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Abnahme von Streichern

  • DavidH
  • 23. Juli 2004 um 16:46
  • DavidH
    Beiträge
    533
    • 23. Juli 2004 um 16:46
    • #1

    Hallo!

    Habe in nächster Zeit vermutlich öfters mit der Abnahme von Streichern zu tun und wollte mir dazu mal ein paar Erfahrungen anhören. Soweit ich weiß sollte man Live einen Kompromiss finden zwischen ca. 60-100cm Abstand für optimalen Klang und hinnehmbaren Nebeneffekten (Einstreuungen...). Also für die große Distanz würde ich demzufolge am ehesten ein Großmembran (C414,TLM 170, C3000) nehmen, wobei das C3000 das einzig realistisch erschwingliche ist (leider auch im DryHire). Alternative wäre natürlich eine Kleinmembran-Niere (KM184, C391...), um die Einstreuungen zu drücken, wobei auch hier das KM184 aus preislichen Gründen vermutlich herausfällt.

    Dann dachte ich evtl. noch an MD441 "Alleskönner"... wäre das evtl. machbar?
    Die sind so grade noch drin...

    beste Grüße,
    David

    Phantomspeisung....
    das heißt NICHT, dass der Mischer nix zu essen bekommt

  • Toff
    Profi
    Beiträge
    349
    • 23. Juli 2004 um 19:33
    • #2

    Mich interessiert, warum du der Ansicht bist, dass auf "die große Distanz" "für optimalen Klang" ein Großmembranmikro besser geeignet sei. Klingen Großmembran-Mikros deiner Ansicht nach grundsätzlich besser? Woher kommt und worauf gründet sich dieser Glaube? Welches Sound-Ideal schwebt dir bei Streichern vor? Eines, dass die Färbung (um nicht zu sagen: VERfärbung) der meisten Großmembran-Mics beinhaltet?
    Gruß vom Toff

  • mhuth
    Beiträge
    107
    • 23. Juli 2004 um 20:59
    • #3

    Hallo David,

    überleg Dir inwieweit eine Einzelabnahme sinnvoll ist. Vielleicht ist auch eine Gesamtabnahme möglich und besser. Hängt natürlich von Nebengeräuschen ab. Manchmal sind zwei gute Mikros über der Front/Mitte mit Unterstützung sinnvoller.

  • Wulfson
    Verifiziert
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    1
    • 23. Juli 2004 um 22:14
    • #4

    probiers doch mit ner kombi aus grenzfläche und kleinmembranern

  • DavidH
    Beiträge
    533
    • 24. Juli 2004 um 01:20
    • #5

    Toff

    nein, ich bevorzuge nicht generell Großmembrane (warum auch?), nur dachte ich in diesem Fall an die höhere Empfindlichkeit, die auf die relativ große Distanz bei einem eher leisen Instrument wie Cello oder Violine ja auch eine wichtige rolle spielt. Beim Cello ist mir außerdem eine "wärmere" Klangfärbung auch ganz recht, bei den Geigen müßte ich das probieren, da hab ich noch keine genaue Vorstellung von...

    @alle

    Die Ausgangsbasis wird i.d.R. eine relativ kleine Bühne (ca 6x4) mit kompletter Musical-Instrumentierung (sprich Band+Orchester) sein - gerade deswegen ist Übersprechen ein wichtiges Thema -> E-Gitarre/Drums machen auf die Distanz schon "dampf"

    beste Grüße,
    David

    Phantomspeisung....
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  • KREISS
    Profi
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    Beiträge
    4.542
    • 24. Juli 2004 um 02:03
    • #6
    Zitat von "DavidH"

    @alle

    Die Ausgangsbasis wird i.d.R. eine relativ kleine Bühne (ca 6x4) mit kompletter Musical-Instrumentierung (sprich Band+Orchester) sein - gerade deswegen ist Übersprechen ein wichtiges Thema -> E-Gitarre/Drums machen auf die Distanz schon "dampf"

    beste Grüße,
    David

    Moin David,

    schon mal an Clipse gedacht?
    Die Firma Procon / Rocksound besitzt zb. einen großen Satz an Accusound Mikrofonen, welche sich für eine gemischten Einsatz mit Band gut eignen.
    Schön sind auch DPA mit entsprechenden Halterungen - sollten auch gut zumietbar sein.
    Symphotec sollte sich auch dafür eignen.
    Wie Groß ist denn eigentlich das Ensamble? Besetzung? Bei 6m x 4m Bühnen inkl. Band können es ja nicht allzu viele sein...
    Wird die Show fest eingerichtet oder ist das ne Tourproduktion?

