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12" Subgehäuse mit Sica | zu kleine Ports?

  • Blancblue
  • 3. Oktober 2024 um 12:52
  • Blancblue
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    • 3. Oktober 2024 um 12:52
    • #1

    Ich vor langer Zeit ein paar 12" Sub BR Leergehäuse erworben, die wohl ursprünglich mal für einen Sica 12S2.5CS entwickelt wurden. Hier sind die Eckdaten des Gehäuses:

    Breite: 40cm
    Höhe: 40cm
    Tiefe: 50cm

    Gebaut aus 15mm MPX. Abzüglich Griffe und Co gehe ich von 55l netto Volumen aus.

    Es gibt lediglich einen einen Eckport (dreieckig) unten links, Größe ist 8cm x 8cm. EDIT: der Ausschnitt des rechtwinkligen Dreiecks sind jeweils 95mm. Die Tiefe des Ports = Stärke der Frontplatte = 18mm.

    Beim ersten Klangtest sind mir sofort heftige Portgeräusche aufgefallen.

    Klassischerweise sollte der Port mindestens 1/4 der Membranfläche groß sein, wenn ich das richtig im Kopf habe. Jetzt stellen sich mir diverse Fragen:

    1) Warum wurde das Gehäuse mit so einem kleinen Port designed? Ggf war es doch für einen anderen Lautsprecher gedacht?

    2) Ich würde den o.g. Sica gerne einsetzen, da vorhanden. Mit welchen einfachen Maßnahmen bekomme ich die Portgeräusche weg - mein Gefühl sagt mir, dass abrunden nicht viel bringt. Und ich denke, dass die aktuelle BR Abstimmung für den Sica keinen Sinn macht.

    ________________________________

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    3 Mal editiert, zuletzt von Blancblue (3. Oktober 2024 um 21:20)

  • schotte
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    • 3. Oktober 2024 um 14:01
    • #2

    Hallo,

    der genannte Sica ist recht Antriebsstark und hat deshalb wohl ein etwas höheres BR-Tuning. Mann sollte also deshalb kein 30Hz Tiefbass Gewaaber erwarten können. Dazu ist die Kiste schlicht nicht geeignet. 1/4 SD ist eher für HiFi ... ansonsten ist eher 1/3 SD für den Port vor zu sehen. Bei Hochleistungs Bassreflex mit heutigen Chassis auch gerne mehr. Insgesamt haschst du da wohl falsche Vorstellungen zu dem was du da hast.

    corn* Schotte

  • Blancblue
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    • 3. Oktober 2024 um 16:48
    • #3

    Inwiefern falsche Vorstellungen? Ich habe doch nichts von 30Hz Tiefbass Wünschen geschrieben. Ich versuche erstmal nachzuvollziehen, wie der Sub klanglich angedacht war, bevor ich etwas dran ändere. Klanglich klingt die Kiste größer als sie aussieht, kein Pegelwunder bzw. die Portgeräusche nerven relativ früh.

    ________________________________

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  • uchrisu
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    • 3. Oktober 2024 um 17:09
    • #4

    Kannst du einmal nachmessen wie tief der Port ist?

    8cm x 8cm heißt, dass die beiden kurzen Seiten des rechtwinkligen Dreiecks jeweils 8 cm sind?

  • Blancblue
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    • 3. Oktober 2024 um 17:23
    • #5

    Die Tiefe des Ports ist quasi nur die Stärke der Frontplatte - 15mm.

    Habe noch mal genau nachgemessen ohne Gitter - der Ausschnitt des rechtwinkligen Dreiecks sind jeweils 95mm.

    ________________________________

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  • uchrisu
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    • 3. Oktober 2024 um 18:10
    • #6

    Mir kommen die 15mm etwas wenig vor.

    In der AJ-Horn-Simulation bekomme ich da dann einen ziemlichen Ein-Ton-Bass heraus (schwarz)

    Mit 10cm sieht es dann schon eher etwas gleichmäßiger und ähnlich einer Abstimmung wie im Datenblatt aus. Impedanzverlauf des Chassis ist hier einmal nicht beachtet. Eine gleiche Kurve würdest du mit BR-Port = 15mm Plattendicke bei etwa 10 cm² bekommen.

    War in diesem Ausschnitt vielleicht mal ein BR-Rohr verbaut?

    Eventuell war der Entwickler ja auch faul und wollte einfach ein "Loch" als BR-Kanal lassen. Bei der geringen Tiefe muss es dann aber auch sehr klein sein, da sonst die Abstimmung zu hoch rutscht und es als nerviger Ein-Ton-Bass resoniert. Diese Überhöhung kann man bei der ein oder anderen Musikart vielleicht sogar toll gefunden haben....


