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Simulation von Hörnern mit Finiten Elementen

  • Winterheart
  • 6. Mai 2005 um 16:48
  • Winterheart
    Beiträge
    54
    • 6. Mai 2005 um 16:48
    • #1

    Hallo Leute!
    Seit 2 Wochen beschäftige ich mit damit, Hörner mit Finiten Elementen zu simulieren, weil ich denke, das hirdrin noch richtig Potential für die Hornentwicklung steckt.
    Angefangen hab ich mal das HD15 in 2D nachzubauen um mal prinzipielle Abläufe nachzuvollziehen und zu checken, ob es möglich ist akkustische Analysen auf diesem weg durchzuführen. Es ist möglich.
    Jetzt möchte ich als nächstes das HD15 mit Eminence Kappe 15lF in 3D modelieren und versuchen den gemessenen Frequenzgang nachzusimulieren. Mein Ziel ist es, wenn das mit der Nachahmung des HD15 klappt, selber komplexe Hörner zu simulieren, für die es keine mathematischen Rechenmodelle gibt.

    Doch vorher hab ich einige Fragen an die Leute, die sich da auskennen.
    Um den Speaker zu simulieren brauch ich eine mechanische Übersetzung der TSP. Also den mechanischen Masse-Feder-Dämpfer-Schwingkreis. Habe mal gehört, sowas gibt es. Kann mir da jemand weiter helfen? Leider kann ein Finite-Element-Programm nur mechanische Daten verarbeiten, aber keine elektronischen.
    Werde meine Ergebnisse dann an dieser Stelle zu Verfügung stellen.

    Wen es interresiert:
    Hier mal ein paar Videos meiner bisherigen Simulation:
    http://www.mayhem-dreams.de/velocity.gif (3MB)
    http://www.mayhem-dreams.de/pressure.gif (5MB)
    Die Ergebnise bitte nur qualitativ interpretieren. Die Zahlenwerte haben keine Aussage! Nooch nicht *g*
    An Stelle der Membran wird die Luft durch eine Geschwindigkeit angeregt. Die Frequenz beträgt 100 Hz.

    Hoffe mal, meine Gehirnausdünstungen langweilen nicht zu sehr *g*
    Also, wenn jemand Rat, Ideen, oder Kritik hat, dann immer raus damit :)

    Matthias

    Lieber erst mal viel aufdrehen, wenns dann zuviel war, kann man immer noch weniger nachdrehen!!!

    2 Mal editiert, zuletzt von Winterheart (7. Mai 2005 um 02:34)

  • Wolf
    Beiträge
    260
    • 6. Mai 2005 um 16:59
    • #2

    Hallo,
    ich kann mir die Filme leider nicht ansehen, würde mich aber interessieren. Mein Player will nicht.
    Meinst Du die Finite-Elemente-Methode? Zerlegung in kleinste geometrische Teile mit DGL's zur Bestimmung von Spannungen und Verformungen?
    Ich will Dich nicht verbessern, aber Fenite sagt mir nichts.
    Schönen Gruß
    Wolf

  • Winterheart
    Beiträge
    54
    • 6. Mai 2005 um 17:09
    • #3

    Hi!
    Die Videos sind mit DivX komprimiert.
    http://www.divx.com/divx/?src=toptab_divx_from_/index.php
    Damit sollte es gehen.
    Ja ich meine natürlich Finite-Element-Methode. Danke.
    Werde das gleich verbessern!!

    Lieber erst mal viel aufdrehen, wenns dann zuviel war, kann man immer noch weniger nachdrehen!!!

  • Emigament
    Beiträge
    128
    • 7. Mai 2005 um 01:20
    • #4

    ich konnte mir die dateien zwar nicht ansehen aber die idee ist genial. ich hab dieses semester die FEM-vorlesung und hab schon daran gedacht mein subwoofer-gehäuse mit FEM zu optimieren. dafür ist das ganze ja eigentlich gedacht (spannungs-maxima). was für ein FEM-programm benutzt du denn? ich konnte die dateien wie gesagt nicht einsehen...

  • Winterheart
    Beiträge
    54
    • 7. Mai 2005 um 02:07
    • #5

    Da viele die Videos nicht sehen konnten, hab ich sie jetzt mal als animiertes Gif gemacht. Da is die Qualität auch besser.
    Emigament
    Ich benutze ADINA Systems 8.1. Da ist bei uns in der FH die Vollversion inst. und für alle Studenten frei nutzbar. Sollte aber auch mit anderen Proggs wie ANSYS oder Nastran gehen.

