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TSP-Messung

  • Hörnli
  • 17. März 2008 um 18:28
  • Mechwerkandi
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    • 16. Juni 2008 um 10:55
    • #61

    Das kommt der Sache doch schon näher... :wink:

    IMHO bleibt es relativ müssig, vermeindlich absolute Ergebnisse zu publizieren, wenn sich mangels nachvollziehbarem Umfeld die Aussagen von Dritten nicht im üblichen Toleranzfeld darstellen lassen.

    Eine relative Bewertung der Ergebnisse und fallweise ein A-B Vergleich würde die Darstellung in diesem Umfeld objektiver gestalten. Dadurch relativieren sich auch die beschriebenen Unzulänglichkeiten, weil sie sich dann auf mehrere parallele Abläufe in gleicher Art auswirken.

    Will sagen:
    Eine näherungsweise objektive Aussage über das Fahrverhalten eines PKW mit einem platten Reifen lässt sich durchaus darstellen, wenn alle einen Platten haben. :wink:

  • tufkasr
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    • 16. Juni 2008 um 12:13
    • #62

    Moin Andi,

    Deiner Ansicht, dass systematische Fehler mehrerer Versuchsanordnungen eine objektive Beurteilung der Objektcharakteristik zuliessen, will ich mich nicht anschliessen. Meßwerte sind immer Gegenstand anschließender Interpretation; systematische Fehler, noch dazu in Systemen, deren Eigenschaften durch Messung und Interpretation erst beschrieben werden muessen, koennen sich zu Groeßenordnungen fortpflanzen, die eine sinnvolle Versuchsauswertung verhindern.

    Zum Thema Toleranzfeld; gibt es denn mittlerweile eine Statistik zum ARTA-Ringversuch? Fakt ist eines - jeder Ingenieur muss stellenweise mit Messergebnissen und Interpretationen anderer arbeiten. Um eine Vergleichbarkeit von Messergebnissen zu erreichen, werden Versuche und die notwendigen Einrichtungen genormt. Zudem gibt es Akkreditierungskoerperschaften (siehe NATA), welche die Qualifikationen des Laborpersonals pruefen. Denoch - wenn ich Zweifel an der Richtigkeit eines Wertes habe, ist es meine Pflicht, mir eigene Erkenntnisse ueber die Sache zu erarbeiten. Es gilt stets, zwischen Allgemein- und Detailerkenntnis zu unterscheiden.

  • Mechwerkandi
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    • 16. Juni 2008 um 14:39
    • #63
    Zitat von "svenr"


    Deiner Ansicht, dass systematische Fehler mehrerer Versuchsanordnungen eine objektive Beurteilung der Objektcharakteristik zuliessen, will ich mich nicht anschliessen.

    Das trifft es auch nicht ganz.
    Ich bin der Ansicht, das die Kenntnis (!) um die bewusste Unzulänglichkeit die eigene Beurteilung objektiver macht.

    Ich gehe allerdings völlig überein dahin, das Darstellung von Ergebnissen als "absolute Grösse" ohne Wissen um die Unzulänglichkeiten für wenig nützlich zu halten. So was hat die Eigenart, den Verstand in eine falsche Richtung zu lenken... :wink:

    IMHO wichtig ist in diesem Kontext auch die Bewertung des Verfahrens an sich. Eine Längenmessung mit einem Rollmaßband ist da tendentiell eher gering fehlerbehaftet, eine komplexe Audiomessung wird schon schwieriger.
    Vermutlich ist ab einem bestimmten Punkt die Schaffung des notwendigen Umfeldes aufwändiger als die Messung selber.

  • Hörnli
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    • 18. Juni 2008 um 00:46
    • #64
    Zitat von "svenr"

    Das bifilar aufgehangene Chassis stellt einen Doppelschwinger bestehend aus Membranmasse (Mms) und Chassismasse (Mc) dar. Zur Berechnung der Resonanzfrequenz wird eine Ersatzmasse Mme=(Mms*Mc)/(Mms+Mc) gebildet.

