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Limiter für Techno VA: Overeasy oder hart?

  • dr.Hans
  • 24. Mai 2007 um 11:23
  • billbo
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    • 14. Januar 2011 um 14:04
    • #61
    Zitat

    „Moderne“ Schaltnetzteilendstufen sind allerdings häufig selbst der beste RMS – Limiter, da deren aus Werbegründen angegebene Maximalleistung bei Dauersignalen nach wenigen Millisekunden auf einen Bruchteil zusammenbricht. Versuch’ mal, Double Bass - Passagen über eine Vortex 6 zu mischen


    Weil's so schön ist und sich gerade anbot, hab' ich noch mal nachgemessen. Kandidat: eine Digam 5000. Gerne angeboten mit, der Name suggeriert's ja schon, „2x 2,5 kW“. Boah Alda, 5000 Watt! Hamma ey!
    Testaufbau: 225V Netz rein, eine Seite betrieben mit 100Hz Sinus an 4 Ohm Lastwiderstand. Die Regelung funktioniert; übrig bleiben nach einer knappen halben Sekunde gemessene 37Veff. Macht für ein Pärchen 8Ohm – Lautsprecher einen maximalen thermischen Dauerstress von gut 170 Watt pro Chassis. Wie's ausschaut, wenn die andere Ampseite am gemeinsamen Netzteil auch noch belastet wird, habe ich gar nicht erst ausprobiert. Sicherlich nicht schöner.
    Das reicht dann nicht mal zum Grillen von zwei 30 Jahre alten EVM 15L.

    RMS Limiter? Ist doch schon drin... :lol:

    Ende der 70er hatte ich mal ein Pärchen RSD 800b, für Kontinentaleuropa damals angegeben mit 2x 450W/ 4Ohm (wenn ich mich richtig erinnere). Zugegeben, ein wenig unhandlich waren die Teile schon. Aber raus kam da deutlich mehr.

    Nun gut, zum Ausgleich haben wir heute halt Chassis mit 3 dB schlechterem Wirkungsgrad als damals.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

    "Okay. Wir machen das mit den Fähnchen."

  • marcoboy
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    • 14. Januar 2011 um 16:15
    • #62

    Da hat dir die Endstufe einen Streich gespielt. Wenn du ein Sinus auf solch eine Stufe gibt Regelt meines Wissen die Elektronik runter. Das hat nichts damit zu tun das die Stufe die Leistung nicht bringen würde.

  • billbo
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    • 14. Januar 2011 um 17:07
    • #63

    Ja, sie regelt auf das herunter, was ihr die Konstrukteur als echte Dauerleistung zubilligt; und nur die ist relevant, wenn es um thermische Langzeitbelastung des Lautsprechers geht. Ein einzelner Sinus ist halt der ungünstigste, aber am einfachsten messbare Fall.
    Gerade 'im Rausgehen' noch mal überprüft mit rosa Rauschen (über einen 150Hz – Tiefpass, um mein Schätzeisen nicht hoffnungslos zu überfordern). Da passiert nach einer halben Sekunde genau das Gleiche. Auch auf dem guten alten Analog – Oszi (mit 10:1 Tastkopf :D) sehr schön zu verfolgen.

    Passt im Übrigen auch recht schlüssig zur 'Nominal Power' – Angabe des Herstellers (also Netzaufnahmeleistung); lt. Datenblatt 1050 VA. Immerhin: ein Rest von Ehrlichkeit schimmert in diesem Fall für den, der's genauer wissen will, in den technischen Angaben noch durch.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

    "Okay. Wir machen das mit den Fähnchen."

