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Reactance Anulling

  • Mustaine
  • 22. Dezember 2003 um 19:16
  • Mustaine
    Beiträge
    7
    • 22. Dezember 2003 um 19:16
    • #1

    Nabend!

    Ich bin noch sehr unerfahren, was den Lautsprecherselbstbau und PAs allgemein angeht, habe mich aber in letzter Zeit besonders mit Hörnern beschäftigt, da ich ein großer Fan von deren trockenem Sound bin.

    Ich würde deshalb gerne mehr über das Reactance Anulling erfahren.
    So wie ich es verstanden habe geht es hierbei ja darum, das Volumen hinter der Membran so zu wählen, dass die kapazitive Impedanz dieses Volumen in der Nähe der Resonanzfrequenz möglichst gleich der induktiven Hornimpedanz ist... ist das richtig?

    Ich würde gerne wissen, wie man diese Impedanzen berechnet und wie man allgemein ohne irgendwelche Software an die allgemeine Berechnung von Gehäusen geht. Dies ist natürlich eine sehr grundlegende Frage. Da ich aber keine Lust habe, mir Bücher zu kaufen, in denen sowieso nur Formeln für die standartmäßigen Gehäuseformen stehen, wäre ich Euch sehr verbunden, wenn ihr mir Links zu solchen Themen posten könntet! Eventuelle Buchtips wären natürlich auch ok, allerdings wie gesagt nur solche, die solches Wissen vermitteln, welches hinterher auch einen gewissen Spielraum für Eigenkonstruktionen lassen.

    Ich strebe die Konstruktion eines FL Horn mit rückseitiger Bassreflexkonstruktion an, da ich auf diese Weise versuchen möchte, einem nicht allzugroßen Horn einen gewissen Tiefgang zu geben.

    Ich hoffe dabei, meine relative Unerfahrenheit durch ein wenig eingehendere Theorie wettmachen zu können ;)

    Ich wäre für schnelle Antworten seeeehhr sehr dankbar!

    MfG, Mustaine

  • maha
    Beiträge
    663
    • 22. Dezember 2003 um 19:32
    • #2

    Hi!

    Ich würde deshalb gerne mehr über das Reactance Anulling erfahren.
    Ich auch!
    Da ich aba in Audioforen nix mehr schreibe.... und auch über das Phänomen des "Reactance Anulling" noch nie nachgedacht habe......
    .. werden wir beide wohl nie die korrekte Wahrheit erfahren.

    Reactance Anulling , was is das eigentlich? Kann man damit Eindruck schinden? Bringt´s db-mäßig was? Verschiebt´s den Druck gegenüber der Schnelle in´s Wirksame????

    Hey! Was passiert wirklich???

    maha

  • Mustaine
    Beiträge
    7
    • 22. Dezember 2003 um 19:50
    • #3

    :roll:

    Geiler Beitrag =/

    Ehm also es geht darum, dass es zu Verzerrungen kommt, wenn die Membranrückseite (besonders bei niedrigen Frequenzen) nicht möglichst in gleicher Weise belastet wird wie auf der Vorderseite... aber wie gesagt, mich brauchst du nicht zu fragen, da ich ja eben keine Ahnung habe...

    MfG, Mustaine

  • maha
    Beiträge
    663
    • 22. Dezember 2003 um 20:07
    • #4

    Aha!

    Membranrückseite <--> Vorderseite
    So ist das also! Dabei lachte ich immer... Error: Dachte ich immer: Vor der Membrane spielt sich das Geschehen ab. Wie man sich doch irren kann!
    ----------------------------------
    Die Hornerei ist fast eine Wissenschaft. Wer hat´s wirklich drauf?
    --------------------------------------------------------
    Hab´ meinen Kids EmersonLakePalmer-Cds als WeihnachtsGeschenk zugedacht. Emerson spielt echt gut. Ob er sich aber wegen des Reactance Anulling jemals Sorgen gemacht hat? ..... na ja, ich glaub´ kaum. Spielen tut er trotzdem gut.

    Gruß maha, der in Audioforen nix mehr schreibt!

  • Wolfgang
    Beiträge
    1.377
    • 22. Dezember 2003 um 22:04
    • #5

    ....