    Moin Sven,

    vielen Dank für Deinen Beitrag, eine harte Nuß, an der ich nun schon ein paar Tage kaue ;)

    ich zweifle, und versuche zu widerlegen.

    Wenn man den Chassiskorb fest mit einer unendlich großen Masse verbindet, dann wirkt die Cms zusammen mit der Membrane als definierter Feder/Masse- Schwinger (Federpendel). Am realen Chassis mag sowohl die Feder, als auch die Mms etwas vom Hub beeinflusst sein. Die Einspannungsfeder ist nicht ideal linear zur Auslenkung, und die mitschwingenden Federteilmassen können variieren. Doch zumindest für den angewendeten Hub stimmt Messung und Rechnung sicher überein.

    Zweifelhaft ist jedoch der Einfluß der von mir (der mechanischen Einfachheit wegen) vorgezogenen freien Seil-Aufhängung des Chassis mit waagrechter Mittelachse. Der Korb führt schließlich eine zur Mms gegensätzliche Bewegung aus. Mms und Korb schwingen um zwei stillstehende ringförmige Linien, eine auf der Sicke, die Andere auf der Spinne. Die Cms wird also in zwei Teilfedern aufgeteilt. Der üblicherweise kleinere Teil der Feder (kleine Amplitude des Korbes) bildet zusammen mit dem Korb ein Federpendel, der größere Teil federt und resoniert mit der Mms. Auch wenn ich keine Quelle für die angewendete Formel zur Ermittlung der:

    Zitat von "svenr"

    Ersatzmasse Mme=(Mms*Mc)/(Mms+Mc)

    gefunden habe zweifle ich die Richtigkeit zunächst nicht an. Ich vermute den Fehler in der fälschlichen Nutzung der Cms des Chassis zusammen mit der berechneten Membrane-Ersatzmasse. Denn: Es wirkt nicht die volle Länge der Feder zusammen mit der Mms, sondern eine durch Verkürzung härtere Teilfeder. Also nicht die Cms, sondern härter... . Der kleine Federteil auf der Korbseite ist sogar so hart, daß eine Mc = 3420g mit der selben Frequenz schwingt wie die Mms mit der längeren (weicheren) Teilfeder.

    Allerdings müsste bei diesem Modell mit einem stillstehenden Mittelpunkt und härteren Teilfedern die Ersatzmasse größer als Mms sein, damit sich mit der härteren Teilfeder die selbe Resonanzfrequenz ergibt, die auch mit fest eingespanntem Korb zu ermitteln wäre.

    ich habs also garnicht begriffen. :oops:

    Extremwerte:

    Mc 3499g, Mms 1g => Mme=0,9996g
    Mc 1750g, Mms 1750g => Mme=875g

    ich begreife es nicht

    ich brauche wohl Nachhilfe bezüglich der Herleitung der Formel.
    Und ich möchte wissen warum trotz verkürzter härterer Teilfeder die Ersatzmasse niedriger liegt.


    Fatal scheint vor allem, daß sich bei der Bestimmung der Mms, freihängendes Chassis und Zusatzgewicht, die Verhältnisse ändern, und so diese Mms nicht stimmen kann. Wenn auch die Änderung des Verhältnisses gering ist. Überhaupt, welcher Hub wäre denn gleichzusetzen, der Absolute, Chassis zu Membrane, oder der Relative zum Stillstandspunkt? Nur Ersterer hätte die gleiche Cms, bedenkt man die zu vermutende nichtlineare Cms.

    Im Grunde ist es ja einfach, den Chassiskorb mit unendlich großer Masse fest verbinden, dann ohne und mit Zusatzgewicht bei gleichem Hub. Diese Mms stimmt. Dann lässt sich die Cms bei verschiedenen Hüben aus der Drift der Reso ermitteln.

    EDITH sagt, vielleicht ist es ja doch einfach eine genauere Näherung zu finden. Der Meßfehler scheint ja ein feststehendes Verhältniss zum Verhältniss Mc zu Mms zu haben, Mit Zusatzgewicht ändert sich der Meßfehler zum Verhältniss Mc zu Mms+Zusatzgewicht. Ermittelt man den Fehler auch für den Meßdurchgang mit Zusatzgewicht kann man auch diese Reso korrigieren und erhält so eine um Größenordnungen genauere Mms aus der Seilmethode. Bei einem weiteren Meßdurchgang könnte man dann die Ermittelte Mms einsetzen und so die Korrektur verbessern...

