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  4. Boxen Reparatur und Selbstbau

Stromabhängige Gegenkopplung von Endstufen

  • Hörnli
  • 25. April 2005 um 16:52
  • Hörnli
    Beiträge
    1.880
    • 25. April 2005 um 16:52
    • #1

    Moin,

    Moin,

    ich grabe mal aus:
    http://www.paforum.de/phpBB/viewtopic.php?t=24954&postdays=0&postorder=asc&start=30

    Die Geschichte mit der Stromgegenkopplung der Endstufe macht mich neugierig. Für mein aktuelles Projekt mit einen 12" geringer Güte ( QTS 0.14) suche ich eine Möglichkeit den Grundtonbereich ab 200 Hz zu boosten ohne durch ein kleines Gehäuse oder eine banale Entzerrung den Membraneklirr zu erhöhen. Der 12" soll nicht im Bereich der Einbauresonanz betrieben werden.

    Haben gewöhnliche Endstufen zwischen Endtransistoren und LS- Klemmen einen Widerstand? Müsste ich einen Messwiderstand einfügen?

    Ich bin dankbar für jeden Link, meine Suchen sind erfolglos geblieben, im Lesen bin ich besser.

    Gruß

    Lebe wohl, Michael Ebners Universum

  • PeterG
    Verifiziert
    Beiträge
    698
    • 26. April 2005 um 07:47
    • #2

    Hi Hörnli,

    schau Dir mal das pdf vom LM12 an: http://www.national.com/pf/LM/LM12CL.html

    da wird auch eine Stromendstufe beschrieben, die funzt gut.

    Außerhalb der Reso ist wichtig, weil es da ne schöne Überhöhung gibt.

    Was macht ne Stromendstufe noch: sie gleicht Impedanznichtlinearitäten aus: es flißt immer der gleiche Strom durch den Speaker, egal wie Widerstand ist ( so lange die Endstufe dazu in der Lage ist).

    MfG
    Peter

  • Bassti
    Reaktionen
    1
    Beiträge
    1.055
    • 26. April 2005 um 17:25
    • #3

    Ja gut aber ist denn das überhaupt wünschenswert?
    Ich meine, wenn ein LS in Resonanz kommt, dann ist er doch eh ums mal banal zu sagen schon zu Laut.
    Wenn mann da jetzt den gleichen Strom durchzwängt trägt das doch zu keiner Verbesserung bei -oder?

    Möge der Bass mit Euch sein! :D

  • Hörnli
    Beiträge
    1.880
    • 27. April 2005 um 05:20
    • #4

    Moin,

    @ Bassti: Das kommt ganz darauf an... Ich möche ja in diesem Fall nicht in den Bereich der Resonanz. In meinem Top soll ein 12"er mit QTS 0.14 ohne superkleines Volumen bei 200 Hz, möglichst ohne große Leistung durch aktive Entzerrung, gut Pegel liefern. Ohne besondere Maßnahmen ist der 12" dort im 25 L- Gehäuse schon ~6dB leiser. Die Reso liegt bei ~100 Hz, also außerhalb des Nutzbandes von 200-1,5kHz.

    Nun kann ich den Einbau Q mittels 8 Ohm Vorwiderstand auf 0,7 einstellen und habe bis 200 Hz runter vollen Pegel. Oder mit derselben Endstufenausgangsspannung bei 200 Hz ~0dB Gewinn und im oberen Bereich ~6 dB Verlust. Da aber am Gleichstromwiderstand der Schwingspule jetzt nur ein Viertel der Wärme entsteht, da nur die Hälfte des Stromes fließen kann, bei der Hälfte der Spannung an der Schwingspule, könnte ich jetzt ungestraft die Endstufenverstärkung um 6 dB erhöhen. Die Schwingspule würde nicht wärmer.

