Akzeptanz Amate Audio auf dem deutschen Markt?

  • Hallo zusammen,

    da ich mittlerweile für mich eine Begeisterung für Amate Audio (ehemals Master Audio) gefunden habe, jedoch erschreckend wenig auf dem deutschen Markt über den Hersteller finde, würde mich irgendwie interessieren ob man die Technik trotz allem gut an den Mann bekommt(Vermieten)? Ich bin derzeit an dem Punkt an dem ich mich als "kleiner" Verleih auf die großen Hersteller stürzen möchte und eine klare Linie was die Markenvielfalt angeht, finden möchte^^

    In meiner kleinen Welt freut sich die Kundschaft über die Produkte von dem Hersteller aber ich habe irgendwie meine Bedenken ob bei (für mich) größeren Veranstaltungen nicht irgendwann der Name der Qualität überwiegt und man bei der Angebotsabgabe schon rausfliegen könnte da kein in Deutschland renommierter Name auf den Gehäusen klebt?

    Also mir geht es jetzt noch nicht einmal um Ridertauglichkeit, weil das dürfte hier zu Lande eh nicht der Fall sein und ist für meine Aufträge auch weniger relevant.

  • Nun ja - was möchtest du denn damit tun? Wo ist dein Kundenkreis? Und was erwartet der? Der Markt ist inzwischen übervoll mit Material - einige Marken sind da besonders stark vertreten. Daher ist die Preisbildung ziemlich im Eimer. Möchtest du Material vermieten? Dann kauf das, was alle kaufen, in der Hoffnung, dass in deiner Region damit noch Geld zu machen ist. Möchtest du eine komplette Dienstleistung, also Service und Technik anbieten, dann kommt es auf die Liga an, in der du spielen willst. Wobei das Level für braunes Holz, QL-Konsolen und Shure Mikrofone immer weiter ins Bodenlose fällt. "Frühlingsfest bei Frankys Orgelschule in Niederlausch / West - spielen leicht die Wersi meistern von 8 - 88, Einsteigerkurse schon ab 15,95" sind inzwischen Jobs, die nicht mehr ohne Markenarray ausgeschrieben werden - aber bestenfalls wie eine Dynacord Eminent Gesangskombo bezahlt werden wollen...

    Wo will ich eigentlich hin? Richtig: wo sind deine Kunden? Was wollen die? Kauf das! Egal, ob es dir gefällt oder nicht. Und richte dich drauf ein, dass es jemand billiger macht.

  • Bei der Investition spielen doch viele Faktoren eine Rolle

    Der Return of Invest > wie finzaiert sich die Anlage und wann ist die Abbezahlt
    Die Lebensdauer > wie Lange wird die Anlage am Markt sein und eine Ersatzteilversorgung gewährleistet
    Der Wiederverkaufswert > Beispiel d&b bringt nach 2-3 Jahren nahezu den Neupreis

    Die Auslastung des Systems > wenn ich diese nicht selber nutze, kann ich die an Kollegen vermieten
    Die Akzeptanz > kann ich das System innerhalb von Ausschreibungen gegen das ausgeschriebene Produkt ersetzten > Größe > Gewicht > Klang > Verhalten etc.

  • hmm ich sehe schon dass ihr das ganze (leider) genauso seht wie ich...

    Bei fast jedem Punkt wäre ich bei deiner Auflistung im Nachteil.


    Vielen Dank für eure Antworten! Damit wird es wohl trotz persönlichem Interesse auf einen der altbekannten Vertreter herauslaufen.

  • Bleib in "deiner kleinen Welt" und freue dich über regelmäßige Einkünfte von deinen Kunden.

    Kann schon sein, das du aus markentechnischen Gründen mal nicht zum Zuge kommst.

    Allerdings ist das auch so nicht gesagt.

    Der Markt ist voll mit teurem Gerät und irgendeiner ist immer grade klamm (eben weil der Markt voll ist) und bietet (zu) tief.


    Man sollte schon erst Bedarf bzw. Kunden haben, und dann erst investieren.

    Andersrum ist quatsch, wenn es um 5- oder 6stellige Summen geht.


    Das Problem mit so exotischem Zeug ist eher die mengenmäßige Verfügbarkeit im vertretbaren Radius; sollte es mal größer benötigt werden...

  • Hi,

    Bedarf für neue Technik besteht bei mir definitiv, aber ich möchte eben in die richtige Richtung wachsen ;)


    Dry Hire lief bisher bei mir eher so ab dass ich nichts ergänzt habe sondern komplett auf die Fremdlösung zurückgreifen muss. Bei uns in der Gegend ist L-Acoustics ganz groß vertreten, dementsprechend wären die braune Kisten eigentlich der passende Weg.


    Zitat

    Bleib in "deiner kleinen Welt" und freue dich über regelmäßige Einkünfte von deinen Kunden.

    In dem Twist stehe ich regelmäßig aufs Neue ^^ Da mir mein Job Spaß macht, wird es auch wahrscheinlich bei meiner kleinen Welt bleiben...

  • Dem Thema 'Akzeptanz von Marken' begegne ich als Mitarbeiter im Vertrieb eines deutschen Lautsprecherherstellers fast täglich.


    Wichtig ist zu wissen, wie genau man das Material einsetzt und wie das Material diese Zwecke erfüllt.


    Ich betitel unsere Beschallungssysteme zum Beispiel gerne als 'Beschallungswerkzeug'. Für die Investoren und Anwender ist es nämlich nichts anderes; ein Werkzeug um seine tägliche Arbeit bestmöglich zu verrichten.


