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Änderung der Prüfungsordnung - der "Turbo-Meister"

  • Tobias Zw.
  • 13. März 2008 um 17:08
  • Tobias Zw.
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    • 13. März 2008 um 17:08
    • #1

    Werte Kollegen,

    schon seit einiger Zeit bemühen sich VPLT, DThG und Vertreter anderer Interessengruppen in Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Berufliche Bildung um eine Umgestaltung und Neuordnung der Prüfung zum Meister für Veranstaltungstechnik. Besonders der ubiquitäre Florian von Hofen kämpft mit großem Engagement und unerschütterlichem Selbstvertrauen für eine Abschaffung der Fachrichtungen, ein Zurückfahren der zu prüfenden fachlichen Anforderungen und eine allgemeine Aufweichung der Inhalte.

    Die geplanten Inhalte der kommenden Prüfungsordnung findet man zum Beispiel hier.

    Als einer, der beide Seiten der Weiterbildung mit Eifer betrachtet (lernend und lehrend bzw. prüfend), drängen sich mir im Moment die folgenden Gedanken auf.

    Die Erfahrung zeigt, daß immer weniger Meisteraspiranten, die sich zur Prüfung stellen, bei objektiver Betrachtung den Anforderungen der zur Zeit geltenden Prüfungsordnung standhalten. Dies dürfte in meinen Augen größtenteils dem Umstand geschuldet sein, daß einerseits die Popularisierung dieser Weiterbildung zu einem Hervorsprießen unterschiedlichster Bildungsträger geführt hat, die um ein begrenztes Kontingent an Kunden buhlen und durch immer kürzere und damit billigere Kurse versuchen, uninformierte Techniker, die "den Schein" haben wollen, zu werben; andererseits wird in der Öffentlichkeit der Eindruck vermittelt, daß die Zulassungsvoraussetzungen zur Meisterprüfung nicht mehr als ein lästiges bürokratisches Hindernis sind, die man mit dem ein oder anderen Gefälligkeitszeugnis von Kollegen und einer kreativen Auslegung des eigenen Lebenslaufes elegant umschippern kann. Die zulassenden Prüfungsausschüsse bzw. IHKen hingegen haben natürlich kein Interesse dran, auch nur einen Bewerber abzuweisen, da ja einerseits die Vorgabe der derzeitigen Politik ist, daß sich jedermann möglichst schnell und barrierefrei fortbilden können soll, und andererseits auch der Erfolg (und die Finanzierung) der IHKen an den durchgeführten Maßnahmen gemessen wird.

    So werden denn zur Zeit Menschen zum Meister für Veranstaltungstechnik geprüft, die weder einen vollständigen Satz schreiben noch einfachste Rechenaufgaben bewältigen können; es nennen sich andere Beleuchtungsmeister, nachweislich ohne jemals in ihrem Leben auch nur einmal irgend einen Scheinwerfer angefasst zu haben; und wieder andere haben in "Technischer Kommunikation" ihre Zeit damit verbracht, Bilder zu malen.

    Was sind die Erwartungen an einen Meister? Der Meister soll die Gewerke koordinieren können, soll Fachkräfte führen und Auszubildende anleiten; dabei stets einen fachlich fundierten Überblick über die Tätigkeiten haben, permanent die Situation auf mögliche Gefährdungen der Mitarbeiter und des Publikums abprüfen und sich stets im Rahmen der anzuwendenden gesetzlichen Regeln und Verordnungen bewegen. Daß er dabei auch noch ein Auge für die künstlerischen bzw. inhaltlichen Anforderungen der Veranstaltung haben soll, versteht sich von selbst.

    Dies erfordert neben einem wachen Geist vor allem fundiertes Fachwissen; weiterhin die Fähigkeit, dieses anzuwenden; das Vermögen, die Fakten sinnvoll in Verbindung zu bringen und schließlich die Kompetenz, die so getroffenen, hoffentlich sachlich und rechtlich einwandfreien Maßnahmen kommunizieren zu können und ihre Durchführung zu überwachen.

    Prinzipiell soll die neue Prüfungsordnung dies gewährleisten. Doch wie wird die Umsetzung aussehen? Mit Einführung der neuen Prüfungsordnung soll die Ausbildung der Meister "breiter" angelegt werden - doch der gesunde Menschenverstand sagt, daß bei gegebenen zeitlichen Grenzen der Ausbildung eine Verbreiterung automatisch zu einer "Verflachung" führen wird. In der Prüfung dann soll kein Faktenwissen mehr abgeprüft werden, sondern eine situative Aufgabe gestellt werden, die unter Zuhilfenahme aller gewünschten Hilfsmittel gelöst werden soll.

