Und die dreisteste Gitarristenlüge:
„Ich habe mich zur Show nicht lauter gedreht. Und die Fransenlederjacke da vorne gehört mir nicht.“
Und die dreisteste Gitarristenlüge:
„Ich habe mich zur Show nicht lauter gedreht. Und die Fransenlederjacke da vorne gehört mir nicht.“
Was Musiker auf der Bühne denken.
Der Gitarrist:
War DAS ein geiles Solo! Und KEINER klatscht! Kein Wunder, niemand da draußen hört mich. Niemand! Ich spiel mir hier den A...h ab, und der Drecksack da vorne am Mischpult dreht mich eiskalt runter. Hurensohn! Das war’s. Diesmal erschlag‘ ich ihn direkt nach der Show. Endgültig.
Der Sänger:
Boah, die kleine süsse Blonde da vorne! Und die daneben, ist das ihre Freundin? Wie die mich ansieht. Das Luder ist reif nachher. Die hat schon verloren. Ach was – beide! Wo ist eigentlich der Tourmanager? Beim nächsten Solo sag ich ihm dass er da was klar machen soll. Hoffentlich versemmelt der das diesmal nicht schon wieder.
Der Keyboarder:
Mann, ist mein Sound heute wieder obergenial! Einfach göttlich! Wow, was für ein Teppich! Wo ist das Volume Pedal? Da muss doch noch was gehen. Und gleich erst, wenn auch noch ‚Giant Philadelphia String Ensemble‘ dazu kommt. Hammer! Ich hab ja jetzt schon Gänsehaut! Was wär‘ das alles hier bloß ohne mich?
Der Schlagzeuger:
Wenn ich die beiden Chinas da rechts außen ein klein wenig auseinander schiebe passt doch bestimmt noch das neue siebzehner ‚Extreme Sizzle Crash‘ dazwischen. Und da drunter noch das fette ‚Power Bell Ultra‘ mit noch zwei ‚Heavy Ping Splash‘ daneben. Wo spielen wir morgen? Hoffentlich gibt’s da einen anständigen Schlagzeugladen.
Der Bassist:
AA – AA – AA – AA, DD – DD – AA – AA, D(mist!)EE – DD – AA – AA.
Puh, noch mal:
AA – AA – AA – AA, ....
Was sagt der Rockmusiker, wenn er einen Jazzmusiker trifft?
"Zum Flughafen bitte, ich hab's etwas eilig. Und Vorsicht mit dem Gepäck, da sind Instrumente dabei".
:roll: Nein. Der Kopfhörerausgang muss Strom liefern können. Der Lineausgang (so gut wie) überhaupt nicht.
Zitatalso erstmal kommt aus dem Kopfhörerausgang natürlich bei voller Lautstärke sehr viel mehr Pegel raus, als aus einem Lineausgang.
Nein, der ist bei beiden gleich und ausschließlich abhängig von der Versorgungsspannung. Also bei ‚konventioneller‘ NF – Elektronik ca. +/- 17Vss abzgl. knapp 2V Arbeitsreserve für die Halbleiter; vorausgesetzt, der Lineausgang ist symmetrisch und der Kopfhörerverstärker arbeitet mit einer Gegentaktendstufe. Bei I-Pod & Co ist das wegen der Spannungsversorgung natürlich wesentlich weniger.
Wohl bietet der Kopfhörerweg in der Regel nicht nur die Möglichkeit der Pegelabsenkung, sondern auch die einer zusätzlichen Verstärkung; das ändert aber nichts am max. möglichen Ausgangspegel.
Allerdings kann er, da niederohmiger ausgelegt, wesentlich mehr Strom liefern (gilt auch nicht immer uneingeschränkt; so manche Linedriverschaltung in hochwertigem Audioequipment kann das ebenfalls).
Fazit: ein Kopfhörerausgang kann ohne klangliche Einschränkungen als Lineausgang genutzt werden (Symmetriefragen mal ausgeklammert). Umgekehrt geht’s nicht – denn da verlassen wir den Bereich der Spannungsanpassung.
Mit freundlichem Gruß
BillBo
ZitatSatire
Satire/ Sarkasmus ja. Aber schon auch mit ernsthaftem Hintergedanken.