    Aber nochmal zu meiner eigentlichen Frage:
    Weiß jemand Rat, wie man die Thiele-Small Parameter in ein äquivalentes mechanisches System übersetzt? Habe schon Gegoogelt wie ein Verrückter. Das Einzige was ich finde sind elektronische Ersatzschaltungen.

    Lieber erst mal viel aufdrehen, wenns dann zuviel war, kann man immer noch weniger nachdrehen!!!

  • Emigament
    Beiträge
    128
    • 7. Mai 2005 um 02:35
    • #6

    also ich hoffe ich blamiere mich jetzt nicht: das mechanische äquivalent zu einem elektrischem schwingkreis ist doch der einmassenschwinger d.h. trägheit=induktivität, dämpfung=ohm, feder=kapazität.
    die DGLs sind absolut analog...
    es gab in früheren K+T artikel drüber, ursprünglich wurde ja das mechanische in das elektrische system überführt, mit der oben genannten methode.

  • Hörnli
    Beiträge
    1.880
    • 7. Mai 2005 um 07:18
    • #7

    Moin,

    @ Winterheart: Wow, das ist ja eine wahre Augenweide. Umgib das ganze Horn mit Luft, bis ins Quasi- Unendliche. Dann hast Du gleich ein Abstrahlmodell. Das ist, vor allem in visualisierter Form interessant für alle.

    Gerade im Umfeld der Box wäre auch die Visualisierung der Energie, also dem phasenrichtigen Produkt aus Schnelle und Druck interessant.

    Ein Chassis hat eine schwingende Fläche, deren Eigenschaften in den TSPs beschrieben sind. Dort findet sich die Membranegröße und das Gewicht.

    Für die Federsteife der Aufhängung kannst Du das VAS- Volumen rannehmen, das gibt an wieviel Luft in einem Gehäuse sein müsste damit deren Federsteife der Federsteife der Aufhängung entspricht. In Dein Modell müsste sich das als Virtuelles Volumen dem realen überlagern lassen. Das meint Du hast eine reale Rückkammer am HD15 die Du wie den Hornverlauf auch mit Luft füllst und dazu addiert eine virtuelle Luftmenge, das VAS. die Auswirkungen addierst Du an der Membrane und fertig.

    Die antreibende Kraft wird durch das BL- Produkt beschrieben. die gibt an bei wieviel Ampere welche Kraft vom Antrieb erzeugt wird: N/A.

    Der Vereinfachung halber würde ich den Strom am Gleichstromwiderstand Re der Schwingspule fließen lassen, so kommst Du zur antreibenden Kraft. Spannung des Amp- Ausgangs, am Re gibt Strom und der die Kraft.

    Später kann man dann aus der Phasenlage zwischen Membranebewegung und antreibender Kraft die Impedanz des Lautsprechers bei gegebener Frequenz errechnen. Diese Phasenlage dürfte die gleiche sein wie die Phasenlage zwischen Strom und Spannung aus der sich die Impedanz errechnet.

    Zum einen erhoffe ich einen Kommentar der TSP- Fraktion, denn mein Latein ist schon bei den letzten beiden Absätzen knapp und sicher nicht ohne Fehler.

    Zum anderen Dir viel Erfolg. Das wäre sehr geil eine Box im Vollraum und auf dem Boden im Freien simuliert zu bekommen. Damit käme man sehr weit.

    Gruß

    PS Ich schau mal ob ich in meinen Büchern Modelle finde.

    Lebe wohl, Michael Ebners Universum

  • Winterheart
    Beiträge
    54
    • 7. Mai 2005 um 10:17
    • #8

    @ Hörnli:
    Die Umgebung hab ich schon auch mit einem Radius von 3m und dann unendlichen Randbedingungen mitsimuliert, habs aber auf den Gifs weggelassen. Intreressant wäre auch ob ich das dem Proggy beibringen kann, den Druck gleich im Log-Maßstab auszugeben. Der Druck auf dem Gif ist ja linear, deshalb sieht man ja am Hornmund schon fast keine Veränderung mehr. Wie gesagt, das waren erste Prinzipversuche.

    Den LS wollte ich folgender Maßen modelieren:
    Eine Membran mit passender Biegesteifigkeit (wenn das wichtig is??) und genauem Gewicht. Die Memran sitzt natürlich zwischen Vor- und Rückkammer. An der Membran ist In Hubrichtung eine Feder angebracht und ein Dämpferelement. Die Membran wird durch eine mittige Kraft angeregt.