    Aber erstmal möchte ich begreifen, warum sich die Reso mit dem Korbgewicht überhaupt ändert.


    Ein reales Chassis sondert bei Freiluftresonanz keinen relevanten Schall ab, und nimmt auch Schall derselben Frequenz kaum mikrofonisch auf. Dazu fehlt bei den tiefliegenden Resonanzfrequenzen realer Chassis schlicht der Strahlungswiderstand. Zudem ändert sich das Volumen des Meßraumes nicht mit der Membranbewegung. Ich vermute daher, daß der Raumeinfluß auf diese Messung endgültig im irrelevanten Promillebereich entschwindet.

    Inwieweit stehende Wellen im Betonkeller auch eine vermeintlich kurz genug gefensterte Messung einer Box stören ist hier nicht das Thema.

    Gruß

    Lebe wohl, Michael Ebners Universum

  • tufkasr
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    • 18. Juni 2008 um 03:03
    • #65

    Hallo Hoernli,

    ich nehme an, du hattest ein wenig Urlaub; ich hatte schon Befuerchtungen, du haettest dich aus den Niederungen der Diskussionskultur vertreiben lassen.

    Die Loesung der differentiellen Bewegungsgleichung eines Doppelschwingers sieht ungefaehr so aus:

    Aus der Loesung wird auch die Herleitung der Ersatzmasse ersichtlich. Um auf deinen Gedanken zurueckzukommen: rein theoretisch schwingen beide Massen mit gleicher Frequenz und unterschiedlicher Amplitude um einen festen Ruhepunkt (siehe Definition der Auslenkungs- und Kraftvorzeichen und den Ansatz des Massenschwerpunktes m1x1+m2x2=0). Die Vorstellung zweier Teilfedern ist irrefuehrend. Beide Massen sind mit einer Feder konstanter Steifigkeit miteinander verbunden. Die Auslenkung der Feder summiert sich aus den Ruhepunktauslenkungen x1+x2 der beiden Massen. Nach dem dritten Newton'schen Gesetz muessen die an der Feder angreifenden Kraefte zu jedem Zeitpunkt identisch sein.

    Ich versuche, mich an linearen Modellen orientieren, um die Komplexitaet der Probleme ueberschaubar zu halten. Daher wuerde ich vorschlagen, als kennzeichnende Auslenkung die Differenz von Schwingspulenlaenge und Polplattenstaerke zu definieren. Unabhaengig der Polkern-, Kurzschlussring- oder Polplattengestaltung ist die Wahrscheinlichkeit einer ansatzweise gleichverteilten Antriebsstaerke in diesem Bereich am groessten. Die Ermittlung der mittleren mechanischen Nachgiebigkeit wuerde ich aus praktischen Erwaegungen heraus ebenfalls fuer diese Auslenkung vornehmen.

    Dein Ansatz zur Ermittlung der wirksamen Membranmasse (fuer eine definierte Auslenkung) ueber ein Massendifferenzverfahren trifft den Kern. Der Zusatzbelastung der Membran mittels Magneten traue ich hingegen nicht ueber den Weg; ich befuerchte, dass zusaetzliche Kraefte zwischen Antrieb und Membran wirksam werden koennten (speziell in flach bauenden Chassis). Karosseriekitt oder Kuecheneinrichtungen scheinen da der bequemere Weg. Im uebrigen - das Verfahren mit Zusatzmasse erlaubt es, die Nachgiebigkeit aus der Loesung des Problems auszuschliessen, da diese bei gleicher Auslenkung als gleich anzusehen ist. Somit laesst sich das Ergebnis des ZSE-Versuchs fuer die gleiche Auslenkung ueberpruefen. Das vorher erwaehnte Problem der unbekannten Membranmasse waere geloest, lediglich die mitschwingende Luftmasse muss richtig abgeschaetzt werden.

