hat er nicht, und das Panning ist vorgegeben. Dafür aber für jeden Halbton ein eigenes SPX :cool:.

    Klar sein sollte aber auch, dass unterschiedliche Musikrichtungen da unterschiedliches Vorgehen erfordern. Bei der filigran gezupften Akustikgitarre ist Vorsicht geboten; lieber erst mal mit kleinen Zahlen und ganz wenig Beimischung anfangen, sonst klingt’s sehr schnell unnatürlich/ übertrieben. Robuste Rammstein – Riffs dagegen vertragen erstaunlich viel Detuning, bevor es wirklich nach ‚verstimmt‘ klingt.
    Spätestens wenn der Gitarrero sich hilfesuchend nach seinem Backliner und dessen Stimmgerät umschaut ist es aber auch dort an der Zeit sich zu fragen, was man da eigentlich gerade macht :D.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Livemitschnitte

    • billbo
    • 7. August 2010 um 11:37
    Zitat

    BTW, diese Form von Live-recording ohne Einzelspuren (sondern nur LR-Out) geht in den seltensten Fällen, sobald das PA unausgewogen und das Monitoring zu laut ist ...


    Klar, Grundbedingung für so was ist natürlich ein hochmodernes state-of-the-art – Beschallungssystem als Abhöre :lol:. Also, ich sag mal, maximal vielleicht 25 Jahre alt (okay, ein paar Komponenten sind wahrscheinlich etwas älter). Und nicht wesentlich mehr als 2000 Shows auf dem Buckel.
    Du hast also allerbeste Voraussetzungen.

  • Livemitschnitte

    • billbo
    • 7. August 2010 um 01:20

    Das klingt sogar sehr gut. (Und ohnehin habe ich schon lange einen Heidenrespekt vor den Ohren mischender Musiker.)
    Gerade deshalb darf’s ja auf gar keinen Fall aus 'nem schnöden Brot und Butter – Yammi stammen, mit ganz ohne High End Preamps und preisgekrönten Top Producer – Plugins.

    Du zerstörst Weltbilder! :D

  • Livemitschnitte

    • billbo
    • 6. August 2010 um 13:12

    @ Teddytaste: M7? Bist Du todesmutig/ verrückt, das hier rein zu stellen? Das ist doch von Y. Das kann doch gar nicht klingen; hast Du denn immer noch nicht genug hier im Forum mitgelesen?

    Wo habt Ihr das abgegriffen, oben am Summierer/ Verteiler?
    Das heißt, ich muss meiner Tourneekundschaft von nun an per Disclaimer mitteilen, dass da oben u. U. Beweismittel aufgezeichnet werden?
    Wenn ich nicht irgendwo selber ran muss höre und sehe ich mir die Konzerte dort immer im Nebenraum an; da ist es kühler und leiser, und die Theke ist auch wunderbar leer. Und man kann sehr gut mitverfolgen, ob der Kollege in der Halle alles schön im Griff hat. Oder aber ob er gerade mächtig am Schwimmen ist, weil Band-/ Soundprobleme IHN gerade richtig schön im Griff haben :lol: .

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Gitarre live "doppeln"

    • billbo
    • 5. August 2010 um 22:23

    Gitarrenkosmetik in der Live - Praxis:

    Man nehme 1x Yamaha SPX, egal welches. Beim 990er Programm ‚Good Old Pitchchange‘, bei den älteren ‚Pitch Change B‘ oder ‚C‘; allesamt ‚Dual Pitch‘ Programme.
    Nur den ‚Fine Pitch‘ benutzen, z. B. links +9, rechts –11. L + R unterschiedlich delayen, z. B. 8ms und 14ms. Mit Pitch und Delayzeiten nach Belieben experimentieren, bis das Ergebnis zusagt.
    Das Original mitttels Pan ein wenig der optischen Position der Musiker anpassen. Die Effekt Returns hart L/R gepant dazu, dort bei Bedarf beherzt Low Cut (zwecks Entmulmung) und Hi Cut (zwecks Erhaltung der Ortbarkeit) benutzen.
    Am Anfang nur so viel Effekt Return hinzufügen dass der senderbestückte Gitarrist, der - wie auch immer - beim Soundcheck den Weg von der Bühne in den Publikumsbereich gefunden hat, gerade noch NICHT sagt „meine Gitarre klingt irgendwie so komisch... ?“ (ich liebe Gigs mit soliden Bühnenabsperrungen und nur Line Check :)).