    Wenn du das Gehäuse behalten möchtest und es "einfach" verändern möchtest, wäre eine Möglichkeit weitere 3 Runde Löcher mit 75mm Durchmesser (sollte so gerade passen) rein zu bohren. Diese hätten dann jeweils eine ähnliche Fläche. Du müsstest sie dann aber mit Rohren bis fast an das Ende des Gehäuses ausstatten. Ein Zwischenweg ginge natürlich auch.

  • Fux
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    • 3. Oktober 2024 um 18:28
    • #7

    Ich hab mal die Portlänge wegen virtueller Portverlängerung mit 2,1 cm angenommen und komme mit Arta auf einganz ähnliches Ergebnis:

    Eintonbass mit 60 Hz Abstimmung....

    Was uchrisu in rot simuliert hat sieht doch schon gleich um Längen besser aus!

    Ich versuche auch mal mit dem selben Chassis im gleichen Gehäuse unter Beibehaltung des kleinen Eckports eine tiefere Abstimmung mit einer Verlängerung des vorhandenen Ports (Brett in die Ecke)

    Also wenn Du den vorhandenen Eckport verlängerst (als Startwert könnte man mal mit einem 5,5cm Brettchen schräg in der Ecke zur Verlängerung des nur schallwandstarlen Brettchens beginnen, dann solltest Du auf eine Tuningfrequenz von etwa 40Hz kommen. (da sollte man aber ein paar Versuche einplanen um auf die richtige Länge für das 40Hz Tuning zu kommen)

    Ich denke uchrisu hat auch ungefähr auf 40Hz abgestimmt bei der roten Kurve.

    Beim Tuning auf 40 Hz ergibt sich ein recht gleichmäßiger Frequenzverlauf, aber um die 60 Hz erreicht das Chassis dann bei etwa 190 W sein X-max, was am Boden stehend etwa 115dB entspricht.

    Bei gut 40 Hz und bei gut 100Hz sind dann bis zu 120dB drin, da dort das X-max nicht der begrenzende Faktor ist, sondern die elektrische Belastbarkeit des Chassis.

    Die Schwingspule dieses Chassis ist ja extrem viel aufgewickelter Draht (völlig unüblich hohe Induktivität) mit daraus resultierend extrem steil ansteigender Impedanz zu höheren Frequenzen und daraus folgend sehr starkem Pegelabfall schon zu mittleren Frequenzen hin. Das Chassis ist ein reines Subwooferchassis.

    Viele Grüße,
    Fux

  • Blancblue
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    • 3. Oktober 2024 um 22:20
    • #8
    Zitat von uchrisu

    War in diesem Ausschnitt vielleicht mal ein BR-Rohr verbaut?

    Nein, es deutet nichts darauf hin.

    Zitat von uchrisu

    Mir kommen die 15mm etwas wenig vor.

    Asche auf meine Haupt - es sind tatsächlich 18mm. Der Port ist auf der langen Seite des Dreiecks etwas abgerundet und der Gegencheck am Ausschnitt des 12" hat mich auch reingelegt, weil ich im Eifer des Gefechts vergessen hatten, dass der3 mm eingefasst ist

    Zu den 10cm vom Port - durch die Abrundung ist das nicht ganz einfach zu messen und ich habe nur einen Zollstock. Dennoch sollten die 95mm passen. Und wow, mir war nicht bewusst, dass ein paar mm so einen großen Unterschied machen.

    Zitat von Fux

    Also wenn Du den vorhandenen Eckport verlängerst (als Startwert könnte man mal mit einem 5,5cm Brettchen schräg in der Ecke zur Verlängerung des nur schallwandstarlen Brettchens beginnen, dann solltest Du auf eine Tuningfrequenz von etwa 40Hz kommen. (da sollte man aber ein paar Versuche einplanen um auf die richtige Länge für das 40Hz Tuning zu kommen)

    Ich denke uchrisu hat auch ungefähr auf 40Hz abgestimmt bei der roten Kurve.

    Beim Tuning auf 40 Hz ergibt sich ein recht gleichmäßiger Frequenzverlauf, aber um die 60 Hz erreicht das Chassis dann bei etwa 190 W sein X-max, was am Boden stehend etwa 115dB entspricht.

    Bei gut 40 Hz und bei gut 100Hz sind dann bis zu 120dB drin, da dort das X-max nicht der begrenzende Faktor ist, sondern die elektrische Belastbarkeit des Chassis.