Ich find's erstaunlich und deshalb durchaus einer Bemerkung wert, mit welchem Automatismus und welcher Selbstverständlichkeit auch heute noch die Grundhaltung/ Attitüde „für uns gilt das alles nicht oder nur bedingt, schließlich sind wir .......“ (passende Religionszugehörigkeit bitte selbst nachtragen) in die Köpfe der nächsten Generation implementiert wird.
Ist aber, zugegeben, sicherlich das falsche Forum dafür. Mindestens genau so falsch wie in einem Religions -/ Philosophieforum über behördliche/ gesetzliche Vorgaben zur Veranstaltungssicherheit zu diskutieren.
Und selbstverständlich wird auch keineswegs alles immer schlechter. Allein die Tatsache dass solche Fragen hier von persönlich Involvierten ernsthaft aufgeworfen werden ist sehr erfreulich.
Mit freundlichem Gruß
BillBo
(der sich in jungen Jahren eher unfreiwillig selbst mal für einige Zeit im Dunstkreis eines Religionszirkels mit Anspruch auf Besitz der alleinigen, allumfassenden Wahrheit bewegte)
Zitat"Absperrgitter vor der Bühne und beim Einlass? Das sind doch alles Christen wie wir!" ... Da wird mir ganz anders.
Verwundert?
Das Grundprinzip von Religion (zumindest sofern es sich um eine Spielart der auf dem Monotheismus mit Ursprung Mittelmeerraum basierenden handelt) ist es, Menschen in gut = folgsam und gefügig (Auserwählte, Gläubige, Gerechte, Brüder) und weniger gut = potentiell renitent und aufsässig (Ungläubige, Sünder, Goys, Giaurs) zu unterteilen. Dieses gesellschaftliche Erfolgsmodell hat die Welt erobert und funktioniert bis heute. Steht täglich in der Zeitung.
Selbstverständlich unterliegen Stellvertreter Gottes keiner VstättV. Für Auserwählte gelten keine profanen weltlichen Regeln oder Vorschriften. Die sind was für den Rest.
Mit freundlichem Gruß
BillBo
ZitatUnd jetzt steinigt mich!
Darf ich ein ganz kleines Sandkörnchen? Ist ja gerade windstill.
Weil es das Schicksal so wollte war ich letztes Jahr in Wacken. U. a. sogar als Aktiver auf diesem komischen kleinen Podest etwa 50m mitten vor den beiden Bühnen; dort zum Glück nachts um 23:00, als die Orkanböen des Tagessturms sich weitestgehend gelegt hatten. Und um diese Zeit laufen dann auch alle 4 Lines für die gerade performende Band :-D.
Ich bescheinige den Kollegen noch heute sehr gerne, dass das Setup dort (96 x ‚J‘ - okay, incl. Delay Lines) ganz hervorragend gespielt hat; es war ein echtes Vergnügen dort zu mischen. Das obwohl ich nicht mal ein ausgesprochener D+B – Fan bin (‚Q‘ z. B. finde ich ziemlich grausig, zumindest wenn’s drum geht darüber Männerrock mischen zu müssen); auch andere Mütter haben schöne Töchter, und die müssen auch keinesfalls immer quer untereinander hängen.
Wacken 09: pfiffiges Konzept, gelungener Aufbau und Reserven satt – so macht das Spaß. Am Ende seiner Leistungsfähigkeit war da rein gar nichts.
Bei heftigem, böigem Wind funktioniert überhaupt keine Außenbeschallung in großem Rahmen mehr akzeptabel. Mein Aha – Erlebnis war vor vielen Jahren eine Nachmittagsshow in Roskilde, ebenfalls bekannt für allerlei Tagesluftbewegung auf dem Platz vor der Bühne. Dort hingen ca. 60 ‚Flashlight‘ – und klangen am FOH wie ein Kofferradio, welches jemand am Arm hin und her schlenkert und dabei versehentlich immer wieder ein – und ausschaltet. So viel zur Sturmperformance ‚konventioneller‘ Systeme, auch wenn sie damals noch blau statt lila waren. Und ich war klein und dumm und engagiert und unerfahren und dachte, da sei etwas kaputt oder man wolle uns absichtlich nieder machen, und habe mich lauthals beim örtlichen Personal beschwert.
