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Physik von Pressluft-Tröten (Tiefbass-Mini-Hörnchen)

  • karl-alfred_roemer
  • 3. Februar 2006 um 11:34
  • karl-alfred_roemer
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    • 3. Februar 2006 um 11:34
    • #1

    Hallo zusammen,

    ich weiss gar nicht, ob ich hier richtig bin, aber ich habe kein passenderes Forum gefunden.

    Meine Frage:
    Ihr kennt sicher alle die kleinen Pressluft-Tröten, die man manchmal in Fußballstadions hört. Ein ganz kleines Exponantialhorn an einer Pressluft-Sprühdose.
    Diese Dinger erzeugen einen mordsmäßigen Lärm mit starken Tieftonanteil. Widerspricht das nicht irgendwie der Horntheorie, dass man für tiefe Frequenzen ein langes Horn mit großer Mundfläche braucht?

    Danke für Eure Stellungnahmen.

    Viele Grüße
    Karl-Alfred Römer

  • Sound-Klinik
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    • 3. Februar 2006 um 12:21
    • #2
    Zitat von "Karl-Alfred_Roemer"

    Ihr kennt sicher alle die kleinen Pressluft-Tröten, die man manchmal in Fußballstadions hört. Ein ganz kleines Exponantialhorn an einer Pressluft-Sprühdose.
    Diese Dinger erzeugen einen mordsmäßigen Lärm mit starken Tieftonanteil. Widerspricht das nicht irgendwie der Horntheorie, dass man für tiefe Frequenzen ein langes Horn mit großer Mundfläche braucht

    ... ich hab mir das Spektrum dieser Dinger nie angeschaut - allerdings lassen sich bei entsprechenden Strömungsgeschwindigkeiten schon beachtliche Schallpegel erzeugen.

    Die abgestrahlte Schall-Leistung hängt vom Produkt aus Wechseldruck und Schnelle ab ... der Wechseldruck wird bei tiefen Frequenzen aufgrund der ungenügenden Schallführung der kleinen Trichter gering (aber nicht "Null") sein ... bei der Schnelle sieht die Sache dann sicher anders aus.

    Wenn z.B. Wind mit hohen Geschwindigkeiten durch Bäume oder andere Hindernisse strömt, können auch schon mal recht tiefe (Heul-) Frequenzen erzeugt werden.

  • karl-alfred_roemer
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    • 3. Februar 2006 um 13:28
    • #3

    Danke Soundklinik,

    für deine prompte Antwort.

    Zitat

    Die abgestrahlte Schall-Leistung hängt vom Produkt aus Wechseldruck und Schnelle ab ... der Wechseldruck wird bei tiefen Frequenzen aufgrund der ungenügenden Schallführung der kleinen Trichter gering (aber nicht "Null") sein ... bei der Schnelle sieht die Sache dann sicher anders aus.

    Könnte man keine Lautsprecher nach diesem Prinzp bauen?
    Den Wechseldruck einfach ignorieren und dafür die Schnelle erhöhen?
    Wenn es ja mit einer Tröte funktioniert ...

  • mathias k.
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    • 3. Februar 2006 um 13:42
    • #4
    Zitat von "Karl-Alfred_Roemer"


    Könnte man keine Lautsprecher nach diesem Prinzp bauen?
    Den Wechseldruck einfach ignorieren und dafür die Schnelle erhöhen?
    Wenn es ja mit einer Tröte funktioniert ...

    Die Schnelle ist im Prinzip die "Schwingungsgeschwindigkeit" der Luftmoleküle.
    Da die Frequenz für den abzugebenden Ton ja gegeben ist, müsste man für eine höhere Schallschnelle die Membranauslenkung erhöhen.
    Und das geht es eben nicht so weit, denn es soll ja auch linear bleiben und es tauchen alle möglichen Probleme auf (Länge der Schwingspule, Membranführung und so weiter...).

    Grüße

    Mathias

  • hp
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    • 3. Februar 2006 um 14:41
    • #5

    Karl-Alfred_Roemer hat geschrieben:

    Zitat

    Diese Dinger erzeugen einen mordsmäßigen Lärm mit starken Tieftonanteil


    Ich weiß nicht was Du unter Tieftonanteil verstehst, :?
    aber Tiefton unter 100 Hz kommt aus solchen Dingern
    so gut wie gar nicht.
    Hier werden Hauptsächlich mittlere Frequenzen erzeugt ,
    wofür relativ wenig Energie benötigt wird.

    Gruß HP

    die Realität ist die Summe aller Fakten

  • Sound-Klinik
    Verifiziert
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    • 3. Februar 2006 um 15:19
    • #6
    Zitat von "Karl-Alfred_Roemer"

    Könnte man keine Lautsprecher nach diesem Prinzp bauen?
    Den Wechseldruck einfach ignorieren und dafür die Schnelle erhöhen?
    Wenn es ja mit einer Tröte funktioniert ...

