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  4. Selbstbau und Reparatur Lautsprecher und Boxen

EV 15 L oder B

  • TomyN
  • 28. Oktober 2008 um 19:50
  • TomyN
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    • 28. Oktober 2008 um 19:50
    • #1

    Hallo,

    ich habe gerade einen Anruf von einem Kumpel bekommen, der zwei uralt EV-15" Speaker gefunden hat, aber nicht weiss, ob es 15-L oder 15-B sind. Nun sucht er nach einer Möglichkeit, diese optisch oder anhand der Seriennummern / Codes zu identifizieren.

    Kann da jemand helfen?

    Tomy

    SIM II Operator und Dante Level I-II-III (Dante sogar dreimal :)
    Jugendschwimmabzeichen, Rettungsschwimmabzeichen in Bronze
    Meine kommerziellen Softwareprodukte SATlive und LevelCheck

  • Jonnytrance
    Gast
    • 28. Oktober 2008 um 20:39
    • #2

    Membrann von 15L hat zusätzlich 4 "Versteifungsringe", oder wie auch immer die heissen, 15B ist glatt.

  • tufkajck
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    • 28. Oktober 2008 um 23:11
    • #3

    Die Ringe sind dazu da, dass bei höheren Frequenzen nur der innere Teil der Membran um die Schwingspule schwingt. So etwa ne Sollaufbruchstelle. Sollte wohl bessere Mitten geben.

  • billbo
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    • 29. Oktober 2008 um 13:42
    • #4

    Auaha – mit Verlaub, das ist aber eine ziemlich gewagte Theorie :-D. Ich habe das mal etwas anders gelernt:

    Im Interesse größtmöglicher Impulstreue war/ ist man beim Lautsprecherbau grundsätzlich bemüht, die bewegte Masse so klein wie möglich zu halten. U.a. macht man dazu eben die Membran so dünn und leicht wie möglich.
    Damit steigt natürlich deren Hang, in Partialschwingungen aufzubrechen; im Extremfall bis hin zur Selbstzerstörung. Dem wirkt man entgegen, indem man den Konus in Nawiform presst und an strategisch wichtigen Stellen mit zusätzlichen Versteifungen (in diesem Fall Verdickungen in Form von konzentrischen Ringen) versieht. Eben gerade DAMIT das ganze Konstrukt möglichst lange wie vorgesehen als Kolbenstrahler arbeitet, und eben NICHT in unkontrollierbare Teilschwingungen aufbricht.

    Der 15L (und alle seine in wesentlichen Merkmalen nahezu unverändert gebauten Derivate/ Nachfolger) ist ein typischer Vertreter dieser Bauweise. Mehr Wirkungsgrad und Impulstreue gehen dabei übrigens auch 30 Jahre später noch nicht.

    Der 15 B war identisch – bis auf die Membran selbst. Die war dicker, schwerer, aus einem Material mit höherer innerer Dämpfung und Dichte. Da brauchte es keine zusätzlichen Versteifungen. Gedacht als reiner Tiefbass, bei dem die mechanische Stabilität wichtiger schien als Wirkungsgrad und Impulstreue. Wenn man so will, eine der ersten „modernen“ Luftpumpen (allerdings noch ohne lange Schwingspule und Hubreserven).

    Beim fröhlichen Basteln der 70er und 80er Jahre wurden die Teile natürlich bedenkenlos durcheinandergewürfelt; selbst bei 'namhaften' Herstellern. Die Nachwuchsrocker waren schließlich froh, wenn sie überhaupt über solche Schätze verfügen konnten (erst recht hier in Deutschland). Interessanter Weise erwies sich dabei aber der 15L in der Praxis als langzeitstabiler. Das lag an der Feuchtigkeitsempfindlichkeit des „B“ - Membranmaterials. Eine fatale Eigenschaft in Zeiten sumpfiger Bunkerproberäume und ausrangierter, undichter Möbelkoffer – Feuchtbiotope.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

    "Okay. Wir machen das mit den Fähnchen."

  • Mechwerkandi
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    • 29. Oktober 2008 um 17:11
    • #5

    "B" stand in der alten EV Nomenklatura für Bass, oder besser PA-Anwendungen, "L" stand für Lead und war der amtliche Speaker fpr Instrumenten cabs.

    Was, wie beschrieben, nicht von Querversuchen abhielt... :wink:

  • tufkajck
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    • 29. Oktober 2008 um 19:57
    • #6

    billbo
    Das ist nicht Theorie.
    Die Ringe versteifen nicht. Eine wirksame Versteifung würde anders aussehen.

  • billbo
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    • 31. Oktober 2008 um 00:22
    • #7

    Hm. Konusversteifung als Zweit-/ Dritt-/ Viertsicke? Das klingt für mich so abenteuerlich - das würde ich erst glauben, wenn mir das Herr EV Senior persönlich erläutern würde. :D

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

    "Okay. Wir machen das mit den Fähnchen."