Zur Strafe gab’s für uns dann leider keine Dinnertickets. Die waren wohl verlorengegangen.
Speziell auf Festivals à la Wacken kommt eben diese Kleinigkeit oft noch hinzu: nicht alle Bandmischer die da – vor Allem tagsüber – mal ein wenig großes Kino spielen dürfen sind erfahren genug, die Problematik einer solchen Situation korrekt erfassen, geschweige denn bestmöglich mit ihr umgehen zu können. Wenn’s bei den ersten roten Lampen noch nach ‚vom Winde verweht‘ klingt ist noch mehr rot auch nicht die Lösung...
Frontplatzbetreuung ist dann häufig in allererster Linie Schadensbegrenzung.
Open Air bei Windstärke 8 ist Mist.
Mit freundlichem Gruß
BillBo
Weiß ich noch nicht. Ist eines der Wochenenden wo es sich eigentlich verbietet, ‚mal eben‘ alles stehen und liegen zu lassen und ein bisschen mischen zu fahren.
Andererseits: das hat ja auch einen gewissen Charme. So Jungs. Macht ab jetzt mal schön alleine weiter. Ihr wisst ja, ich habe leider andere Verpflichtungen. (Nämlich dort hin zu fahren, wo ein schönes Buffet bereit steht und andere schon die viele unangenehme Arbeit erledigt haben).
Ich glaub‘ ich bin dabei :D.
Mit freundlichem Gruß
BillBo
Unterwegs als Monitorer mit einer halbwegs renommierten Truppe aus dem Bereich Hardrock/ Powermetal und Co.; einer meiner Lieblingsjobs. Der Gig ist nicht so besonders prickelnd: Venue, Buehne, Catering, Publikumsresonanz - nichts dabei was geeignet waere uebermaessig zu inspirieren. Ueberdies ist es der ca. 40. Tourtag; die Stimmung unter Musikern und Crew ist, sagen wir mal, der Tagessituation angemessen.
Waehrend der Show 2x Stromausfall am Monitorplatz (aergerlich: Ausloeser ist die Pult - USV; genau das Teil, was solches eigentlich unter allen Umstaenden verhindern soll :?). In Ear, Wedges, Side Fills - alles weg.
Grosses Actionkino neben und hinter der Buehne. Die Musiker sind alte Hasen; die Band rueckt auf der Buehne etwas naeher zusammen und spielt einfach weiter. Nach einigen Sekunden ist das Problem geloest und das Pult faehrt wieder hoch.
Lakonischer Kommentar des (als ausgesprochen umgaenglich und kollegial bekannten) Frontmanns/ Saengers/ Gitarristen der Band: "Ich war ganz froh als das alles weg war - da musste ich mir endlich nicht mehr beim Singen zuhoeren".
Ob ich mir bzgl. eines meiner Lieblingsjobs so langsam mal Gedanken machen sollte? :roll:
Mit freundlichem Gruss
BillBo
Der Eine oder Andere macht sich ja vielleicht noch etwas romantische Vorstellungen darueber, wie die "Vertrgsverhandlungen" zwischen Agentur und Oertlichen in der Region 50 - 500 Zahlende so aussehen. Es ist da naemlich keineswegs so, dass die Veranstalter den Agenturen wie verrueckt die Bude einrennen...
A(gentur): Du, wir planen da was mit XYZ. Koenntest Du Dir vorstellen, dass das bei Euch ein Thema sein koennte?
V(eranstalter): och noe, nicht schon wieder! War doch letztes Mal schon eine Beinahe - Katstrophe. Das zieht doch wirklich nichts mehr vom Teller. Und an dem Termin ist sowieso schon mal ganz schlecht.
A: da taeuscht Du Dich vielleicht. Wir planen da was mit Mtv, das sieht ganz gut aus. Und in Skandinavien laueft das gerade wie verrueckt.
V: das nuetz mir hier gar nichts. Lass mal ...
