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Directivity-Faktor?

  • 4Art
  • 30. August 2007 um 10:29
  • Online
    4Art
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    • 30. August 2007 um 10:29
    • #1

    Kann mir mal einer erklären, was diese Angaben in Bezug auf Abstrahlung bedeuten? Gefunden auf der Tannoy-Pro-Homepage bei der Evaluation für eine Installation:

    Directivity Factor (Q) 5.5 averaged 1kHz to 10kHz
    Directivity Index (DI) 7 averaged 1kHz to 10kHz

  • fschleif
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    • 30. August 2007 um 10:49
    • #2

    Eine reine Mutmassung: Der "Directivity Factor Q" erinnert an die Angabe einer Güte (z. B. die eines Resonators). In Bezug auf das Abstrahlverhalten könnte das beschriebenm, wie stark der Pegel am Rand des Abstrahlbereichs abfällt (die herkömmliche Angabe ist ja hier eine Pegelabnahme von x dB (ich glaube es waren 6). Die sagt aber nichs über die "Flankensteilheit" aus. Ich könntemir vorstellen, dass das Q sowas beschreibt.
    Was dieser Index bedeuten - keine Idee...

    Gruss

    Frank

  • tonmischer
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    • 30. August 2007 um 10:52
    • #3

    Verhaeltnis des gemessenen SPL-Durchschnitts innerhalb der angegebenen Abstrahlungswinkel in einer Distanz R zur Schallquelle
    in Relation zum gemessenen SPL-Durchschnitt auf der gesamten Kugeloberflaeche mit Radius R rund um die Schallquelle.
    Dabei bezeichnet der Directivity Factor das Verhaeltnis der beschallten Flaeche als Bruch,
    der Directivity Index den Unterschied des SPLs in dB.

    (so in ungefaehr; ich weiss die genaue Definition gerade nicht)

    Einmal editiert, zuletzt von tonmischer (30. August 2007 um 11:05)

  • fschleif
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    • 30. August 2007 um 11:00
    • #4

    Ah so.
    Nur zum Verständnis: Kommt das dann nicht doch einer Güte-Beschereibung nahe? Wenn ich in der Wellenlängen-Domäne den Q angebe als

    Q=(lambda 0/Delta lambda)

    drückt das doch im Prinzip genau das von Dir beschriebene Verhältnis aus. Oder liege ich jetzt total flasch?

    Gruss

    frank

  • tonmischer
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    • 30. August 2007 um 11:13
    • #5

    Das erste bezueglich Pegel-Abfall am Rand wuerde dann also dem DI entsprechen. Das stimmt so glaube ich mit meiner Erinnerung ueberein. Aber das Q sagt glaube ich nichts ueber Flankensteilheit aus, es geht um die Flaeche (hab' ich geedited :wink: )
    Beispiel:
    Subwoofer in der Luft (strahlt vereinfacht gesagt kugelfoermig ab) -> Q = 1; DI = 0dB
    Subwoofer am Boden (Reflektion und noch eine halbe Kugel) -> Q = 2; DI = 3dB

  • fschleif
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    • 30. August 2007 um 11:21
    • #6

    Ok, also Flankensteilheit ist quatsch.
    Dann sagt es praktisch aus, wie sehr die Direcitivy vom Kugelstrahler abweicht.
    Hm - würde die Angabe niht mehr sinn machen, wenn nicht über alle r integriert würde, sondern man Q(R) und DI(R) angibt?
    Bei der integrierten Angabe weiss man doch lediglich, DASS eine Richtiwirkung stattfindet, leider aber WO...

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    4Art
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    • 30. August 2007 um 11:37
    • #7

    Wow :shock: Irgendwie muss ich doch nochmal bezüglich meiner Physikkenntnisse in mich gehen. Was bedeutet denn das nun bezüglich dieses Lautsprechers hier:

    http://www.tannoy-speakers.com/s.php?product=213&title=Di8+DC+%2F+Di8+DCt&s=51

  • Volker Holtmeyer
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    • 30. August 2007 um 12:39
    • #8

    Der so genannte Bündelungsgrad (engl. Directivity Factor Q oder auch Q-Faktor) setzt die in Hauptabstrahlrichtung abgestrahlte Energie ins Verhältnis zur gemittelten in allen Raumrichtungen abgestrahlten Energie. Beim Bündelungsmaß (engl. Directivity Index DI) wird dieses Verhältnis logarithmisch (also als "dB-Wert") angegeben.

    Praktisch wird der Mittelwert aller einzelnen Messwerte eines Daten-Balloons ermittelt und ins Verhältnis gesetzt zum Messwert auf der Hauptabstrahlachse.

    Es besteht übrigens kein fester Zusammenhang zwischen dem Bündelungsgrad und der Angabe des nominellen Abstrahlwinkels (z.B. 90° x 60°)!

    Der Bündelungsgrad ist natürlich frequenzabhängig. Auf der Seite http://www.democracyforlisteners.de von d&b audio gab es mal die folgende Animation, die das sehr schön veranschaulicht:


    Quelle: d&b audio

    http://www.volkerholtmeyer.de/

  • fschleif
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    • 30. August 2007 um 12:49
    • #9

    Ah, ok. So macht die Angabe Sinn.
    Ein gewisser Zusammenhang zwischen nomineller Abstrahlcharakterisitik und Bündelungsgrad müsste aber dennoch bestehen, da das Verhältnis zu on-axis SPL zu SPL in alle Raumrichtugen mit kleineren Abstrahlwinkeln zunimmt. Bei symmetrischen Abstrahlverhalten (also gleicher Öffnungseinkel hozizontal uns vertikal) sollte sich der effektive Öffnungswinkel aus dem Bündelungsgrad errechnen lassen.
    Wie würde man das machen? Ich stelle mir vor, man nimmt für die Intensitätsverteilung eine zweidimensionale Glockenkurve mit Zentrlapunkt auf der Hauptachse an. Je nach Ausprägung der CD-Eigenschaft des Waveguides ändert sich der Q-Faktor der Glocke. Der Öffnungswinkel ergibt sich dann aus der FWHM (oder einer anaolgen Größe) der Glockenverteilung. Ist das so korrekt?