    Sobald man sich ueber die Korrektur der Resonanzfrequenz einig ist, koennte man die Fehlerfortpflanzung des Verfahrens untersuchen. Ich bin mir sicher, dass mit ueblichen Messeinrichtungen wesentlich verlaesslichere mechanische Parameter ermittelt werden koennen, als dies mit Absolutimpedanzmessungen der Fall ist. Es bleibt nur die Frage, wie sich die mechanischen Verluste untersuchen lassen. Untersuchungen der Auslenkungsdifferenz zwischen Modell und realem Treiber scheitern an der Genauigkeit der Auslenkungsmessung (Wunschzettel: Inferometer). Vorschlaege?

    (Edith meinte, ich solle missverstaendliche Halbwahrheiten korrigieren...)

    Einmal editiert, zuletzt von tufkasr (18. Juni 2008 um 11:17)

  • Mechwerkandi
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    • 18. Juni 2008 um 08:39
    • #66
    Zitat von "svenr"


    Vorschlaege?

    Den Vorgang mit einer üblichen Videokamera filmen. Im Einzelbildmodus betrachtet, sollte man die max. Auslenkung eigendlich in Relation zu einem Masstab bringen können.
    Eine Beleuchtung mit einer Signal-synchronen Strobelampe würde das Ergebnis weiter verbessern.
    Nachteil:
    Funktioniert nur bis zur Bildfrequenz sicher.

  • tufkasr
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    310
    • 18. Juni 2008 um 10:13
    • #67

    Andi,

    Nyquist's Theorem - dein Vorschlag ist naemlich rein digitale Signalverarbeitung. Fuer eine handelsuebliche Kamera mit 24fps ergaebe sich eine Samplingfrequenz von fs=24Hz. Die hoechste abzubildende Frequenz betraegt dann 12Hz...

  • Mechwerkandi
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    7.712
    • 18. Juni 2008 um 12:43
    • #68

    Gleiche Idee, anderer Ansatz:

    Kann man eine Kamera im Einzelbildmodus mit dem NF Signal triggern?

    Für das Ergebnis ist es ja unerheblich, welche jeweils maximale Auslenkung dargestellt wird.

    Nachsatz:
    Nyquist's Theorem, für den Einzelfall richtig betrachtet, aber das funktioniert auch mit höheren Frequenzen.
    Es werden dann lediglich Vielfache abgebildet. :wink:

    Bleibt die Frage der Triggerung.

    Ach, der Tag, die Sorge... :grin:

    Einmal editiert, zuletzt von Mechwerkandi (18. Juni 2008 um 13:45)

  • jogi
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    497
    • 18. Juni 2008 um 12:53
    • #69

    Das geht viel einfacher.
    Stelle einfach eine lange Belichtungszeit ein, in der mehrere ganze Schwingungen aufgenommen werden.

    Lautsprecher, Hörner und Treiber zu verkaufen

  • Hörnli
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    • 19. Juni 2008 um 09:59
    • #70
    Zitat von "svenr"

    Hallo Hoernli,

    ich nehme an, du hattest ein wenig Urlaub; ich hatte schon Befuerchtungen, du haettest dich aus den Niederungen der Diskussionskultur vertreiben lassen.


    Moin Sven,

    vertreiben? nö, aber es kam ja lange Zeit nichts Interessantes, woher hätte ich Motivation nehmen sollen.


    Hilf mir bitte noch ein wenig weiter meine Defizite aufzuarbeiten.

    was ist "d" ?

    "D" ist die Federkonstante in N/m, also der Kehrwert (1/x) der Cms in m/N ?
    Also ist Cms 1.7E-4m/N = 5882N/m?

    was ist "t"

    In der Grenzwertbetrachtung ganz unten meint "m2 -> unendlich" eine unendlich kleine m2 , und "c" die Lichtgeschwindigkeit?