  • bergmann
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    • 14. Januar 2011 um 20:39
    • #64

    back to topic:

    Wenn es darum geht ein Beschallungssystem durch Limiter zu schützen, sollte dies auch der Ausgangspunkt für die weitere Herangehensweise sein. Gleichbedeutend muss die Ausgangsspannung der Endstufen auf ein für die angeschlossenen Lautsprecher erträgliches Maß reduziert werden. Hierzu greift man in der Regel auf die Eckdaten aus den jeweiligen Datenblättern zurück. Zum Einen werden die Lautsprecher hinsichtlich ihrer maximalen mechanischen Belastbarkeit geschütz. Dabei spielt die Art des zugeführten Signals in der Praxis keine Rolle, da die maximale Auslenkung der Membran beschränkt werden muss. Zum Anderen wird der Lautsprecher gegen eine Überhitzung der Schwingspule geschützt. Auch hier greift man in der Regel auf die Lautsprechereckdaten zurück. Ausgangspukt stellt hierbei die RMS Leistung des Lautsprechers dar. Das ist der Effektivwert des zugeführten Signals. Nun lässt sich an handelsüblichen Limitern lediglich ein Treshold einstellen, mit dem ein ferster Spannungswert einstellt wird. Es wird also kein Effektivwert eingestellt! Was bedeutet das? Wählt man den Treshold anhand der angegebenen RMS Leistung, ist der Effektivwert bei Signalen mit sehr hohem Crestfaktor (z.B. Sprache) deutlich unter dem eingestelltem Treshold. Bei Signalen mit sehr niedrigem Crestfaktor (z.B. Rechtecksignal) ist der Effektivwert deutlich über dem eingestellten Treshold. Was bedeutet das für die Praxis? Man müsste im Idealfall für jede Musikrichtung eine andere Tresholdeinstellung vornehmen. Den Treshold für ein Worst Case Szenario einzustellen mach hierbei wenig Sinn, will man das Potential des Beschallungssystems voll ausnutzen. Man würde jedem Musiksignal mit durchschnittlichem Crestfaktor die Dynamik nehmen. Ein Ausweg wäre eine deutliche Überdimensionierung der PA - dies ist aber nicht immer möglich --> z.B. Festinstalationen mit begrenztem Budget.
    Der Treshold muss für elektronische Musik, bei der mit Signalen mit niedrigem Crestfaktor gerechnet werden muss, deutlich gesenkt werden. Durchschnittliche Konservenmusik hat einen Crestfaktor etwa 6. Bei einem Rechtecksignal liegt der Crestfaktor bei 1 (Spitzenwert = Effektivwert).

    Zum Thema der übersteuerten Mixer: Wie schon mehrfach hier genannt, entstehen durch die Übersteuerung elektronischer Komponenten Oberschwingungen. Ganz extrem macht sich dies im Hochtonbereich bemerkbar. Das Signal das der Hochtöner von der Frequenzweiche bekommt hat dann einen deutlich gerigneren Crestfaktor als ein unverzerrtes Signal. Wenn nun auch kein Tiefpassfilter für die obere Grenzfrequenz eingesetzt wird, wird der Hochtöner auch noch mit Signalen aus dem Ultraschallbereich belastet. Deshalb führen übersteuerte Mischpulte zu Hochtonschäden.

  • madmax
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    • 15. Januar 2011 um 18:40
    • #65
    Zitat von "bergmann"

    Deshalb führen übersteuerte Mischpulte zu Hochtonschäden.

    ...und zu Ohrenschäden bei DJ.
    Da gibts nämlich 'nen Satz heiße derselben... :D

    Never stop a running System

  • tobias kammerer
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    • 16. Januar 2011 um 19:10
    • #66

    ...Deswegen verstehe ich nicht, dass das nicht schon längst Standard in vernünftigen Controllern ist:

    Ein RMS Limiter mit RMS Messung! Dahinter ein Peak Stop Limiter.

    Davor könnte dann noch ein musikalisch einsetzbarerer Standadrkompressor sein. Es gibt zwar solche Geräte aber eben fast nix am Markt. Finde ich sehr traurig.
    Viele Grüße
    Tobias Kammerer

  • Jens Droessler
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    • 16. Januar 2011 um 21:49
    • #67
    Zitat von "tobias kammerer"

    ...Deswegen verstehe ich nicht, dass das nicht schon längst Standard in vernünftigen Controllern ist:

    Ein RMS Limiter mit RMS Messung!


    Das habe ich schon tausendundeinmal postuliert. Da kann auch das Pult clippen, wie es will, thermisch passiert nichts.

