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  5. Boxen und Amps

XLR und Speak

  • WolfgangK
  • 9. Juni 2008 um 17:38
  • WolfgangK
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    531
    • 9. Juni 2008 um 17:38
    • #1

    Hallo liebe Kollegen,

    ein Verein hat eine etwa 20 Jahre alte Anlage, deren Endstufen und Lautsprecher komplett mit XLR-Anschlüssen bestückt sind.

    1. Frage: Gibt es eine Umbaupflicht von XLR auf Speakon, z.B. wegen der Ausgangsspannung von knapp 50V (300W/8Ohm)?

    2. Frage: Wenn sich der Verein eine neue Endstufe mit Speakon-Anschlüssen kauft, seine Kabel und Lautsprecher aber behalten möchte: Wäre es zulässig, einen Adapter von Speakon auf XLR (male) einzusetzen? Mit einem solchen Adapter würden die berührungssicher verpackten Speakon-Kontakte ja im XLR-Stecker offen liegen.

    Kleiner Hinweis: ich habe mir überlegt, ob diese Fragen nicht eher in den Bereich Veranstaltungssicherheit oder Strom/VDE hinein gehören, letztlich aber doch für "Boxen und Amps" entschieden. Schließlich geht es genau um deren Anschluss.

    Wenn Ihr mir ein paar Tipps geben könnte, wie die aktuellen Vorschriften (VDE & Co) zu diesem Thema heißen, wäre ich sehr froh!

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

    Viele Grüße
    Wolfgang

    Ton: Neuman KM18x, Yamaha DM7, LAB-Gruppen IPX/PLM+, Kling&Freitag CA1215, Line212, SWx15E, ...

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  • Mechwerkandi
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    • 9. Juni 2008 um 17:48
    • #2

    zu 1):
    IMHO nicht. Gitarrenverstärker z.B. haben bei teilweise gleicher Leistung offene Kontakte (Klinke)

    zu 2):
    Male als Ausgang ist unüblich. female schickt.

  • karel noon
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    • 9. Juni 2008 um 17:58
    • #3

    zu 2: so unüblich ist das gar nicht, ich kenne ein paar amps, und auch einen verleiher wo das einmal im amp so vorgesehen ist das Male schickt, wie bei NF ausgängen auch, bzw. der verleiher den ich meine hat seine ampracks so umgebaut das hinten xlr patchfelder mit xlr male für den speakerausgang verbaut sind.

    Privater Account mit meiner persönlichen Meinung.

    Sollte es ein Problem mit meiner Neutralität zu einem Thema geben mache ich das im Beitrag kenntlich. :thumbup:

    http://www.noon.ruhr

    Application Support Engineer - HK Audio

  • WolfgangK
    Profi
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    531
    • 9. Juni 2008 um 18:11
    • #4

    ... bei den vorhandenen Endstufen sind serienmäßig XLR male als Lautsprecherausgänge eingebaut. Die Logik ist bei Mikro- und Lautsprecheranschlüssen wohl immer die gleiche: aus den Männchen kommt was raus, bei den Weibchen ... ;-))

    Aber zurück zu meinen Fragen:
    Was sagen die einschlägigen Vorschriften zur Umbaupflicht bzw. zu Adaptern von Speakon auf XLRmale?

    Viele Grüße
    Wolfgang

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  • ww
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    • 9. Juni 2008 um 18:12
    • #5

    Hallo Wolfgang,

    XLR-male war jahrelang üblich, quasi als Alternative zu Klinke. Gab damals noch keine SPEAKON.
    Ich persönlich finde XLR für Lautsprecherverkabelung nicht unbedingt schlecht, da für viele Fälle wesentlich flexibler nutzbar....Verlängerung bei SPEAKON anfangs gar nicht möglich und jetzt...naja.

    Zur Spannungsfestigkeit: wo soll da ein Problem sein? In der ELA-Technik, also 100V sind 4-polige XLR als Lautsprecher-Steckverbindung oft zu finden.

    Gruß Wolfgang

  • yamaha4711
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    • 9. Juni 2008 um 19:26
    • #6

    Tacho!

    Meines Wissens gibt es da keine Vorschriften von wegen berührungssicher. Man merkt es schon wenn die Endstufe in Betrieb ist und Leistung liefert.... ;)
    Und ja... es ist üblich und es war bis zur Substitution von XLR durch Speakon Standard, daß am AMP ein XLR male als Leistungsausgang geschaltet ist.

