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Theater Beschallung

  • niiiidie
  • 20. September 2008 um 17:09
  • ewok
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    • 22. September 2008 um 12:23
    • #21

    Ich hätte da noch ein kleines Beispiel beizusteuern, wie man so etwas "quick&dirty" angehen kann:

    Letztes Jahr hatte ich einen Anruf
    - "Wir führen ein Theaterstück auf und die Jungs, die uns die Technik stellen sollten, bekommend das nicht hin. Ach übrigens: Wenig Geld haben wir auch noch." :)
    - "Ähm, ok, wann soll das Ganze denn stattfinden?"
    - "Morgen! Generalprobe ist heute."

    Ok, kleine Gemeindehalle, 8x4m Bühne, 10 Akteure, wenig Geld. Tolle Voraussetzungen, aber man will die Leute ja nicht im Regen stehen lassen.

    Schnell Material zusammengesucht:

    - Digipult & 31er EQ
    - 2x AD10 10"/1"
    - 1 Headset für einen Schauspieler, der im Publikum rumrennt
    - 3 (!) Condenser

    Aufbau:

    Lautsprecher 2m vor der Bühne aufgestellt => Entfernung zwischen Micro und Box erhöht

    Boxen im Bügel nach unten auf das Publikum gerichtet => Keine Reflektionen von der Rückwand

    EQ: Low-Cut bei >100 Hz. Alles, was rumpelt raus.

    2 gute (!) Kondensator-Mikros an die Bühnenvorderkante aufgestellt

    1 Mikro in der Bühnenmitte schräg nach hinten, weil hinten Mitte ein bespieltes Podest war (also ideal, weil feste Position für die Schauspieler)


    Anweisungen an die Schauspieler:
    - Laut reden
    - nach vorne sprechen


    Ok, Aufbau steht, ich habe ein mulmiges Gefühl. Klappt das?
    Meine "Vorgänger" habe ich noch gesehen, als die ihr Zeug abgebaut haben. Die haben es mit ihrer Lucas und nem ganzen Rudel von Mikros nicht hinbekommen.

    Nach 1 Minute Pfeiforgie (man will ja wissen, mit wem man es zu tun hat :) ) und setzen von Low-Cut sowie ziehen von 2 sehr auffälligen Frequenzen sind die ersten Schauspieler auf die Bühne und haben losgeredet. Auf einmal standen die Leute neben mir und haben einen Freudentanz aufgeführt: "Man versteht was!" :)
    Zu dem Zeitpunkt hatte ich die Kanal-EQs noch nicht angepackt :)


    Fazit: Wenige Mikros, gezielt eingesetzt, Abstand zu den Lautsprechern, Bühnendisziplin

    Tom

    http://www.partyontour.de

  • Mechwerkandi
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    • 22. September 2008 um 14:04
    • #22
    Zitat von "DirkB"


    Man könnte das Abhängen ja evtl. so ändern, daß die Mikros auf die Theatergruppe zeigen (Richtmikrofone mal vorausgesetzt).

    Richtmikros, im Sinne von Keulencharakteristik, sind auf Bühnen eher unzweckmässig, weil:
    Üblicherweise hat man es mit einer szenischen Darstellung zu tun, also die Akteure laufen auf der Bühne herum.
    Agiert man in dem Umfeld mit Richtmikros, hat man permanent mit Pegelschwankungen zu tun, weil die Darsteller aus der Richtkeule 'rauslaufen.

    Ganz normale cardoide tun es einwandfrei, es braucht nicht mal etwas teures zu sein.
    Es braucht auch keinen tollen EQ.

    Es braucht nur etwas Verständnis für die Zusammenhänge und den Umstand, das ich der Stimme lediglich ein bisschen weiter helfen muss.

  • mringhoff
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    • 22. September 2008 um 15:15
    • #23
    Zitat von "Mechwerkandi"

    Es braucht auch keinen tollen EQ.

    Wie meinst Du das?
    So nach dem Motto "ein 8-Band EQ im Mixer genügt" oder wolltest Du damit sagen, daß es nicht immer Klark Teknik o.ä. sein muss...

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  • hans schuster
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    • 22. September 2008 um 15:18
    • #24
    Zitat von "mringhoff"

    Für die hinteren Lautsprecher muss unbedingt eine Verzögerung des Signals erfolgen (Delay). Für die meisten ist das selbstverständlich, wurde aber hier noch nicht erwähnt.
    Damit der Schall von vorne und den Delayboxen gleichzeitig auf die hinteren Zuhörer eintrifft, muss man hier unbedingt das Signal entsprechend verzögern. Und wenn man hier noch etwas mehr verzögert als ausgerechnet, dann trifft der Schall von den vordere Lautsprechern um wenige ms zuerst ein, was den Eindruck erweckt, daß der Schall von vorne kommt.
    Unter dem Strich erhöht das alles die Sprachverständlichkeit.