    Zitat

    Dahinter ein Peak Stop Limiter.


    Das finde ich jetzt nicht so wichtig. Wenn man nicht gerade eine 4kW-Endstufe am Hochtöner betreibt, ist der Amp nicht stark genug, um den Lautsprecher mechanisch zu zerstören (und darum gehts beim Peak-Limiter: Gefährliche Überauslenkung verhindern).

  • Johannes Schilling
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    • 16. Januar 2011 um 22:27
    • #68

    wie ich das sehe und mache:

    Da ich auch hin und wieder mit Vollgas Electro zu tun habe, hier mein Senf dazu, wie ich das mache.

    1. gutes DJ Pult nehmen (Pioneer DJM 700/800 oder noch besser A&H Zone)
    2. Beim Pioneer ist der Output regelbar bzw. Schaltbar, also etwas absenken.
    3. das Signal vom DJ an ein vernünftiges, bevorzugt analoges Mischpult weiterleiten.
    4. DJ Pult erst am CH. fast bis zum Clip einpegelen, dann Master rauf, bis das Pult anfängt zu clippen.
    5. Das "FOH" Pult darauf einpegeln.
    6. Am DJ Pult 10% mit Master runter und markieren!
    7. DJ darüber informieren, dass er den Master so lassen soll.
    8. DJ erklären warum (Zerrendes DJ Pult zerstörrt seine Perfomance...)
    9. Professionelle DJ´s machen das dann so! Amateuren muss man halt immer wieder auf die Hand hauen ;)
    11. Dem DJ ein überdimensioniertes Monitoring hinstellen, damit er sich wohlfühlt. Wenn er davon schon genug Druck bekommt, wird er auch nicht auf die Idee kommen, sich den Druck an seinem Standord über die PA holen zu müssen.
    12. Sich selbst an das "FOH" Pult setzen und die Limiter z.b. via Remote oder Controller am FOH beobachten.
    13. Dann lässt man sich ca 6db Headroom für den Main Act, dass kommt dann super beim Publikum an, wenn da noch mal was geht.
    14. Es geht nicht nur um den Gesamtpegel, sondern auch um den Schub, also den Bassbereich.
    15. Limiter beobachten. Wichtig ist erst mal der Peaklimter. Der sollte nur ganz selten angehen. Wenn man da dauernd in der kompression ist, ist das sehr schlecht. Da kann man sich dann auch sicher sein, dass das thermisch nicht lange geht.
    Wenn der Peaklimiter nur ganz selten greift, sollte durch die Dynamik der Musik auch thermisch kein Problem auftreten.
    16. Wichtig ist dabei aber, dass man die oft schon gemasterten und damit sowieso schon gut komprimierten Tracks nicht vor dem Peaklimiter noch mal komprimiert, denn dann kann es eher zu einer thermischen Überlastung kommen.
    17. Wenn man dann schon am "FOH" sitzt, kann man auch gleich noch etwas auf die Tracks der DJ´s eingreifen und evtl. je nach Track noch etwas mit dem EQ eingreifen. Zozusagen Livemastering für das Publikum ;)
    Kann man auch Prima vorsichtig mit einem Dyn EQ z.b. DPR901 oder einen Multiband Comp machen.
    Das wiederspricht sich übrigens mit der vorher getätigten Aussage nicht, dass man die Tracks nicht noch mehr komprimieren sollte, da der Multiband Kompressor ja nicht so eingestellt werden solle, dass er alles platt macht sondern nur im jeweilig "überhöhtem" Frequenzbereich ein par dB rausnimmt.

    So sehe und mach ich das. Bis jetzt hat das auch immer gut geklappt und ich habe schon einige, richtig gute und amtliche Elektro Acts gemacht!
    Es ist einfach wie immer. Wenn die "Künstler" Profis sind, ist alles easy, mit Leuten die selbst nicht wissen was Sie tun und dann auch noch stur sind, hat man es nicht so leicht!

  • rockline
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    • 16. Januar 2011 um 23:25
    • #69
    Zitat von "billbo"

    Die Regelung funktioniert; übrig bleiben nach einer knappen halben Sekunde gemessene 37Veff. Macht für ein Pärchen 8Ohm – Lautsprecher einen maximalen thermischen Dauerstress von gut 170 Watt pro Chassis.