    Gruß
    Kai

  • Grasso
    Beiträge
    126
    • 24. Juli 2004 um 02:04
    • #7

    Ich habe eine fingernagelgroße Elektretkondensatormikrofonkapsel mit Kugelcharakteristik mit Tesafilm an einer Querflöte nahe des Blaskopfes befestigt. Bei Streichern würde ich Piezos unter die Stege schieben.

    Körperschallmikros klingen oft ausgeglichener als nah besprochene Nierenmikrofone. Es kann auch helfen, den akustischen Instrumenten eine eigene Lautsprecheranlage zu geben, eine, die breiter abstrahlt.

  • wora
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    11
    • 24. Juli 2004 um 04:51
    • #8
    Zitat von "Grasso"

    Ich habe eine fingernagelgroße Elektretkondensatormikrofonkapsel mit Kugelcharakteristik mit Tesafilm an einer Querflöte nahe des Blaskopfes befestigt. Bei Streichern würde ich Piezos unter die Stege schieben.

    Körperschallmikros klingen oft ausgeglichener als nah besprochene Nierenmikrofone. Es kann auch helfen, den akustischen Instrumenten eine eigene Lautsprecheranlage zu geben, eine, die breiter abstrahlt.

    uuups... sehr interessante ansätze!

    bitte mehr davon, das kann das forum gut gebrauchen.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • Grasso
    Beiträge
    126
    • 24. Juli 2004 um 10:05
    • #9

    Wir haben die Flöte bei den Proben über eine Stereoanlage mit 16-cm-Breitbändern und 250-Watt-PMPO, gehobene Kodi-Klasse, laufen lassen. Das ist nicht viel aber brachte doch ein ganze Menge, denn eine Querflöte ist in natura wirklich leise.

    Wo am meisten mit Multimikrofonie und selbst Overdubbing und Schneiden einzelner Töne gepanscht wird, ist übrigens die Klassische Musik. Nicht, daß eure Streicher noch Schuldgefühle kriegen!

  • DavidH
    Beiträge
    533
    • 24. Juli 2004 um 11:22
    • #10

    Vielen Dank schonmal für eure Antworten.

    kai
    Bei zwei Produktionen wird es ein fester Schauplatz für jeweils 2-3 Shows sein, bei der dritten eher eine Tour auf immer eher kleineren Bühnen.

    Besetzung (noch nicht ganz endgültig): 1Dr, 1Bass, 1Git, 2Keys, 2ASax, 2TSax, 1Cl, 1Fg, 2Qf, 2Vl, 1Vlc

    und natürlich Vocals, Vocals, Vocals :wink:

    edit: nochmal zu den Körperschallmikros:
    in einem anderen Thread habe ich gelesen (und das auch für plausibel befunden), dass man Streicher damit nicht so zufriedenstellend abnehmen könne, da sich der Klang zum einen aus dem Körperschall, zum anderen aber auch aus den Anschlag-/Anstrichgeräuschen zusammensetze und sich erst nach einer gewissen Distanz (60-100cm) mische. Wieviel ist denn da 'dran?

    beste Grüße,
    David

    Phantomspeisung....
    das heißt NICHT, dass der Mischer nix zu essen bekommt

  • K-Ulrich
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    614
    • 24. Juli 2004 um 11:39
    • #11

    Wie gut ist denn die Band vom Orchester akkustisch getrennt?
    Ich würde ja bei dieser Mischvariante immer Schertler bevorzugen, da sagen zwar einige, es klänge nicht so natürlich, aber was nutzt der schönste Geigenklang, wenn Du auf demselben Mikrofon noch 'ne halbe Band hast. :roll:
    mfg
    Kai

    Für mich zerrts, aber Sie sind ja der Künstler.

