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Widerspruch zu landläufigen Behauptungen...

  • AlphaC
  • 18. September 2004 um 17:34
  • AlphaC
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    104
    Beiträge
    1.095
    • 18. September 2004 um 17:34
    • #1

    Ich möchte hier einmal - völlig wertfrei - ein paar Fakten in den Raum werfen, die interessanter Weise in Widerspruch zu häufig hier im Forum auftretenden Behauptungen stehen...:

    Thema: Impulsverhalten v. Konus-LS in Bass (und Mitten)

    Es sollte recht schnell klar sein, dass umso kürzer ein LS ein- und ausschwingt, desto besser die Signalqualität wird. Große, schwere Membranen reagieren auf Impulse logischerweise träger als kleine und leichte. In wieweit die Impulsverzögerung empfindbar ist hängt stark vom betreffenden Frequenzbereich ab. Besonders empfindlich reagiert das Gehör auf FM-, AM-, Impuls- und Intermodulationsverzerrungen im Bereich von 200-2000 Hz...

    Der Einsatz besonders starker Magnete oder besonders leichter Membranen bei Tieftönern jedoch führt nicht unbedingt zu einer Klangverbesserung im Bassbereich. Auch im Mitteltonbereich sind superstarke Magnete und extraleichte Membranen nicht unbedingt von Vorteil. Viel wichtiger ist die Verwendung von Membranen und Randaufhängungen, die zu möglichst geringen Partialschwingungen und Eigenresonanzen neigen. Ja, dünne Membranen und starke Magneten erhöhen sogar die Gefahr, dass sich die Membranen aufgrund ihrer Trägheit verbiegen!

    Wer auch bei hohen Lautstärken nicht auf eine akzeptable Impulswiedergabe verzichten will, ist also gerade im Bassbereich auf relativ große Konuslautsprecher mit steifen und recht schweren Membranen, oder auf hochwertige Hornlautsprecher angewiesen. Hornlautsprecher verkraften kurze Impulsspitzen besser, da sie schon bei relativ geringen Membranauslenkungen hohe Schalldrücke erzeugen. Betrachtet man jedoch die Verzerrungswerte bei gleichen Pegeln erkennt man schnell den negativen Einfluss der kompressionsbedingten Partialschwingungen im Horn. Erst bei sehr tiefen Frequenzen kommen beim BR-Konus-LS Intermodulationsverzerrungen hinzu.

    Resümierend darf man also festhalten, dass die Basshorn-Chassis tendenziell die "Biegewellenwandler" bzw. "Wabbelpappen" sind - und nicht etwa wie oft behauptet die großflächigen 18"-21" Bassreflex-Chassis. BR-Chassis haben tendenziell schwere, steife Membranen und kräftige Antriebe. Horn-Chassis dagegen haben oft deutlich leichtere (bis 40%) Membranen - müssen jedoch um die Kompression zu bewältigen und eine befriedigende Impulswiedergabe zu ermöglichen sehr starke Antriebe haben...

    freundliche Grüße,
    Alex

  • cyberlight
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    6.061
    • 18. September 2004 um 18:51
    • #2

    Dann müssen es wohl die Intermodulationsverzerrungen von 18"-chassis sein, die ich nicht mag. :wink:

    Ich mag meine 2x15" und finde die klanglich weitaus besser als alle 2x18", die ich bisher gehört habe.
    "bumm! statt BOOOOM oder brummmm"

    Das mag evtl. auch mit der meist tieferen Abstimmung von grösseren chassis zu tun haben.
    Es soll klanglich nicht verwischen, aber bei vielen Subs ist der Ton immer gleich, egal bei welchem Lied. (Ich kann da nur von CD-Musik sprechen)
    Es ist wie der Bass ausserhalb von einem Haus / Zelt oder grosser Entfernung. Da hört sich auch alles gleich an.

    »Wenn China erwacht, wird es die Welt erschüttern.« Napoleon Bonaparte (1769-1821)

  • SRAM
    Profi
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    5.548
    • 18. September 2004 um 19:45
    • #3
    Zitat

    Ja, dünne Membranen und starke Magneten erhöhen sogar die Gefahr, dass sich die Membranen aufgrund ihrer Trägheit verbiegen!

    Ich spreche jetzt nur vom Mitteltonbereich und zitiere ein Forumsmitglied, das ich sehr schätze:

    "Die besten Mitteltöner haben eine Membran, so lapprig wie ein Löschpapier"

    Stimmt, habe jetzt vier dieser Chassis von insgesamt drei Herstellern durch und jedesmal war der (subjektive) Klang deutlich besser als der von prügelharten oder gar Metallmembranen. Und jedes dieser Chassis hat einen konventionellen Magneten , der so groß wie die Membran ist.

    Gruß SRAM

    I watched a snail crawl along the edge of a straight razor. That's my
    dream. That's my nightmare. Crawling, slithering, along the edge of a
    straight razor, and surviving.

  • Sound-Klinik
    Verifiziert
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    7.900
    • 19. September 2004 um 20:50
    • #4

    ... die besten Basslautsprecher haben extrem starre Membranen (z.B. Membranen aus Karbonfasern ...) ... die allerdings auch zu einer mieserablen Wiedergabe der Mitten führt (... weil: 100% starr gibts nicht - die Problemzonen wandern dann zu den höheren Frequenzen ...).

    ... gute Mitteltöner (egal ob 12" oder 15") haben ein höhere innere Dämpfung (sind also "wabbeliger") ... und bringen anderseits weniger Präzision im Bass als eine "ultraharte" Membran (die dann ja auch noch angemessen angetrieben werden muß ...).