    Genau so ist das! Um das zu zeigen kann ich spontan wieder einen Fundus aus meinem Rechner beisteuern. Nachfolgend ist das Signal eines 100mS Burst zu sehen, der aus einer voll ausgesteuerten PWM Endstufe gescannt wurde:

    Die beiden vertikalen Hilfslinien zeigen die ersten 23mS der Ausgangsspannung. Hier leistet die Endstufe noch ein beachtliches Produkt aus Volt x Ampere an 4 Ohm! 1366 Watt an 4 Ohm stehen auf der Uhr.

    Schauen wir mal rund 50mS später erneut herein:

    Die beiden vertikalen Linien zeigen nun die letzten 25mS an. Deutlich ist zu sehen wie die Endstufe runtergeregelt hat - nur noch 477 Watt stehen an 4 Ohm zur Verfügung. Und das alles in nur 100mS!
    Das ist aber normal und stellt die Philosophie zum Gedanken an die Impulsivität von Musik dar. Hohe Peakleistung (unverzerrter Headroom) mit leider magerer Strom und Spannungsstabilität. Solche Endstufen haben den RMS Limiter bereits eingebaut, da weder Netzteil noch PWM Ausgangsstufe hohe Dauerströme (als Folge hoher Ausgangsspannungen) verarbeiten können/düfen/sollen.

    Zitat von "billbo"

    Ende der 70er hatte ich mal ein Pärchen RSD 800b, für Kontinentaleuropa damals angegeben mit 2x 450W/ 4Ohm (wenn ich mich richtig erinnere). Zugegeben, ein wenig unhandlich waren die Teile schon. Aber raus kam da deutlich mehr.


    Meine Jugend... :) pro Seite eine an die Nussecken, dazu eine CS800 mit Ch1 an den Rasierer und CH2 für die Vitavox S3!
    Ich habe noch eine, die spielt täglich an den Subs in meiner Abhörkabine:

    Diese Geräte kommen aus einer Zeit, in der die Konstrukteure den Begriff "Sinusleistung" als solches 1:1 umzusetzen versuchten. Der abgebildete Verstärker ist von 1977, und konnte damals 2 x 400 Watt an 4 Ohm ohne wenn und aber - dafür war der Unterschied im Headroom deutlich weniger ausgeprägt als in dem topmodernen Produkt aus obenstehenden Oszillogrammen.

    Noch ein Satz zu übersteuernden Mixern etc: das klingt zwar mies, macht aber nicht wirklich etwas kaputt - solange die Endstufe als solches nicht zerrt.
    Der PA kann es ja egal sein ob der vermatschte Klang eines überdrehten DJ Mixers durch falsche Gainstruktur des dahinter stehenden Bedieners verursacht wird, oder durch den neuzeitlichen Geschmack irgendwelcher Bronxproduzenten. Bei vielen "Musik"produktionen aus diesem Genre frage ich mich oft was der grundsätzlich verzerrte und vermatschte Sound auf der CD soll? Mir fallen natürlich namentlich keine Beispiele ein (wie auch?) - aber ich höre alljährlich bei diversen Stadtfestveranstaltungen und den typischen Dorftanzstudioeinlagen diese mitgebrachten Matschhiphop Nummern - und drehe solchen Rummel grundsätzlich erst einmal 15dBSPL leiser. Das muss sich kein Mensch volle Pulle anhören. Aber der PA wäre es egal, denn die "meint" das sei Musik!