    Als Hub den Spule/Platte-Hub anzusetzen halte ich für sinnvoll, allerdings wird das in der Praxis etwas mit dem Konstantstrom-Aufbau armer Leute kollidieren. Die Spannung der Endstufe ist endlich, und so wird man einen Kompromiss mit dem Vorwiderstand finden müssen. Da das bei meiner Methode, wo ich ja nur die Resonanzstelle finden muß, lediglich Auswirkung auf die Ablesegenauigkeit der 3 Frequenz-Messung hat ist das sicher verschmerzbar.

    Wie Du die ZSE-Methode hier einsetzen möchtest ist mir nicht ganz klar. Sicher ist es möglich mit Gewicht und Strom auch das BL abseits der Nullage zu ermitteln. Dazu gibt man Gleichspannung auf den Antrieb bis die gewünschte Position erreicht ist, legt das bekannte Gewicht auf, und erhöht die Spannung bis die Wunschposition wieder erreicht ist. Die Differenz der gemessenen Ströme mit dem Gewicht ergibt das korrekte BL für diese Auslenkungs-Position. Entsprechend klappt das auch für die Gegenrichtung.

    Da nun das BL für diese Position bekannt ist genügt es diese Position ohne Gewicht mit Gleichspannung anzufahren, und man kann über das für diese Position ermittelte BL und den gemessenen Strom die Cms für diese Position ermitteln. Die Genauigkeit ist hauptsächlich durch die Genauigkeit der Positionsmessung begrenzt.

    Ich denke hier an zwei Skalen. Eine an der Membrane, in Millimetern, Die Andere am Korb mit Nonius, also wie ein Meßschieber. So lassen sich 1/10 mm problemlos messen. Die Skalen kann man auf Papier ausdrucken. Da Drucker vermutlich nach wie vor in Zoll rastern ist es vielleicht nötig auch zöllig zu skalieren, damit das scharf wird...

    Wenn die Kamera scharfe Einzelbilder liefert, ja wenn... Der Chip wird ja nicht auf einem Zeitpunkt ausgelesen. Ich gehe davon aus, daß sich die üblichen PC-Chatgurken für das Auslesen eines Frames auch die Zeit genehmigen, die ein Frame dauert. Hier hilft wohl nur ein genau synchronisiertes Strobe, das definierte Einzelbilder auf den Chip brennt, mit der Hoffnung daß der Chip selbst träge ist und "nachleuchtet". Hier ist die gute Frage, ob man nicht gleich ein Strobe am Anregungs-Sinus synchronisiert und die maximale Auslenkung anblitzt. Egal was die Kamera nun tut wird man wohl im Geflimmer ab und an einen guten Shot des Umkehrpunktes erwischen.

    Digital ist besser, ...immer :wink:

    Ich schätze, daß man die Papierskalen direkt ablesen kann, statisch ohnehin, dynamisch wenn man sie anstrobt. Beim Meßschieber klappt das ja auch aufs 1/10tel. Schwachsichtige nehmen eben eine Lupe.

    Im Ergebniss kann man sicher brauchbare Kurven für BL und Cms getrennt aufzeichnen, und eine gute Schätzung des nutzbaren Hubes anstellen.

    Gruß

    Lebe wohl, Michael Ebners Universum

  • tufkasr
    Beiträge
    310
    • 23. Juni 2008 um 09:13
    • #71

    Moin Hoernli,

    C in der letzten Gleichung ist Cms=1/D (ich war etwas kuerzelfaul)- der Zusammenhang entspricht der konventionellen Herleitung der Resonanzfrequenz aus den Parametern bewegter Masse und Nachgiebigkeit, und dient als Kontrolle der Loesung der Differentialgleichung. Der gewaehlte Ansatz des Kraeftegleichgewichts setzt die auf die Feder wirksamen Kraeften mit denen der beiden Teilmassen gleich (sum F = 0). Aus diesem Ansatz wird ersichtlich, dass alle Kraefte Funktionen der Auslenkung folgen. Verallgemeinernd wird die Auslenkung als ungedaempfte harmonische Schwingung in Abhaengigkeit der Eigenfrequenz und der Zeit definiert. Die Kraefte der Teilmassen F=m * a werden umgestellt, um den Zusammenhang zur Auslenkung herzustellen. Es gilt, dass die Beschleunigung a der zweiten Ableitung der Auslenkung x nach der Zeit t entspricht. "d" ist dabei nur der Differenzialoperator; es gilt a = d2x/d2t; "d2" bedeutet zweite Ableitung. Damit ist eigentlich alles gesagt - Substitution der Ansatzgleichungen und Implementierung der Randbedingungen in die Differentialgleichung sind nur Zahlenspielerei.