    Und wie! Wenn mans richtig macht. Daher: Bitte daran NICHT sparen und einen geeigneten Prozessor zumieten, sofern nicht vorhanden.

    Zitat von "ewok"

    Fazit: Wenige Mikros, gezielt eingesetzt, Abstand zu den Lautsprechern, Bühnendisziplin

    Fehlende Bühnendisziplin ist ein elementarer Feedbackverursacher bzw. oftmals der Grund für mangelnde Sprachverständlichkeit.

    Bei Theateraufführungen ist es aber leider nun mal so: Entweder die Darsteller haben entsprechende Erfahrungen und haben neben Stimmbildung und Sprachtechnik eine sichere Bühnenpräsenz (also kein Rumgezappel und Rumgehampel beim Sprechen, kontrollierte Kopfbewegungen usw.), oder diese Praxis fehlt.

    Sofern nicht vorhanden, ist es schwierig sich technisch auf die Signalquellen, also die Sprecher einzurichten. Das betrifft Positionierung der Mikrofone und auch Pegelanpassung in den Eingängen des Mixers. Da kommt es häufig bei der Aufführung zu heftigen Überraschungen, die Akteure sind entweder gehemmt oder "unbändig", "unkontrolliert", oftmals abgelenkt und vergessen dann in den wichtigsten Momenten Positionsabsprachen, verpatzen Timings usw.

    Daher: Auf alles vorbereitet sein, und viel Gain before Feedback reservieren, für den Worst Case.

    Euer Hans

  • Pulenk
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    • 22. September 2008 um 17:37
    • #25

    ..sehr gute Tipps gibt es hier zu lesen! Vor allem, dass die Schauspieler sich deutlich und laut artikulieren, halte ich für eine wichtige Aussage. Und wenn sie das tun, dann sollte für die ersten 10 Stuhlreihen auch keine Verstärkung erforderlich sein. Denkbar ist also auch eine Beschallung, die nur aus einer Delay-Line besteht...

  • mringhoff
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    • 22. September 2008 um 17:52
    • #26

    Wer schon mal ein Laientheater oder sogar eine Kinderaufführung mikrofoniert hat, weiß wie schwierig das ist, die "Schauspieler" allesamt zum lauten und deutlichen Sprechen zu bewegen.
    Hier schadet es gar nicht, wenn man als Tontechniker aus seinem FOH-Schattendasein heraustritt und mal 1-2 Minuten mit allen Schauspielern redet und auch bei dem Proben immer wieder mal ein "bitte lauter" Richtung Bühne wirft, wenns mal wieder leiser geworden ist.

    Ein guter Trick ist auch, daß sämtliche Zuschauer / Regisseure etc. bei den Proben hinten und nicht vorne sitzen. Viele Laien sprechen bei den Proben hauptsächlich zum Regisseur. Wenn der immer vorne sitzt, dann ist das kein Wunder, wenn alle leise reden.
    Sobald der Regisseur hinten sitzt, ruft der dann auch ein "lauter" nach vorne - meist etwas energischer, als sich das ein Tontechniker trauen würde :)

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  • hans schuster
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    • 22. September 2008 um 18:17
    • #27
    Zitat von "mringhoff"

    Sobald der Regisseur hinten sitzt, ruft der dann auch ein "lauter" nach vorne - meist etwas energischer, als sich das ein Tontechniker trauen würde :)

    Wie Michael Douglas in "Chorus Line", kettenrauchend im hinteren Drittel des Theater sitzend und über Dein Schicksal entscheidend...

    Ok, bisschen OT.

    Hans

  • tufkadib
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    • 22. September 2008 um 20:05
    • #28
    Zitat von "Mechwerkandi"

    Richtmikros, im Sinne von Keulencharakteristik, sind auf Bühnen eher unzweckmässig, weil:


    Ich wollte Richtmikrofon hier als Nicht-Kugelcharakteristik verstanden wissen (der genaue Typ wurde ja noch nicht genannt). Daß es nach Möglichkeit Nieren sein sollten, hatte ich stillschweigend vorausgesetzt. :oops:


    MfG

    DirkB

  • Mechwerkandi
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    • 23. September 2008 um 08:15
    • #29

    Yo, alles klar, bei mir ist nur der Begriff "Richtmikrofon" anders vorbesetzt. :wink:


    Zitat von "mringhoff"

    Wie meinst Du das?
    So nach dem Motto "ein 8-Band EQ im Mixer genügt" oder wolltest Du damit sagen, daß es nicht immer Klark Teknik o.ä. sein muss...

    Meint:
    Wenn die einzelnen Komponenten vernünftig, sachbezogen ausgesucht und gehändelt werden, braucht es gar keinen EQ im üblichen Sinne, man kommt mit der Klangregelung am Pult zurecht.
    Wenn ich den EQ einsetzen muss, um irgendwelche Frequenzen feedbackmässig 'rauszuziehen, dann läuft schon irgendwas grundlegendes völlig aus dem Ruder.