    Man sollte sich überlegen, wie oft man den wirklich einen Rider erfüllen muss. Zwar stehen in fast jeder Bühnenanweisung ein paar bestimmte Marken, tatsache ist jedoch, dass dies aus folgenden Gründen statt findet:

    1. Der Tontechniker fühlt sich wichtig und darf mal Wunschliste schreiben

    2. Der Tontechniker kennt nix anderes weil ihm Erfahrung mit anderen Systemen fehlt

    3. Der Tontechniker möchte keine bösen Überraschungen


    Demnach definiert er anhand von Beispielen einen gewissen (persönlichen) Standart. Da stehen dann natürlich die großen, bekannten Platzhirsche. Manchmal auch nur Markennamen als Wunschliste, ein System davon können viele der FOH-Leute aber selbst nie einrichten. Akzeptiert wird aber - nach Rücksprache - oft alles, was gemeinhin als professionell angesehen wird.

    Party-PA, HiFi Kram und Selbstbau bilden da natürlich die Ausnahme und werden - meist zu Recht - nicht akzeptiert.



    Seriöser finde ich an dieser Stelle übrigens Angaben wie 'der Örtlichkeit angepasstes, Controller gestütztes und bei Eintreffen fertig eingemessenes 3-Wege System eines namhaften Herrstellers'.


    Techniker die so etwas schreiben, teilen mir mit, dass Sie einen technisch versierten Anspruch haben und genau wissen was sie wollen - aber vor allem auch was sie brauchen und was sie können -> nämlich guten Sound auf guten Systemen. Egal welcher Name auf den Lautsprechern steht.)



    Wer Ausschreibungen für große Touren erfüllen muss, der MUSS die Wunschliste der Produktion erfüllen und wird an dieser nicht so einfach vorbei kommen. Die in den Ridern nenannten Marken braucht man doch ehrlich gesagt erst

    bei Produktionen die mit mindestens einem Nightliner und Sattelauflieger unterwegs sind. Und auch da hat man dann eine Chance von schätzungsweise 1:8 aufs richtige Pferd gesetzt zu haben. Ich behaupte mal die Meisten hier machen eher die Stadtfeste, Festzelte, Mehrzweckhallen usw.

    Wer seine Kunden (Agenturen, Musiker, Künstler, Firmen, etc.) zufrieden stellen muss um sein Geld zu verdienen und dafür bei einem professionellen Hersteller das für seine Anwendungen am besten geeignete 'Beschallungswerkzeug' findet, der sollte sich nicht am Namen der Firma stoßen.


    Eher im Gegenteil! Wenn Dich als Verantwortlicher für die Auswahl das Materials von einem bestimmten Hersteller die Firma und Philosophie und der Service bzw. die Beratung überzeugt haben: Warum solltest Du diese Überzeugung nicht auch Deinen Kunden gegenüber vertreten!?


    Immerhin wirst Du als Meister, Fachkraft oder anderweitiger Profi beauftragt. Wiso solltest Du dann nicht auch Deine Überzeugung und die Vorteile, die Dir bestimmte Produkte bringen an Deine Kunden weiter geben!?


    Marktetingkampagnen, Hörensagen und dem großen Schwarm kann doch jeder folgen... Ich kenne viele Erfolgsgeschichten von Unternehmen, die gerade weil Sie nicht blind mit dem Strom getrieben sind, sehr erfolgreich (geworden) sind. Da hat man sich Zeit genommen um Qualität und 'das richtige Werkzeug' zu finden - und sich damit sehr gut vom Wettbewerb abgesetzt.

  • Kleine Kunden >>> Kleine Sorgen.

    Große Kunden >>> ......


    Wenn du ein gewisses Klientel bedienen wilst, kommst du an der Handvoll allen bekannter Hersteller nicht vorbei. Das ist klar.
    Da brauchst du auch nicht versuchen, dein Zeug schönzureden oder von anderen hier schönreden zu lassen. Oder braun anzustreichen. ;)


    Es muss das richtige Schild dran sein und daran wird sich auch nix ändern.

    Dieses hat seinen Platz in der Regel auch verdient; auch wenn das, was da vorne rauskommt, dem manchmal leider nicht gerecht wird.

    Es ist viel Gebrauchtes unterwegs bzw. zu bekommen, leider wird das Knowhow nicht mitverkauft.


    Was ich sagen will; bleib erstmal beim mieten (da bekommt man das Knowhow mitgeliefert) und beobachte den Markt.

    Der Vermieter freut sich über Aufträge und du hast, was du brauchst.


    Deine Marge wird nicht viel höher sein, wenn du die Sachen selbst besitzt. Nur die Sorgen...

    Letztendlich verkaufst du nur deine Arbeit als Dienstleistung. Wer den Posten "Technik" abrechnet, ist im Grunde egal.

    Ich kenne einige Kollegen, die das genau so machen. Ich selbst teilweise auch. Nur Kleinkram, kleines Pult und Grundausrüstung im Lager; der Rest wird gemietet. Samt Trailer und Systemer.


    Für vielleicht 16-20 Stück paar Jahre alte zerkratzte Karas samt Bässen, L'Raks und Zubehör werden exorbitante Summen aufgerufen. Da bist du bei einem einfachen mittelkleinem Grundsetup (mehr ist das ja nicht) schnell über die 100000 Taler raus.


    Letztendlich muss das aber jeder für sich selbst entscheiden.

    Ich war jedenfalls schon zu einigen Versteigerungen....