Tach zusammen,
also mich kotzen diese „DUMPER“-Schreier hier (und nicht nur hier) an.
Ich erlebe das des öfteren in meiner „anderen“ Tätigkeit als Unternehmensbetreuer. Da heißt es dann:
Tja der Konkurrent XY der hat es ja gut, der muß keine Miete zahlen, das „Gebäude“ hat er ja geerbt.....usw. usw. OH das Produkt XY ist im EK teurer geworden, ich muß meine Preise erhöhen........
Ausschlaggebend war dieser Thread mit den Kommentaren von einigen Leuten.
http://www.paforum.de/phpBB/viewtopic.php?p=445246
So um es nun einfürallemal klarzustellen – Die Definition von Dumping
Laut Dr. Pia Weiß vom Institut für Wirtschaftspolitik an der Universität zu Köln
(fand ich im Netz und sehr treffend)
„Dumping liegt immer dann vor, wenn ein Unternehmen für seine Waren oder Dienstleistungen einen geringeren Preis vom Kunden fordert, als seine Herstellungs- oder Beschaffungskosten zu buche schlagen“.
Soweit erst einmal nicht schlecht. Man achte aber einmal genau auf den PLURAL von WAREN oder DIENSTLEISTUNGEN.
Das würde bedeuten, dass das Unternehmen IMMER „Geld drauf legen würde“.
Dieses steht aber ganz klar im Widerspruch zu (wieder Dr. Weiß):
„Nach einer lang gehegten Weißheit der Ökonomen streben Unternehmen nach Gewinn. Da aber Unternehmen keine Gewinne erzielen können, wenn sie ihre Güter oder Dienstleistungen zu einem niedrigeren Preis als die entsprechenden Herstellungs- oder Beschaffungskosten offerieren würde das Phänomen des Dumping jeglicher Realitätsnähe entbehren.“
Soweit erst einmal dazu. Anders ausgedrückt heißt das, für alle nicht BWLer oder begriffstutzigen „Chefs“:
Wenn Ihr als Unternehmen keine Gewinne ausweißt, fragt das Finanzamt wovon Ihr lebt und nach ein paar Jahren werdet Ihr dicht gemacht, weil es eine Hobbyfinanzierung ist. – PUNKT
Also fassen wir zusammen:
1. Unternehmen wollen/müssen Gewinne erwirtschaften.
2. Wenn ich ALLE meine Waren / Dienstleistungen unter Herstellungs- oder Beschaffungskosten offerieren erwirtschafte ich keinen Gewinn. Dann bin ich zwar ein DUMPER – aber schneller wieder weg als ich gekommen bin.
3. Unternehmen müssen expandieren. Stagnation ist ein Schritt zurück. Und zum expandieren benötigt man Kapital – das erwirtschaftet werden muß.
So ein kurzer Ausflug in meine Vergangenheit – damit einiges klarer wird:
Ich habe vor etwa 15 Jahren mit einer kleinen mobilen Disco angefangen.
Das Zeug stand zuerst in meinem Keller 2 Selbstbautops und 2 Selbstbausubs sowie sowie 2 Hifi Verstärker und und und
Ich bin mit etwa 2/3 des „üblichen“ Marktpreises (was auch immer das sein soll und wer den festgelegt hat) in den Markt „eingedrungen“ – das nennt man wirklich so. War ich ein Dumper??? Aus der Sicht der „alteingesessenen großen „JA
Aus meiner Sicht – ganz klar NEIN!!!
NUR 1 Beispiel:
Die großen hatten ein LAGER welches Kosten verursacht. Dies Kosten hatte ich nicht und mußte diese auch nicht erwirtschaften (= mir vom Kunden bezahlen lassen) Ich konnte einfach kostengünstiger wirtschaften – mehr nicht.
