Heute steht in der BZ ein Leserbrief zum Ton beim ZMF.
Ich selbst war am Sonntag auf der Carmina Burana dort und fand es suuuuperschlecht! Aber gut, ich dachte ich habe ein etwas geschultes Ohr, aber wenns jetzt schon Laien auffällt :cry:
Wer weiß denn, wer das abgemischt hat?
ZitatAlles anzeigen"Wie Prügel von den Klitschkos"
Je lauter, umso besser die Qualität der Musik - diese Devise gilt offensichtlich nicht nur bei der Extravaganza. Das ZMF kann hier auch glänzen. Montagabend wollte ich mir wieder einmal "Goschehobel" anhören - eine Band, deren musikalische Qualität unstrittig ist. Leider war die Band aber den Tontechnikern des ZMF ausgeliefert. Musik scheint nach Ansicht der für den Sound Verantwortlichen zu bedeuten, dass Bässe und Schlagzeug körperliches Unwohlsein hervorrufen. Beim ersten Lied stand ich leider relativ nahe bei den Bass-Boxen. Es kann nicht schlimmer sein, von beiden Klitschko-Brüdern gleichzeitig verprügelt zu werden. Der fluchtartige Rückzug in den hinteren Teil des Zeltes brachte auch nicht viel: Jetzt hatte das Gehör die Gelegenheit, das wahrzunehmen, was die Tontechniker unter gutem Sound verstehen. Leider stimmte die Mischung überhaupt nicht, viel zu viele Bässe, kaum Substanz in den mittleren Frequenzbereichen und übersteuerte Höhen. Die Vokals mit zu viel Hall, die Texte waren fast nicht zu verstehen, der Goschehobel (immerhin Markenzeichen der Band) total verzerrt. Die Zuschauer konnten zwar optisch wahrnehmen, welches Instrument gerade gespielt wurde, hören konnte man es bei dieser Kakofonie allerdings selten. Ob es daran liegt, dass heute jeder, der ein Kabel an einen Lautsprecher fehlerfrei anbringen kann sich Tontechniker nennt und jeder, der die Play-Taste beim CD-Player drücken kann, zum DJ mutiert?
Offensichtlich hören die Sound-Verantwortlichen nicht mehr sehr gut, sonst hätten sie zumindest wahrgenommen, dass auch einer der Lautsprecher bei diesem Sound seinen Geist aufgegeben hatte und nur noch laut schepperte. Egal, der Tontechniker wippte cool im Rhythmus der Bässe und blickte wichtig in die Menge. Die allerdings immer kleiner wurde, da viele fluchtartig das Spiegelzelt verließen. Beim ZMF kann man am Infostand und an der Abendkasse kostenlosen Gehörschutz erhalten. Angeblich weil die Pfiffe aus dem Publikum zu Hörschäden führen können. Tatsächlich weil die Sound-Verantwortlichen unfähig sind. Der beste Gehörschutz wäre ein Berufsverbot für diese Leute. Welch seltsame Kultur, wenn man mit Gehörschutz zu einem Konzert gehen muss! Ich dachte immer, man ginge zu einem Konzert, um etwas zu hören!
Bernd Engesser, Freiburg
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