    Die Sache funktioniert auch mit jedem Eventide (H3000 o. ä.), sogar die Werte lassen sich 1:1 übernehmen. Und selbstverständlich mit jedem Yamaha Digitalpult (auch ‚Dual Pitch‘); dort muss der ‚Mode‘ Regler (was immer der so genau auch macht) zurück auf 1.

    Das Ganze ist quasi Pflicht bei drögen, schrämmeligen Einzel – E-Gitarren und guter Akustik, in der das allzu sehr auffällt. Und zwei gut zusammen spielende Bratrock – Gitarreros können auf diese Weise zur sprichwörtlichen ‚Wall of Sound‘ verschmelzen; mit Gänsehautfaktor, wenn denn tatsächlich mal alles passt.

    Mit Verwendung unterschiedlicher Mikros erreicht man (erreiche ich :roll:) nicht annähernd Ähnliches, zudem ist mir das Ergebnis immer zu sehr zufallsabhängig. Trotzdem lasse ich immer 2 (verschiedene) pro Gitarre aufbauen:
    1) Die Wahrscheinlichkeit, dass später wenigstens eins davon ordentlich positioniert ist, verdoppelt sich :lol: .
    2) Beim Sound/ Line Check habe ich die Möglichkeit, von zwei unterschiedlichen Angeboten das zu nehmen, was mir spontan besser gefällt. Und bastle mir
    3) anschließend mit dem 2. Kanal einen trockenen, durchdringenden ‚Reservesound‘, mit dem ich in jedem Fall später das eine oder andere Solo vernünftig drüber kriege, ohne am einmal gefundenen Fundament unnötig herumschrauben zu müssen.

    Viel Spaß beim Kurbeln!

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Motiviert am Job oder frustriert??

    • billbo
    • 21. Juli 2010 um 22:41

    Bei allem vermeintlichen Konsens über Motivation und/ oder Frust aufgrund unschöner Arbeitsbedingungen oder einseitiger Ausrichtung auf eben diese: bitte zum Einen nicht vergessen, dass Menschen sehr verschieden sein können. Mönch und Lebemann praktizieren völlig unterschiedliche Lebensmodelle und haben sicher auch sehr kontroverse Ansichten zum Stellenwert von ‚Arbeit‘ für ihre persönliche Zufriedenheit.
    Vor ein paar Jahren habe ich im ‚Arbeitszeiten‘ – Thread mal versucht darzulegen, dass es gerade der unstete Wechsel zwischen Extrembelastung einerseits und Leerlaufzeiten andererseits war, der mich an diesem Job fasziniert und mich dazu bewogen hat, ihn dauerhaft auszuüben. Und habe dafür postwendend ziemlich viel Haue gekriegt :D .
    Zum Anderen: Menschen gehen durch sehr verschiedene Lern – und Lebensphasen und können ihre Ansichten/ Ausrichtungen und Gewichtungen dabei im Verlauf mehrfach stark ändern. Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?

    Wenn ich mir ein mittleres oder größeres Festival anschaue weiß ich: die Jungs haben tagelang in sengender Hitze oder strömendem Dauerregen gerödelt, um das alles aufzubauen und betriebsfertig zu machen. Jetzt stehen sie von morgens 10 bis nachts um 2 als Betreuer am FOH oder auf der Bühne, an mindestens einem Tag gibt’s noch ein zünftiges Unwetter mit anschließender Nachtschicht um den Kahn wieder flott zu kriegen, und hinterher packen sie das ganze Zeug wieder in ihre Trucks, laden’s am Lager wieder aus und machen ‚Nachbereitung‘. Für eine Tages – oder Wochenpauschale, bei der ich über den Stundenlohn lieber nicht weiter nachdenke. Ich freue mich, dass ich das heute nicht mehr oder nur noch selten machen muss; habe dabei aber auch nicht das Gefühl der absoluten Zufriedenheit vergessen welches sich einstellt, wenn man einen solchen Gewaltakt innerhalb einer gut funktionierenden Crew erfolgreich über die Bühne gebracht hat. Positiver Stress erzeugt so schnell keinen Frust.