Heute habe ich 3 komplette mob. Disco Anlagen mit „ordentlichem“ Material und einiges an Ersatz im Lager liegen, welches nicht gerade klein ist. Heute habe ich einen ganz anderen Kostenapparat zu bewältigen. Wenn nun ein „neuer“ in den Markt mit einem „Kampfpreis“ eindringt – BITTE. Ich habe Ihm 15 Jahre zufriedene Kunden voraus. Bitte nicht falsch verstehen, ich habe den Kollegen genau im Blick, nur schrei ich nicht gleich DUMPER!!!!
Allen DUMPER – Schreiern gebe ich hier mal 2 unentgeltliche Denkanstöße:
1. Trennt euch mal von der herkömmlichen „Aufschlagskalkulation“ und versucht mal die
“Target Costing Kalkulation“.
Diese stellt die Kalkulation auf den Kopf.
Marktpreis
- Gewinn
= Zielkosten maximal
Zielkostenverwaltung
Materialkosten
+ Fertigungskosten
+Verwaltungskosten
+Vertriebskosten
= Zielkosten
Sind die Zielkosten der Zielkostenverwaltung zu hoch muß jeder Bereich kritisch durchforstet werden um Kosten zu minimieren.
oder
2. Führt die mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung ein
Die Ausführung würde hier zu lang sein, nur soviel DB 1 ist Marktpreis minus direkt zurechenbare variable Kosten.
Dabei kann man dann entdecken, das die angesprochene „Jaqueline“ zwar nicht unbedingt einen pos. DB 1 erwirtschaftet, aber doch ein pfiffiges Werbeinstrument sein kann (Türöffner Angebot).
Genausogut sind Ansätze wie „das Gerät muss nach 50 Einsätzen bezahlt sein“ völlig Realitätsfremd.
Bsp.
Abnutzung eines AMP
Kaufpreis 2.000 Euro
Einsätze innerhalb 2 Jahre 200
Verkaufspreis (sagen wir mal bei Ebay) 200 Euro
Neupreis eines AMPS in 2 Jahren 1.800 Euro
So sind
Kaufpreis-VK Preis = 1.800 Euro in 200 Jobs = 9 Euro
PLUS die Wiederbeschaffung von 1.800 Euro = 9 Euro
Somit ergeben sich für diesen AMP Kosten von 18 Euro pro Einsatz.
Natürlich kann man auch noch die Kapitalbindung usw. mit einrechnen aber ich gehe immer vom KIS Ansatz aus (Keep it simple). D.h. dieser eine AMP muß 18 Euro pro Job bringen oder länger als 200 Jobs halten und keine weiteren Kosten verursachen.
Für mich als mob DJ habe ich eine ganz eigenständige Kalkulation aufgebaut, die sich in den Jahren bewährt hat.
Ich überlege aber noch ob ich diese hier veröffentlichen soll.
Nur soviel
Alle Fixkosten werden in einer „Art Divisionskalkulation“ auf die geplanten Auftritte umgerechnet. Ferner werden ein Investitionsplan, ein Werbeplan (zu neudeutsch Marketing) und Personalkosten mit eingerechnet.
Das ganze setzt aber eines voraus: Eine präzise Zieldefinition des Unternehmens. Das soll heißen, ich mache mir genaue Gedanken, wo stehe ich am Ende des letzten Geschäftsjahres und wo will ich am Ende dieses Jahres stehen. UND gerade DAS ist für mich eine ganz wichtige MANAGEMENTAUFGABE!!! Das definieren von realistischen Zielen.
Mit dieser Art der Kalkulation (1 Produkt Unternehmen) bin ich bis jetzt sehr gut gefahren.
Abschließend nach dieser längeren Ausführung (die ich eigentlich um diese Uhrzeit gar nicht mehr schreiben wollte – mich aber mal wieder sehr über DUMPER SCHREIER aufgeregt habe) noch eins:
Wenn ich als DJ in einen Laden / an einen bestimmten Job kommen will – und sei es auch Marketinggründen – dann gehe ich da auch mal für LAU rein und bin deswegen KEIN DUMPER.
und falls jemand mal ausgiebig mit mir diskutieren will ich komm gerne auf einen Kaffee vorbei.
Gute Nacht
DJ Detto