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Offizielles Statement zu Shure-Plagiaten

  • shure
  • 5. Dezember 2005 um 09:32
  • toto99
    Beiträge
    1
    • 19. Juni 2025 um 01:41
    • #21

    Hallo zusammen,

    ich habe mich in diesem Forum eigentlich nur wegen dieses Themas das hier behandelt wird angemeldet, da ich selbst nach gewissen Plagiatmerkmalen bei bestimmten Shure Mikrofonen gesucht habe.

    Ich heiße Produktpiraterie auch nicht gut, doch man muss die Geschichte komplett zu Ende denken bevor man sich hier über die bösen Produktpiraten ablässt.

    Bei aller Liebe, dass gewisse Produkte (nicht nur Shure Produkte) gezielt kopiert werden, daran tragen zu einem nicht unwesentlichen Teil die Hersteller selbst Schuld daran.

    In dem sie die Produktion an abgrundtief billige Standorte verlagern (zb. China, Taiwan etc.)

    Die Produkte selbst werden aber keinen Euro günstiger.

    Ein SM57/58 kostet über Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte hinweg ziemlich gleich.

    Die Differenz der billigeren Herstellung versickiert doch nicht im Boden. An den Kunden wird sie zumindest nicht (nicht ein mal zu einem Bruchteil) weiter gegeben.

    Wenn sich eine Produktionsstätte in einem Billiglohnland befindet, dann werden sich dort IMMER Möglichkeiten und Wege finden inoffizielle Produktionschargen in der gleichen Fabrik zu fertigen, wo auch das Original gefertigt wird oder an einem Produktionsort in unmittelbarer Nähe.

    Natürlich ist das alles andere als legal, doch ein Chinese der im Monat 300 Euro verdient geht solch ein Risiko durchaus ein.

    Das ein Produkt Monate, oftmals Jahre braucht um entwickelt zu werden und dabei Hunderttausende bzw. Millionen an Entwicklungskosten verschlingen kann, darüber brauchen wir nicht zu reden.

    Wenn ein Hersteller ein solches Produkt, dass er millionenfach für 350-400 Euro an den Mann/Frau bringt, dessen Herstellungskosten aber deutlich unter 20 Euro liegen, da könnte man sich die Frage stellen, wer zieht hier wen über den Tisch?!

    Als ob all das noch nicht genug wäre, werden die Kopien mittlerweile so gut, dass ein qualitativer Unterschied zwischen Original und Kopie sowohl in der Verarbeitung wie Soundqualität nur schwer bis gar nicht zu erkennen ist.

    Gut, auf den Aspekt der Garantie muss man dann in solch einem Fall verzichten.

    Doch auf ein Produkt eines premium Herstellers gibt es je nach Importland auch unterschiedliche Garantiefristen. In DE ist nun mal nach 24 Monaten schluss. Da will im Monat 25 selbst Shure oder S... von nichts wissen.

    BITTE nicht falsch verstehen. Ich heiße solch ein Vorgehen der Produktpiraten ganz sicher nicht als gut. Man sollte nur alle Aspekte diese Produktions- und Vertriebskette berücksichtigen, bevor man sich fragt, warum Produkte kopiert werden.

    Es gibt gerade im Bereich der Mikrofonie auf dem offiziellen Markt einige deutlich günstigere Produkte (günstiger als Shure) die einem SM57/58 und dem einen oder anderen Beta Produkt in Sachen Sound in nichts nachstehen.

    Doch solange die Hersteller nicht aufhören bei gewissen Produkten utopisch horrende Priese auf zu rufen, solange sie in den Billiglohnländern die Arbeiter mehr oder weniger ausbeuten, solange wird die Produktpiraterie auch weiter gehen.

    Das ist jetzt nicht speziell auf Shure bezogen, doch sie gehören leider auch dazu.

  • floger
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    2
    • 19. Juni 2025 um 08:15
    • #22
    Zitat von toto99

    Ein SM57/58 kostet über Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte hinweg ziemlich gleich.

    Inflationsbereinigt?

    Zitat von toto99

    Wenn ein Hersteller ein solches Produkt, dass er millionenfach für 350-400 Euro an den Mann/Frau bringt, dessen Herstellungskosten aber deutlich unter 20 Euro liegen, da könnte man sich die Frage stellen, wer zieht hier wen über den Tisch?!

    Ich bezweifle, dass sich Mikrofone entsprechender Qualität zu so günstigen Preisen realisieren lassen. Stichwort Serienstreuung und Qualitätskontrolle. Ich arbeite selbst in einer Firma, die in China fertigt und ich kann dir verraten, dass der Großteil der Gewinnmarge nicht bei uns landet. Und je nach verkaufter Stückzahl können die Entwicklungskosten ein beträchtlicher Teil des Preises sein.

    Zitat von toto99

    Es gibt gerade im Bereich der Mikrofonie auf dem offiziellen Markt einige deutlich günstigere Produkte (günstiger als Shure) die einem SM57/58 und dem einen oder anderen Beta Produkt in Sachen Sound in nichts nachstehen.

    Jeder hat das Recht diese zu kaufen, solange klar erkennbar ist, von wem die Mikrofone stammen. Ich habe mir z.B. Ein paar Synco D2 gekauft, weil mir das MKH416 einfach zu teuer war. Chinesischer Hersteller, super Mikro. Das kriegst du auch nicht für 20€ auf Aliexpresss.