    Trotzdem geht so was nicht ewig. Spätestens wenn körperliche Grenzen erreicht sind (kommt zwangsläufig irgendwann, und zwar deutlich vor Erreichung des Rentenalters), oder sonstige Änderungen der Lebensumstände es erforderlich machen, müssen Auswege/ Alternativen gesucht und gefunden werden. Da gibt’s sicherlich wieder so viele verschiedene wie es unterschiedliche Menschen gibt; für mich ist das mehr und mehr die (mehr oder weniger feste) tontechnische Betreuung verschiedener Künstler/ Bands.

    Komme ich heute auf das gleiche Festival, sieht die Sache schon ganz anders aus. Gegen Mittag aus der klimatisierten Tourbuskoje plumpsen. Dusche suchen; anschließend mal schauen, was das Catering so zu bieten hat. Nachmittags ein Rundgang übers Festivalgelände nebst Besichtigung diverser Attraktionen; Bungee Jumping lass‘ ich aber vielleicht doch besser bleiben. Schließlich abends Drumriser mikrofonieren, ein paar abschließende Kleinigkeiten mit Stagemanager/ PA -/ Bühnencrew klären, 90 Minuten Knöpfchen drehen, Mikros wieder einsammeln – fertig :D . Bettschwere ergibt sich anschließend backstage. Wo spielen wir übermorgen? Oh, prima, ein Strandfestival am Schwarzen Meer. Voraussichtlich wohl ein paar Stunden Chaos; könnte aber durchaus schlimmer kommen.
    Zwar ist es bei weitem nicht immer so, und auch die gefühlten und tatsächlichen Tagespauschalen sind gegenüber früher inflationsbereinigt nicht gerade übermäßig gestiegen. Trotzdem empfinde ich mein (Arbeits-) Leben nicht nur in solchen Situationen als außerordentlich privilegiert. Weil der derzeitige Status nicht zuletzt auch Frucht von 30 Jahren Knüppelei ist, halten sich Gewissensbisse gegenüber den schuftenden jüngeren Kollegen dabei in Grenzen; zum ernsthaften Frust schieben besteht erst recht keinerlei Anlass.

    Ob das für den Rest des Erwerbslebens (sind immerhin noch so ca. 15 Jahre) reicht? Weiß ich nicht, wird sich zeigen. Leben heißt Veränderung.
    Ein guter (und vielbeschäftigter) Tonkollege hat vor einiger Zeit gemeinsam mit seiner Ehefrau erfolgreich diverse Friseursalons eröffnet ... :lol:

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • JBL Vintage System ergänzen??

    • billbo
    • 21. Juli 2010 um 20:43

    Schöne und interessante Beobachtungen. Vielleicht wirklich (neben nostalgischer Verbrämung) ein Grund dafür, warum die ‚Alten‘ schwärmerisch die Augen verdrehen, wenn sie vom Eindruck überwältigender Direktheit und Kraft der alten Hornanlagen zu berichten wissen, obwohl (oder weil?) diese gänzlich ohne Laufzeitkorrektur auskommen mussten.
    Speziell bei Martin Modular wird die ‚Vorverlagerung‘ des Schallentstehungsortes von unten nach oben ja sehr konsequent durchgehalten – vom Falthorn zum Rasierer zur Negerlippe zur Zitrone geht’s kontinuierlich jeweils immer einige Dezimeter/ Zentimeter weiter nach vorn Richtung Zuhörerohren.

    Und ja, sicherlich ist auch die Renaissance der Breitbänder irgendwo dort im Bereich der Impulstreue (im Sinne von 'nicht auseinandergerissen') zu suchen. Diesbezüglich mein derzeitiger Liebling: Philips AD 3700M an Telefunken Single End EL84. Klassik, Jazz, Weltmusik, Beatles, und auch AC/DC kann und darf man eigentlich mit nichts anderem hören :D; mit den Raumreflexionen kann ich leben (weil viel später und viel leiser). Im Media Markt allerdings leider schon seit längerem vergriffen.
    Dummerweise müssen wir lautstarke Großsignalübertragung machen; und dort kommen wir mit diesem Ansatz nicht weiter.