    Ich hab natürlich jetzt keinen Bock irgendwelchen DGL´s zu lösen und mit imaginären Zahlen rumzuspielen :) Es muß doch irgendwelche Tabellen geben, welcher TSP welchem Mechanischen Systemteil zuzuordnen ist. Und vor allem wie sich die Zahlengrößen ändern.

    Das ich über das BL, auf die Kraft komme hab ich mir schon gedacht. Die Membranmasse is auch gegeben, aber wie sieht das mit der Feder aus? Vas is ja soweit klar, aber es gibt doch mehr, wie die Sickeneinspannung etc. Is das alles in Vas enthalten? Und wie komme ich von Lieter zu N/mm ? Kann man sowas einfach statisch ausrechnen? Also einfach Vas in das ein Kolben mit Membranfläche reindrückt?
    Und wie sieht das mit der Dämpfung Qts aus? Die darf man natürlich nicht vernachlässigen. Würde die sich überhaupt ändern? Dämpfung is doch Dämpfung, ob elekronisch oder mechanisch?

    Fragen über Fragen....

    Lieber erst mal viel aufdrehen, wenns dann zuviel war, kann man immer noch weniger nachdrehen!!!

  • Sound-Klinik
    Verifiziert
    Beiträge
    7.900
    • 7. Mai 2005 um 12:09
    • #9

    ... in den AES-Papers gibt doch viele schöne Modellierungen - fang mit einem einfachen Modell (CB) an und erweitere das dann schrittweise.

    Schon bei einem "normalen" Horn wird die Sache recht umfangreich (lesenswert: das Modell von M. Leach) - und bei komplexeren Systemen gehts nur noch mit Näherungen ...

    ... und wenn ich mal nichts anderes zu tun habe und mir langweilig ist, dann mach ich sowas (... irgendeine verrückte partielle DGL. x-ter Ordnung ...) vielleicht mal für meinen Basshybrid. 8)

    Mal grundsätzlich:
    Viele entwickeln LS-Systeme unter Verwendung vorhandener Berechnungsverfahren bzw. -programme, bei denen bestimmte Annahmen, Vereinfachungen und Näherungen gemacht wurden (die nicht immer dokumentiert sind).
    Wenn ein zu entwerfendes LS-System dann mal ein wenig mehr davon abweicht (... womit eher immer zu rechnen ist, denn schon die wirkliche mechanische Stabilität der Lautsprechermembran führt zu unerwarteten "Fehlern"), bauen viele (auch Industrieentwickler ...) einen Boxenfriedhof.

    Abhilfe: Am Anfang eines Projekts weniger mit "Altbewährtem" rechnen sondern mal mehr nachdenken, mit welchen Effekten/Phänomenen im praktischen Betrieb (aufgrund von Erfahrungen mit anderen Systemen ...) bei einer Konstruktion gerechnet werden muß.

    Ein Beispiel ist mein "SK-Bastelhorn": Im Singlebetrieb dominiert das Hornverhalten noch nicht, sondern es treten andere Effekte (... und zwar in positiver Weise !) auf. Wer sowas lediglich mit einem fertigen Programm nur als Horn "simuliert", kommt auf solche konstruktive Ideen dann möglicherweise gar nicht erst.

    Fertige Berechnungsprogramme sind m.E. nur eine komfortable Rechen-Hilfe ... mehr nicht. Die ersten Fragen sollten immer lauten: Was muß das Ding können und wie groß darf es sein ... dann: mit welchen konstruktiven Maßnahmen kann ich dieses Ziel erreichen ... und ERST DANN wird ggf. gerechnet ...

  • Emigament
    Beiträge
    128
    • 7. Mai 2005 um 12:46
    • #10

    Vas = p [Umgebung] * c^2 * A^2 * Cms

    Vielleicht hilft dir das weiter:http://www.fh-augsburg.de/~clemen/lehre/audio/LS_Modell.PDF

    daraus hab ich die Gleichnung, ist von der FH Augsburg, die geniessen eine eigene Vorlesung über das Thema :shock:

  • Emigament
    Beiträge
    128
    • 7. Mai 2005 um 12:54
    • #11

    Cms [nachgiebigkeit] ist gleich kehrwert der federsteifigkeit. weißt du bestimmt schon, wollte auch nicht klugscheißen, vollständigkeitshalber eben :wink:

  • Winterheart
    Beiträge
    54
    • 7. Mai 2005 um 14:09
    • #12

    @ Soundklinik
    Habe gehofft, daß du dich mit einschaltest. Aber mir geht es in erster linie nicht darum, ein konkretes Horn zu bauen, sondern nur darum, die FE-Methode als Simulationsmöglichkeit zu nutzen. Und deswegen will ich erstmal in einem Versuch herausfinden, was man alles beachten muß. Ob und wie wirtschaftlich man dann diese Erkenntnisse für eine Entwicklung eines bestimmten Horns nutzen kann, werde ich dann sehen.
    Natürlich kann man nicht einfach das Rechnen anfangen. Zuerst muß der Plan und das Prinzip bekannt sein, aber das is ja überall in der Technik so.
    Was muß das Teil können, was will ich > wie kann ichs erreichen > Prinzip > Optimierung.
    Und genau um die Optimierung geht es ja bei der ganzen Sache :)
    Ich rede ja nicht von fertigen Berechnungsprogrammen, sondern genau auf den jeweiligen Fall angepasste Analysen, mit möglichst wenigen Idealisierungen.

    @ Emigament
    Danke für den Link! Das wird mich erstmal Weiterbringen

    Wenn noch mehr Leute was beizutragen haben, bin immer aufgeschlossen!

    Lieber erst mal viel aufdrehen, wenns dann zuviel war, kann man immer noch weniger nachdrehen!!!

  • Sound-Klinik
    Verifiziert
    Beiträge
    7.900
    • 7. Mai 2005 um 14:20
    • #13
    Zitat von "Winterheart"

    @ Soundklinik
    Habe gehofft, daß du dich mit einschaltest. Aber mir geht es in erster linie nicht darum, ein konkretes Horn zu bauen, sondern nur darum, die FE-Methode als Simulationsmöglichkeit zu nutzen. Und deswegen will ich erstmal in einem Versuch herausfinden, was man alles beachten muß.

    ... interessant wäre sowas, wenn man auch Lautsprechereigenschaften, die sonst eher "unter den Tisch" fallen, einbeziehen könnte ... z.B. auch unter Grenzbedingungen.

    Du scheinst Dich ja (gemäß Deinem Profil ...) u.a. auch mit Materialfestigkeiten, Biegemomenten etc. beschäftigen zu müssen - vielleicht wäre die Einbeziehung solcher "Materialparameter" (Membran, Nichtlinearitäten der Zentrierung etc.) mit dem von Dir angedachtem Verfahren - zunächst ausgehend von CB und BR - lohnenswert.
    Erweitern kann man ein solches Modell dann, wenn es vernünftige Vorhersagen macht (... mit grottenschlechten Chassis kann man dabei bestimmt für die Modellierung mehr herausfinden ...), dann hinterher sowieso ...

  • Winterheart
    Beiträge
    54
    • 7. Mai 2005 um 17:18
    • #14

    Ja, das is natürlich auch ein Ansatz! Hörner sind für den Anfang wohl etwas zu komplex. Aber in die Richtung Festigkeit-Akkustik-Interaktion was zu machen ist auch interressant. ZB der Einfluß der Biegeschwingung der Membrane oder Festigkeitsversagebn durch zu hohen Strahlungswiederstand.
    Die Schwierigkeit hierbei ist nur, die genauen Werkstoffdaten der Membran zu bekommen. Ohne Proben und Versuche wird das nicht zu machen sein!
    Was ich mir auch interresant vorstellen könnte, wäre der Einfluß der Gehäußeverformung (pulsieren, durchbiegen der Wände unter Innendruck)auf den Frequenzgang und die Auswirkung unterschiedlicher Materialstärken der Box.

    Aber ich werde mich mal daran machen und einen standart Kappa 15LF BR sub in 3D modelieren.
    Is hald kein Unterfangen, wo man innerhalb einer Woche die Erleuchtung erlangt.

    Lieber erst mal viel aufdrehen, wenns dann zuviel war, kann man immer noch weniger nachdrehen!!!

  • Emigament
    Beiträge
    128
    • 7. Mai 2005 um 18:31
    • #15

    wie ich schon gestern schrieb, die idee mit der gehäuseoptimierung per fem geht mir schon länger nicht aus dem kopf.
    damit ließen sich leichtere, billigere und weniger aufwendige gehäuse konstruieren.

    hab bereits versucht mein CATIA V5 gehäuse-model in ANSYS zu laden. das problem ist, daß ANSYS außer ein paar längen und breiten angaben deutlich mehr wissen möchte.

    z.b. weiß ich nicht, wie ich die klebestellen einbringe [biegesteife ecke?!?]. oder die verschraubung des chassis mit dem gehäuse.

    die meisten gedanken machen mir allerdings die BR-rohre. ein geschlossenes gehäuse macht einfachgesagt dicke backen wenn es unter druck gerät.
    wie müsste man aber den wiederstand der BR-rohre einbringen?!? feder-masse-system oder wie oder was?