  • guma
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    • 19. Juni 2025 um 08:17
    • #23
    Zitat von floger

    Synco

    Sind das nicht die mit den Schoeps-Kopien? :)

  • floger
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    • 19. Juni 2025 um 08:27
    • #24
    Zitat von guma

    Sind das nicht die mit den Schoeps-Kopien? :)

    Keine Ahnung. Es steht jedenfalls nicht Schoeps sondern Synco drauf. Und mir wäre nicht aufgefallen, dass Sie irgend ein markantes Mikro kopieren. Dass das D2 dem MKH416 ähnlich sein soll, haben andere behauptet. Finde das trifft nicht zu. Dennoch ist es besser als z.B. das MCE86.

  • guma
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    • 19. Juni 2025 um 08:41
    • #25

    Ah ja, nee die, die ich meine, heißen b9audio und kommen aus Taiwan. ;)

  • floger
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    • 19. Juni 2025 um 08:49
    • #26

    Die verkaufen aber auch ganz klar unter ihrem Namen und sind preislich auch in der gehobenen Klasse. Würde ich jetzt eher als Konkurrenz denn als Plagiat einstufen.

  • wora
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    • 19. Juni 2025 um 11:34
    • #27

    Ich verstehe den Einwand von toto99.

    Eigentlich war es doch hauptsächlich die Gier der westlichen Manager, die den Chinesen diesen unglaublichen Wirtschaftsboom ermöglicht haben.

    Als ich vor bald zwei Jahrzehnten erfahren habe, dass China nur dann eine Produktion in ihrem Land zulässt, wenn sie die jeweiligen Konstruktionszeichnungen bekommen, habe ich schon geahnt, wie blöd das laufen könnte…

    Den Chinesen würde ich das nicht anlasten, die haben nur die westliche Gier erkannt und das dann geschickt ausgenutzt. Die sind alles andere als dumm… bei unseren Leuten setze ich da eher ein Fragezeichen. Der Egoismus hier im Westen ist wirklich brutal.

    Kleines Beispiel bezüglich Egoismus:

    Vor vielen Jahren sind wir mal mit guten Freunden zu Sylvester nach Monaco gefahren, weil es dort ihrer Meinung nach immer ein fantastisches Feuerwerk geben sollte. Na ja, kann man sich ja mal anschauen.

    Als wir dort angekommen waren, haben wir erfahren: weil es im Sommer zuvor in der Nachbarstadt Nizza einen großen Anschlag mit einem LKW in einer Menschenmenge gegeben hatte, solle das Feuerwerk in diesem Jahr nicht stattfinden.

    Das haben wir verstanden und haben das so akzeptiert.

    Aber wir sind dann trotzdem an Sylvester rauf auf den Berg gegangen - und siehe da: plötzlich gab es doch ein großes Feuerwerk - und zwar nur über dem Yachthafen, dort wo die großen Pötte der Milliardäre lagen!

    Die haben sich also nicht darum geschert, dass da so viele Menschen umgekommen waren!

    Da hat sich der erbarmungslose Egoismus dieser Leute offenbart!

    Wir waren wirklich fassungslos...

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

    5 Mal editiert, zuletzt von wora (19. Juni 2025 um 13:34)

  • uchrisu
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    • 19. Juni 2025 um 11:48
    • #28

    Naja, das ist ein Resultat, wenn das höhere Management nach Quartalszahlen oder Jahresbilanzen bezahlt wird und nach spätestens 2-3 Jahre eh wieder den Sprung ins nächste Unternehmen macht. Da ist die langfristige Zukunft nicht so wichtig.

  • wora
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    • 19. Juni 2025 um 13:37
    • #29

    eben.

    Diesbezüglich sind die Chinesen wesentlich cleverer, weil sie langfristig und strategisch denken. Das zahlt sich ja bereits aus.

    ich bin der Ansicht: wenn unser System da nicht umdenkt, wird es auf Dauer zwangsläufig den Kürzeren ziehen. Und das wird dann letzten Endes auch die Superreichen betreffen.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • Christian S.
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    • 19. Juni 2025 um 13:56
    • #30

    Wie soll man auch etwas ohne Konstruktionszeichnung fertigen? Wenn das qualitativ gut herauskommen soll, dann braucht es eben Maße und Toleranzen, Oberflächenbeschaffenheiten und Co. Und dann könnte man davon auch mehr bauen. Aber so schwer sowas nachzuahmen ist es mit modernen Tools nicht und ging auch früher schon. Unsere Vorfahren haben das schon gut bei den Nachbarn geübt.

    Und wenn man von Betrugsfällen absieht, dann klappt sowas eben auch weil der Markt und Käufer da sind...

    Ein Stück weit darf man die wirtschaftliche Entwicklung von den Plagiaten und Kopien abkoppeln - damit gewinnt man auf Dauer nix, denn in der Kette kommt bald der nächste, der wieder günstiger wird. Aber verpassten Technologieanschluss oder Zukunft aufzuholen und nicht nur überholtes anbeten - das hat selten geklappt.

  • duplobaustein
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    • 12. November 2025 um 21:23
    • #31

    Hatte letztens ein China QLXD in Händen. Es tat grundsätzlich, aber mit einer ordentlichen Portion Rauschen und (die dann Interesse halber ausprobierte) WWB hat logischerweise nichts erkannt.

    Fazit: Müll, Finger weg.

    music is the best - Zappa

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