    Wenn ich mir allerdings diese

    Zitat

    http://speakerplans.com/index.php?id=myplay_0

    schöne Fotostrecke betrachte fällt mir dazu nur so viel ein:
    „Leute – erfindet, berechnet, konstruiert, baut, verkauft, vermietet, betreibt schwarze Kisten mit Lautsprechern drin! DIE Marktlücke, es gibt viel zu wenige davon! Wir werden alle reich!“

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Setup Kommunikation für Open Air

    • billbo
    • 20. Juli 2010 um 20:39

    Ja, das mit der Schnappatmung kenne ich.
    Und auch den einen oder anderen genervten Stagemanager der da so richtig Spass an derlei unnötigen Verzögerungen hat. Und mit einem freundlichen "es geht lohoos!" über die Squawk Box grüßt, während der betuliche FOHler noch am Gate für das 2. Hängetom schraubt :lol: .
    Wenn man nett ist kann man als Betreuer derweil ja wenigstens schon mal unauffällig die Gesänge auf der 2. Pultseite hochziehen ... :D

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Setup Kommunikation für Open Air

    • billbo
    • 20. Juli 2010 um 18:03
    Zitat

    So kann der FOH auch beim Umbau auf die Bühne sprechen, normal ist nämlich üblich, das dieser den Ton angibt :D


    Da sind wir ausnahmsweise mal unterschiedlicher Meinung.

    Der erfahrene Band – FOHler weiß dass es für das Endergebnis am wichtigsten ist, dass sich die Musiker (gerade auf großen Festivalbühnen ...) untereinander ausreichend hören. Deshalb hält er sich in der Hektik eines kurzen Changeover – Linechecks nach Möglichkeit zurück und überlässt das Geschehen auf der Bühne weitgehend den Backlinern und dem Monitorer – zumindest wenn er den Eindruck hat, dass es dort einigermaßen sinnvoll und zügig voran geht. Währenddessen macht er, je nach Situation über PA/ Kopfhörer/ FOH – Abhöre, unauffällig mit und meldet sich lediglich dann, wenn was schief zu gehen droht. Oder wenn etwas vergessen wird (ob die Overheads funktionieren und richtig gepatcht sind weiß ich dann doch ganz gerne schon mal VOR der Show :D).

    Und dann sind da noch die ‚Festivals‘, bei denen der FOH – Betreuer WÄHREND des Linechecks feststellt, dass ein Talkbackmikro ganz praktisch wäre. Dieses von der 50m entfernten Bühne holen muss. Anschließend viele Minuten benötigt, es übers digitale Muco vom FOH aufs Monitorpult zu patchen und dafür das ihm (und mir :? ) reichlich unbekannte Digital - FOH – Pult so lange in Beschlag nimmt, bis die Linecheckzeit fast vorüber ist (am letzten WE bei einer durchaus namhaften größeren deutschen Company genau so erlebt).
    Und wenn dann am Monitor zu allem Übel nicht gerade ein Klauston steht ... und er überdies nebenbei auch noch Patcher und Mikrofonierer in Personalunion ist:
    Grrrrmmmpfff! :(
    (zum Glück war's zu heiß zum Aufregen. Und die ausgefallene Nightliner - AC wog deutlich schlimmer) :lol:

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Allen&Heath GL2200 - Auxsterben

    • billbo
    • 8. Juli 2010 um 01:37

    Alles halb so wild.