    Gruss
    Wolfgang

    Einmal editiert, zuletzt von Wolfgang (11. Februar 2005 um 03:05)

  • Sound-Klinik
    Verifiziert
    Beiträge
    7.900
    • 22. Dezember 2003 um 22:13
    • #6

    ... es geht dabei um den Impedanzausgleich bei der unteren Grenzfrequenz. Man kann dies durch Variation des Frontkammervolumens machen - oder auch (nach dem Verfahren von Leach) durch Modifikation der Hornkonstante (also Veränderung der Trichtergeometrie).

    Viele Grüsse sendet

  • Sound-Klinik
    Verifiziert
    Beiträge
    7.900
    • 22. Dezember 2003 um 22:15
    • #7
    Zitat von &quot;Wolfgang&quot;

    " Beim Reactance Annulling [......]Horn und Treiber optimal aneinander angepasst [......], läßt sich aber grob auf eine einfache Formel bringen: Man wählt die Größe der Rückkammer so, daß die Einbauresonanz in etwa mit der OBEREN! angestrebten Grenzfrequenz zusammenfällt."

    ... wo hast Du das denn her ?

  • Mustaine
    Beiträge
    7
    • 23. Dezember 2003 um 10:52
    • #8

    Hi!

    Kann ich mir ehrlich gesagt auch nicht vorstellen, da es ja imho besonders um den Bereich der UNTEREN Grenzfrequenz gehen soll...

    Kann mir eventuell jemand wirklich ein paar Links zu allgemeineren Sachen posten?

    Sound-Klinik:
    Hab irgendwo gelesen, dass du keine Programme benutzt, sondern selbst von Hand berechnest. Wie gehst du da vor? Nutzt du Formeln für Horn-, BR-Berechnungen etc., oder stellst du direkt irgendwelche Ersatzschaltungen auf, oder wie machst du das? Muss man da sehr grundlegend rangehen? Ich brauche einen grundlegenden Ansatzpunkt für die Berechnung eigener Systeme! Wäre nett, wenn mir mal jemand sagen könnte, wo ich da im Netz oder vielleicht auch in Büchern gute Grundlagen zu finde. Aber wie gesagt, nicht ZU grundlegend... Muss so sein, dass ich nicht nur Bassreflex, Horn, geschlossene Gehäuse etc. berechnen kann, sondern auch diverse Hybriden. Hab gesucht und gesucht, finde aber nichts dergleichen!

    MfG, Mustaine

  • Wolfgang
    Beiträge
    1.377
    • 23. Dezember 2003 um 11:25
    • #9

    ...

    Gruss
    Wolfgang

    Einmal editiert, zuletzt von Wolfgang (11. Februar 2005 um 03:04)

  • wetbf
    Beiträge
    283
    • 23. Dezember 2003 um 13:08
    • #10

    Wolfgang

    Hier ist die Literaturstelle:

    D.J. Plach, P.B. Williams, "Reactance Annulling for Horn-Type Loudspeakers," Radio-Electronics Engineering, pp. 15-18, February 1955.

    War vor deiner Geburt, sollte aber in der TU Bibliothek greifbar sein.

    wetbf

  • Sound-Klinik
    Verifiziert
    Beiträge
    7.900
    • 23. Dezember 2003 um 14:44
    • #11

    ... das ist eine ältere Methode für einen Impedanzausgleich - eine etwas fortschrittlichere und komfortablere ist aus dem Jahr 1978 und stammt von W. Marshall Leach (veröffentlicht im Journal der AES).

    Es gibt davon auch eine gut lesbare Übersetzung vom Michael Gaedke (Ende der 80er Jahre ...), die aber bei der Frontkammerberechnung einen klitzekleinen Fehler hat ... :lol: - nur ein Tip: es geht dabei um Caf ...)

    Zu Hybriden: Da hier mehrere Konstruktionsprinzipien zusammen kommen (und sich auch noch beeinflussen :-? ), ist eine analytische Betrachtung heikel (... schon die Berechnung von non-vented Hörnern ist viel Rechnerei, wenn man - fast - "alles" berücksichtigen will ...).
    Die Rechenverfahren berücksichtigen allerdings nur unzureichend (oder gar nicht) die Einflüsse zu kurzen Hörner und die "Knicke".