  • Grasso
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    • 24. Juli 2004 um 12:25
    • #12

    Ja, David, da ist was dran. Diese Elektretkapseln, die einen Durchmesser von nur 5mm haben, sind aber genial: Sie sind so leicht und steif, daß sie nicht das Instrument abdämpfen, und nehmen außerdem noch Luftschall auf, und zwar wegen des Grenzflächeneffekts nicht zu knapp, wenn sie an der Kante zwischen Decke und Steg angebracht werden. Allerdings muß der Maximalschalldruck passen, und die Type, die ich von Monacor kenne, rauscht sowieso viel zu viel.

    Du kannst das Bogenkratzen auch mit Luftschallmikros aufnehmen und dazumischen. Auf jeden Fall wird die Abnahme mit feststehenden Mikros je nach Saal, Aufstellung und Anlage ziemlich rückkopplungsempfindlich sein. Wenn du eins der Instrumente noch aus dem Mix herausheben willst, dann gute Nacht!

    Kleine Schwanenhalsmikros gingen natürlich auch.

  • rockline
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    4.440
    • 26. Juli 2004 um 20:26
    • #13

    Mit Geigen und Orchestern hatten wir schon etliche male zu tun:

    Desch Symphotek: ein System, welches Violinengruppen aus größerer Distanz aufnimmt und per Router vormixt. Exellent guter Klang, sehr natürlich - aber recht koppelanfällig!

    Audi Technika Pro 35xx Clip: geht sehr gut, klingt recht echt, läßt sich bedingt durch den nahen Abstand recht laut mischen.

    Billige Körperschallwandler auf Piezobasis für 12.- von Thomann: geht für Violinen und Band am besten. Koppelt kaum, läßt sich fett nach vorne mixen, klingt unnatürlich.

    Dann die Königsklasse: Markus Berry (oder so ähnlich) in den Steg eingearbeitet. Das klingt bei einem guten Instrument mit klasse Geiger (zb. Farfarello) enorm gut! Koppelt so gut wie nie, sündhaft teuer im Vergleich zu den anderen Lösungen (außer Symphotek: noch teurer)!

    Die Abnahme aus der Distanz mit guten Kondensatoren geht bei gleichzeitiger Bläserbegleitung und Drums auf einer Ministage ( 6 x 4) voll in die Hose. Du hörst aus den Geigenoverheads mehr den Direktschall der Band als die Violinen. Das geht nicht!
    Gerade so Sachen wie Rocksymphonieorchester lassen sich ohne immense Schallschirmung nicht realisieren.
    Mit den AT Pro 35 haben wir ein kleines Streicherensemble aus 6 Geigen erfolgreich mit einer Folkrockband im Rahmen einer kleinen Tour abgenommen. Das ging, wenngleich es mir schon Nerven gekostet hat, dass Orchester natürlich warm und fein klingend herauszuheben. Zumal ich ständig den Orchesterleiter Dr. Soundso neben mir hatte!

    Die billigen Thomann Klebewandler nutzen wir derzeit erfolgreich bei so einer Rockorchestershow mit 35 Musikern gleichzeitig! Das funzt, der absolute Klang der Violinen spielt dabei keine Rolle mehr - in dem Gebräu aus Gitarren, Drums, Bläsern und 10 Chorschönheiten merkt das kein Mensch mehr!

    Mit Desch haben wir sogenannte Kreis Kulturtage gemacht. Richtige Orchester in entsprechendem Aufbau. Den Mix kann eigentlich nur ein Tonmeister mit entsprechender Ahnung von der Materie vornehmen. Nix für Rock n Roll Mixer! Gerade bei klassischen Orchestern hat man es mit einer ganz speziellen Gesellschaft zu tun, die Dirigenten sind keine Willis, aber auch keine Techniker. Die wundern sich schnell, wenn es draußen nach Lautsprecher klingt, und auf der Bühne nach Orchester! Hier werden sehr hohe Anforderungen an Material, Company und KnowHow der PA Justage verlangt.