    Aus aktuellem Anlass kleiner Reparaturbericht M7.
    Fehlerbild: nach längerem Betrieb fangen verschiedene Kanäle plötzlich an, verrückt zu spielen. Aussetzer, Störgeräusche, unvermitteltes VU – Zucken. Später lautes Krachen und Prasseln. Der Alptraum für einen 8 Wege Stereo In Ear Mix.
    Der Gastkollege hat ein Setup mit wildem kreuz und quer – Patching geladen, was die Fehlereingrenzung im ersten Moment nicht unbedingt vereinfacht. Nach dem Umsortieren wird klar: betroffen ist genau ein 16er Block; muß also etwas mit der Versorgung dessen Eingangswandlerplatinen zu tun haben. Da nur 28 Kanäle benötigt werden lässt sich der Gig mittels Umpatchen noch problemlos retten. Problemlos auch deshalb, weil eine kampferprobte britische Crew am Start ist, die unerschrocken nach Lösungen sucht, statt einen Aufstand zu machen. Hat der Monitormann eben während der Show noch ein wenig mehr geschwitzt als sonst :D.

    Anderntags in der Werkstatt ist der Fehler selbstverständlich verschwunden und lässt sich erst mit Geduld und Heißluftfön wieder provozieren. Als Übeltäter erweist sich ein Spannungsstabi (einer von unglaublich vielen), der aus hochstabilen 5V hochstabile 3,3V macht, bzw. nach einer Weile ‚Vorheizzeit‘ eben leider nicht mehr macht. Gibt’s in der Ausführung auch nicht beim Elektronikshop um die Ecke, sondern muss bestellt werden.

    3 Erkenntnisse für mich:
    - Auch im Digitalzeitalter kommt man manchmal durchaus noch mit der guten alten Methode ‚Fön, feuchter Finger, Kältespray, hier und da mal ein bisschen rumprockeln‘ zum Ziel. Ganz ohne Schaltbild, und auch ganz ohne Ahnung von speziellen Finessen der Digitalpulttechnik.
    - Zumindest Yamaha verfolgt offenbar konsequent die Philosophie des dezentralen Netzteils. Zwar gibt es eine gemeinsame 24V – Versorgung; alles Weitere passiert aber für jede Baugruppe gesondert in unmittelbarer Nähe der Verbraucher. Das ist aufwendig, gibt aber Anlass zur Hoffnung, dass nicht jeder banale Elektronikfehler gleich zwingend einen Totalausfall zur Folge haben muss.
    - Löterei auf bleifreien SMD – Platinen ohne geeignetes Werkzeug ist absoluter Mist und nichts für schwache Nerven :lol:. Patient erfreut sich aber trotzdem wieder bester Gesundheit.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Nicht nachvollziehbarer Effekt am Elcer SmacPro40

    • billbo
    • 7. Juli 2010 um 20:24

    Ist das ein ganz normales analoges Kleinmischpult?
    Wenn ja: Masseverbindung von Fader Kanal 4 ab oder (zeitweise) hochohmig.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • VA mit vielen Katastrophen - Nachlese und einige Fragen

    • billbo
    • 7. Juli 2010 um 13:34
    Zitat

    Ich würde ihm raten, ausreichend lange Stichsägeblätter mitzunehmen. :lol:


    :D

    "Die müsste ich aber dazu mieten. Und dafür gibts leider kein Budget, ich will ja nicht drauflegen. Wie soll ich es also anstellen, damit es auch ohne irgendwie funktioniert? Absagen will ich die Sache nicht mehr..."

  • VA mit vielen Katastrophen - Nachlese und einige Fragen

    • billbo
    • 7. Juli 2010 um 13:08
    Zitat

    ... dass es halt auch seine gründe hat, warum eine ausbildung zu fachkraft für veranstaltungstechnik im regelfall 3 jahre dauert und auch viele theoretische grundlagen vermittelt, (bzw. vermitteln sollte) die einem dann auch die problemfindung und -lösung in der praxis erleichtern...


    ... und bis diese Problemfindung und – lösung in der Praxis dann auch tatsächlich funktioniert, braucht's mindestens noch mal 10 Jahre Real Life - Erfahrung. Wohlgemerkt: auf der Bühne, nicht im Internet.
    Und auch nach 20 oder 30 Jahren gibts immer wieder mal Situationen, für die die Lösung „jetzt bloß nichts anmerken lassen :roll:“ heißt. Mit 'ein Overhead weg lassen' hast Du da auf jeden Fall schon mal den richtigen Ansatz gewählt.