    ... soviel zu den Lautsprechern.

    Eine Diskussion, welche die Problematik auf Chassisgrößen aufbaut (... wie "mein 15"er klingt besser als eine Box mit 18"ern ..."), ist zum Scheitern verurteilt, weil das Wechselspiel zwischen verwendeten Chassis und der Schallführung einen oft leider unterschätzten Anteil am Gesamtergebnis hat.

    D.h.: Selbst mit einer 18"er "Wabbelpappe" kann ich - mit einer geeigneten Schallführung - ggf. einen trockeneren Bass (und auch mit meßtechnisch besserem Zeitverhalten) erzielen als mit einem vermeintlich "amtlichen" 15"er in einer "normalen" BR-Kiste denn: Das richtige Zusammenspiel zwischen Treiber und Gehäuse ist IMMER entscheidend.

    Bei einem Projekt muß man sich ein Ziel definieren ... und DANN einen Weg finden (geeignete Schallführung, welche Chassis ...), der diesem Ziel möglichst nah kommt - und die Chassisgröße ist nicht das Hauptkriterium ... sondern nur EINE Variable ...

  • cyberlight
    Beiträge
    6.061
    • 20. September 2004 um 16:44
    • #5

    Moment! Ich habe nur zwischen 15" und 18" BR unterschieden, also praktisch keine Schallführung, falls das nicht deutlich geworden ist.
    Nicht 15" BR mit 18" Horn vergleichen! So funktioniert das nicht.

    »Wenn China erwacht, wird es die Welt erschüttern.« Napoleon Bonaparte (1769-1821)

  • SRAM
    Profi
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    6
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    5.548
    • 20. September 2004 um 17:13
    • #6

    Ein Mißverständnis in Bezug auf Baß-Hornchassis ist oft, daß diese eine besonders leichte Membran haben sollen.

    Zwar ist die Bandbreite eines Lautsprechers im Horn umgekehrt proportional zur Güte zum Quadrat, was bei gegebenem Antrieb eben zu der Forderung "leichte Membran" führt.

    Jedoch ist die untere Grenzfrequenz im Horn:

    f_LC = Q_ts * f_s / 2

    und die obere

    f_HM = 2 * f_s / Q_ts

    aber das heißt auch, daß für ein tiefgehendes Horn f_s nicht ZU hoch liegen darf und damit die Membran nicht zu leicht werden darf.

    Als Denksportaufgabe: wie ändert sich f_LC wenn ich bei gegebenem Antrieb und Aufhängung die Membranmasse erhöhe ?

    Gruß SRAM

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  • TBF
    Beiträge
    1.785
    • 20. September 2004 um 18:36
    • #7

    nGelöscht wegen Mod Differenzen

    erst wenn der letzte Kunde den "ich war mal eine Dose" SMD Haufen im Biegeblechgehäuse zum Utopiepreis nicht mehr möchte, die Bank unter Zahlpause andere Vorstellungen hat, ja dann werdet ihr merken daß Amtlich eher Marktgerecht bedeutet :)

    Einmal editiert, zuletzt von TBF (11. August 2005 um 01:09)

  • Tobi
    Beiträge
    417
    • 20. September 2004 um 22:57
    • #8

    Wäre es dann nicht, wenn man einen möglichs universalen Bass will, die logische Alternative ein Chassis mit mittlerem Membrangewicht und starkem Antrieb zu nehmen. Dieses kommt in ein kurzes Horn, dass im einzelbetrieb durch einen Vent im unteren Bereich unterstützt wird. Zusätzlich wird der Antrieb durch einen Vorwiderstand geschwächt und bei der Abstimmfrequenz des Vents per EQ ein bißchen geboostet.So sollte der Bass auch alleine relativ tief gehen. Im Betrieb mit mehren Kisten wird der Vent dann verschlossen und das Chassis sollte auf Grund des starken Antrieb auch im oberen Bereich keine so großen Probleme haben.

    So, jetzt erklärt mir warum ich nix kapiert und mein Ansatz schwachsinnig ist :mrgreen:

    TBF Ich habe noch nicht ganz verstanden, warum das Membrangewicht im Stackingbetrieb so wichtig ist. Meiner Meinung nach müssten doch die paar gramm mehr oder weniger gerade im Horn auf grund der Luftlast irrelevant sein, oder?

  • Sound-Klinik
    Verifiziert
    Beiträge
    7.900
    • 21. September 2004 um 08:38
    • #9

    SRAM
    ... betrachtest Du in Deinen obigen Gleichungen eigentlich die Resonanzfrequenz bzw. Gesamtgüte ohne (die üblicherweise in "richtigen Hörnern" geschlossene) Rückkammer ?

    Und: Wenn Du eine Membran (bei sonst gleichen Bedingungen) schwerer machst, sinkt - weil die Eigenfrequenz des Chassis sinkt (nach dem Hook`schen Gesetz ...) - natürlich auch die untere Grenzfrequenz des Hornsystems ... allerdings "akustisch" nur, SOFERN der Trichter überhaupt im entsprechenden Bereich noch schallübertragend ist. Auf der anderen Seite sinkt bei gleichem Antrieb der Wirkungsgrad (Massenträgheit) etwas ab.
    Bei endlichen (und i.d.R. zu kleinen ...) Hörnern "schlagen" aber auch andere Effekte ggf. drastisch "zu" ...

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