    Für die Basshybriden arbeite ich (... und andere sicher auch ...) mit einem Näherungsverfahren. Ich hab darüber bisher auch keine Literatur gefunden.

    Viele Grüsse sendet

  • volvotreter
    Beiträge
    8
    • 26. Dezember 2003 um 00:40
    • #12

    Vielleicht hilft das ja:

    Im Lautsprecherjahrbuch aus dem Jahre '89 ist auf Seite 381ff. folgendes zu lesen:

    <i>Durch eine geschickte Abstimmung des Kammervolumens lässt sich
    der Imaginärteil (engl. "reactance") der akustischen Impedanz des
    Hornsystems nämlich gerade zu Null machen ( engl. "annulling"), so dass
    ein annähernd reale Impedanz übrig bleibt. Dieser Abgleich des
    Volumens wird als "Reactance Annulling" bezeichnet. </i>

    Also: Durch ein Abstimmen der Resonanzfrequenz des Treibers in der
    (geschlossenen) Rückkammer auf die Frequenz der
    Hornkontur fs, kann das Übertragungsverhalten bei bzw. oberhalb von fs
    verbessern werden. Der Übertragungsbereich des Horns wird dadurch
    nach unten erweitert.

    In der Praxis heißt dass: Rückkammer so groß bauen, dass der Treiber
    darin sicher unterhalb fs resoniert. Das Rückkammervolumen und
    zugehörige Resonanzfrequenz werden dann ermittelt.

    Dazu den eingebauten Lautsprecher und einen ca. 470 Ohm Widerstand in Reihe an einen
    Sinusgenerator anschließen und mit einem mV-Meter die Wechselspannung
    am Lautsprecher messen während man die Frequenz verändert - bei
    der Frequenz, an der die Spannung am höchsten ist, resoniert das
    System, die Impedanz des Lautsprechers hat dort ihr Maximum.

    Danach füllt man die Rückkammer mit wassergefüllten
    Kunststoff-Flaschen oder Holzklötzen (von denen man das Volumen kennt)
    und ermittelt erneut die (dadurch erhöhte) Resonanzfrequenz und das
    zugehörige (jetzt verringerte) Volumen. Ist die gefundene Frequenz
    größer als fs, so muß die Rückkammer weiter verkleinert werden.

    Das erforderliche Volumen, bei dem das System an fs resoniert kann
    man nun graphisch ermitteln:
    In einem Diagramm, in dem die x-Achse die Frequenz in Hz und die
    Y-Achse das Volumen in Ltr. aufgetragen wird, verbindet man die zwei
    zuvor ermittelten Punkte (Resonanzfrequenz; dazugehöriges Volumen)
    mit einer Geraden und ließt anschließend das Volumen an der Frequenz fs
    aus dem Diagramm ab.

    Die Berechnungen der Rückkammervolumina ergeben zumeist zu große
    Volumen, da sie für unendlich lange Hörner gelten.

    Grüße

    Erik
    http://www.volvotreter.de

  • Sound-Klinik
    Verifiziert
    Beiträge
    7.900
    • 27. Dezember 2003 um 11:27
    • #13
    Zitat von &quot;volvotreter&quot;

    ...
    In der Praxis heißt dass: Rückkammer so groß bauen, dass der Treiber
    darin sicher unterhalb fs resoniert. Das Rückkammervolumen und
    zugehörige Resonanzfrequenz werden dann ermittelt.
    ...

    Hallo Erik,

    bist Du Dir da wirklich sicher, daß man die Resonanzfrequenz ans untere Ende des Übertragungsbereichs schiebt (... bei Hörnern mit geschlossener Rückkammer - denke ich - eher nicht ...) ?

    Die Resonanzfrequenz des eingebauten Treibers (... noch ohne Horn und Druckkammer ...) inkl. Rückkammer berechnet man:

    fs(neu) = Wurzel (fu * fo) - wobei fu die untere (angestrebte ...) Grenzfrequenz - fo die obere Grenzfrequenz ist (... und den Impedanzausgleich würde ich nicht durch Variation des Rückkammervolumens machen ...)