    Führt das zu Meistern, die auf der Baustelle, auf der Bühne beim kleinsten Problem ohne Laptop mit Internetzugang und eine mittelgroße Handbibliothek handlungsunfähig sind? Der kommende Meister soll alles wissen - auch die Führung von Spezialisten setzt voraus, daß man zumindest in Grundzügen deren Tätigkeit nachvollziehen kann -, aber wie soll das funktionieren, wenn mangels Zeit (als Resultat aus dem Wettbewerb der Bildungsträger) nicht alles gelehrt und auch nicht geprüft werden kann?

    Ich war schon immer ein Verfechter der Meinung, daß für unseren Beruf auf keinen Fall Fachidioten mit überhohem Tellerrand geeignet sind, und auch, daß man wirklich nicht alles wissen muss, wenn man weiß, wo es geschrieben steht. Doch ich stehe dazu, daß man als Meister über ein Rüstzeug, ein "Toolcase" mit Fertigkeiten und Wissen verfügen muss, mit dem man das Tagesgeschäft (und z. B. auch die Fragen der Azubis) bewältigen kann, ohne permanent auf informationelle Krücken angewiesen zu sein.

    In diesem Sinne hoffe ich
    - daß auch in Zukunft die fachliche und allgemeine Bildung nicht ganz aussterben wird, auch wenn sie demnächst noch weniger prüfungsrelevant sein wird als jetzt;
    - daß in Zukunft sich der eine oder andere vor dem Antrag auf Zulassung zur Meisterprüfung vielleicht doch mal selbstkritisch und ehrlich die Frage stellt, ob er denn wirklich "Meistermaterial" ist (und nicht, ob er irgendwie die Zulassung und dann die Prüfung schaffen kann);
    - daß die Prüfungsausschüsse (auch) in Zukunft nicht mit Gewalt auf möglichst gute Quoten prüfen, um noch mehr "Kundschaft" anzuziehen, sondern sich bei jedem einzelnen Kandidaten überlegen, ob er wirklich fachlich und persönlich für diese verantwortungsvolle Aufgabe geeignet ist;
    - daß der "Meister für Veranstaltungstechnik" sich nicht noch inflationärer und weiter zur Lachnummer entwickelt (Meister sind Häuptlinge und nicht Indianer, und es liegt in der Natur der Sache, daß jeder Stamm nur einen Häuptling hat...);
    - und schließlich, daß jeder Kollege (jetzt und in Zukunft) die Verleihung der Urkunde nicht als das Ende, sondern als Beginn eines Lern- und Prüfungsprozesses sieht, der nie endet, aber für das "Meister sein" wichtiger ist als alle Kurse und Urkunden an der Wand.

    Zitat von "Yoda"

    Ready are you? What know you of ready? For eight hundred years have I trained Jedi. My own counsel will I keep on who is to be trained. A Jedi must have the deepest commitment, the most serious mind. This one a long time have I watched. All his life has he looked away... to the future, to the horizon. Never his mind on where he was. Hmm? What he was doing. Hmph. Adventure. Heh. Excitement. Heh. A Jedi craves not these things.

    In diesem Sinne - und nix für Ungut...

    Mit freundlichen Grüßen

    Tobias Zw.

    Postscriptum: Prof. Dr. med. habil. Horst Geyer definiert in seinem Werk "Über die Dummheit":

    Zitat

    Dummheit: die mangelhafte Fähigkeit, aus Wahrnehmungen richtige Schlüsse zu ziehen. Dieser Mangel beruht teilweise auf Unkenntnis von Tatsachen, die zur Bildung eines Urteils erforderlich sind, teils auf mangelhafter Schulung des Geistes oder auch auf einer gewissen Trägheit und Schwerfälligkeit des Auffassungsvermögens.

    Äch bän wäder do.

    http://www.tobiaszweckerl.de

  • tufkajck
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    • 13. März 2008 um 17:56
    • #2

    Möge die Macht mit dir sein.

    Ungute Entwicklung das ist.

  • timotimo
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    • 13. März 2008 um 22:03
    • #3

    Ich stimme Tobias soweit zu.

    Allerdings bezweifel ich, dass die Prüfung mit den handlungsbezogenen Aufgaben leichter wird. Gerade hier ist viel Erfahrung erforderlich, um die beschriebenen Situationen einschätzen und beurteilen zu können. Nur mit dem Runterbeten auswendig gelernter Inhalte kommt man da nicht weit.