  • Winterheart
    Beiträge
    54
    • 7. Mai 2005 um 20:01
    • #16

    Emigament
    Also Bei Holz können verleimte Ecken wie eine homolytische Verbindung betrachtet werden, also absolut biegesteif! Bei geschlaubten Verbindungen sieht das anders aus. Da muß man eine Drehfeder bestimmen.

    Der Kick bei der Ganzen Sache ist ja, das du eine Interaktion von Luft, Boxenwänden und Volumen herstellen mußt, wenn du die gegenseitige Beeinflussung analysieren willst.
    Möchtest du hingegen nur wissen ob die Kiste hält, dann brauchst nur in einer statischen Analyse den Maximaldruck draufgeben und in einer 2ten die Reonanzfrequenz der Kiste bestimmen, daß es nich zu einem Resonanzkollaps kommt.
    Aber wie sich so eine lapprige Wand auf die Wiedergabe auswirkt, das kannst du damit nicht feststellen. Dazu mußt du die Luft und die Membran mit modelieren und mit einem Interaktionslöser rangehen. Soviel ich weiß kann Ansys das alles.
    Ich würde an deiner Stelle die Box gleich in Ansys modelieren. Das einlesen von CAD-Datein in FEM-Programme klappt i.d.R nicht Richtig.

    Lieber erst mal viel aufdrehen, wenns dann zuviel war, kann man immer noch weniger nachdrehen!!!

  • Hörnli
    Beiträge
    1.880
    • 7. Mai 2005 um 21:25
    • #17

    Moin,

    Winterheart:

    Zitat

    Vas is ja soweit klar, aber es gibt doch mehr, wie die Sickeneinspannung etc. Is das alles in Vas enthalten? Und wie komme ich von Lieter zu N/mm ? Kann man sowas einfach statisch ausrechnen? Also einfach Vas in das ein Kolben mit Membranfläche reindrückt?

    Ja, ich meine, wenn Du ohnehin schon Luft simulieren kannst ist das der einfachste Weg.

    Die Antriebskraft ist vor allem bezüglich ihrer Phasenlage zur Membranebewegung wichtig. Dort die Gleichungen des Chassis anzusetzen dürfte kein Problem sein. Wenn Du also:

    Membranemasse Mms
    Fläche Sd
    VAS mit Luft simuliert
    Und die Antreibende Kraft nach Betrag und Phasenlage zur Membranebewegung in der Simu hast lässt sich der Rest leicht "ankoppeln".

    Membranverformungen: langsam, langsam, Wenn erstmal der Luftdruck auf die Membrane, gegen den Antrieb bekannt ist, kann man reale Gehäuse rannehmen, die aus Erfahrung Pappmembranen überlasten und sich so empirisch dem realen Chassis nähern. Zum Beispiel das Martinbin mit dem EV15B ist als Pappenkiller bekannt.

    Wenn es mittels Deiner Simu gelingt Hörner auf eine flache Membranlast/Frequenzkurve zu trimmen, ohne Lastmaxima, ist viel gewonnen.

    Sound-Kliniks Vorschlag mit einer CB zu beginnen ist plausibel. Aber eine Bassreflexbox, die vollständig erforscht ist, jedenfalls in allen praxisrelevanten Kriterien... Musikwidergabe mit Bassreflexboxen ist unmöglich, die weitere Erforschung sinnlos und überflüssig. Ich würde mich sehr langweilen wenn Du die Luftwirbel der Ports untersuchst und simulierst. Bitte nicht damit aufhalten.


    Jetzt mal Überlegungen zu Zielsetzungen:

    Die größte Macht der Finiten Elemente beim Entwurf von BeschallungsLautsprechern sehe ich in der Simulation von Luftschnelle und Druck bei der Schallausbreitung innerhalb und außerhalb von Lautsprechern. Innerhalb gerade bei Hörnern.

    Darum spare nicht mit dem (Luft- ) Raum um die Box. In der PA- Technik sind Entfernungen von 0- 100 Meter relevant.

    Berücksichtigt der Datensatz Luft alle Kriterien des Gasgemisches Luft (Dämpfung, Vakuum, Stoßwellen/Aufsteilung) ?

