Ich möchte hier einmal - völlig wertfrei - ein paar Fakten in den Raum werfen, die interessanter Weise in Widerspruch zu häufig hier im Forum auftretenden Behauptungen stehen...:
Thema: Impulsverhalten v. Konus-LS in Bass (und Mitten)
Es sollte recht schnell klar sein, dass umso kürzer ein LS ein- und ausschwingt, desto besser die Signalqualität wird. Große, schwere Membranen reagieren auf Impulse logischerweise träger als kleine und leichte. In wieweit die Impulsverzögerung empfindbar ist hängt stark vom betreffenden Frequenzbereich ab. Besonders empfindlich reagiert das Gehör auf FM-, AM-, Impuls- und Intermodulationsverzerrungen im Bereich von 200-2000 Hz...
Der Einsatz besonders starker Magnete oder besonders leichter Membranen bei Tieftönern jedoch führt nicht unbedingt zu einer Klangverbesserung im Bassbereich. Auch im Mitteltonbereich sind superstarke Magnete und extraleichte Membranen nicht unbedingt von Vorteil. Viel wichtiger ist die Verwendung von Membranen und Randaufhängungen, die zu möglichst geringen Partialschwingungen und Eigenresonanzen neigen. Ja, dünne Membranen und starke Magneten erhöhen sogar die Gefahr, dass sich die Membranen aufgrund ihrer Trägheit verbiegen!
Wer auch bei hohen Lautstärken nicht auf eine akzeptable Impulswiedergabe verzichten will, ist also gerade im Bassbereich auf relativ große Konuslautsprecher mit steifen und recht schweren Membranen, oder auf hochwertige Hornlautsprecher angewiesen. Hornlautsprecher verkraften kurze Impulsspitzen besser, da sie schon bei relativ geringen Membranauslenkungen hohe Schalldrücke erzeugen. Betrachtet man jedoch die Verzerrungswerte bei gleichen Pegeln erkennt man schnell den negativen Einfluss der kompressionsbedingten Partialschwingungen im Horn. Erst bei sehr tiefen Frequenzen kommen beim BR-Konus-LS Intermodulationsverzerrungen hinzu.
Resümierend darf man also festhalten, dass die Basshorn-Chassis tendenziell die "Biegewellenwandler" bzw. "Wabbelpappen" sind - und nicht etwa wie oft behauptet die großflächigen 18"-21" Bassreflex-Chassis. BR-Chassis haben tendenziell schwere, steife Membranen und kräftige Antriebe. Horn-Chassis dagegen haben oft deutlich leichtere (bis 40%) Membranen - müssen jedoch um die Kompression zu bewältigen und eine befriedigende Impulswiedergabe zu ermöglichen sehr starke Antriebe haben...
freundliche Grüße,
Alex