  • tufkaklto
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    • 23. September 2008 um 09:11
    • #30

    Wobei beiso einer Sache meiner Meinung nach EQ unerläßlich sind.

    Besser wäre da vermutlich ein guter parametrischer mit Notch filtern.

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  • mringhoff
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    • 23. September 2008 um 09:55
    • #31
    Zitat von "Mechwerkandi"

    Wenn die einzelnen Komponenten vernünftig, sachbezogen ausgesucht und gehändelt werden, braucht es gar keinen EQ im üblichen Sinne, man kommt mit der Klangregelung am Pult zurecht.
    Wenn ich den EQ einsetzen muss, um irgendwelche Frequenzen feedbackmässig 'rauszuziehen, dann läuft schon irgendwas grundlegendes völlig aus dem Ruder.

    Klar, schon richtig - aber es gibt viele Dinge, die "aus dem Ruder laufen", die wir nicht beeinflussen können:

    - wenn wir die Veranstaltung in einem akkustisch nicht optimalen Raum ausrüsten müssen. Turnhallen, Gemeindesääle, Aula, Foyer und andere schicke Eventlocations sind leider wesentlich häufiger zu beschallen, als professionelle Theaterräume (die dann meist sowieso eine eigene Technik haben).

    - wenn wir nicht nur ein oder zwei Mikros verwenden, sondern wesentlich mehr gleichzeitig offen haben müssen - und zwar keine dynamischen oder Gesangsmikros, sondern Kondenser etc.

    - wenn wir einfach mal "lauter" machen müssen, als vorgesehen. Da ist man einfach um ein gutes Potential an Gain before Feedback froh.


    ...und das erreicht man - neben einer guten Materialauswahl, -positionierung und -bedienung - unter anderem auch dadurch, daß man kritische Feedbackfrequenzen eliminiert. Das wiederum schafft man mit schmalbandigen EQ-Reglern (oder wie von klauston schon erwähnt, der parametrische EQ).

    Je nach Mischpult ist man ja im Kanal-EQ nicht immer so gut bestückt, vor allem hier bei einem Powermixer.

    Und bevor ich in jedem Kanal eine bestimmte Frequenz rausnehmen muss, mache ich das einfach im Summen EQ

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  • Mechwerkandi
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    • 23. September 2008 um 12:12
    • #32

    Bei allem Respekt, aber der Argumentation vermag ich nicht mal ansatzweise zu folgen.
    Ich habe über 15 Jahre lang Tourneetheater gemacht, Auftritte in Kantinen, Sparkassenfoyers, mit 'ner Tanzgruppe zwischendrin und was-weis-ich noch alles.

    Wenn man an solche Jobs mit PA Denkschienen rangeht, muss man sich nicht wundern, das es Probleme hat.
    Auf einer Bühne von 25-30 m" braucht es nicht mehr zwei-drei Mikros.

    Ein wichtiger Punkt sind die Akteure selber, das ist am Rande auch schon mal angesprochen worden:
    Wenn die nicht funktionieren, kann die Technik das nicht hinbiegen.

  • tufkaklto
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    • 23. September 2008 um 12:28
    • #33

    geb ich Dir Recht.

    Weniger Micros ist mehr, hab ich von Anfang an gesagt.
    Ansatz des Inputs der Darsteller ist auch klar.

    NINO Prinzip = No Input No Output

    Trotzdem bekommte man sowas erfahrungsgemäß lauter, wenn man zB mit einem Notchfilter die Frequnzen zieht, die da auftreten.
    Und es kommen sicher welche.

    Ich brauche heute bei Ansteckern oder Rednerpultmics kaum mehr groß ziehen, aber die Variante "abgehängte Micros " erfordert doch in der Regel etwas Spielerei.

    Ich trau mich mitreden, ich hab das auch oft gemacht.

    Man kann viel hinkriegen.

    Doch traue ich mich auch fast behaupten, das mit der vom Treadstarter beschriebenen Ausgangssituation nicht wirklich perfekt werden kann.

    Wobei da immer noch einige Infos Vacant sind.

    Deshalb:
    ich bin schon der Meinung, das man in einem Forum , wo diskutiert wird, auch als Treadstarter durchaus mitreden darf.

    Wäre irgendwie im Sinn der Sache.

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  • mringhoff
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    • 23. September 2008 um 13:40
    • #34
    Zitat von "klauston"


    Weniger Micros ist mehr, hab ich von Anfang an gesagt.

    Ich würde das genauer formulieren: Weniger OFFENE Mikros sind mehr.
    Je nach Theatersituation macht das schon Sinn mehr als nur 3 Mikros zu verbauen. Am besten so, daß man je nach Szene immer relativ nahe am Geschehen dran ist.
    Wenn eine Bühne groß ist und/oder viele Bereiche hat, wo etwas passiert, dann muss man halt viele Bereiche mit einarbeiten.

    Ein aufmerksamer Techniker muss natürlich mitregeln. Es dürfen halt immer nur die 1-2 Mikros hochgezogen werden, die gerade besprochen werden.

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