    Überlegt genau das Budget und die Zielsetzung, evtl. fahrt ihr mit den billigen Piezowandlern unterm Strich am besten!
    Stefan

  • Inselgert
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    • 27. Juli 2004 um 11:43
    • #14

    Was bei allen Streichern auch richtig gut geht sind Mke2 von Sennheiser. Das ist auch nicht so teuer! Die einfach mit tape oder kleinem Kabelbinder unter den Steg! Fuer Chello und Bass dann shure Beta 89 clips ins Schallloch.
    Damit hat man viel Headroom. Dann kann man auch mehre mit Splittern zusammenfassen und mit nem Compressor die Spitzen nen bisschen Buegeln. Klappt prima!
    Wenn man dann noch nen Digipult hat ist auch gut die alle zueinander nen bisschen zu verzoegern.
    Danach alle Streicher durch nen schoenen Roehrenkompressor 1965 von Drawmer und man kann richtig Brett fahren und mischen anstatt nur Kopplungen zu vermeiden!

  • wora
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    • 29. Juli 2004 um 10:59
    • #15

    habe neulich erst ein radio-sinfonieorchester betreut.
    die mikros für die streicher haben sie selbst mitgebracht, das waren MKE2. diese waren mittles einer kleinen aus gummi gefertigten klemmvorrichtung am rande der geigen aufgesteckt. die kapseln waren also nicht unter dem steg, sondern einfach am rand des instruments.
    zusätzlich kamen noch drei schoeps colette mikrofonrohre zum einsatz, die kapseln waren in etwa 2m höhe über den streichern positioniert.
    feedbackprobleme hatte wir damit nicht und der klang war absolut traumhaft würde ich sagen...

    und die toningenieurin vom rundfunk war super nett, das sollte man auch mal erwähnen. 8)

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • K-Ulrich
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    • 29. Juli 2004 um 11:57
    • #16
    Zitat von "wora"

    habe neulich erst ein radio-sinfonieorchester betreut.
    die mikros für die streicher haben sie selbst mitgebracht, das waren MKE2. diese waren mittles einer kleinen aus gummi gefertigten klemmvorrichtung am rande der geigen aufgesteckt. die kapseln waren also nicht unter dem steg, sondern einfach am rand des instruments.
    zusätzlich kamen noch drei schoeps colette mikrofonrohre zum einsatz, die kapseln waren in etwa 2m höhe über den streichern positioniert.
    feedbackprobleme hatte wir damit nicht und der klang war absolut traumhaft würde ich sagen...

    und die toningenieurin vom rundfunk war super nett, das sollte man auch mal erwähnen. 8)

    Ja,aber am Anfang des Threads gings doch eingentlich um Streicher mit 'ner Band,oder ?

    Für mich zerrts, aber Sie sind ja der Künstler.

  • wora
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    • 29. Juli 2004 um 12:09
    • #17
    Zitat von "K-Ulrich"


    Ja,aber am Anfang des Threads gings doch eingentlich um Streicher mit 'ner Band,oder ?

    ...uuups... :oops:

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • DavidH
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    533
    • 29. Juli 2004 um 13:23
    • #18

    Hallo zusammen!
    Wollte mich zwischen zeitlich schonmal für die vielen guten Tips und Beiträge bedanken und freue mich natürlich immer über weitere... also wenn noch jemand Lust verspürt sich hier zu verewigen :wink:

    beste Grüße aus dem sonnigen Westen,
    David

    Phantomspeisung....
    das heißt NICHT, dass der Mischer nix zu essen bekommt

  • tufkajck
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    • 29. Juli 2004 um 16:49
    • #19
    Zitat

    Bei Streichern würde ich Piezos unter die Stege schieben.

    Die Anfallenden Holzarbeiten musst du aber in der Pause erledigen, wo dich der Musiker nicht sieht. Den Hohlraum in der Geige füllt man bei dieser Gelegenheit mit Schaumgummiresten, das gibt bei 600 Hz weniger Resonanzen.

  • kater
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    2.304
    • 4. August 2004 um 22:28
    • #20

    Löle,

    Frage 1: Hat mal wer ne Bezeichnung von den Thomann-Piezowandlern?

    Frage 2: Hab regelmäßig ein Problem mit ner von Haus auf sehr "scharfen" Geige...... welche nen mir unbekannten Tonabnehmer drin hat...... bekomm ich mit den Sennheiser Teilen unterm Steg mehr "Luft" mirt in den Sound? Oder gleich wie eben beschrieben an den Rand montieren?

    MFG

    Christian

    Was juggt mich der Benzinpreis, ich tank eh immer nur für 20 Euro :D

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