  • tufkajck
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    • 31. Oktober 2008 um 00:27
    • #8

    Leider fällt mir die Quelle meiner Behauptung nicht mehr ein.

  • bernd häusler
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    833
    • 31. Oktober 2008 um 00:39
    • #9

    Moin,

    der Streit um Versteifung - oder nicht - durch Ringprägungen ist unsinnig. Denn Ihr habt alle recht, jeder zu seinem Teil. Diese Ringe vermindern Partialschwingungen in "Tortenstückform", begünstigen jedoch Partialschwingungen in Ringform, bis hin zur Entkopplung der äußeren Membranteile. Es gibt tatsächlich ein Patent für einen Konuslautsprecher, der mit einem annähernd als zusätzliche Sicke ausgeführten Ring den äußeren Membranteil bei höheren Frequenzen entkoppelt, sozusagen ein mechanischer Tiefpass. So extrem ist das natürlich beim "L" nicht, doch der Ursprung der Ringe rührt tatsächlich daher. Der "L" profitiert vor allem von der ultraleichten NAWI-Membrane, aber auch davon, daß ringförmige Schwingungen bei kluger Auslegung noch Schall abgeben, "Tortenstückschwingungen" dagegen nicht. So gibt der "L" tatsächlich noch bei 4 kHz Nutzschall ab und ist selbst mit Minitweetern noch HiFi, im Sinne der Norm 4550. Heute zählt er zu den ganz wenigen 15"ern mit dem sich nutzbare 15"/1" Boxen bauen lassen.

    Man darf jedoch nicht verschweigen, daß weder "L" noch "B" PA-Basslautsprecher im heutigen Sinne sind. Bassreflex PA-Bässe für 120Hz - Trennung sind wirklich nicht die Stärke der Beiden ;) Wenn schon ELIs, doch das sind ja auch keine Bassboxen im heutigen Sinne, aber geil...

    Grüße, Bernd


    PS Quelle: Handbook For Sound Engineers, Glen Balou (Editor), Second Edition

    Im Part 3, Chapter 16, Cliff Henricksen (ab Seite 497)
    Auf Seite 526, Figure 16-35, ist das US Patent zu entkoppelnden Membranringen abgebildet.

    Vermutung: Um das Patent zu umgehen wurden diese Ringe als Versteifung bezeichnet ;)

    ----------------------------[---[--[-[IIIIIII]---------

    ich bezahle nicht fürs hinhören, ich baue Beschallungsanlagen

    Das SD12 Fliegetop ist bei gleicher Endstufe um durchgehend 3 dB lauter
    als "vorbekannte" 12"/1" Bauweisen.

    Der Bass CB18S ist der Beste

  • Jonnytrance
    Gast
    • 31. Oktober 2008 um 01:25
    • #10
    Zitat von "Bernd Häusler"

    Vermutung: Um das Patent zu umgehen wurden diese Ringe als Versteifung bezeichnet ;)


    Das hat bei mir halt so eingefressen, mitm Versteifung, wobei rein physikalisch, Streifen die Konus entlang verlauffen, deutlich bessere steifigkeit bieten.

  • billbo
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    • 31. Oktober 2008 um 12:44
    • #11

    Danke, Herr EV – Senior. :D

    Die Tortenstückproblematik war mir bekannt. Die gewollte Unterteilung in konzentrisch unterschiedliche Abschnitte nicht. Mal wieder was dazugelernt.

    So ganz nebenbei gibt mir Dein Post eine Erklärung für die über Jahrzehnte empirisch gewonnene Erfahrung, dass Bühnenmonitore mit 15“ + Irgendwas Bestückung gegen alle Theorie unübertroffen gut funktionieren können – vorausgesetzt, es steckt ein EVM15L drin.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

    "Okay. Wir machen das mit den Fähnchen."

  • Mechwerkandi
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    • 31. Oktober 2008 um 13:02
    • #12

    OT:
    Ich hab' vor 'ner Weile man ein Bose-Ersatzchassis in den Fingern gehabt, aus irgend einer kleinen Installations-Box mit 2x Breitband.

    Bei dem Chassis war die Pappe durch eine zusätzliche, sternfömige Sicke in einen inneren, etwa 1/3 der Fläche, und einen äusseren Bereich unterteilt.
    IMHO könnte das ähnlichen Ideen gefolgt sein...

  • tufkajck
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    • 31. Oktober 2008 um 13:34
    • #13

    Das muss die Bose 203 gewesen sein.
    Die hat so Gummisterne über die Membran. Sowas sieht man auch beim Manger Biegewellenwandler. Das soll die Membran versteifen, ohne Resonanzen zuzufügen, was immer der Fall ist, wenn man irgendwo an der Membra ein Gewicht abringt.

    billbo

    Blääähhhhh!

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