    Es ergibt sich, dass die Eigenfrequenz w1 die systemische Resonanzfrequenz des Doppelschwingers aus den Massen m1 und m2 darstellt. Aus der Gleichung ergibt sich auch der Zusammenhang der Ersatzmasse. Die Grenzwertbetrachtung lim(x2->inf) zeigt, dass ein unendlich grosses m2 die Ersatzmasse der Teilmasse m1 gleichstellt.

    Die von dir beschriebene Methode zur Ermittlung von Bl(x) und Cms(x) sollte bestens funktionieren. Um den Aufwand zu minimieren, wuerde ich erst ab einer gewissen Mindestauslenkung einsteigen. Die Frage bleibt: welches Masz definiert man als den "Grenzzustand der Gebrauchstauglichkeit"? Um das Rad nicht neu zu erfinden, tendiere ich dazu, die gewonnenen Messwerte Bl(x) und Cms(x) zu benutzen, um das "Klippel-Light"-Verfahren zu verbessern. Anstatt der linear ermittelten Auslenkung fuer eine Spannungsstufe werden realistischere Auslenkungen angesetzt, um die Spannung, welche zu Verzerrungen groesser x % fuehrt, zu ermitteln.

  • Sound-Klinik
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    • 23. Juni 2008 um 10:10
    • #72

    @svenr
    Das Niveau steigt: DGLs im Party-PA-Forum. :wink:

    Fehlen jetzt nur noch Reibung (näherungsweise irgendwas mit zweiter Ableitung von x) und eine von außen anliegende Kraft (damit es überschaubar bleibt: sinusförmig ... und dann mal verschiedene Frequenzen ansetzen - bzw. ermitteln, bei welchen Frequenzen sich was "aufschaukelt"). :)

  • tufkasr
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    • 23. Juni 2008 um 11:36
    • #73

    @ Sound-Klinik

    Mechanische Verluste spielen fuer die Ermittlung der Resonanzfrequenz, und nur um die Bestimmung dieser geht es bei genanntem Versuch, keine Rolle. Die Definition der Auslenkung x(t)=cos(wt) ist rein sinusfoermig.

  • Sound-Klinik
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    • 23. Juni 2008 um 12:32
    • #74
    Zitat von "svenr"

    Mechanische Verluste spielen fuer die Ermittlung der Resonanzfrequenz, und nur um die Bestimmung dieser geht es bei genanntem Versuch, keine Rolle.


    Und ich dachte schon, da kommt noch mehr ... :)

  • tufkasr
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    • 23. Juni 2008 um 13:19
    • #75

    @ Sound-Klinik

    Was haettest du denn im Sinn?

    Uebrigens - Vorschlag zur Bestimmung der mechanischen Reibungsverluste. Um Absolutmessungen der Impedanz zu vermeiden, koennte man die mechanische Daempfung ueber das Ausschwingverhalten des Treibers auf der Resonanzfrequenz ermitteln. Nach Messbeginn wird der Vorwiderstand von der Schwingspule getrennt, und die elektrische Bedaempfung beseitigt. Die Daempfung der harmonischen Schwingung laesst sich ueber einen zu definierenden Schwellwert aus dem Spannungs-Zeit-Diagramm rueckrechnen. Messmittel stehen jedem zur Verfuegung; zur Auswertung genuegt Excel oder ein Signaleditor.

    Problematisch sehe ich die Abhaengigkeit der mechanischen Daempfung von der Auslenkung. Im unguenstigsten Fall weicht das aufgezeichnete Abschwingverhalten vom theoretisch hyperbolischen Verlauf ab. Dieses "Fehlverhalten" und dessen Einfluss auf die Berechnung liesse sich durch einen Vergleich mit der idealisierten Funktion erkennen und teilweise kompensieren.