  • Jens Droessler
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    • 17. Januar 2011 um 00:16
    • #70

    Stark begrenzte Leistung mag zwar bei den alten PowerSoft DigAms ein Problem gewesen sein (Nach Begutachtung des Netzteils schätze ich die Dauerleistung der DigAm7000 auf 500W RMS), wie auch bei vielen Günstig-ClassD-Amps, das gilt aber z.B. ganz und gar nicht für die DigAm K-Modelle. Diese haben eine sehr hohe Dauerleistung gemessen an der Angabe. Das 32A-Netzteil wurde nicht als Gimmick verbaut. Ebenso haben die Lab Gruppen PLM14000 und 20000Q ein 32A-Netzteil, und sicher noch einige Endstufen mehr. Einzig und allein die Thermik der doch recht kompakten Gehäuse begrenzt jetzt noch die nutzbare Leistung, aber vorher bekommen die Lautsprecher schon ein Problem (es sei denn, man bastelt sich Matrix-Schaltungen aus den Lautsprechern). Solche Amps haben nicht ohne Grund funktionierende RMS-Limiter in ihren DSPs, die auch unbedingt richtig zu konfigurieren und zu verwenden sind!

    Aber ja, auch diese Endstufen können nicht dauerhaft ihre angegebene Leistung bringen, aber ganz ehrlich, das brauchen sie auch nicht. Es werden seltenst reine und alleinstehende Sinustöne verstärkt, das heißt der Crestfaktor liegt sinnvollerweise immer in dem Bereich, dass bei den 32A-Monstern das Netzteil genug Strom liefern kann. Sollte es dennoch vorkommen, dass ein reiner Sinus wiedergegeben wird, sollte wie gesagt der RMS-Limiter vorher schon greifen. Denn wer hat z.B. im Falle der K20 Lautsprecher am Amp, die 2500W Dauerleistung (nicht Musik/Programm!) wegstecken können?

    Aber natürlich gibt es auch Endstufen für die Kompromisslosen, die ihre 2x5,5kW an 2 Ohm über mehrere Minuten liefern können und dies mit fast 70A Stromaufnahme aus dem Netz quittieren. Hier gilt aber das Gleiche: Entweder genügend Lautsprecher dranhängen, die die Leistung tatsächlich auch im Ernstfall dauerhaft verdauen können, oder RMS-Limiter einsetzen (so handhabe ich diese Amps...).

  • billbo
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    • 17. Januar 2011 um 00:58
    • #71

    bergmann: Das Topic des Threads wurde vor 7 Jahren abgehandelt, da dürfen die Gedanken schon mal ein wenig weiter schweifen.

    Ganz so statisch wie von Dir dargestellt ist die Angelegenheit übrigens nicht. Zu jeder Dynamikmanipulation gehören immer auch Regelzeiten. Es gibt nicht nur ‚Threshold’. Mit bandspezifisch intelligent gewählten Attack und Releasezeiten lässt sich sehr wohl ein Worst Case – Schutz realisieren, der auch dynamisch anspruchsvollerem Programmmaterial ausreichend Platz lässt und dabei im Grenzbereich recht unauffällig arbeitet.
    Der Hinweis auf den Tiefpass ist wichtig. Zu umfassendem Systemschutz gehört auch die definierte Eingrenzung jedes Frequenzbandes, nicht nur der Mittenbänder. Im Bass ein Hochpass einige Hz oberhalb der zulässigen unteren Grenzfrequenz der Bassysteme, im Hochton ein Tiefpass irgendwo oberhalb von 15 kHz sind bei Beschallungsanlagen für ‚Laienbetrieb, laut und unbeaufsichtigt’ ein Muss. Das gilt für jedes Programmmaterial.

    Der Hinweis auf die Arbeitsweise heutiger Endstufen , von Rockline gerade noch mal schön konkretisiert, kommt nicht von ungefähr. Hinten kann im Mittel halt nicht mehr raus kommen, als vorne rein geht. Gerade die Vertreter der Fraktion mit den tiefen elektrischen Dauertönen, den hohen Temperaturen und den großen Zahlen sollten sich bewusst machen, was ihre Verstärker denn tatsächlich zu leisten imstande sind, und diese schlicht und einfach passend zur thermischen Belastbarkeit ihrer Systeme wählen. ‚Passend’ heißt: deutlich unterhalb des theoretisch Höchstzulässigen. Dynamikreserven gibt’s dann immer noch genug; die Amp – interne Regelung incl. Clip Limiter funktioniert zuverlässig.
    Nicht vergesssen: die schönen vielstelligen Zahlen, die Hersteller heute so auf ihre Chassis zu schreiben pflegen, gelten für absoluten Neuzustand und ideale Betriebsbedingungen (zivile Umgebungstemperatur/ ungehinderten Kühlstrom/ normale Luftfeuchtigkeit/ keinerlei Vorschädigung durch Transport oder Feuchtigkeit/ usw.). Wer trotzdem meint, das unbedingt voll ausreizen zu müssen sollte bedenken, dass auch hier sehr schnell die schöne alte Weisheit gilt: nach ‚fest’ kommt ‚ab’.
    Um dergestalt richtig konzipierte Kombinationen vor exzessivem Signalblödsinn zu schützen braucht’s dann nicht mal mehr einen Prozessor.