    Chippi, wenn ich diesen anderen Thread richtig in Erinnerung habe bist Du Schreiner oder Tischler. Wenn in einem Schreiner - oder Tischlerforum jemand ein Thema eröffnen würde „ich habe eine Stichsäge und bastle seit 20 Jahren hin und wieder ein bisschen mit Holz. Fürs kommende Wochenende habe ich meinem Kumpel versprochen, ihm einen neuen Dachstuhl zu bauen. Was sollte ich nach Eurer Meinung beachten?“ - welchen Rat würdest Du geben?

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • nur Eines hasse ich......

    • billbo
    • 28. Juni 2010 um 10:27
    Zitat

    Aber daß Musiker nach dem Job zum Veranstalter gehen und kassieren ist doch normal...
    Gut, bei größeren Produktionen macht das dann der Tourmanager.

    Nein. Das wäre grober Leichtsinn. :D
    Abgerechnet wird selbstverständlich VOR dem Gig. Auch wenn das bedeutet, dass das Intro noch einige Minuten warten muss ...

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Wechselwirkung zwischen Mikro und Lautsprecher

    • billbo
    • 25. Juni 2010 um 00:12

    Bitte bedenken: hier ging es ursprünglich ausschließlich um die Sondersituation ‚extreme Nahmikrofonierung‘. Hier wird das mikrofonierte Objekt (die Lippen des Sängers oder auch das Fell der Snare) durch direkten Kontakt zum Mikro mit seiner vergleichsweise großen Oberfläche zu einem Teil desselben und zerstört nachhaltig und auf äußerst unkontrollierbare Weise jede Richtcharakteristik. Die Rückwärtsdämpfung im Polardiagramm eines Nierenmikrofons sähe sehr interessant aus, wenn während des Messvorgangs jemand einen Suppenteller von vorne gegen den Korb drücken würde.

    Zitat

    Bei sehr starren Bedingungen, wie z.B. Mikro auf Stativ mit erhöhtem Abstand vor z.B. Konzertgitarre. Ist aus meiner Erfahrung die Richtcharakteristik extrem maßgeblich. Hier ist z.B. ein Kugelmikrofon praktisch unbrauchbar und zwar so meilenweit vor einer anderen Lösung, daß der Unterschied für mich völlig außer Zweifel steht.

    Das ist nun natürlich gerade ein ungeschicktes Beispiel. Wenn die Akustikgitarre koppelt ist dies in aller Regel entweder begründet in der Korpusresonanz (im Grundtonbereich) oder in Reflektionen von der schallharten Decke (bei höheren Frequenzen). Beides hat genau wieder mehr mit den Eigenschaften des mikrofonierten Objekts zu tun als mit denen des Mikrofons; weshalb eine Kugel (oder auch Gumas Variable D) an dieser Stelle durchaus besser funktionieren kann als eine ‚konventionelle‘ Niere oder Superniere.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Wechselwirkung zwischen Mikro und Lautsprecher

    • billbo
    • 24. Juni 2010 um 15:12
    Zitat

    erst als ich ihnen erklärte, das ihre neuen supernierenmikros für den zweck nicht die erste wahl sind ...

    Moderner Aberglaube :D.
    Die Schamanen von heute schreiben technische Verkaufsprospekte, und statt mit Werfen von Fingerknochen der Vorfahren beeindrucken sie ihre Anhänger mit Malen von Polardiagrammen.

    Wann die Kette Wandler – Verstärker – Wandler ins Schwingen gerät entscheidet die Gesamtverstärkung des Systems.
    Im (annähernd) reflektionsfreien Messraum und bei angenommener völliger Linearität und Dimensionslosigkeit des 2. Wandlers ist die Rückwärts-/ Seitwärtsdämpfung des Messobjekts dafür die entscheidende Größe.
    Wenn ich open air eine 2m entfernte punktförmige Schallquelle übertragen möchte ist sie eine entscheidende Größe.
    Wenn auf einer 10m x 6m Bühne mit Wänden und Dach ein Sänger damit hin – und her turnt und dabei aus 5mm Abstand und wechselnden Winkeln in Richtung Kapsel singt ist sie eine vernachlässigbare Größe. Denn:

    - Die Entfernungen 'Nutzschallquelle' – Wandler und 'Störschallquelle' – Wandler unterscheiden sich um den Faktor 100, 200, oder noch viel mehr.
    - Das 'Störsignal' kommt nicht allein vom 2. Wandler, sondern auch von Wänden, Decke, Sidefills, Kollegenwedges, usw. und überlagert sich dabei auf vielfältige konstruktive und destruktive Weise. Wenn's all zu konstruktiv wird entstehen dabei unschöne destruktive Geräusche :D.
    - Noch viel schlimmer ist das zwangsläufige 'Spiel mit Bande'. Das, was per Rückwärtsdämpfung ausgeblendet wird, gelangt per Reflektion von Brille, Nase, Haut, Zähnen, Hutkrempe, ... des Sängers nahezu ungehindert eben doch zur Membrane. Das auch noch völlig unvorhersehbar und sehr schmalbandig – frequenzselektiv.
    - Zu allem Überfluss kämpfen wir auch noch mit wahren Resonanzräumen (die hohle Hand, der Mundraum des Sängers).

    Unterschiedliche Laborraum - Richtcharakteristiken sind in diesem Chaos nahezu bedeutungslos.

    Denksportaufgabe: warum können wir ein sorgfältig zu den Wedges auf einem Stativ positioniertes Richtmikrofon in aller Ruhe sehr weit aufdrehen („einpfeifen“ :? ), ohne dass etwas Schlimmes passiert – und wenn dann bei gleichem Gain ein Sänger/ Redner ans Mikro tritt koppelt es sofort?

    Ich fürchte, GUMA wird diese Diskussion ausgliedern müssen, damit es ihm seinen Thread nicht vollends zerschreddert. :D

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Variable D, marketing als Tod des engineering ?

    • billbo
    • 22. Juni 2010 um 14:48

    Hm, danke. Ist halt ein Highlight aus der Zeit in der man sich ausmalte, wie das alles erst mal sein würde, wenn man dann demnächst endlich zu den ganz Großen gehören wird :D. Da hängt das Herz schon ein wenig dran.

    Zum Filmchen: ich denke es war damals eben ziemlich egal ob Beschallung oder 'nur' Aufzeichnung. Wenn Live, dann riesengroß, und die paar Rutschen/ Hornstacks richtig weit weg. Die Zeit von 2x12“/2“ biamped - Keilhalbkreisen in 1m Entfernung zum Mikro kam deutlich später. Für Frau J. auf jeden Fall zu spät.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Variable D, marketing als Tod des engineering ?

    • billbo
    • 22. Juni 2010 um 13:24

    Bissl OT:
    man berichtete mir gerade von einer jungen Karlsruher Band nebst väterlichem FOHler mit Doktortitel in den besten Jahren und seinem PL6 (660?) Gitarrenmic. Sind das jetzt Deine Fingerabdrücke auf meinem heiligen altehrwürdigen XL3 (was 'Manni' und Co damit treiben krieg' ich nicht immer unbedingt so genau mit)?

    Und Janis Joplin hat NIE Playback gesungen, auch in dem Video nicht. Das 'Zauberwort' damals hieß ganz einfach 'kein Bühnenmonitoring' :-D.
    (Die Richtcharakteristik von Gesangsmikros in Extremnahanwendung ist eh fast völlig wurscht, das schreib' ich hier seit Jahren vergeblich. Trotzdem fragt alle 2 Tage wieder einer nach einem „rückkopplungsarmen Gesangsmikro“. So viel zur Macht des Marketing.)

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Digitalpult-Verwaltung im Festivalbetrieb

    • billbo
    • 21. Juni 2010 um 14:38
    Zitat

    DA passen die Inputs zum Pultfile.