    In der Regel sind an den Boxen, einmal XLR Male und einmal XLR Female und die sind in den allermeisten Fällen parallel geschalten. Also ist es egal wie man die Boxen anfährt.
    Wenn man nun vorsichtig sein möchte, dann kann man sich einen Adapter Speakon -> XLR Female basteln. Damit ist der Ausgang wie bei Speakon berührungssicher und dennoch hat man den Vorteil von XLR, nämlich das unkomplizierte Verlängern der Leitung. Ansonsten würde ich bei der Standardbeschaltung bleiben und einen Adapter Speakon -> XLR male basteln.

    Der Vorteil von Speakon ist aber auch nicht zu unterschätzen:
    man bekommt ohne Probleme 4x2.5mm² in den Stecker rein. Macht das mal bei XLR (ich meine Standard XLR und nicht Canon oder EP5). Selbst bei 2x2.5mm² bekommt man mit XLR ordentlich Probleme... es geht mit ach und krach.

    Grüßle,
    michael

    Laut heisst nicht immer gleich gut und toll und wer schreit ist meist im Unrecht.

  • Sound-Klinik
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    • 10. Juni 2008 um 06:13
    • #7
    Zitat von "yamaha4711"

    Und ja... es ist üblich und es war bis zur Substitution von XLR durch Speakon Standard, daß am AMP ein XLR male als Leistungsausgang geschaltet ist.


    ... und Schraubklemmen. Eine Zeitlang war es üblich, daß auf dem deutschen Markt geschlossene Schrauben verwendet wurden, in die keine Bananenstecker eingesteckt werden konnten. :wink:

    Zitat von "WW"

    Zur Spannungsfestigkeit: wo soll da ein Problem sein? In der ELA-Technik, also 100V sind 4-polige XLR als Lautsprecher-Steckverbindung oft zu finden.


    XLR-Steckverbinder und vernünftige LS-Leitungen haben sogar mit 1000 Volt keinerlei Probleme (wie man mit einem Isolationsmeter leicht feststellen kann).

  • WolfgangK
    Profi
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    531
    • 10. Juni 2008 um 13:56
    • #8

    Hallo liebe Kollegen,

    ich glaube Euch, dass ein XLR-Stecker als Lautsprecherstecker funktioniert. Meine Frage ist damit aber nicht beantwortet. Ich versuche es deshalb nochmal so:

    1) Ein Lautsprecherausgang führt mehr als 24V, somit dürfte DIN VDE 0100 zur Anwendung kommen.
    2) Ein XLR-Stecker ist meines Wissens nach kein zugelassenes Betriebsmittel gem. DIN VDE 0100.
    3) Somit frage ich mich, ob
    a) die DIN VDE 0100 tatsächlich zur Anwendung kommt
    b) eine Umbau- oder Außerbetriebssetzungspflicht bei XLR-Ausgängen besteht
    c) ein Adapter von Speakon auf XLR male erlaubt ist

    Wer kann mir die relevanten Vorschriften nennen?

    Viele Grüße
    Wolfgang

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  • wetbf
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    283
    • 10. Juni 2008 um 14:33
    • #9

    Die einschlägige Norm ist die EN 60065 (IEC 65), hier massgeblich Abschnitt 9.1.1.1. Die Norm wurde bezüglich Berührgefährlichkeit vor einiger Zeit entscheidend geändert.

    Für professionellen Einsatz (Gerät) gelten Audiospannungen erst als berührgefährlich wenn der Effektivwert der Audiospannung grösser als 120V ist, bei nicht-professionellem Einsatz (Gerät) grösser 71V.

    In vielen Fällen ist also jetzt Klinke oder XLR unter dem Aspekt "Berührgefährlichkeit" zulässig.

    wetbf

  • WolfgangK
    Profi
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    531
    • 10. Juni 2008 um 15:22
    • #10

    Hallo wetbf,

    herzlichen Dank, klasse Aussage!

    Können Sie mir eine Quelle nennen, bei der solche Normen kostenlos eingesehen werden können? z.B. im Interent?

    Bei VDE & Co müssen die immer gleich bestellt werden...