    Mit dieser Anordnung hätte ich also einen Gewinn von 6 dB bei 200 Hz, ohne Schwingspulenbrand aber natürlich bei unveränderter Hubgrenze. nur brauche ich jetzt eine Endstufe die an 16 Ohm die riesige Spannung liefert.

    Die üblichen Endstufen sind rein als Spannungsfolger aufgebaut, wenn man die leidige Strombegrenzung mal ausnimmt. Nur wie man die Gegenkopplung gezielt ändert weiß ich noch nicht. Ein reiner Stromfolger erscheint mir etwas zu riskant, Berechnungsgrundlagen für einen gezielten Ri wären interressant.

    >>>>>>>>>>>>>>>>@ PeterG: danke !

    Mittels geänderter Gegenkopplung der Endstufe kann man die Ausgangsimpedanz RI erhöhen. Ob jetzt der externe 8 Ohm Widerstand oder ein virtueller 8 Ohm Innenwiderstand ist der Anordnung egal, lediglich die Railspannung müsste nicht ganz so hoch sein...

    Zudem verringert eine gezielte Entdämpfung den Membranklirr erheblich, da geringere Antriebskräfte an der Membrane zerren.

    Bevor jemand schreit: >> S i g n a l t r a c k i n g <<

    Ein Q von 0,7 ist kein Impulsproblem, bei maximalem Pegel steigt nur der Re der Schwingspule, der extra Widerstand ist Konstantan, der bleibt gleich. Und zudem steigt der Q selbst bei heißer Schwingspule nur auf 0,86. Bei "normalen" Q 0,7 Boxen würde der Q auf 0,98 steigen, bei gleicher Temperaturerhöhung.

    Würde man versuchen das Ergebnis mit einer EQ- Anhebung zu erreichen, dann würde bei 6 dB Anhebung, ( >> in etwa 4- fache Leistung :!: ) von der Schwingspule nur Kupfernebel übrigbleiben ( nötige Endstufenleistung etwa 1800 Watt/ 8 Ohm :!: )

    Selbst mit dem passiven Widerstand ist nur eine 1800 Watt/8 Ohm- Endstufe nötig, die an 16 Ohm allerdings real nur 900 Watt liefern muss, von denen die Schwingspule nur 450W verdauen muß. Da reicht dann ein stromschwacher Amp mit 1800/8 in Brücke aus.

    Don`t try this with PA- Subs or Mid- Horns 8)

    Danke an Peter Strassacker ! ,SRAM, Grasso und all die anderen "Entdämpfer"
    Besonderen Dank an Stefan6000 !!

    Gruß

    PS Nach Peter Strassackers Rechner:
    http://www.lautsprechershop.de/tools/index.htm
    > zu Bauelementen... > Tieftönerrechner
    würde auch das Hubvermögen bei 200 Hz passen, 126dB bei +/- 3,5 mm das entspricht ziemlich genau dem gerechneten Maximalpegel der Anordnung.

    Ist das wie bei 18s Peak to Peak zu verstehen ?
    Vollraum ??

    Lebe wohl, Michael Ebners Universum

  • PeterG
    Verifiziert
    Beiträge
    698
    • 27. April 2005 um 09:40
    • #5

    Hi Hörnli,

    Zitat

    Nur wie man die Gegenkopplung gezielt ändert weiß ich noch nicht. Ein reiner Stromfolger erscheint mir etwas zu riskant, Berechnungsgrundlagen für einen gezielten Ri wären interressant.

    Eigendlich genügt: ein Strommesswiderstand gegen Masse ( bei Brückenbetrieb wird es komplizierter) ein entsprechender OPV + oder - Verstärkung, so dass unter Berücksichtigung des Leistungsverstärkers die Verstärkung neg. ist. Der Ausgang des OPV wird über ein Poti => Reglung der "Tiefe der Stromgegenkopplung" an den Eingang des Leistungsverstärkers addiert. Dazu kann, sollte ev. auch ne OPV-Stufe genutzt werden.

