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Chinaamps und die Protections

  • rockline
  • 3. Januar 2008 um 22:59
  • rockline
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    • 3. Januar 2008 um 22:59
    • #1

    Bin grade an so einem billigen Verstärker des Herstellers LD am servicen:
    im Verlauf der Arbeiten stelle ich fest, dass dieses Ding wohl keine DC Schutzschaltung hat!
    Irgendwie kommt mir allmählich der Eindruck, dass diese auf den ersten Blick nicht mal übel gemachten Geräte in Betracht auf durchgebrannte Endtransistoren bedenklich sind.

    Das die Kiste kein "Class H" ist wie die Produktbeschreibung glauben läßt (LD PA400), sollte ebenfalls in der Werbung beschrieben sein!
    Stefan

    Hier der Auszug aus der Produktbeschreibung:

    Power Verstärker 2 x 300 W 4 Ohm
    Artikelnummer: LDPA400


    Adam Hall Info
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    EUR 299,00/Stück (empfohlener VKP in Deutschland inkl. MwSt.)

    LDPA400 Power Verstärker 2 x 300 W 4 Ohm Bedienungsanleitung (deutsch) [327 KB]
    LDPA400 Power Verstärker 2 x 300 W 4 Ohm Bedienungsanleitung (englisch) [928 KB]

    Die Endstufen arbeiten mit einem konventionellen Netzteil (Ringkerntrofo). Die Schaltung ist voll symmetrisch mit nur 20 dB Feedback ausgelegt, was eine sehr schnelle Endstufe ermöglicht, die nur einen geringen Klirrfaktor aufweist. Besonders die unangenehmen TIM-Verzerrungen und der damit verbundene raue Klang werden unterdrückt. Die Endstufe arbeitet in Klasse H, d.h. es werden je nach Aussteuerung gestufte Betriebsspannungen geschaltet. Dies verbessert den Wirkungsgrad, die Endstufe gibt wesentlich weniger Wärme ab. Die verwendeten Endstufentransistoren sind bipolare superschnelle Hochleistungstypen, die für die dreifache Verlustleistung der Endstufe ausgelegt sind. Dadurch ist eine enorme Sicherheit vorhanden und die Kurzschlusssicherung muss erst bei weniger als 2 Ohm Last und 45 Grad Phasenverschiebung durch reaktive Last eingreifen. Natürlich verfügt die Endstufe über alle sonstigen Schutzschaltungen inklusive Clip-Limiter.

    Edit aufgrund sachlicher Korrektur.

    Einmal editiert, zuletzt von rockline (6. Januar 2008 um 14:20)

  • schrecki7289
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    • 3. Januar 2008 um 23:08
    • #2

    Es ist richtig, dass im Standartwerbetext pauschal ClassH angegeben ist, im Manual steht aber eindeutig: "Mit Ausnahme der PA400 arbeiten alle verstärker im Klasse H Betrieb[...]"

    Wegen dem DC Schutz: Hatte die LD nicht einen Crowbar Schutz? Sprich Endstufe wird im Fehlerfall kurzgeschlossen, Automat fliegt, Endstufe aus...
    Hätte den Vorteil, dass keine Relais benötigt werden.

    Gruß
    Thomas

  • rockline
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    • 3. Januar 2008 um 23:29
    • #3

    Na, wenigstens weisen die in dem Manual drauf hin, dass dies keine ClassH ist!

    Crowbarschutz fehlt - ich kann erst mal nicht erkennen wie der DC Schutz aufgebaut ist!?
    Die PA1000 hat zumindest im Schaltplan einen Crowbar je Kanal drin - aber PA400 hat physikalisch an der Stelle nichts zu bieten!
    Stefan

    Einmal editiert, zuletzt von rockline (6. Januar 2008 um 14:22)

  • rockline
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    • 4. Januar 2008 um 21:03
    • #4

    Nachdem inzwischen durch den Austausch einer Z-Diode die kleine LD PA400 wieder funktioniert, muß ich zu ihrer Ehrenrettung was hinzufügen:

    1) die technischen Angaben sind klasse. Das was veröffentlicht wird hält der Verstärker auch. Ausgangsleistung, Klirr usw - alles ok.

    2) Bauteile sind durchweg erste Wahl. Der Verstärker ist sauber aufgebaut.