    Herzliche Grüße
    Wolfgang

    Viele Grüße
    Wolfgang

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  • AlphaC
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    • 10. Juni 2008 um 22:01
    • #11

    Soweit alles abschließende Korrekt... Allerdings ist für mich (rein persönlich) "Ordnung auf der Baustelle" sehr wichtig. Daher bin ich durchweg damit zufrieden, dass im Lastbereich Speakon bzw. Amphenol EP-5 Stecker verwendet werden. Die "Berührempfindlichkeit" ist mir dabei seit jeher eher unwichtig, da wie richtig beschrieben worden ist, die Dauerspannung eher niedrig ist. Viel mehr kommt hier die Kontaktsicherheit, die Praxistauglichkeit, der Übergangswiderstand und die Identifizierung zum Tragen.

    1) Ein Speakon- / EP-5- Kabel erkennt jeder VT-Depp sofort als LS-Kabel. Schon mehrfach indes habe ich Setups gesehen, wo LS mit NF-Kabeln (China-Ware mit dickem Gummimantel aber gerade mal 0,25mm² Kupfer-Querschnitt) angeschlossen worden sind. Was da für ein Dämpfungsfaktor und für Signalverluste rauskommen kann sich jeder hier selbst zusammenreimen.

    2) Speakon-Stecker und -Buchsen sind speziell für möglichst verlustarme Übertragung von Hochspannungs(spitzen) konzipiert worden. Sie haben relativ große Kontaktflächen und damit geringe Übergangswiderstände, sind vergleichsweise wasserfest, sind Lastmulticore/Bi-Ampingfähig (4x4mm² ohne Probleme), haben Schraubklemmen für die Kabel - welche gerade im Lastbereich Lötverbindungen unbedingt vorzuziehen sind... etc. Entsprechend sind auch die Zugentlastungen für dicke Kabel ausgelegt. Das nervige Manko der Verlängerbarkeit ist nun dank entsprechender Verbinder gelöst.

    3) Was XLR-Verbindungen angeht ists technisch immer sinnvoll und hilfreich gleiche "Standarts" beizubehalten. Soll heißen: Bei Licht (DMX) ist weiblich führend, bei Ton (egal ob NF oder Last) ist männlich führend. Dann kommt es auch im Rigg nicht zu unschönen Verwechslungen...

  • robert müller
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    • 10. Juni 2008 um 23:32
    • #12
    Zitat von "AlphaC"

    Dann kommt es auch im Rigg nicht zu unschönen Verwechslungen...


    ... bis der "Manager" der Vorband (=Papa des Gitarristen) das nach der letzten heftigen Stagediving-Aktion des Frontsängers lose baumelnde Mic-Kabel des Lead-Voc-Mikrofons zielsicher in den freien Durchschleif-Ausgang der gerade auf Vollast kotzenden Wedge steckt...

    Sorry fürs Klauen der Story, Steffen, aber die war einfach zu nett. ;)

  • mikee mike
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    • 11. Juni 2008 um 00:22
    • #13
    Zitat

    ... bis der "Manager" der Vorband (=Papa des Gitarristen) das nach der letzten heftigen Stagediving-Aktion des Frontsängers lose baumelnde Mic-Kabel des Lead-Voc-Mikrofons zielsicher in den freien Durchschleif-Ausgang der gerade auf Vollast kotzenden Wedge steckt...

    .... wow Pyro haben die auch ..... :D

  • niggles
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    • 11. Juni 2008 um 02:27
    • #14
    Zitat von "mikee mike"

    .... wow Pyro haben die auch ..... :D

    Früher® ging selbst das meist noch gut aus. Die Ausgangsspannung einer 300w-Endstufenseite hat die Koppelkondensatoren eines ordentlichen Pultes erst mal weniger interessiert, von einigen Sekunden Höllenradau abgesehen wenn der Mischer gepennt hat...
    Leider haben sich weder die Gerätehersteller noch die Kabellöter und schon gar nicht die Boxenbauer jemals konsequent an die ursprüngliche Belegung (Pin 3 frei) gehalten, mit den entsprechenden Konsequenzen in Form von erhöhter Schwarzrauchbildung. Und moderne (Groß-)Endstufen mit ihren Ausgangsspannungen von über 150 Volt haben an diesem Stecksystem sowieso nix verloren.

    Economics in eight words: "There ain't no such thing as free lunch."

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