    Bei ner Brücke hat der Speaker keinen Massebezug, da fällt mir auf die Schnelle keine Strommessmöglichkeit ein, denn mögliche Spannung zu Masse übersteigt die, welche OPVs im Allgemeinen am Eingang vertragen. Möglicher Weise gibt es aber Differenzverstärker, die dieses können. Suchen angesagt.

    MfG
    Peter

  • Hörnli
    Beiträge
    1.880
    • 28. April 2005 um 04:00
    • #6

    Moin,

    Hm, in mir sträubt sich alles dagegen, mit einer Gegenkopplung außerhalb der Endstufe zu arbeiten. Damit mache ich die Schutzvorkehrungen wie Cliplimiter und SOA- Strombegrenzung zunichte. Zum experimentieren reicht mir der 8 Ohm Widerstand.

    Grundsätzlich kann ich einen PA- Verstärker als OP-Amp betrachten. Ich könnte also den Amp mit der Schaltung entsprechend dem Link versehen. Lieber wäre mir der Schaltplan einer Standardendstufe mit eingezeichneter Modifikation. Ein LDPA 1600x würde passen... .

    Würde mich freuen wenn sich die Stromkoppelfans mal zu Endstufenmodifikationen äußern würden, oder ist das auch nur theoretisches "Betrachten" ??? Simuliert mit Vorwiderstand ??

    Gruß

    Lebe wohl, Michael Ebners Universum

  • AmpChamp
    Beiträge
    461
    • 4. Mai 2005 um 16:23
    • #7

    Hallo Hörnli,

    welche Leistung möchtest du denn bei deiner Stromendstufe haben (oder habe ich das überlesen? :? )
    Irgendwie hätte ich Bedenken, eine käufliche Endstufe mit über 250W (pro Kanal) auf "Strom" umzubauen.
    Würde es denn auch diese Leistung und eine Eigenbau-Endstufe fürs Erfahrung-Sammeln tun? Evtl. könnte man ja was umbauen/hinpfriemeln. Wenn dann damit die Grundlagen bestimmt sind, kann man ja verbessern.

    CU,
    AC.

    Bunt ist das Dasein und granatenstark
    "There's one more kid that will never go to school, never get to fall in love, never get to be cool!"
    "Yes they're sharing a drink they call loneliness, but it's better than drinking alone."

  • Hörnli
    Beiträge
    1.880
    • 4. Mai 2005 um 17:08
    • #8

    Moin,

    jaaa, AmpChamp ist da :)

    Nunja, den Grundlagenversuch mache ich sobald ich meine E120 Boxen zurückleihen kann mit einem 8 Ohm Vorwiderstand. Wenn sich ein gutes Ergebniss zeigt gehts um die Wurst, meint:

    RiesenAmp vom Markt, mit 16 Ohm unterbelastet und am Vorwiderstand Leistung verbraten...

    oder eine etwas kleinere Endstufe vom Markt, modifiziert auf 8 Ohm Ri

    oder zusätzlich noch auf 16 Ohm optimiert um sinnloses Trafo und Kühlkörpergewicht zu sparen, Das wäre aber eher ein Neubau, ich denke da würde ich 20 kg mehr im Rack gerne verschmerzen.

    Wenn sich zum Beispiel eine gebrückte LDPA 1000 auf 8 Ohm Ri modifizieren ließe....

    Wenn es einen DSP- gesteuerten Digitalamp von der Stange gäbe mit dem man eine frequenzabhängige Gegenkopplung programmieren......

    Ich benötige nicht unbedingt mehr als 250 Watt 8 Ohm, jedoch liegt die Lastimpedanz im für mich relevanten Bereich 200+ meines geplanten Lautsprechers deutlich darüber, ich denke da brauche ich ungewöhnlich hohe Spannungen bei ungewöhnlich kleinen Strömen.

    Gruß

    Lebe wohl, Michael Ebners Universum

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