    Zitat

    Das ist aber normal und stellt die Philosophie zum Gedanken an die Impulsivität von Musik dar.

    Stefan, das hast Du wunderschön formuliert :D. Da möchte ich noch anfügen: man könnte auch auf den Gedanken kommen, dass sich „Ausgangsleistung: 2x 350W mit 6dB Dynamikreserve“ halt bedeutend weniger sexy liest als „MAX. OUTPUT POWER: 2x 2,5 KW @ 2 OHM LOAD“.


    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

    "Okay. Wir machen das mit den Fähnchen."

  • madmax
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    • 17. Januar 2011 um 16:27
    • #72

    Mir wurde damals beigebracht, das der Trafokern 180% der angestrebten Sinusleistung übertragen können sollte. So hamm wir dann auch getan bei unseren Eigenbauten. (Für den Preis 'ner Peavey CS hat man damals einen neuen Trabant bekommen...)

    Never stop a running System

  • rockline
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    • 17. Januar 2011 um 16:54
    • #73
    Zitat von "madmax"

    So hamm wir dann auch getan bei unseren Eigenbauten. (Für den Preis 'ner Peavey CS hat man damals einen neuen Trabant bekommen...)

    Au......der war gut. Spätestens da hätten Erich & Konsorten aber merken müssen, dass man mit dem Sozialismus keinen Blumenpott gewinnen konnte!
    Mal im Ernst. Was hattet ihr denn seinerzeit für Endtransistoren zur Verfügung? Die CS 800 war ja mit immerhin plus/minus 85VDC gut unter Spannung! War ein Selbstbau zu Ostzeiten in der Leistungsklasse einer 400W/4Ohm Endstufe überhaupt realisierbar? Material aus dem Westen importieren war ja auch nicht so einfach :roll:

  • madmax
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    • 17. Januar 2011 um 19:54
    • #74

    Also der verwendete Endtransistor kam von Tesla aus der damaligen CSSR und hieß KD503. (ähnlich 2N3055) Der machte 80V Kollektor-Emitter Spannung bei fetten 20A oder 150Watt. Ich hab noch 'nen Sack voll rumliegen. Das letzte begonnene Projekt ruht nunmehr fast 20 Jahre...
    Treiber waren je ein Pärchen SD139/140 (ähnlich BD139/140)
    Alle Transis ausgemessen und richtig gepaart. Vortreiber weiß ich jetzt nichmehr. Habe den alten Plan nich hier.
    Die Trafos hatten, selbst (um)gewickelt, um die 2*30V im Leerlauf (ohne Elkos<<2*20000), laut Plan sollten dabei 100W/4 dabei herauskommen, eher aber mehr. Und sogar elektronisch Kurzschlußfest. (ohne Relais)
    Platinen mit Butterbrotpapier durchgezeichnet, gebohrt mit altem Zahnarztbohrer, gezeichnet mit Tusche und geäzt.
    Naja und Gehäusebau. Grundplatte dickes Pertinax, da konnte man schön Gewinde reinschneiden.
    Das Ganze war wohl brückbar auf 200/8, es gab aber auch andere Pläne mit Kaskaden und 200/4 oder bissel mehr.
    Mehr hats nich gebraucht, größere Lautsprecher gab's ohnehin nicht. Selbst damals sündhaft teure E140 oder 15B/L; sehr oft in nachgebauten Martin-Bin, Shearers oder Rutschen waren damit ausreichend bedient. (Schwachpunkte der PA war eh' der Hochton; es gab nur Pappzeug, Horntreiber kannte ich seinerzeit nur vom Hören-Sagen)
    Eine 2*200/4 z.B. wurde auch in (vermutlich) Klingenthal gebaut, kostete Liste aber auch um die 5000 MarkderDDR.