    ... man kann den Wechseldruck nicht einfach ignorieren. :lol:

    Es muß ja Schall-Leistung produziert werden ... und wenn die Kiste klein ist, erfolgt eine sphärische Verteilung der Schall-Leistung - wobei die zu verschiebenden Luft-Volumina mit sinkender Frequenz rascher, als es dem Lautsprecher (-chen) lieb sein kann, zunehmen.

  • tufkains
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    1.342
    • 4. Februar 2006 um 18:19
    • #7

    ---

    Einmal editiert, zuletzt von tufkains (30. September 2008 um 23:16)

  • Hörnli
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    • 5. Februar 2006 um 03:46
    • #8

    Moin,

    Tja, wo kommt der tiefe Ton dann her? So eine Tröte wird von einen Flatterventil geladen, das mit seiner Resonanzfreqenz schwingt. Dieser Grundton ist jedoch im abgestrahlten Schall (fast) nicht vorhanden. Hörbar sind die Oberwellen der "Schaltflanken", die einigermaßen phasenrichtig das Horn verlassen. Daraus bastelt der "Rezeptionsprozessor" in Hörschnecke, Hörnerv und Hirn die Wahrnehmung des Grundtones.

    Den Örpz hat ja auch niemand begriffen :D

    Gruß

    Lebe wohl, Michael Ebners Universum

  • unknown_artist
    Beiträge
    2.849
    • 5. Februar 2006 um 11:29
    • #9
    Zitat von "Hörnli"

    Moin,
    Tja, wo kommt der tiefe Ton dann her? So eine Tröte wird von einen Flatterventil geladen, das mit seiner Resonanzfreqenz schwingt. Dieser Grundton ist jedoch im abgestrahlten Schall (fast) nicht vorhanden. Hörbar sind die Oberwellen der "Schaltflanken", die einigermaßen phasenrichtig das Horn verlassen. Daraus bastelt der "Rezeptionsprozessor" in Hörschnecke, Hörnerv und Hirn die Wahrnehmung des Grundtones.
    Den Örpz hat ja auch niemand begriffen :D


    Sorry for OT, aber:lööööööööööööööööööööööööööööl :D

    Für eventuell enthaltene Ironie übernimmt der Verfasser dieses Beitrags keine Haftung

  • Sound-Klinik
    Verifiziert
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    • 5. Februar 2006 um 14:26
    • #10

    ... Stichwort: Residuumhören !

    Man "hört" einen tiefen Ton, auch wenn er nicht von den Lautsprechern selbst übertragen werden kann, sofern die Obertöne dieses Tons übertragen werden. Mit einem "passenden" Klirrspektrum funktionierte das schon in alten Röhrenradios (und - vermutlich - auch tadellos bei einem "Örps", von denen es darum keine Messungen geben darf ... :D ) ... :)

  • F.A.Bi.A.N.
    Verifiziert
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    5.286
    • 5. Februar 2006 um 15:44
    • #11
    Zitat von "Sound-Klinik"

    ... Stichwort: Residuumhören !


    http://de.wikipedia.org/wiki/Akustisch…g#Residualklang

    und das funktioniert auch im bass-bereich, wo man tiefe frequenzen ja auch deutlich zu fühlen bekommt/ bekommen müsste?

  • cyberlight
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    6.061
    • 5. Februar 2006 um 15:54
    • #12

    Merke: Beim nächsten Treffen Tröte mitbringen. :D

    »Wenn China erwacht, wird es die Welt erschüttern.« Napoleon Bonaparte (1769-1821)

  • Sound-Klinik
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    • 5. Februar 2006 um 15:55
    • #13
    Zitat von "F.A.Bi.A.N."

    [http://de.wikipedia.org/wiki/Akustisch…g#Residualklang

    und das funktioniert auch im bass-bereich, wo man tiefe frequenzen ja auch deutlich zu fühlen bekommt/ bekommen müsste?

    ... z.B. beim E-Bass (bei 4-Saitern: tiefste Ton ca. 41 Hz ... bei 5-Saitern: tiefste Ton ca. 30 Hz ...). Funktioniert z.B. bei Ghettoblastern, Home-HiFi-Böxchen, ...

  • cyberlight
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    • 5. Februar 2006 um 16:03
    • #14

    Ein weiteres Problem: Diese Tröten müssen kein definiertes Musiksignal, sondern nur ein Geräusch wiedergeben.
    Daraus ergibt sich schon zwangsweise ein besserer Wirkungsgrad, da das System genau auf dieses Geräusch optimiert werden kann.

    Relativiert sich der verfälschte Eindruck nicht bei hohen Lautstärken?

    »Wenn China erwacht, wird es die Welt erschüttern.« Napoleon Bonaparte (1769-1821)

  • karel noon
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    1
    • 5. Februar 2006 um 16:03
    • #15

    und am häufigsten wohl beim telefon!

    Privater Account mit meiner persönlichen Meinung.

