Ich hätte da noch ein kleines Beispiel beizusteuern, wie man so etwas "quick&dirty" angehen kann:
Letztes Jahr hatte ich einen Anruf
- "Wir führen ein Theaterstück auf und die Jungs, die uns die Technik stellen sollten, bekommend das nicht hin. Ach übrigens: Wenig Geld haben wir auch noch." ![]()
- "Ähm, ok, wann soll das Ganze denn stattfinden?"
- "Morgen! Generalprobe ist heute."
Ok, kleine Gemeindehalle, 8x4m Bühne, 10 Akteure, wenig Geld. Tolle Voraussetzungen, aber man will die Leute ja nicht im Regen stehen lassen.
Schnell Material zusammengesucht:
- Digipult & 31er EQ
- 2x AD10 10"/1"
- 1 Headset für einen Schauspieler, der im Publikum rumrennt
- 3 (!) Condenser
Aufbau:
Lautsprecher 2m vor der Bühne aufgestellt => Entfernung zwischen Micro und Box erhöht
Boxen im Bügel nach unten auf das Publikum gerichtet => Keine Reflektionen von der Rückwand
EQ: Low-Cut bei >100 Hz. Alles, was rumpelt raus.
2 gute (!) Kondensator-Mikros an die Bühnenvorderkante aufgestellt
1 Mikro in der Bühnenmitte schräg nach hinten, weil hinten Mitte ein bespieltes Podest war (also ideal, weil feste Position für die Schauspieler)
Anweisungen an die Schauspieler:
- Laut reden
- nach vorne sprechen
Ok, Aufbau steht, ich habe ein mulmiges Gefühl. Klappt das?
Meine "Vorgänger" habe ich noch gesehen, als die ihr Zeug abgebaut haben. Die haben es mit ihrer Lucas und nem ganzen Rudel von Mikros nicht hinbekommen.
Nach 1 Minute Pfeiforgie (man will ja wissen, mit wem man es zu tun hat
) und setzen von Low-Cut sowie ziehen von 2 sehr auffälligen Frequenzen sind die ersten Schauspieler auf die Bühne und haben losgeredet. Auf einmal standen die Leute neben mir und haben einen Freudentanz aufgeführt: "Man versteht was!" ![]()
Zu dem Zeitpunkt hatte ich die Kanal-EQs noch nicht angepackt ![]()
Fazit: Wenige Mikros, gezielt eingesetzt, Abstand zu den Lautsprechern, Bühnendisziplin
Tom