    Da passen sie vor allem für beide Pulte. Meistens.
    Aber auch nicht immer. Nämlich z. B. gerade gestern nicht. Da brauchte der Monitorer genau seinen Patch (der 1:1 der aktuellen Channel List entsprach) – und der FOHler, da File schon etwas älter und mit vielen Spezialitäten angereichert, einen völlig anderen. Der hat sich's dann am FOH selbst passend gerichtet – und zwar hardwired, weil er da schneller und fehlerfreier war als per Maus und Keyboard.
    Es ist schon so wie Klaus und Kai das schreiben: es wird keinen Standard geben; Standard ist, dass für jede Situation eine andere Lösung die richtige sein kann.

    Zitat

    Und dann gibt es auch noch die Liga, die denkt alles im Griff zu haben.
    Die sind die gefährlichsten.

    Genau so ist das. Profi ist nicht der, der sowieso alles kann und weiß und daher stumpf auf seiner Vorgehensweise beharrt. Der Profi weiß sich aber in jeder Situation zu helfen und findet eine praktikable Lösung. Und die kann auch schon mal so aussehen: „Ups, mit dieser Schüssel habe ich so überhaupt gar keine Erfahrung. Kannst Du mir bitte dies und das und jenes eben vorbereiten; ich höre auf der Bühne dann mal kurz rein und übernehme anschließend von Dir“.
    Running Order eingehalten. Stress vermieden, Musiker zufrieden. Ab ins Catering.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Digitalpult-Verwaltung im Festivalbetrieb

    • billbo
    • 21. Juni 2010 um 00:50

    Gute Beobachtung. Dabei aber nicht übersehen dass die Einführung dieser Teile in Deutschland etwas anders vonstatten ging als anderswo auf der Welt (ich hatte das Glück, in den letzten Jahren häufig auch mal etwas weiter weg arbeiten zu können, und konnte dabei ganz gut vergleichen).
    In der hiesigen, relativ ‚reichen‘ Szene waren alle gerade eigentlich bestens mit PM4000, Heritage und Co ausgestattet, als es dann plötzlich digital werden sollte; dementsprechend zögerlich gestaltete sich (und gestaltet sich z. T. ja noch!) der Wechsel. In anderen Teilen der Welt (Südeuropa, Asien, Südamerika, ...) ging das abrupter (in USA war ich ewig nicht und kann dort nicht mitreden; ich hab’s als sehr kontrastreich :D in Erinnerung). Wo es gestern noch überhaupt nichts gab oder nur absoluten Schrott waren und sind die Dinger auf einmal Standard in jedem zweiten Nachtclub; oftmals bedient und verwaltet von reichlich überfordertem Hauspersonal. Zumindest die Leute die überall unterwegs sind hatten also früh die Gelegenheit - und auch allen Grund dazu - sich zwecks Schadensbegrenzung und Stressersparnis ausgiebig mit Mixfiles und Co zu beschäftigen.
    Taten sie aber nicht, und tun viele bis heute nicht. Da musste erst die nächste Generation der traditionell technikverliebten deutschsprachigen Liveszene die Möglichkeiten von M7 und LS9 entdecken, ihre Laptops andocken, und anschließend voll innerer Überzeugung verkünden, dass es ohne ja eigentlich überhaupt niemals funktionieren konnte. Und stellt nun mitunter fest, dass die Sache mit rasant zunehmender Menge verschiedener digitaler Livepult – und Speicherkonzepte nicht unbedingt einfacher und übersichtlicher wird.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

    (der gerade mit breitem Grinsen von einem ‚Paul Carrack‘ Konzert nach Hause kommt. Dessen englischer Mischer, ein schmächtiges, unscheinbares Hornbrillenmännchen aus dem erweiterten Genesis – Umfeld
    - sich nachdenklich und am Kopf kratzend hinter einen PM5 begiebt,
    - aus seiner FOH – Plastiktüte zu meinem großen Erstaunen („do you think this will work here?“) eine PCMCIA – Karte hervorkramt. Welch seltener Moment ...,
    - trotzdem zunächst irgendwie den Eindruck erweckt als würde er nicht wirklich was Gescheites auf den Pin kriegen,
    - und anschließend einen absoluten Sahnesound aus dem Ärmel schüttelt, an dem nichts, aber auch wirklich nicht die geringste Kleinigkeit, zu bemäkeln ist. Geht also doch! :D

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