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  4. Boxen Reparatur und Selbstbau

akt. Entzerrung vs. mehr Volumen - Vor- / Nachteile?

  • david69
  • 26. Juni 2010 um 11:49
  • david69
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    927
    • 26. Juni 2010 um 11:49
    • #1

    Ich hatte wieder bißchen zuviel Zeit... Beim Rumsimulieren ist mir kürzlich was interessantes aufgefallen - eigentlich ne Grundlagenfrage, ihr werdet lachen...

    Welche Vor- / Nachteile hat es wenn ich das Gehäusevolumen verringere und dafür aktiv entzerre? Der F-Gang lässt sich ja gleich gestalten, die Auslenkung scheint auch nahezu identisch zu sein - zumindest laut Simu. Das einzige was mir einfällt ist die Erhöhung des Group Delay im Bereich der Entzerrung und evtl. die geänderte Belastung der Endstufe...?

    Ich hab da mal ein paar Bilder um zu visualisieren was ich meine (simuliert mit WinISD Pro 0.50a7):

    Der gleiche Sub, einmal in 100 und einmal in 70l, Fb beide 38Hz, original sieht der F-Gang so aus:

    Der kleinere kommt nicht so tief, klar...

    Auslenkung bei 500 Watt:

    Für den kleineren siehts besser aus, klar...

    Jetzt entzerre ich indem ich beim Kleineren genau auf Fb (38Hz) 3dB reinschiebe (paramtrischer EQ), der (theoretische) Pegel bei 500W sieht dann so aus:

    Wie man sieht, im Prinzip deckungsgleich.

    Auch die Auslenkung ist (wenn man der Simu glaubt) nahezu identisch:

    Bißchen was verändert sich natürlich, z.B. Group Delay:

    Allerdings nicht groß, wie ich finde...hätte mehr erwartet.

    Die Impedanzspitze verschiebt sich auch ein wenig:

    Was mich aber sehr verwundert - obwohl ich mit 500W Eingangsleistung simuliere brauch der entzerrte Sub nun wesentlich mehr Leistung:


    Von der Sache her - wenn man der Simulation Glauben schenkt - sollte doch der entzerrte Sub gleich gut / leistungsstark wie der nicht entzerrte größere?

    70 zu 100l ist nun nicht die Riesen Ersparnis...war auch nur als Beispiel gedacht, da geht sicherlich mehr. Ich weiss dass einige große Hersteller ihre Subs so bauen.

    Meine Fragen wie oben schon genannt nun:
    - Nachteile beim aktiv entzerrten Sub?
    - große Klangunterschiede? merkt man das erhöhte Group-Delay bzw. die Verschiebung der Impedanz?
    - ist die Simulation evtl. großer Blödsinn?
    - brauch die Entzerrung wirklich soviel mehr Leistung? ersetze ich dann im Prinzip das gesparte Volumen durch Ampleistung?

    _________


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  • Jürgen Klingel
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    • 26. Juni 2010 um 13:28
    • #2

    Siehe da, da hatte einer ein "AHA-Erlebnis" und damit den Nagel auf den Kopf getroffen!
    Was sind denn (bei 38 HZ abgelesene) 425 Watt Amp-Leistung + 3dB...na? Ausgerechnet: ca. 847 Watt, die Kurve sagt - stimmt! Bei gleicher Auslenkung heißt das: Die Schwingspule wird über Gebühr thermisch mehr belastet ohne Schalldruck-Gewinn!

    Da bewahrheitet sich wieder sinngemäß der alte, doofe Spruch: "Hubraum ist durch nichts zu ersetzen"...außer durch noch mehr Hirnschmalz für die Konstrukton oder noch mehr Ampleistung (mit den genannten Nachteilen) :grin:

    Den Eingangspost könnte man fast schon wieder festpinnen :wink:

    Gruß, Jürgen

    Lieber mit Röhre geampt, als in Selbige geschaut!

  • SRAM
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    • 26. Juni 2010 um 14:33
    • #3
    Zitat

    Was sind denn (bei 38 HZ abgelesene) 425 Watt Amp-Leistung + 3dB...na? Ausgerechnet: ca. 847 Watt, die Kurve sagt - stimmt!

    Wie wahr ! Aber der Threadstarter hat es jetzt wenigstens kapiert. Manche begreifens nie.....

    Allerdings wieder diese unsägliche Simulation im relativen Pegel, die den Blick aufs wesentliche verstellt. Viel sinnvoller ist die Simulation in tatsächlichem SPL, da erkennt man viel früher, was wirklich Sache ist.

    Gruß SRAM

    I watched a snail crawl along the edge of a straight razor. That's my
    dream. That's my nightmare. Crawling, slithering, along the edge of a
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  • david69
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    • 26. Juni 2010 um 20:03
    • #4

    Das ja n Ding... also ist der einzige große Nachteil auch gleichzeitig der der die meisten Probleme bringt... jetz erscheints natürlich logisch.
    Wenn auf der Tuningfrequenz soviel Strom aus dem Amp gezogen wird, ohne zusätzlichen Schalldruck zu haben (gegenüber dem größeren Sub) dürfte ja die Spule sehr zeitig abbrennen, da ja durch den geringen Hub kaum Luft zirkuliert... Clippen dürfte es ja auch recht früh? Und denn gibts tatsächlich Aktiv-Subs die von Haus aus schon entzerrt werden. Nich schön sowas... Wird nich bei der PS15 auf der Tuning-Frequenz ganz bös vom Controller was reingeschoben? 10dB sollens sein, hab ich zumindest kürzlich hier im Forum irgendwo gelesen.