    Nicht schlecht ist es, wenn die Inhalte dem aktuellen Stand angepasst werden (zum Beispiel fehlt Video und LED-Technik in der bisherigen Ausbildung). Auch die 3 Fachrichtungen sind nicht sinnvoll: der Beleuchtungsmeister muss die Prüfung zur Elektrofachkraft ablegen, darf dann u.a. auch Leuchtmittel über 200 Watt wechseln und SchuKo-Stecker montieren. Der Meister Bühne/Studio ohne Elektrofachkraft-Prüfung darf es dementsprechend nicht. Soll er sich dann zum Lampenwechseln einen Meister Beleuchtung holen (oder zumindest einen Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten, was auch schon eine Fachkraft für Veranstaltungstechnik ist)?

    Ein Problem sehe ich eher in der Aufweichung der politischen Bedingungen: in der MVStättVO von 2005 wird die Notwendigkeit der Anwesenheit eines Meisters soweit aufgeweicht, dass im kleinen bis mittleren Veranstaltungssegment kein Meister mehr notwendig ist. Und diese Meister sind dann aber am Markt, arbeiten als Techniker oder sogar Hand (mit Meisterschein). Was das für die Marktpreise bedeutet kann sich jeder vorstellen ...

  • Tobias Zw.
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    • 14. März 2008 um 09:32
    • #4
    Zitat von "timotimo"

    ...Allerdings bezweifel ich, dass die Prüfung mit den handlungsbezogenen Aufgaben leichter wird. Gerade hier ist viel Erfahrung erforderlich, um die beschriebenen Situationen einschätzen und beurteilen zu können. Nur mit dem Runterbeten auswendig gelernter Inhalte kommt man da nicht weit...

    Prinzipiell bin ich auf jeden Fall für eine sach- und praxisorientierte Ausbildung. Was mich bei den konkreten Plänen stört, ist, daß man zur Prüfung (so wurde es auf der PLS bei dem entsprechenden Vortrag vermittelt) jedes beliebige Hilfsmittel incl. Internetzugang nutzen können wird. Dies fördert, um's mal salopp zu formulieren, dann eine gewisse "Laberhaftigkeit", bei der man mit der Anbringung einiger Schlagwörter einen Wissensstand vortäuschen kann, der bei eingehender Prüfung doch nicht vorhanden wäre. Als ehemaliger Pädagogik-, Psychologie- und Soziologie-Student weiß ich, wie das dann aussieht...

    :D

    Was spräche denn dagegen, vier Fachrichtunge wie z. B. Ton, Beleuchtung, Bühne/Studio/Halle und Rigging einzuführen, diese tiefer und umfangreicher auszubilden als bisher und sie alle zu Elektrofachkräften zu machen?!? Verflixt, ich mußte doch auch den entsprechenden Schein machen, um Beleuchtungsmeister zu werden, da wäre das einem Bühnenmeister doch auch zuzumuten, oder?

    Wider die Verflachung! Für breite und tiefe Bildung!

    :wink:

    MfG Tobias Zw.

    Äch bän wäder do.

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  • timotimo
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    • 14. März 2008 um 12:46
    • #5

    Ich glaube nicht, dass zukünftig alle Hilfsmittel zugelassen werden. Das würde ja auch Plagiaten oder Hilfen (online) Tür und Tor öffnen.

    Das Themengebiet VA-Technik ist sehr breit. Ob da eine breite und flache, oder eine schmale und tiefe (mit mehr Fachrichtungen) Ausbildung sinnvoll ist, kann man diskutieren. Ich sehe aber das Problem, dass die Fachkräfteausbildung zu hoch angesiedelt ist (also zu sehr in die Tiefe geht), und der Meister nur wenig darüber liegt.

    Und es gibt wirklich Meister, die noch nie einen Scheinwerfer oder ein Mischpult in der Hand hatten, oder deren Fachkraftausbildung bei Abschluss des Meisterkurses erst 3-4 Jahre her ist. Ob diese dann wirklich so geeignet für diesen Job sind....?

    Es ist schon so, dass da zur Zeit sehr viele Personen durchgeschleust werden. Eine Auswahl findet keineswegs statt.

  • Mirko
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    • 19. März 2009 um 21:22
    • #6

    Hallo allesamt,

    hat denn schon jemand aktuelle Infos zur Neuregelung?