    Stefan

    Einmal editiert, zuletzt von rockline (6. Januar 2008 um 14:16)

  • g.sanner
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    212
    • 4. Januar 2008 um 23:08
    • #5

    Ach ja und anders als beim Broetchen gibts hier Garantie und ne Rechnung. :D

  • rockline
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    4.440
    • 4. Januar 2008 um 23:23
    • #6
    Zitat von "G.Sanner"

    Ach ja und anders als beim Broetchen gibts hier Garantie und ne Rechnung. :D

    Korrekt, völlig seriöse Verkaufsstrategie. Auch der Schaltplan ist ohne Probleme zu bekommen.
    :wink:

  • Jim
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    • 4. Januar 2008 um 23:46
    • #7

    Es gibt jedoch auch Leute, die sich den Amp kaufen, ohne vorher die Bedienungsanleitung gezogen zu haben !

    Und da gibts noch viel mehr zu dem so tollen AH Vertrieb.....

    z.B.: Welchen Abstrahlwinkel hat das Horn in der LDE 152 ???

    Selbst AH konnte es mir nicht sagen.

    so long Jim

  • 18tbx46
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    97
    • 5. Januar 2008 um 20:29
    • #8

    Ist die Endstufe DC gekoppelt, d.h. hat der Trafo
    einen Mittelabgriff ?

    Ansonsten könnte die "DC-Schutz-Strategie" ähnlich wie bei
    anderen "Chinesen" der untersten Leistungsklasse, per "QSC AC Kopplung"
    gelöst sein..?

  • derautor
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    • 6. Januar 2008 um 01:27
    • #9

    Mal eine Überlegung zum Thema DC-Schutzschaltung:

    Ist es nicht eher fraglich, ein Relais zum Freischalten des Speakers bei DC zu verwenden? Ich hab schon Amps mit durchgeschlagenem Endtransistor gesehen, bei denen der fließende Gleichstrom die Relaiskontakte zusammengebacken hat, bevor schließlich die durchgebrannte Schwingspule das Ganze unterbrochen hat.

    Anderen Kontakten hat man den Abbrand, verursacht durch Lichtbogen beim Auslösen, deutlich angesehen.

    Wenn schon Relais, dann eher was ordentlich Schützmäßiges. Und das ist genau der Punkt, wo der kostenüberoptimierte Chinese zuerst spart!

    Alternative: Man unterbricht bei Defekt tatsächlich im Netzteil die Stromversorgung. Die im Netzteil verbliebene Restenergie entweicht dann noch über den Speaker, ist aber im Vergleich zum festgebackenen Relais ungefährlich, weil schnell weg.


    es grüßt

    derautor

    Immer schön vorm Soundcheck herverkabeln.....

  • tufkadib
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    • 6. Januar 2008 um 11:00
    • #10

    Nun, Gleichstromlichtbögen lassen sich nur schwer löschen. Deswegen können die kleinen Leiterplattenrelais auch alle 10A/250V~, aber nur 2A/24V=.
    Spezielle Relais für höhere Gleichströme sind eben auch teurer.

    Aus dieser Sicht lassen sich Endstufen mit Auskoppelkondensator (jetzt mal egal, ob der ganz hinten am Ausgang sitzt oder im Netzteil) oder Ausgangsübertrager wesentlich besser handhaben. Für den Lautsprecher bedeuten sie eine höhere Sicherheit.

    MfG

    DirkB

  • rockline
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    • 6. Januar 2008 um 11:21
    • #11

    Relais werden ja seit einigen Jahren nicht mehr oft angewendet. Man geht aus Gründen der Wirtschaftlichkeit und des Dämpfungsfaktors immer mehr zum Crowbarschutz.
    Die Luxusversion bietet dabei individuell jedem Kanal einen eigenen Crowbar an, die Sparversion machts über die Ladeelkos.

    Einmal editiert, zuletzt von rockline (6. Januar 2008 um 14:16)

  • rockline
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    • 6. Januar 2008 um 14:11
    • #12

    Entwarnung!!

    Ich habe vorhin mal das Netzteil zerlegt, und dabei die Protection entdeckt!

    Hier wird also primärseitig der Trafo abgeschaltet, falls was passiert. Das ist gut so, und ich habe da wohl zu vorschnell herumspekuliert.