A: aber Du weisst schon, dass wir im Herbst auch ABC machen, und dass das unter Garantie ne "ausverkauft" Nummer wird?
V: na gut, ich denk mal drueber nach. Aber wenn
ueberhaupt, dann hoechsten 50/50 und der Rest Hausstandard wie bekannt.
A: nee, ganz ohne Garantie geht natuerlich nicht. Sagen wir 3000 und 70/30 ab Breakeven?
V: Du spinnst wohl! 2000 fest, und ab 4000 brutto 50/50 vom Rest. Aber dann bleib mir bloss weg mit irgendwelchem Riderquatsch und sonstigem Firlefanz. Das geht dann hoechstens als absolute Sparnummer, sonst lass' ich's lieber ganz.
A: klar, kein Thema, gebongt. Die Jungs sind Realisten und kommen schon irgendwie zurecht. Sieh halt zu, dass Kaffee am Start ist und ein paar Broetchen, passt schon. Den Rest mach einfach wie Du denkst.
V: okay, so machen wir's. Aber wenn die Sache ueberhaupt nicht laeuft sag ich das Ding wieder ab.
Von all dem kriegen die Kuenstler wenig und die Crew ueberhaupt nichts mit. Und die Agentur ist heilfroh, dass der uebersichtliche Tourplan wenigstens EINE Luecke weniger hat. Schliesslich gibt's da noch reichlich aehnliche Baustellen - und nicht alle Partner sind so gutmuetig und lassen sich so einfach bequatschen.
Auf eine erfolreiche Veranstaltung!
Mit freundlichem Gruss
BillBo
A: nee, ganz ohne Garantie geht nicht.
@ mringhoff: darf ich kurz mal Dein Vertragspartner sein :D?
- daß man schon mal vorgewarnt ist und auf besondere Punkte nochmal extra hinweisen kann/muss
„Ihr könnt hier von mir aus spielen, wenn Ihr unbedingt wollt. Oder lasst es bleiben. Müsst IHR wissen.“
- daß man sich ums Catering selber kümmern sollte
„Prima. Im Dressingroom steht ne Mikrowelle. Da blitzt es manchmal ein bisschen drin, aber im Prinzip geht die noch.“
- daß man als Techniker - notfalls umsonst - das ein oder andere Equipment selber mitbringt, damit der Abend schöner verläuft...
„Klar, kein Problem. Einen Haustechniker braucht Ihr dann ja nicht, oder?“
- daß man im Vorfeld in den Vertragsverhandlungen einen Aufpreis hierfür einkalkuliert
„Wat? 50/50 oder gar nicht. Über Hotel können wir vielleicht noch reden ...“
- daß man Vertragsstrafen für fehlendes (wichtiges) Equipment oder Personal einbaut und dieses als Kaution vorab verlangt
„Kaution. Aha. Hier ist der Umschlag mit der Gage. Da sind die Hotelzimmerschlüssel. Beides kriegst Du, wenn Ihr Euren Kram heute Abend wieder eingepackt habt. Und jetzt macht Musik!“
- daß man sich vor Vertragsschluss sich vielleicht doch nach anderen Locations umsieht
„Mein Schwager hat da so ne Scheune, da ist jedes Frühjahr und jeden Herbst Tanztee. Soll ich den mal fragen?“
Und Du wirst trotzdem spielen, wenn ein Dayoff stattdessen zu teuer würde.
Mit freundlichem Gruß
BillBo
ZitatLustig war auch das die Russen die Masse immer gerne auf + gelegt haben. Beim Anfassen von vermeintlich ungefährlich teilen wusste man Bescheid
Fernseher hatten zu dieser Zeit für gewöhnlich keinen Netztrafo verbaut. Und manche Radios (Allströmer) auch nicht. Ob das Chassis auf dem Nullleiter oder der Phase lag hing allein davon ab, wie herum der Netzstecker in der Dose steckte. Nicht nur bei den Russen.
Für manch einen Gitarristen dieser Zeit, der seine ersten Verstärker aus altem Radiokram selbst zusammengebastelt hatte, war daher der Griff zum Phasenprüfer damals vor jedem Gig eine lebensnotwendige Selbstverständlichkeit.