    Schwer zu beschaffen war eigentlich alles, vom kleinsten Widerstand bis zu den Elkos. Ganz schwierig die 1Ohm/4-10Watt (ich glaube Emittervorwiderstände) an den Endtransis. Fertige Trafos gabs garnicht, große Kühlprofile nur mit Beziehungen in Betriebe, die sowas verbauten. Ähnlich mies die Lage bei (meist russischen) Thyristoren oder gar Triacs. (Man baute ja auch Lichtorgeln, Lauflichter. Dimmer...)
    Wenn man in die Bezirksstadt gefahren ist, waren 30% der Liste 'ne gute Ausbeute. Da half nur mal eine Zugfahrt in die Hauptstadt, da gabs einen bestimmten, kleinen Laden.
    Ich hatte zwar seinerzeit eine (Groß?) Tante im anderen Teil Berlins, welche aber nur im aller-absoluten Notfall zu bemühen erlaubt war. Naja und schicke mal 'ne ältere Dame zu Conrad nach Kreuzberg...
    'Priorität' in der Familie hatte der Import von Kaffee, Marlboro, Fliesen, Bad-Armaturen und Klamotten. Ich 'durfte' manchmal paar 90er BASF 'bestellen'. Die zu versorgende Sippe war halt groß...
    Westliche Industrieproduke wie Zeck15/3, Peaveys, Klampfen, Fernseher, Tapedecks (JVC!!!), Ghettoblaster, verspiegelte Sonnenbrillen (...) waren allerdings auf dem legalen Schwarzmarkt problemlos zu kaufen.
    Kurse 1:5 bis 1:10......

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  • rockline
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    • 17. Januar 2011 um 20:59
    • #75

    Krass :!:
    Aber interessant zu lesen. Wie vom anderen Stern....echt!

  • billbo
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    • 18. Januar 2011 um 12:33
    • #76
    Zitat

    Mir wurde damals beigebracht, das der Trafokern 180% der angestrebten Sinusleistung übertragen können sollte.

    Klingt schlüssig für die Vor – Ringkern – Ära und den sicherheitsbewussten Konstrukteur. Mal 1,5 für den optionalen Betrieb als Rechteckwandler :D; und ein paar Reserven für Wirbelstrom -, Ummagnetisierungs – und Schaltungsdesignverluste können auch nicht schaden.
    Später entdeckte man dann, dass Musik und Sprache dynamischer Natur sind, Trafoleistung schwer und teuer, Elkokapazität dagegen vergleichsweise günstig ist, und schrumpfte dementsprechend erst mal die Trafos. Die Erfindung des 'weichen' Netzteils, und sozusagen der erste Schritt auf dem Weg zu den intelligent geregelten PWM Zahlen – und Dynamikwundern der Jetztzeit.
    Und der Beginn endloser Diskussionen darüber, welche Endstufe 'Bass kann' :-D.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

    "Okay. Wir machen das mit den Fähnchen."

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    nojunk
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    • 18. Januar 2011 um 15:26
    • #77
    Zitat von &quot;billbo&quot;


    ...Und der Beginn endloser Diskussionen darüber, welche Endstufe 'Bass kann' :-D.

    oO
    :D

    No, it's not too loud. You're just too old!
    winners have parties - and loosers have meetings
    Technik haben viele - WIR können sie auch bedienen :)

    vu.gif

  • madmax
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    • 18. Januar 2011 um 15:44
    • #78

    Ja; das waren krasse Zeiten.
    Aber jetzt gibts ja alles im Überfluß. Schneeschippen, Winterreifen, Streusalz... :?:

    Wenn ich mich mal bei so 'nem Bilderzeigedienst anmelde, mach ich mal paar Fotos. Paar Sachen hat man aufgehoben.