    "Gehört" habe ich in den letzten 2 Jahren auch schon eine Menge, aber gibt es aktuelleren Status als nur Wünsche und Vorschläge. Den 2007-er Entwurf habe ich auch hier.

    MfG Mirko

    Schon ewig in der Branche tätig, Meister für VT.

  • falcocgn
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    • 19. März 2009 um 23:34
    • #7

    N'abend zusammen.

    Die Neuordnung wird seit letztem Jahr ausgebremst vom Bühnenverein und vor allem von der DTHG. Die Legende sagt, dass eigentlich alles fertig und beschlußreif war. Alle Infos wurden mit jedem ausgetauscht, jeder wusste über alles Bescheid. Dann, bei der letzten Sitzung wachte die DTHG auf und sagte wohl "nää, dat wolle mir nit, davon wussten wir ja garnienix..." ohne -bis heute- zu konkretisieren was genau denn nicht o.k. ist und was anders sein soll. Mittlerweile hat die DTHG einen neuen Vorstand, der wohl als konservativ einzuschätzen ist. Also liegt alles auf Eis. (Juchhu, endlich ist mal nicht der böse VPLT schuld).

    Wer näheres wissen möchte kann sich gerne bei der VPLT-Geschäftsstelle oder der DTHG-Geschäftsstelle informieren.

    - DAS Fachbuch für die Veranstaltungstechnik https://www.europa-lehrmittel.de/Fachkunde-Vera…technik/60877-1

  • Tobias Zw.
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    • 20. März 2009 um 12:12
    • #8
    Zitat von "falcocgn"

    (Juchhu, endlich ist mal nicht der böse VPLT schuld).

    :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol:

    Na, das war Dir aber ein innerer Vorbeimarsch mit Fackeln und Standartenträgern, oder? :lol: :lol: :lol: :lol:

    Mach' Dir keine Sorgen - irgendwie schaffe ich's schon, dem VPLT noch irgendwas anzuhängen... :D

    Habe auch länger nix mehr von gehört - die Website der DThG ist da auch ziemlich zugeknöpft. Immerhin gibt's eine schöne Übersicht über die geplanten Änderungen, nämlich den Vortrag, den Herr Borch vom BIBB auf der letzten PLS gehalten hat (Lonk).

    Mit freundlichen Grüßen

    Tobias Zw.

    Äch bän wäder do.

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  • Mirko
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    • 25. Juni 2009 um 18:24
    • #9

    So, für alle die es interessiert habe ich die letzte Newsmeldung von http://www.b-safe.de (Strotmann seine top Seite) hierher kopiert. Damit dürfte erstmal alles gesagt sein.

    "Keine Neuordnung des "Meisters für Veranstaltungstechnik"
    Das Verfahren zur Neuordnung des "Meisters für Veranstaltungstechnik" ist zunächst einmal gescheitert.
    Nachdem die Prüfungsordnung bereits in überarbeiteter Form vorlag, führte das Veto des Deutschen
    Bühnenvereins nun letztendlich zur Einstellung des Verfahrens, da ein Konsens nicht erzielt werden konnte.
    Nun soll zunächst der Ausbildungsberuf "Fachkraft für Veranstaltungstechnik" überarbeitet werden.
    Thematisch kann es sich hierbei um die Gliederung in verschiedene Fachrichtung sowie die Einführung
    der gestreckten Abschlussprüfung handeln."

    Mit feundlichen Grüßen

    Mirko

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    • 25. Juni 2009 um 19:58
    • #10

    wobei ich hier mal zum besten geben möchte, das man als allerwichtigstes einführen sollte, das mündliche prüfungen mitprotokolliert werden sollten. der prüfling ist nämlich sonst auf gedeih und verderb dem ausschuß ausgeliefert !!!

    das ist eigentlich das allerwichtigste in diesem zusammenhang. mir ist nämlich immer noch unverständlich warum das nicht passiert

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    • 25. Juni 2009 um 20:12
    • #11

    Normalerweise muss der Prüfungsausschuss die mündliche Prüfung in Stichpunkten protokollieren. Dieses Protokoll wird dann auch mit den anderen Unterlagen archiviert.

    MfG Tobias Zw.

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    • 26. Juni 2009 um 10:47
    • #12
    Zitat von "test"

    wobei ich hier mal zum besten geben möchte, das man als allerwichtigstes einführen sollte, das mündliche prüfungen mitprotokolliert werden sollten. der prüfling ist nämlich sonst auf gedeih und verderb dem ausschuß ausgeliefert !!!