Mit freundlichem Gruß
BillBo
ZitatTeilhabe am Mißerfolg des Unternehmens haben die Arbeitnehmer doch schon jetzt, oder etwa nicht?
Bedingt. Werde ich als Arbeitnehmer ‚aus betrieblichen Gründen‘ (heißt: der Laden läuft nicht und kann sich mich nicht mehr leisten) entlassen, bekomme ich eine Abfindung, im Falle einer Kündigungsschutzklage Lohnfortzahlung, anschließend für eine befristete Zeit Arbeitslosengeld, und schließlich Hartz 4. Alles wichtige soziale Errungenschaften, keine Frage.
Passiert mir als Gewerbetreibender – sei es als selbständiger Handwerksmeister, als Ebayshopbetreiber oder als freelancender PA Tech - gleiches (der Laden läuft nicht), gibt’s gleich H4. Zuzüglich Privatinsolvenz, sollte ich für finanzielle Spätfolgen meiner erfolglosen Tätigkeit persönlich haftbar sein.
Das ist schon ein erheblicher qualitativer Unterschied.
ZitatDamit könnte man elegant versuchen zu vertuschen, daß D in der Reihe der Länder, nach Einkommen sortiert, von einem der vordersten Plätze auf "ferner liefen" abgerutscht ist.
Klare Sache: ein Ausgleich zwischen reich = oben und arm = unten bedeutet in einer endlichen Welt auch, dass 'oben' anschließend ein bisschen weiter unten sein wird als vorher.
ZitatNun, wenn es denn so einfach wäre... versuche es mal, durch Arbeit und Leistung in einem großen Unternehmen nach oben zu krabbeln. Dort, wo man was ändern kann, kommt man nicht durch Arbeit hin, sondern durch Herkunft und/oder Beziehungen...
... ist, mit Verlaub, ein Allgemeinplatz. Meine persönliche Erfahrung sagt mir: das Krabbeln (in einem größeren Unternehmen) war/ ist nicht mein Ding, habe ich lernen müssen. Das selbständige Arbeiten in Eigenverantwortung funktioniert zufriedenstellend bis gut, gelegentliche Durststrecken inclusive.
Andere haben andere Erfahrungen. Ich kenne formidabel verdienende Ingenieure, die bekommen ihr Gehalt nicht deshalb, weil sie Fräulein Siemens geheiratet haben. Sondern weil sie a) gelernt haben, sich in Hierarchien zurecht zu finden, und b) eine Leistung erbringen, die ihrem Arbeitgeber offensichtlich dieses Geld wert ist.
ZitatDie gesellschaftliche Umwälzung, die gerade passiert, kann ich ehrlich gesagt nicht als Demokratisierung empfinden. Demokratie bedeutet, daß das Volk der Souverän ist -und jetzt schau Dich mal um, ist es das wirklich?
Ja. Es ist aufgerufen, seine politische Führung in regelmäßigen Abständen abzustrafen oder wieder zu wählen, zumindest in diesem Teil der Welt. Und darüber hinaus gehendes politisches oder gesellschaftliches Engagement jedes Einzelnen ist ausdrücklich erwünscht.
Was mich bzgl. 'Demokratisierung weltweit‘ optimistisch in die Zukunft blicken lässt: Grundvoraussetzung dafür ist Information bzw. freier Zugang dazu, für jedermann. Auf diesem Gebiet haben wir mit Erfindung des www. innerhalb weniger Jahre unglaubliche Fortschritte erzielt. Internetcafes gibt’s inzwischen selbst in entlegenen afrikanischen Dörfern, und auch die Söhne und Töchter islamistischer Hassprediger, evangelikaler Kreationisten, totalitärer Stammesdespoten und altkommunistischer Hardliner werden sich auf diesem Weg früher oder später ihre eigenes Weltbild verschaffen. Vor kaum 20, 30 Jahren war eine solche Vorstellung noch undenkbar; noch ein paar Jahrzehnte früher haben unsere Vorfahren hier, in diesem Land, bewiesen, welches Unheil das Gegenteil freien Informationszugangs - die Beherrschung und Gleichschaltung aller verfügbaren Medien (damals: Zeitung, Kino, Rundfunk, PA Anlagen :D) durch Wenige - zur Folge haben kann.