    Wenn Du die Resonanzfrequenz zu tief schiebst, dann bricht die Übertragung "oben" zu früh ein (alles wird extrem schmalbandig ...) - und "unten" bekommst Du auch keinen nennenswerten Gewinn, weil der Trichter ein Hochpassverhalten hat und und somit die untere Grenzfrequenz praktisch bestimmt bzw. festlegt ...

    Viele Grüsse sendet

  • volvotreter
    Beiträge
    8
    • 29. Dezember 2003 um 14:56
    • #14

    Sound-Klinik

    Zitat


    bist Du Dir da wirklich sicher, daß man die Resonanzfrequenz ans untere Ende des Übertragungsbereichs schiebt (... bei Hörnern mit geschlossener Rückkammer - denke ich - eher nicht ...) ?

    Hei,
    mein Posting bezog sich auf das Verfahren der 'reactance anulling', wobei es ja darum geht, das Übertragungsverhalten im Bereich der 'flare'- Frequenz zu verbessern.
    Evtl. haben wir hier auch nur ein Mißverständnis, weil ich die die 'flare'-Frequenz fs genannt habe. Mit 'flare'-Frequenz (oder auch 'cut-off' frequenz) meine ich die Frequenz, die zur Berechnung der Hornkontur zu Grunde gelegt wird. Und gerade am Punkt des 'cut-off' wollen wir ja das Vermögen des Horns Schall abzustrahlen verbessern. Zumindest ist das mein Verständnis der Dinge, bzw. das, was ich von B. Edgar gelernt habe.

    Das Berechnen der Resonanzfrequenz des in ein geschlossenes Gehäuse eingebauten Lautsprechers kann man dazu verwenden das ungefähre Volumen der Rückkammer zu berechnen. Durch die Masse der Luft im Horn liegt die tatsächliche Resonanzfrequenz aber tiefer. Und diese rechnerisch zu bestimmen, ist IMHO nicht möglich. Die Formeln die ich kenne, beziehen sich immer auf unendliche Hörner, und die damit berechneten Volumina fallen dann zu groß aus.

    Ich verstehe aber nicht, was Du damit meinst:

    Zitat

    Wenn Du die Resonanzfrequenz zu tief schiebst, dann bricht die Übertragung "oben" zu früh ein (alles wird extrem schmalbandig ...) - und "unten" bekommst Du auch keinen nennenswerten Gewinn, weil der Trichter ein Hochpassverhalten hat und und somit die untere Grenzfrequenz praktisch bestimmt bzw. festlegt ...

    Das Bandpassverhalten des Horns ist 'unten' durch die Flare Frequenz bestimmt (wo wir durch 'reactance anulling' versuchen, das max. Mögliche herauszuholen) und 'oben' durch den 'mass rolloff' des Treibers (ab dem die Übertragungskurve mit 6dB/Okt. zu fallen beginnt).

    Das Verfahren der 'reactance anulling' verschiebt nur die Einsatzfrequenz des Hochpassfilters 'Horn' nach unten. Das Übertragungsverhalten des Horns wird also breitbandiger!

    Gruss

    Erik
    http://www.volvotreter.de

  • Sound-Klinik
    Verifiziert
    Beiträge
    7.900
    • 30. Dezember 2003 um 08:17
    • #15

    ... die Größe des Volumens der hinteren Kammer beeinflußt nicht nur die untere (und durch den Trichter - rechnerisch durch die Trichterkonstante "festgelegte" ...) Grenzfrequenz, sondern hat auch Einfluß auf den Bereich oberhalb der (ich nenn sie mal:) "Rückkammerresonanzfrequenz".

    Der Einfluß ist zwar weniger gravierend, aber messbar.
    Als ich bei einem Horn mal die Rückkammer verkleinerte, hatte dies auch Einfluß auf den o.g. Bereich.
    Aber da ja meistens recht tief (um 100 Hz) getrennt wird, hat dies wohl weniger Auswirkungen.
    Für mich spielt dies dagegen schon eine Rolle, weil ich Basshörner auch mit kleinen Tops kombiniere - und dann schon mal bei 150 ... 180 Hz trenne ...

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