    Es gibt einige Baupläne, die den Sica auf rund 42 Hz abstimmen. Das deckt sich also absolut mit Deiner Empfehlung.

    Deine 5,5cm Brettchen - ich bin nicht 100% sicher - so wie in der Zeichnung?

    ________________________________

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  • uchrisu
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    • 3. Oktober 2024 um 22:41
    • #9
    Zitat von Blancblue


    Zu den 10cm vom Port - durch die Abrundung ist das nicht ganz einfach zu messen und ich habe nur einen Zollstock. Dennoch sollten die 95mm passen. Und wow, mir war nicht bewusst, dass ein paar mm so einen großen Unterschied machen.


    Die 10 cm bezogen sich nicht auf die Fläche des Ports, sondern die Länge, also quasi die Tiefe.

    Momentan bist du bei 18 mm im Eckport was einem freistehenden Bassreflexrohr mit etwas größerer Länge entspricht (aber auch nicht viel mehr). Meine 10 cm (als grober Richtwert) entsprechen den 18mm+55mm = 73 mm von Fux Vorschlag. In dem Bereich (73mm - 100mm) könntest du mal die ersten Versuche starten, wenn es bei diesem einen Eckport bleibt. Damit wirst du den Bass gleichmäßiger, d.h. ohne große Überhöhung bei einer Frequenz, abgestimmt bekommen.

    Du wärst dann aber immer noch bei einer Portfläche von etwa 45cm². Probiere es aus, vielleicht reicht es ja. Falls nicht, müsstest du dir zusätzliche Ports sägen oder den einen vergrößern (oder beides). Dadurch, dass die Fläche dann aber größer wird, müsstest du dann aber die Länge der Ports entsprechend verlängern um wieder bei einer ähnlichen Abstimmung zu landen.

  • Blancblue
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    • 3. Oktober 2024 um 23:01
    • #10

    Ah ok, ich habe mich schon gewundert :)

    Aber nun blicke ich durch soweit durch. Die Portverlängerung mit einem Brett klingt auf jeden Fall relativ unaufwendig. Die Portgeräusche sollten sich dann auch etwas verbessern. Aber war da nicht mal was mit symmetrischen Ports, um ein Taumeln der Membran zu verhindern? Macht z.B. ein zweiter Eckport Sinn?

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  • Fux
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    • 3. Oktober 2024 um 23:21
    • #11

    Das mit Taumeln der Membran usw. zu berücksichtigen ist dann schon gewissermaßen das "icing in the cake".

    Im Vergleich zum Unterschied zwischen der derzeitigen und der neuen Abstimmung sind diese Unterschiede zu vernachlässigen.

    Und bei den Leistungen von denen wir hier sprechen bevor die Membran ans X-max gerät (bei einem Tuning um die 40Hz die genannten ca. 190W bei 60Hz) ist das mit dem Taumeln bei einem vernünftig konstruiertem Chassis noch nicht so wild.

    Wenn Du zwei Eckports machen wills, dann solltest Du die Portgesamtlänge (also Schallwanddicke + Tunnelbrett) so in etwa verdoppeln. Ich würde die Gesamttunnellänge bei zwei Tunneln etwa 2,2 mal so lang versuchen wie wie bei einem Tunnel. Sobald ein Tunnel nicht völlig frei steht, sondern mit mehr oder weniger seiner Umfassung sich in der Nähe von irgendwelchen Wänden befindet, oder an diesen anliegt, kommt man aber ums Ausprobieren nicht ganz herum.

    Ich habe es glaube ich schon mal irgendwo geschrieben, aber hier gerne nochmal:

    Um die Tuningfrequenz zu "messen" brauchst Du gar kein Messequippment, sondern nur einen Funktionsgenerator (gibt's online zum durchstimmen, also brauchst Du nur einen Rechner).

    Du fasst ganz leicht mit Gefühl auf die Membran und änderst langsam die Frequenz am Funktionsgenerator (natürlich immer im Bereich der geschätzten Tuningfrequnz und nicht ganz wo anders). Da wo Du die geringste Bewegung der Membran spürst, ist gerade die Tuningfrequenz Deiner Box.

    Mit ein wenig Gefühl geht das durchaus auf 1 oder 2 Hz genau. ;)

    Viele Grüße,
    Fux

  • Blancblue
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    • 3. Oktober 2024 um 23:50
    • #12

    Klasse, dann vielen Dank an Fux und uchrisu, nächste Woche mache ich mich mal ans Werk und sobald es Ergebnisse gibt, werde ich berichten.

    ________________________________

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