  • Sound-Klinik
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    • 23. Juni 2008 um 14:15
    • #76
    Zitat von "svenr"

    Was haettest du denn im Sinn?


    Mich würde die Modellierung komplexerer LS-Systeme (inkl. der Schallführung) und Anregung mit nicht nur sinusförmigen Signalen (ggf. auch mit zwei unterschiedlichen Frequenzen) reizen. Man könnte dann möglicherweise grenzwertige Betriebsbedingungen simulieren. :)

    Da ich aber weiß, wie kompliziert solche Modelle sind (und sich sowas analytisch sowieso nicht mehr lösen läßt), steht mir meine Bequemlichkeit im Weg. Vielleicht hättest du ja Lust ? :wink:

  • matthias falke
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    • 26. Mai 2009 um 07:35
    • #77

    Hallo.
    Zu dem Thema ist in der neuen Klang und Ton ein interessanter Artikel. Es ist doch schon erstaunlich wie sich mit der Auslenkung die TSP ändern. Das wirft für mich die Frage auf,was für eine Aussagekraft eine Simulation mit TSP hat, die sich während des Betriebes sowieso ändern. Sehr anschaulich finde ich auch die Laserinterferometer-Messung. Unter http://www.klangundton.de ist dazu ein Video zu sehen. Da sieht mann erst mal was für ein Eigenleben die Membran unter Belastung führt.
    Gruß Matthias
    Ups, sehe gerade das hier das letzte mal vor einem Jahr geschrieben wurde, aber egal. Vielleicht interessiert es doch noch jemand.

  • sabbelbacke
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    • 26. Mai 2009 um 10:27
    • #78

    Matthias
    Das, was die Klang&Ton da so werbewirksam in eigener Sache präsentiert sind die Analysemethoden des Klippel-Analyzers, der schon ein paar jahre auf dem Markt ist. Das ist also nicht ganz so bahnbrechend neu wie die K&T das´darstellt, die Klang & Ton hinkt da ein bisschen hinterher :)
    Aber natürlich finde ich es absolut begrüßenswert, dass sie sich des Themas annehmen und anscheinend in Zukunft (ein paar) Messungen am Klippel machen.
    Zu den Forschungsarbeiten von Klippel findest Du im Forum einiges an Diskussionsstoff, auf klippel.de gibts sehr viel (Lese)-Material zum Schmöckern.
    Übrigens nutzen dieses System inzwischen auch nicht wenige Hersteller von Chassis oder kompletten Lautsprechern. Teufel war so weit ich weiß der erste deutsche Heimbereichsanbieter der sich vor Jahren "einen Klippel" anschaffte.


    @Soundklinik
    A propos Modelierung: Vor einiger Zeit bin ich mal hierdrüber gestolpert:
    http://pro-audio.powersoft.it/news_list.php?obj=480&id_menu=351
    und dann vor ein paar Tagen gedacht, das käme mir doch irgendwie bekannt vor:
    http://www.fohhn.com/index.php?id=58&tx_fohhnproducts_pi1[fohhnproducts]=413&cHash=2381ef6bec
    :)

    Irgendwo hier oder im Schwesterforum wird auch grad über diesen "Über-Bass" diskutiert, ich weiß gar nicht ob da schon erwähnt wurde, dass der Antrieb von Powersoft kommt und die (wie auch immer genau aussehende) aktivRegelung mit drin ist.

    @all
    hat jemand zufällig etwas mehr konkrete technische Hintergrundinfo zu DPC als die müden Werbetexte im Netz? Interessieren würde mich z.B. wie das LS-Modell bei denen genau aussieht, dass sie intern für die Simulation nutzen (ich finde das Patent nicht. Normalerweise gibts ja genug Patentsuchdienste, aber in dem Fall bin ich glücklos und stelle mich wohl zu doof an).

    hornresp

    Einmal editiert, zuletzt von Sabbelbacke (26. Mai 2009 um 15:17)

  • mr.email
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    • 26. Mai 2009 um 11:50
    • #79

    sabbelbacke

    Ganz unten im PDF stehen die Patentnummern. Als eine so tolle und große Innvation würde ich das, was da betrieben wird allerdings auch nicht bezeichnen.