    Eine große Herausforderung war auch die Konstruktion von LED-Ketten als Anzeige. Da gabs zwar einen passendenden Schaltkreis für 12 Stück. (A277) Aber die LEDs im Handel waren nur der Industrieabfall, waren besonders zwischen den Farben so verschieden; das nach der 1. die 5., dann die 3. und dann die 8. aufleuchtete. So ähnlich jedenfalls. Bei Preisen von 1.50 pro Stück war die Selektion entsprechend teuer.
    Ansonsten waren unsere Verstärker thermisch Dauersinusfest. Meine jetzt von mir im Basss bevorzugten JBL MPA1100 lassen's nach 1 oder 2 Minuten klacken... (von 'ner 8001 weiß ich's nich, da is von der letzten nach einem Nebelfluid-Unfall nurnoch der mächtige Trafo übrig. Schöner Briefbeschwerer :D )

    Unsere Konstruktionen mußten ja außerdem mit mächtigen Spannungsschwankungen und Unterspannung klarkommen.
    Ich kann mich noch an einen großen Saal erinnern, da war nach 'Lights on' bei 'ner Metal-Coverband die Spannung so gering, das in der Küche die Leuchtstofflampen in den Zündmodus gingen... (200V waren generell als 'normal' anzusehen)
    Da mußte dann ein Kabel in die nahegelegene Turnhalle gezogen werden. Allerdings mußte da einer den ganzen Abend auf 'ner anfangs vollen Kiste Bier sitzen, und die Automaten festhalten, (mit den alten ging das noch) oder schnell wieder reindrücken. Und die Temperatur der 25A-Graugußsteckdose und'm Alukabel an der Wand überwachen...
    ...und erst die Biergläser dort; oben rundum 'abgebissene' Bierhumpen. Und auf'm Klo stand man(n) noch Schulter an Schulter; erleichterte sich in eine Rinne unter einer schwarzgeteerten Wand. Die braunen Porzellanhocker in den weißgekalkten Holzkabinen waren meist mit Mädels belegt, nebst Schlange davor. Diesselbe vor den Damentoiletten war halt noch länger.
    Groupies hinter der Bühne; damals war man noch Wer. Auch die Technikfraktion bekam ordentlich was ab vom Happen. Cola-Wodka war das Getränk der Massen; jeder Gastronom würde sich heutzutage die Finger lecken nach so einem pro-Kopf Verbrauch an Hartsprit.
    Selbst donnerstags oder sonntags erinnerten die Schlangen vor der Tür an's P1 oder Hippodrom zum Oktoberfest in München. Und das schon 17 oder 18 Uhr. Und hinter den Garagen an der Friedhofsmauer war auch immer gut Verkehr.
    Naja; das Haus; längst abgerissen. Straßenverkehr braucht Platz. Die Szenerie aber beliebig austauschbar seinerzeit.
    Sorry; OT :shock:
    Vom Thema des T-Starters sind wir eh weit weg.
    Man schwelgt halt in Erinnerungen...

    Never stop a running System

Anstehende Termine

  • Kombiseminar Sachkundiger für Anschlagmittel und Traversensysteme (AnschlägerPlus)

    Dienstag, 29. September 2026 – Donnerstag, 1. Oktober 2026
  • Sachkunde für Fliegende Bauten

    Dienstag, 29. September 2026 – Donnerstag, 1. Oktober 2026
  • PA-Forum Stammtisch LeatCon

    Dienstag, 6. Oktober 2026, 13:00 – 14:00
  • PA-Forum Stammtisch LeatCon

    Mittwoch, 7. Oktober 2026, 13:00 – 14:00
  • PA-Forum Stammtisch LeatCon

    Donnerstag, 8. Oktober 2026, 13:00 – 14:00

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    23. September 2026 um 10:33
  9. 13. - 14. Oktober | Live Mixing Workshop mit Jörn Müller in Köln

    Soundchecker
    23. September 2026 um 10:30
  10. können das hier (Foto) die original Weichen der KMT CS215 / CM215 sein ?

    phattomatic
    23. September 2026 um 09:12
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