    Wenn Du Basshörner, auch im Stack, mit einer 100 Meterkugel Luft drumrum visualisiert bekommst. Und die mit Mikrofon meßbaren Druckwerte übereinstimmen bist Du weit. Wenn unmessbare Effekte wie das Kribbeln der Körperbehaarung durch Luftbewegung darstellbar werden bist Du weiter.

    Die Darstellung logarithmisch auszulegen finde ich sehr plausibel. Die TeilchenAmplitude bezüglich der Körperbehaarung finde ich auch spannend.

    Gruß

    PS: An Lautsprecherchassis wird schon lange geforscht, da ist man allein durch Versuch und Irrtum schon recht weit. Die 100 Meter Halbkugel Luft ist eine vergleichsweise junge Entdeckung und in der Praxis kaum jemals vollständig vermessen.

    Lebe wohl, Michael Ebners Universum

  • Emigament
    Beiträge
    128
    • 7. Mai 2005 um 22:30
    • #18

    Winterheart:

    das modellieren mit Ansys its ne ziemlich umständliche angelegenheit, mit Catia geht das viel schneller, aber wie du schon sagtest: die schnittstelle ist das problem, sprich das einlesen

    was ich mit gehäuseoptimierung meinte war, anstatt 30mm mdf wände zu verwenden lieber eine 19mm wand benutzten und dann via FEM eine optimale versteifungsmatrix zu berechnen. ziel: optimales masse/steifigkeits verhältnis

    das mit den hörnern klingt natürlich um einiges spannender als so ne kiste zu simulieren, bleib da auf jeden fall dran...

  • Hörnli
    Beiträge
    1.880
    • 8. Mai 2005 um 18:36
    • #19

    Moin,

    Emigament:

    Zitat

    das mit den hörnern klingt natürlich um einiges spannender als so ne kiste zu simulieren

    :oops: Ja, Bei Basslautsprechern jedenfalls, da kann man Gehäuseschwingungen gut "ertasten", manchmal sogar sehen. Bei Mitteltongehäusen sieht die Welt anders aus. Kleine Amplituden, große Wirkung... zudem ist dort die Gewichtseinsparung (Bässe hängt man selten auf, Tops besser schon) weit interessanter. Es gibt viel zu tun....

    Dringenden Optimierungsbedarf sehe ich im PA- Bereich bei Bässen in der Musikalität (Einschwingvorgang) und bei Tops im Gewicht. Wenn als Nebeneffekt leichte Bassgehäuse entstehen und besser klingende Tops (stehende Wellen im Gehäuse) ist das schön.

    @ Winterheart : Ich habe jetzt endlich die Gifs runtergeladen um sie offline in besserer Geschwindigkeit anzuschauen. Jedes Bit war die Modemlaufzeit wert :) Ich bin völlig fasziniert, vor allem, daß Du den wichtigen Einschwingvorgang dargestellt hast.

    Man sieht deutlich, daß das HD15 ein Bandpass mit Hornstummel ist, Ich bin völlig platt.

    Ich habe meine Bücher durchgeschaut, finde aber auch nur elektrische Ersatzschaltbilder. :cry:
    Beim Anschauen eines elektrischen Ersatzschaltbildes einer BR-Box habe ich die Luftreibung/Wirbelverluste im Port vermisst :lol:

    Gruß

    Lebe wohl, Michael Ebners Universum

  • Winterheart
    Beiträge
    54
    • 9. Mai 2005 um 08:35
    • #20

    Hörnli:
    Kannst du mir bitte erklären, an was in den 2 Gifs du genau erkennst, daß es sich um einen Bandpaß handelt?
    Das Einzige, was mir auffällt, ist, das sich am Hornmund, ganz oben rechts ein Schnellemaximum einstellt. Genauso, wie um das Brett im Hornhals. Desweiteren kann man ja noch gut erkennen, das der 1/4 Kreis als Hornkontur falsch ist, da der Rest der Krümmumg, nahe am Hornmund fast nicht mehr mitwirkt.
    Aber woher ziehst du den schluß, das es sich wie ein Bandpaß verhält? Nochdazu weil ich ja nur eine Frequenz dargestellt habe.
    Was man aber sehr gut sehen kann ist, das die Geschwindigkeit im Horn zur Anregergeschwindigkeit ca. 90° verschoben ist

    Lieber erst mal viel aufdrehen, wenns dann zuviel war, kann man immer noch weniger nachdrehen!!!

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