  • wasserkocher
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    • 30. August 2007 um 12:50
    • #10

    Wie Volker gerade sagte

    Zitat

    Der Bündelungsgrad ist natürlich frequenzabhängig

    deswegen ist die Tannoy-Angabe eines gemittelten Q-Faktors zwischen 1k und 10k ungefähr so wertvoll wie

    diese Box strahlt im Frequenzbereich zwischen 1k und 10k mehr nach vorne als nach hinten


    mit freundlichem Blubb

    solange Fragen nix kostet, sind Antworten nix wert

  • Volker Holtmeyer
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    • 30. August 2007 um 12:53
    • #11
    Zitat von "fschleif"

    Ok, also Flankensteilheit ist quatsch.
    Dann sagt es praktisch aus, wie sehr die Direcitivy vom Kugelstrahler abweicht.


    Richtig, so könnte man das sagen.

    Zitat von "fschleif"

    Hm - würde die Angabe niht mehr sinn machen, wenn nicht über alle r integriert würde, sondern man Q(R) und DI(R) angibt?
    Bei der integrierten Angabe weiss man doch lediglich, DASS eine Richtiwirkung stattfindet, leider aber WO...


    Der Bündelungsgrad ist immer dann interessant, wenn man es mit Raumakustik zu tun hat - wenn also nicht nur der Direktschall sondern auch der reflektierte Schall relevant ist. Da sich dieser Diffusschall (in den meisten Räumen) gleichmäßig im Raum verteilt, spielt es keine Rolle, in welche Richtung genau diese Energie abgestrahlt wird. Lediglich die gesamt abgestrahlte Energie ist interessant. Und die lässt sich über das Q bestimmen.

    Ein Lautsprecher mit einem kleinen Q (gegen 1) erzeugt also viel Diffusschall und ein Lautsprecher mit einem hohen Q (z.B. d&b C4 mit etwa 30 @ 2 kHz) erzeugt entsprechend weniger Diffusschall (bei gleichem SPL in Hauptabstrahlrichtung).

    Zitat von "fschleif"

    Ah, ok. So macht die Angabe Sinn.
    Ein gewisser Zusammenhang zwischen nomineller Abstrahlcharakterisitik und Bündelungsgrad müsste aber dennoch bestehen, da das Verhältnis zu on-axis SPL zu SPL in alle Raumrichtugen mit kleineren Abstrahlwinkeln zunimmt. Bei symmetrischen Abstrahlverhalten (also gleicher Öffnungseinkel hozizontal uns vertikal) sollte sich der effektive Öffnungswinkel aus dem Bündelungsgrad errechnen lassen.
    Wie würde man das machen? Ich stelle mir vor, man nimmt für die Intensitätsverteilung eine zweidimensionale Glockenkurve mit Zentrlapunkt auf der Hauptachse an. Je nach Ausprägung der CD-Eigenschaft des Waveguides ändert sich der Q-Faktor der Glocke. Der Öffnungswinkel ergibt sich dann aus der FWHM (oder einer anaolgen Größe) der Glockenverteilung. Ist das so korrekt?


    Natürlich gibt es, wenn man sich übliche Lautsprecher ansieht, die Tendenz, dass ein geringer nomineller Abstrahlwinkel mit einem hohen Q-Faktor einhergeht. Aber einen direkten Zusammenhang zwischen Q und nominellem Abstrahlwinkel - der etwa ein Umrechen möglich machte - gibt es nicht.

    In der folgenden Grafik habe ich das mal dargestellt. Hier haben sowohl der blaue als auch der rote Lautsprecher einen nominellen Abstrahlwinkel von 60° (Zur Erinnerung: Der nominelle Abstrahlwinkel ist als der Winkel definiert, der von den beiden Punkten im Polardiagramm eingeschlossen wird, an denen der Pegel um 6 dB gesunken ist.). Trotz des gleichen nominellen Abstrahlwinkels hat der rote Lautsprecher aber zweifelsfrei einen geringeren Q-Faktor als der blaue.

    http://www.volkerholtmeyer.de/

  • wora
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    • 31. August 2007 um 00:41
    • #12

    na, endlich mal wieder eine diskussion über sinnvolle themen!

    super!


    Zitat

    ...

    deswegen ist die Tannoy-Angabe eines gemittelten Q-Faktors zwischen 1k und 10k ungefähr so wertvoll wie

    diese Box strahlt im Frequenzbereich zwischen 1k und 10k mehr nach vorne als nach hinten
    ...

    das kann ich so nicht stehen lassen ;)

    es gibt durchaus rechenformeln für das bestimmen von eigenschaften einer box in einem raum, die z.b. mit dem directivity index rechnen, bzw. diesen wert als ergebnis für das minimal erforderliche bündelungsmaß ausspucken!

    und wenn man dann vom hersteller die entsprechenden werte bekommt, ist das eine schöne planungshilfe... natürlich nur für leute, die den einsatz von lautsprechern berechnen und nicht nur Pi mal daumen bestimmen ;)

    das ist natürlich in erster linie für ingenieure und festinstallationen interessant, in livesituationen ist das normalerweise nicht so relevant.
    hier sind sehr oft standardsituationen anzutreffen, die mit der entsprechenden erfahrung in den griff zu bekommen sind.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

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