    Sollte es ein Problem mit meiner Neutralität zu einem Thema geben mache ich das im Beitrag kenntlich. :thumbup:

    http://www.noon.ruhr

    Application Support Engineer - HK Audio

  • Tobias
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    • 5. Februar 2006 um 16:06
    • #16

    ... und auch beim guten alten analogen Telefon, hier wurde nur 300Hz - 4100Hz übertragen, also fehlt der gesamte Grundtonbereich der menschhlichen Stimme...

    Die Wahrscheinlichkeit des Geschehens steht im umgekehrten Verhältnis zum Wunsch. (Murphy)

  • tufkains
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    • 5. Februar 2006 um 19:44
    • #17

    ----

    Einmal editiert, zuletzt von tufkains (30. September 2008 um 23:16)

  • Hörnli
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    • 6. Februar 2006 um 01:14
    • #18

    Moin,

    Zitat von "Sound-Klinik"

    ... Stichwort: Residuumhören !

    Man "hört" einen tiefen Ton, auch wenn er nicht von den Lautsprechern selbst übertragen werden kann, sofern die Obertöne dieses Tons übertragen werden. Mit einem "passenden" Klirrspektrum funktionierte das schon in alten Röhrenradios (und - vermutlich - auch tadellos bei einem "Örps", von denen es darum keine Messungen geben darf ... :D ) ... :)

    Nie ohne Seitenhieb.... Heute schon gedröhnt?

    Dann wäre ja nur noch zu klären, unter welchen Bedingungen das Residuumhören klappt und wann nicht. Bei BR und BP? Horn/einseitig geschlossener Rohrresonator? Bei CB <0,7? Beim URPS? Wann wird der Grundton durch seine Harmonischen verstärkt? Wann entsteht ein Ton, der isoliert von den Obertönen des Originalsignals, als eigener Ton mit eigenen Harmonischen wahrgenommen wird? Siehe auch:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Akustische_Täuschung#Verdeckung
    als Folge... (Link kopieren)

    Dröhnt weiter Eure Meßapparaturen voll :D

    Gruß

    Lebe wohl, Michael Ebners Universum

  • Sound-Klinik
    Verifiziert
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    7.900
    • 6. Februar 2006 um 07:57
    • #19
    Zitat von &quot;Hörnli&quot;

    Dann wäre ja nur noch zu klären, unter welchen Bedingungen das Residuumhören klappt und wann nicht. Bei BR und BP? Horn/einseitig geschlossener Rohrresonator? Bei CB <0,7? Beim URPS? Wann wird der Grundton durch seine Harmonischen verstärkt? Wann entsteht ein Ton, der isoliert von den Obertönen des Originalsignals, als eigener Ton mit eigenen Harmonischen wahrgenommen wird? Siehe auch:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Akustische_Täuschung#Verdeckung
    als Folge... (Link kopieren)

    Dröhnt weiter Eure Meßapparaturen voll :D

    Gruß

    Die Antwort steht dort schon - Zitat: "Zwar ist beim Residualklang die Grundfrequenz im Spektrum des Signals nicht vorhanden, aus dem Zeitsignal kann man die Grundfrequenz aber sehr wohl erkennen: Lässt man von einem obertonreichen Ton die Grundfrequenz fort (und ggf. noch die ersten Obertöne), so entsteht trotzdem ein Zeitsignal, dessen Kurvenform sich mit der Periode der Grundfrequenz wiederholt."

    Stell Dir vor, der (unterschlagene) Grundton wäre 100 Hz.
    Nun übertrage (natürlich mit fallender Amplitude) die Frequenzen 200 Hz, 300 Hz, 400 Hz ... und schau Dir mal das Zeitsignal an ... :wink:

    300 Hz ist z.B. kein Oberton von 200 Hz (aber von 100 Hz !).

  • Hörnli
    Beiträge
    1.880
    • 6. Februar 2006 um 13:03
    • #20

    Moin,

    @ Sound-Klinik: nochmal lesen?

    Zitat von &quot;Hörnli&quot;

    Moin,
    Dann wäre ja nur noch zu klären, unter welchen Bedingungen das Residuumhören klappt und wann nicht. Bei BR und BP? Horn/einseitig geschlossener Rohrresonator? Bei CB <0,7? Beim URPS? Wann wird der Grundton durch seine Harmonischen verstärkt? Wann entsteht ein Ton, der isoliert von den Obertönen des Originalsignals, als eigener Ton mit eigenen Harmonischen wahrgenommen wird?

    Dröhnt weiter Eure Meßapparaturen voll :D


    Mißverständniss?, klarere(?) Frage : Was ist, wenn der Grundton zwar wiedergegeben wird aber in seinem zeitlichen Verlauf nicht dem Original entspricht und somit nicht mehr zu den Obertönen passt?? (Einschwingvorgang, Phasenlage, Gruppenlaufzeit) Dann ist das ein neuer Ton, mit seinen eigenen (Klirr-) Harmonischen. welche wiederum nichts mit dem zeitlichen Verlauf der Original- Harmonischen zu tun haben?

    Gruß

    Lebe wohl, Michael Ebners Universum

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