    Außerdem hat die LD PA400 noch eine Netzschalterentlastung mittels Triac, der ebenfalls unter dem Kühlblech des Gleichrichters sitzt.
    Die Senseanschlüsse für LS Out Überwachung kommen übrigens über die beiden Ub Zuleitungskabel von der Netzteilplatine zu den Endstufenblöcken.

    So, dann bleibt zu sagen, dass die kleine LD für ihr Geld mehr als gut ist. Insbesondere die Audioschaltung ist mit großem Aufwand gemacht. Meßergebnisse waren ebenfalls unauffällig. Insbesondere viel mir auf, dass das Rechteck bei 10k sehr ordentlich aussah.

    Ich mache noch ein Bild vom Netzteil, und vom Rechteck bei 10K unter Last an 4Ohm!

    Man erkennt oben rechts den 24V Regler für die Lüfter, oben in der Mitte die Protection, und unten links die Schaltung um den Einschalttriac. Die Ladeelkos liegen unten, und haben jeweils 10.000uF/80V!

    Rechteckwiedergabe 10kHz und 30Vss an 4Ohm/225W
    Stefan[/u]

  • TTJS
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    53
    • 6. Januar 2008 um 17:03
    • #13

    Hallo,

    nachdem sich ja nun scheinbar die Aufregung gelegt hat und die anfangs fragwürdige Endstufe rehabilitiert wurde einige Anmerkungen zur Sache:

    1. wäre es im eigenen Interesse, wenn Rockline den 1. Beitrag noch einmal editiert und die Schärfe herausnimmt.

    2. der Entwickler eines Großteils der LD Teile (Endstufen, Mixer und Speaker) hat Physik studiert und repariert seit Jahrzehnten u.a. PA Technik. Dabei ist schon "einfach zum Entspannen" manch tolles Gerät entstanden. Dieser Kollege von mir genießt einen hervorragenden Ruf für seine Fachkenntnis.
    Eben die scheinbar versteckte Schutzschaltung und das gemessene Verhalten der Endstufe sind Zeugniss einer sorgfältigen Entwicklungsarbeit. Unzählige mal wanderte die Endstufe zurück ins Werk, wenn die geforderte Qualität nicht erreicht wurde, bis Serienreife hergestellt war.
    Nicht zuletzt sollte man aber immer das Preissegment der Geräte beachten. Für diesen Kaufpreis arbeiten die Teile ordentlich.

    In der Hoffnung, etwas Aufklärung betrieben zu haben.

    Tontechnik Joern Schindelbeck
    Lessingstraße 23a
    09380 Thalheim
    Fon: +49 3721 84564
    Fax: +49 3721 271548
    Funk: +49 172 3721116

  • rockline
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    4.440
    • 6. Januar 2008 um 17:26
    • #14

    Das habe ich bereits direkt im Anschluß an meine Erkenntniss gemacht. Die LD hätte einen schlechten Ruf nicht verdient.

    Das Problem kam aufgrund der "falschen" Schaltpläne zustande. In dem Plan für das große Modell PA1000 ist der Crowbar auf dem Ampmodul zu sehen - bei der PA400 hingegen ist er auf der Platine nicht vorhanden.
    Ansonsten schön aufwändig gemachte Kiste mit Optolimiter, 3fachen Temperaturschutz usw.
    Stefan

  • Jim
    Beiträge
    883
    • 7. Januar 2008 um 00:02
    • #15
    Zitat von "DirkB"

    Nun, Gleichstromlichtbögen lassen sich nur schwer löschen.

    Dann kleb doch nen Magnet drauf, dann ist er fast weg.

    so long Jim

  • michael quatmann
    Verifiziert
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    649
    • 7. Januar 2008 um 00:19
    • #16

    Dann wissen wir jetzt das die Kiste gut verarbeitet ist und ihr Geld das sie kostet nach den Kriterien auch wert ist. Aber wie is es mit dem Klang. Könntest du da auch mal deine Erfahrungen zu schildern? Ist das Gerät nur als Dry-Hire-Kiste geeignet, oder lässt der Sound auch mehr zu?

    Gebt mir Steine! Ich besitze kein Behringer-Gerät mehr :D

  • mhurm
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    Beiträge
    297
    • 21. Juli 2008 um 15:20
    • #17

    Hi,
    zu diesem Thema kam im Frühjahr 08 ein Test in einer Publikation (tools, Soundcheck o.ä.). Weiß Jemand welches Heft das war ? Eventl. sogar den Artikel parat ?

    Gruß
    Michael

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