Trotz gelegentlicher Rückschläge (Google China) – dieser Weg ist nicht umkehrbar. Aber wohl noch lang.
Die Gedanken sind erst dann wirklich frei, wenn ich sie jederzeit mit irgendjemandem irgendwo auf der Welt teilen kann. Kann, nicht muß.
Amen ![]()
Mit freundlichem Gruß
BillBo
ZitatDann ist doch endlich das erreicht, was man scheinbar hier will:
Wer ist ‚man‘?
Zitatdaß das "Humankapital" (die Tagelöhner) draußen vor der Fabrik lungert, nach Belieben gemietet / gefeuert werden und man ihnen als täglichen Lohn zum Fressen eine Handvoll Reis aus dem Fenster der Verwaltung zuwirft, um die sie sich balgen dürfen.
Alles eine Frage der Perspektive: aus Sicht des sibirischen/ nordostchinesischen/ westafrikanischen Tagelöhners mit 3 Euro Monatseinkommen residiert westeuropäisches Humankapital (ob mit oder ohne Beschäftigung) auf der Welt - Reichtumsskala nahe dem Olymp.
Zitatsollten wir uns nicht hier dann mal über die überbrückungsfinanzierung unterhalten? es kostet ja eine stange geld, die leute dafür zu bezahlen, das die nicht kriminell werden bzw. eine revolution anzetteln.
Keine Sorge. Nur weil Stütze seit ein paar Jahren einen anderen Namen trägt wird sich kein Revolutionskandidat vom Sofa erheben. Die infragekommenden schauen sich die Action lieber auf dem 50er Plasma an. Immerhin gehört der nebst Sofa zu den Grundbedürfnisssen.
ZitatEs wäre schon viel gewonnen, würde man in D Kapitalerträge und Besitz ähnlich besteuern wie Arbeit und die Arbeitnehmer am Unternehmenserfolg angemessen teilhaben lassen.
Auch am Misserfolg, falls letzterer ausbleibt? Verkauf den Plasma und kauf Dir stattdessen Aktien Deines Ausbeuters, dann bist Du angemessen beteiligt.
Wirtschafts – und Steuerpolitik bzw. das, was sich klein Fritzchen (also wir hier z. B. :D) darunter vorstellt kann versuchen, sinnvolle Kanäle zu bauen. (Auch Du kannst schon heute damit anfangen: in welcher Partei möchtest Du dich in dieser Sache kommunalpolitisch engagieren?). Sie kann aber die Fließrichtung von Wasser nicht ändern.
ZitatEs kann nicht sein, daß im Börsenkanal ein guter Geschäftsbericht nach dem anderen vermeldet wird, die Führungsetage großzügige Zahlungen erhält und diejenigen, die wirklich arbeiten, den "Gürtel enger schnallen" sollen.
Aktionär zu sei war im vergangenen Jahrzehnt nicht immer ein uneingeschränktes Vergnügen. Hör auf 'wirklich zu arbeiten', wechsle in die Führungsetage, und sorge dafür dass sich ändert was nicht sein kann.
Ich weiß, dass ich böse polemisiere. Wir leben aber nun mal in der Zeit wirtschaftlicher Internationalisierung (und, viel wichtiger: damit einhergehender weltweiter Demokratisierung), die wie jede große gesellschaftliche Umwälzung mit allerlei Auswüchsen für viele leider auch eine Menge an vermeintlichen oder tatsächlichen Ungerechtigkeiten mit sich bringt. Ist sie deshalb schlecht? Ist Unterhaltungsmusik per se schlecht, nur weil es ‚den Wendler‘ gibt? Wir erleben sie aus einer vergleichsweise komfortablen Perspektive. Und sollten deshalb die Jammerei darüber auf’s psychologisch unbedingt notwendige Maß beschränken.
Mit freundlichem Gruß
BillBo
Nachtrag: die Sache mit der Erbschaftssteuer sehe ich ähnlich. Werden wir aber nicht mehr erleben, denn auch das wird erst nach der jetzigen Aera der Internationalisierung möglich sein. Und die wird sich noch viel länger hinziehen als wir uns das vorstellen können.