    Zitat von "SRAM"

    Allerdings wieder diese unsägliche Simulation im relativen Pegel, die den Blick aufs wesentliche verstellt. Viel sinnvoller ist die Simulation in tatsächlichem SPL, da erkennt man viel früher, was wirklich Sache ist.


    Wie meinen? Im 3. Bild ist doch der tatsächliche SPL... oder meinst du unter Berücksichtigung der Power Compression?

    _________


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  • SRAM
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    • 26. Juni 2010 um 21:10
    • #5
    Zitat

    Wird nich bei der PS15 auf der Tuning-Frequenz ganz bös vom Controller was reingeschoben? 10dB sollens sein, hab ich zumindest kürzlich hier im Forum irgendwo gelesen.

    Auf der Tuningfrequenz kannste ja auch ruhig schieben........probiers aus, dann siehste warum.

    Die Bemerkung bezog sich auf Bild 1: vergiß diese Darstellung, die ist nichts wert.

    Gruß SRAM

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  • david69
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    • 26. Juni 2010 um 23:08
    • #6
    Zitat von "SRAM"

    Auf der Tuningfrequenz kannste ja auch ruhig schieben........probiers aus, dann siehste warum.


    Aber das ist doch oben bei der "Entzerrung" auch gemacht worden...

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  • SRAM
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    • 27. Juni 2010 um 08:50
    • #7

    Deine Box ist auch quasi eine geschlossene, erkenntlich an dem viel zu flachen Abfall der Flanke.

    - nimm ein ordentlich starkes Chassis
    - produziere eine shelf Abstimmung
    - such dir den oberen Impedanz-peak
    - setze dort einen überschwingenden Hochpass mit 12 db Flankensteilheit, peak nach Geschmack

    --> fertig.

    (der Sinn der Maßnahme ist nicht maximaler Tiefgang, sondern maximaler Rabattz innerhalb der Hubfähigkeit des Chassis)

    Gruß SRAM

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  • david69
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    • 27. Juni 2010 um 20:10
    • #8

    Mir gehts ja nicht um das oben gezeigte Chassis im Speziellen, sondern darum zu verstehen warum entzerren bzw. dauerhaft boosten / warum nicht, die thermischen Probleme und was noch beachtet werden muss...

    Ist das denn nun tatsächlich einer der Hauptgründe für abgefackelte Spulen? Sollte man einen Sub also möglichst immer ohne aktive Entzerrung designen?

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  • SRAM
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    • 27. Juni 2010 um 20:52
    • #9

    jaein:

    - full range top das auch mal alleine genutzt werden soll: boosten auf oberer Impedanzspitze sinnvoll

    - Leistungs-Subwoofer für clubs und ähnlichen Festeinbau: nicht sinnvoll

    - Leistungs-Subwoofer für große open air: nicht sinnvoll

    - Leistungs-Subwoofer für häufigen transport und relativ kleine Veranstaltungen: Sinnvoll, wenn Hybrid und sehr starke Chassis in relativ kleinem Gehäuse


    Gruß SRAM

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  • david69
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    • 28. Juni 2010 um 20:08
    • #10

    Damit kann ich was anfangen... Danke.

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  • inity
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    235
    • 29. Juni 2010 um 13:54
    • #11

    Warum ist boosten nur auf dem oberen Auslenkungsminimum sinnvoll ? Und warum Impedanzmaximum, ist ja bei vielen Konstrukten nicht unbedingt auch eine Resonanzfrequenz ?!

  • Jobsti
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    • 30. Juni 2010 um 03:08
    • #12

    Aber da lenkt das Chassis am wenigsten aus in CB.

    Mit freundlichen Grüßen
    B. Jobst | Fa. Jobst-Audio | 36396 Steinau Ulmbach | Germany | http://www.Jobst-Audio.de
    http://www.audiofotos.eu | Kostenfreier Bilderhoster für eure Forenbilder
    Nützliche Tools | Limiter berechnen, Schaltungen usw.

  • Stefan Rechenbauer
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    179
    • 30. Juni 2010 um 05:40
    • #13

    @ Inity & Jobsti: ???

    @ SRAM: Hmm. Ich versteh Dich so, dass du einen HP irgendwo im Bereich der Abstimmfrequenz fb einsetzt, und den Resonator zur Hubminderung nutzt. 'Boosten' soll dann die gewuenschte Uebertragungsfunktion mit Q > 0.71 bewirken. Das Problem: eine BR hat im Bereich des oberen Impedanzmaximums einen deutlich geringeren Wirkungsgrad als eine vergleichbare CB. Durch die hoehere Leistungskompression im BR-Fall kann es sein, dass der erzielbare Pegel mit CB sogar groesser ist. Es ist im Einzelfall abzuwaegen, ob die Hubreduzierung durch den Resonator nicht durch eine sinkende maximale Schalleistung aufgehoben wird!

    Gruss: Stefan

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