    Einerseits: Das hat man bei jeder mündlichen Prüfung so.

    Andererseits: Die technischen Möglichkeiten sind doch da, warum erstellt man kein Videoprotokoll?

    Bitte keine fachlichen Fragen per PM - Inhaber von dBmess

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    • 26. Juni 2009 um 11:16
    • #13

    weil das natürlich nicht im sinne des auschusses ist. damit sind natürlich nicht mehr alle tore offen :)

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    • 26. Juni 2009 um 12:15
    • #14

    Als Mitglied eines Prüfungsausschusses (allerdings "nur" Ausbildereignung) bin ich von Deinen Äußerungen einigermaßen überrascht.

    Ich hätte gegen eine Protokollierung nichts einzuwenden, da alle meine Entscheidungen objektiv nachvollziehbar sind.

    Natürlich spielt in der Bewertung eines Prüflinges vieles eine Rolle, von abfragbarem Fachwissen bis hin zu der entscheidenden Frage: "Hat der Prüfling die notwendige Reife, um den angestrebten Abschluss ausfüllen zu können?" Das vergessen viele Prüflinge - es geht nicht nur um Faktenwissen, sondern auch einen Gesamteindruck.

    Ich glaube aber nicht, dass es Prüfungsausschüsse gibt, die vorsätzlich (und mit schlechtem Gewissen) fragwürdige oder falsche Beurteilungen treffen, um die Prüflinge in die Pfanne zu hauen. Dafür hat ein PA nämlich einfach kein Motiv. Was hätten die Mitglieder davon, mit Vorsatz geeignete Bewerber durchfallen zu lassen? Das wäre einfach zu angreifbar und noch dazu doof.

    Mit freundlichen Grüßen

    Tobias Zw.

    Äch bän wäder do.

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    • 26. Juni 2009 um 21:45
    • #15
    Zitat von "Tobias Zw."

    Was hätten die Mitglieder davon, mit Vorsatz geeignete Bewerber durchfallen zu lassen?

    Vergessen wir nicht, dass es Menschen sind, die dort prüfen. Teilweise sogar Mitbewerber.

    Zitat

    Das wäre einfach zu angreifbar

    Leider nicht. Gegen einen Prüfungsausschuss, der sich einig ist, hat ein Prüfling derzeit keine Chance. Wenn die wollen, können die eine Entscheidung völlig unabhängig von der fachlichen Kompetenz und der Eignung fällen - in die eine wie in die andere Richtung.

    Bitte keine fachlichen Fragen per PM - Inhaber von dBmess

  • Tobias Zw.
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    • 29. Juni 2009 um 08:21
    • #16

    Ach, seufz...

    @ Micha: Da hast Du leider Recht. Wie immer überwog da bei mir der tief verwurzelte Glauben an das Gute im Menschen...

    Wobei einem Prüfling, der sich zu Unrecht bewertet fühlt, ja wirklich immer noch der Rechtsweg offen steht.

    MfG Tobias Zw.

    Äch bän wäder do.

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    • 29. Juni 2009 um 09:54
    • #17
    Zitat von "Tobias Zw."

    Wobei einem Prüfling, der sich zu Unrecht bewertet fühlt, ja wirklich immer noch der Rechtsweg offen steht.

    Ja, aber ohne jedes Beweismittel. Noch nicht einmal die eigene Aussage ist möglich, da er ja als streitbefangen gilt. Und da er ja nict die Prüfer persönlich verklagt, sondern die Institution, können alle Prüfer als Zeugen aussehen.

    Was wird das Beschreiten des Rechtsweges bringen? Als Ergebnis desselben? Bezüglich der Gewogenheit der Prüfer bei der nächsten Prüfung?

    Bitte keine fachlichen Fragen per PM - Inhaber von dBmess

  • Kracky
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    • 29. Juni 2009 um 10:13
    • #18