Zitatganz anders war es bei meinem analogen K3, da hatte die pultbeschriftung zum teil deutliche abweichungen von den gemessenen werten, vor allem in der frequenz.
„Numbers mean nothing“ – alte Weisheit ehemaliger TAC Scorpion – Besitzer. Gilt sicher auch für ähnliche Geräte anderer Hersteller :D.
Dafür verlernen wir jetzt alle gemeinsam die schöne Tugend des Mischens ohne hinzuschauen. Wie wäre es mit der Option ‚Screenmute‘? Den einen UDK lohnte es sich u. U. durchaus dafür zu opfern.
Mit freundlichem Gruß
BillBo
ZitatWas zu erwarten war - aber dann sucht sich China halt ein neues China............
... und die allerärmsten unter den ärmsten Schweinen auf dieser Welt, die bisher überhaupt gar keine Chance hatten, kriegen endlich auch mal eine. Was ist daran verwerflich?
Produzierendes Gewerbe folgt dem Arbeitskräfteangebot. Früher von Landstrich zu Landstrich, heute von Kontinent zu Kontinent. Das ist unbequem für die Schwachen oder wenig Leistungsbereiten unter den Reichen und sorgt daher dort für Unmut, davon zeugt das nie enden wollende Gezeter über „Billigkram aus o China/ o Taiwan/ o Osteuropa/ o Mexiko/ o _________ “ (gewünschtes bitte ankreuzen oder eintragen. Vorsicht: Japan oder Südkorea gilt nicht mehr, die sind längst wohlhabender als wir).
Ist es deshalb schlecht? Ja, für die (bisherigen) Nutznießer weltweiten Wohlstandsgefälles. Nein, denn es hilft dieses Gefälle etwas weniger steil werden zu lassen. Pech für den zukünftigen Hartz-4ler. Eine Chance für den, der vom Lohnsklavendasein bisher nur träumen kann, weil er noch nie im Leben Lohn erhalten hat.
Mit freundlichem Gruß
BillBo
Neue Saiten? Wie jetzt?
Die waren doch dabei, als ich die Gitarre damals gekauft habe ... ?
Zitatjippie! na da freu ich mich jetzt aber ganz dolle auf den 7. Mai, denn da werd ich mit einer bekannten Berliner Band dort aufschlagen.
Warm anziehen, Strassenbesen/ Mistgabel mitbringen, dann wird das schon.
Zitatdann hätter dieser thread wenigstens in einem falle eine positive wirkung entfaltet.
Mal im Ernst: was wollt Ihr bewirken?
Lass mal einen groben Überschlag machen. Wie viele Zahlende hattet Ihr? Knapp 150, so über den Daumen? Zuzüglich oder inclusive Verlosung, Gästen, Abonnenten, Studentenrabattierung?
Abzüglich Vorverkaufsgebühren, Garantie/ Hotel/ Catering für die Band bleiben dem (privatwirtschaftlich agierenden) Veranstalter davon dann brutto ziemlich genau EUR 0,00. In Worten: Null. Ein paar direkt gegenzurechnende Kosten hat er aber an dem Tag trotzdem noch: den Hausmeister zum aufschließen, Kaffee kochen und Strom einschalten auf 400 Euro + Freibier – Basis. Einen frustrierten, weil zu Klump gedumpten PA – Menschen mit seinen gesammelten Kostbarkeiten. (Studentisches) Gastropersonal, zwei Thekenmädels + ein Versorger, das sich bei solchen Veranstaltungen über den Getränkeverzehr mit viel Glück selber trägt. Jemanden für Einlass/ Garderobe, zwei „Securities“. Strom, Wasser, Heizung, Reinigung. Plakate, Tageszeitung, örtliches Szenemagazin, Internet. Gema.