    Wenn ich die Sache richtig verstehe funktioniert es vereinfacht gesagt so:

    Ich modelliere das Verhalten eines Lautsprechers in einer mathematischen Form (Stichwort: Genauigkeit bzw. ehrlichkeit des Herstellers?). Als nächsten Schritt gebe ich dieses Modell in einen schnellen DSP und lasse diesen die unlinearitäten des Modells auf das Audiosignal anwenden.

    Das hat zur Folge, das zumindest in der Theorie das System (bestehend aus Amp und Lautsprecher) linear arbeitet. Ein weiterer theoretischer Vorteil könnte sein, dass es durch das Modell bzw. dass mit dem daraus resultierenden Ergebniss es nicht mehr möglich wäre den Lautsprecher zu überlasten/zerstören. (Wieder Stichwort: Genauigkeit bzw. ehrlichkeit des Herstellers?)

    Als weiteres gibt es dann noch eine Rückkopplung aus dem Lautsprecher - eine 2. Spule, die durch die Bewegungen des Lautsprechers wieder eine Spannung induziert. So würde der DSP die genaue Bewegung der Lautsprechermembran kennen und könnte auch hier unlinearitäten bzw. altersbedingte Änderungen am Verhalten ausregeln. (Wieder Stichwort: Genauigkeit bzw. ehrlichkeit des Herstellers? Altert die Rückkopplungsspule nicht auch? Altert die Membranfläche, wirkt sich das auf die Bewegung der Spule aus?)

    [ironie] Erspart zumindest schonmal das einwobbeln [/ironie]

    Prinzipiell lässt sich zusammenfassend sagen, das ist prinzipiell eine 2. Generation von Controllern.

    Literatur zur Modellierung von Lautsprechern gibt es hier:
    http://deposit.ddb.de/cgi-bin/dokserv?idn=973976217&dok_var=d1&dok_ext=pdf&filename=973976217.pdf

    Mit freundlichen Grüssen,

    .:->Mr.EMail<-:.

  • sabbelbacke
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    • 26. Mai 2009 um 12:11
    • #80

    Hey Daniel,

    vielen Dank für die ausführliche Ausführung. Die Patentnumemrn hab ich natürlich gesehen, nur bin ich grad zu doof den Patentsuchdiensten das Patent zu entlocken (was sonst immer gut klappt, in dem Fall klemmt was...)
    Die prinzipielle Vorgehensweise des Regelschaltkreises ist mir klar, mich würde interessieren wie sie es genau machen und hoffe (Hoffnung stirbt zuletzt), im Patent genaueres zu finden :) Konkret würde mich interessieren, welche nicht-Linearitäten in das Lautsprechermodell von Powersoft einfließen und wie sie genau modeliert sind und welche Freiheitsgrade enthalten sind - wird z.B. auch das verwendete Gehäuse mit einbezogen (BR verhält sich ja in Punkto Belastung des Lautsprechers anders als ein Horn) und kann der DSP-Part dann angepasst werden, wenn man ein anderes Konstrukt befeuert (sollte eigentlich so sein, sonst nix Sinn mach).

    Das induzierte Signal einer zweiten Spule auszuwerten ist an sich ja nichts neues (Sense...), Powersoft behauptet aber, dass Sie zusätzlich intern nicht nur reaktiv sondern quasi im Vorraus regeln (und da kommt das erweiterte LS-Modell zum Tragen)... Erweiterte Modelle gibts ja an sich auch schon ne Weile, in den Simus von LEAP findet man z.B. schon seit Jahren etwas, die Erkenntnisse von Klippel gehen noch mal um einiges weiter... Da hätte mich als neugierigen Mensch einfach interessiert, was GENAU die da jetzt machen (=warum ist das patentwürdig, was konkret ist neu).

    hornresp

Anstehende Termine

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