    Ich lese das hier jetzt schon Tage lang mit und muß ehrlich sagen, natürlich hat Tobias recht wenn er sagt, der Meister muß sowohl menschlich als auch fachlich kompetent sein einen Meistertitel zu führen, wichtigster Punkt hierbei ist immer die Verantwortung die dieser Titel mit sich bringt aber man sollte sich doch auch die Frage stellen dürfen, was ist dafür notwendig, welche schulischen und praktischen Maßnahmen sind hierfür verpflichtend, welche könte man ohne schlechtes Gewissen entfallen bzw. nicht im großen Umfang lehren lassen.
    Wenn wir mal ehrlich sind ist es doch wie in jedem anderen Beruf auch, wichtig ist doch vorersteinmal ein Titel als Nachweis über die Befähigung, egal ob man diesem auch entspricht oder nicht. Aber genau das gibt es in allen anderen Berufen auch. Ich glaube immer noch das man sich wirkliche fachliche Kompetenz nicht auf einer Schule holt, die holt man sich auf der Baustelle, jede praktische Erfahrung ist weit mehr wert als in der Schule auswendig gelerntes Fachwissen. Was an der schulischen Ausbildung eben wichtig ist, ist die Vermittlung von Verantwortungsbewußtsein, das durchkauen von Sicherheitsregeln und zwingend damit auch der Vorschriften und ihrer korrekten Umsetzung den das wird in der Praxis und der dort herrschenden Routine gerne vergessen.
    Mich ärgert es nur immer wenn man immer wieder die fachliche Eignung mit einem Stück Papier besiegeln möchte und auf diesem dann auf gedei und verderb rum reitet. Wir haben in der Brache, weil die Berufe ja noch garnicht so alt sind, immernoch genügen wirklich kompetente Fachkräfte die keinerlei Nachweis führen, diese werden immer mehr von der jungen Gattung die das Glück hatten diesen Beruf erlernen zu können als Krauter an die Wand gestellt, kommen an keine öffentlichen Aufträge mehr weil ihnen der "Zettel" fehlt. Das sind Praktiker vor dem Herr möchte ich jetzt so mal sagen, denen natürlich aber weder Vorschriften noch deren Durchführung viel sagen weil auch diese doch noch recht neu sind, ich glaube aber nicht das deswegen allen das entsprechende Verantwortungsbewußtsein abgesprochen werden kann, den wie unser Admin ja immer gerne anführt, es gibt da auch etwas wie einen gesunden Menschenferstand. Für diese Menschen ist es wichtig das man ihnen erneut eben dieses Verantwortungsbewußtsein einprägt, und sie mit den neuen Normen und Vorschriften vertraut macht und dabei auch die Umsetzung dieser Vorschriften haarklein, auch praktisch durchgeht. Aber ist es wirklich notwendig das diese Personen ebenso wie ein unbedarfter Frischling für Jahre nocheinmal die Schulbank drücken sollen? Ich finde nicht. Hier sollte einfach auch die Möglichkeit gegeben sein das Personen mit langjähriger Erfahrung in einem beschleunigtem Verfahren sowohl ihre Fachkraft als auch ihren Meister nachholen können damit sie ihren "Zettel" bekommen, der ja heute schon überall weit wichtiger ist als Können und Ahnung ansich.

    In meinem Lexikon fehlt das Wort unmöglich!

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  • Tobias Zw.
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    • 29. Juni 2009 um 10:33
    • #19
    Zitat von "Kracky"

    Hier sollte einfach auch die Möglichkeit gegeben sein das Personen mit langjähriger Erfahrung in einem beschleunigtem Verfahren sowohl ihre Fachkraft als auch ihren Meister nachholen können damit sie ihren "Zettel" bekommen, der ja heute schon überall weit wichtiger ist als Können und Ahnung ansich.

    Kann ja jeder - es steht jedem frei, sich ohne vorher Kurse zu besuchen zur Prüfung anzumelden (Stichwort bei Fachkräften: "Externenprüfung").

    In wieweit das dann von Erfolg gekrönt ist, steht auf einem anderen Stück Stein gemeisselt: Ich habe zwei erlebt, die es ausprobierten - und dann sang- und klanglos untergingen.

    MfG TZw

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  • Kracky
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    • 29. Juni 2009 um 11:27
    • #20
    Zitat von "Tobias Zw."

    Kann ja jeder - es steht jedem frei, sich ohne vorher Kurse zu besuchen zur Prüfung anzumelden (Stichwort bei Fachkräften: "Externenprüfung").

    In wieweit das dann von Erfolg gekrönt ist, steht auf einem anderen Stück Stein gemeisselt: Ich habe zwei erlebt, die es ausprobierten - und dann sang- und klanglos untergingen.

    MfG TZw

    Also ohne einen vorbereitenden, entsprechend ausführlichen Kurs würde ich das natürlich keinem empfehlen, ist doch ein großes Becken in das man da springt. Sorry wenn ich das jetzt falsch aufgefasst habe, ich dachte du wolltest mit deinem Beitrag für eine vollwertige Meisterschule für alle kämpfen, das fände ich nicht ok.

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