Wenn er jetzt alles richtig macht und keine unvorhergesehenen Katastrophen mehr passieren (Teeniepublikum, das sich zu dritt eine kleine Cola Light teilt/ Schäden an Technik oder Mobiliar/ Besuch vom Ordnungsamt nebst Bussgeld wegen zwei rauchender Gäste oder des Minderjährigen, der um 22:05 den Ausgang noch nicht gefunden hat/ Klage eines fürsorglichen Elternteils, weil Töchterlein ihre Jacke verbaselt hat/ Nervenzusammenbruch des Gaststars kurz vor der Show, weil der Wein „nach Korken schmeckt“) bleibt ihm von dieser Veranstaltung ein negativer Rohertrag im hohen dreistelligen oder unschönen vierstelligen Bereich. Von den sonstigen Betriebsführungskosten eines solchen Ladens (Miete/ Abschreibungen/ Unternehmerlohn/ dauernd fällige Reparaturen/ usw. usw.), die alle auf die überschaubare mögliche Zahl monatlicher Öffnungstage umgelegt werden müssen, war da bisher noch überhaupt nicht einmal die Rede.
Preisfrage: wie viel Sinn wird der gute Mann in dieser Situation für Rider/ Technikerproblemchen/ technische oder sonstige Sonderwurstwünsche seiner Gaststars aufbringen?
Zumal er ja aus Erfahrung weiß: die Oldiecoverband aus dem Nachbardorf spielt auf Eintritt, nächtigt zuhause, schleppt und bringt ihre Technik selbst mit (vermutlich spielt der Haus – PA - Mensch da Bass), kriegt Freibier und Tiefkühlpizza, und zieht dabei mindestens drei mal mehr Zuschauer, von denen jeder einzelne während der 6 Stunden Programm 5x so viel verzehrt. Geht doch.
Eigentlich sind wir uns einig: es gibt Gigs/ Veranstalter/ Venues, nach denen sich niemand sehnt, und die niemand wirklich vermissen würde. Wirklich niemand?
Dann sollten wir ehrlich sein und noch einen Schritt weiter denken: es touren hunderte Acts/ tausende Künstler durch die Lande, die im Prinzip auch niemand wirklich braucht. Die, mögen sie persönlich noch so integer und musikalisch noch so hochkarätig sein, seit ihrer ‚großen Zeit‘ und ihrem Zufallshit vor 10, 20 oder 30 Jahren streng genommen ausschließlich noch Rückzugsgefechte gegen das endgültige Vergessenwerden bestreiten. Die dabei in aller Regel durchaus komfortabel leben, im Wesentlichen bezahlt von der Allgemeinheit (will heißen: aus den Budgets von Kulturämtern, in denen ihre ehemaligen Fans jetzt Programmchefs sind).
Ich darf das so schreiben, denn zusammen mit zumindest einem Teil meiner persönlichen Kundschaft sitze ich da in eben diesem gleichen Boot
.
Leider ist die Zahl engagierter und zugleich ordentlich budgetierter Kulturämter und formidabel bezahlter Gala – Stargastangebote ziemlich überschaubar; um dennoch so etwas wie eine Tournee zusammen zu kriegen zählt da am Ende jeder einzelne Job. Auch der in der miefigen R&R – Dorfkneipe mit Technik von vorgestern und leerem Heizöltank. Wo der Betreiber zum Glück noch nicht völlig resigniert hat sondern hin und wieder, wenn er es sich denn irgendwie meint leisten zu können, auch noch mal etwas ‚Höherwertiges‘ ausprobiert. Aus Leichtsinn/ Begeisterung/ Masochismus/ Blauäugigkeit/ Berufsoptimismus/ Spaß an der blutigen Nase – egal.
Wenn er eines Tages aufgibt fahren alle wieder Taxi. I-Lives gibt’s dann ab 1 Euro bei Ebay, und bei ‚Mischen‘ gilt wieder ‚Readymix‘.
(Wora, bitte nimm mir den letzten Satz nicht übel. Ich konnte einfach nicht anders :oops:
)
Mit freundlichem Gruß
BillBo
ZitatDas Volumenproblem könnte man entschärfen, indem man den Magnet nicht hinten am
Korb befestigt, sondern vorne im Korb, da wo normalerweise die Kalotte ist. Schnell
patentieren lassen.
Oder bei Telefunken 'Mister Hit' abschauen?
Im Ernst - das gibt's seit Jahrzehnten.
Mit freundlichem Gruß
BillBo