Um mal zu den "Ausgangstypen" aus dem allerersten Beitrag zurückzukommen:
Ich würde mich irgendwo zwischen "Musiker" und "Pragmatiker" einordnen, beides aber unbedingt mit dem Attribut "durchaus experimentierfreudig". In der Anwendung heisst das:
Ich habe Mikrofone, von denen ich weiss wann sie wo eingesetzt welchen Klang hervorbringen. Mit diesen Mikrofonen schaffe ich es notfalls auch, ganz schnell einen halbwegs passablen Sound zu schaffen.
Wenn ich mal Zeit habe UND die Band gut kenne, nehme ich aber auch gerne Anregungen von Kollegen (meistens Verleihern) á la "Ich hab hier ein neues Mikro XY, willst du das nicht mal da-und-da ausprobieren?" an. Sollte das gar nicht funktionieren, kommt das neue Mikro weg und eins von den altbewährten hin, wenn es gut funktioniert kenne ich ein Mikro mehr und habe evtl. sogar einen neuen "Favoriten" gefunden.
Zur, ich nenne es mal "Gleichberechtigung" zwischen Pult-EQ und Mikrofon bin ich der Meinung, dass beides gleich wichtig ist. Es gibt Mikrofone, die durch ihren Frequenzgang ein bestimmtes, manchmal gewolltes Klangbild erzeugen. Manchmal braucht men den EQ, um das noch zu unterstützen, manchmal aber auch, um das durch das Mikro erzeugte Klangbild wieder einigermaßen linear zu bekommen. Dennoch behält das Mikro seinen Platz am entsprechenden Instrument, weil es für die Auswahl eben dieses Mikros nicht nur den Klang als Grund gibt. Man weiss halt, dass man am EQ drehen muss.
Darüber hinaus benutze ich den EQ, um -wie schon von anderen geschrieben- nicht notwendige Frequenzen aus dem entsprechen Kanal rauszuhalten und so u. A. das Übersprechen (bzw. das Hören des Übersprechens) anderer Instrumente zu minimieren.
Dritte Anwendung für den Pult-EQ ist, wenn ich einen ganz bestimmten Klang haben will (ob das mein eigener Geschmack oder der der Band ist, sei hier mal unbeachtet), das ist auch von Musikrichtung zu Musikrichtung unterschiedlich, weil davon abhängig. Meine EQs für ein Jazz-Schlagzeug sehen bei gleicher Mikrofonwahl (was durchaus vorkommen kann) mit Sicherheit anders aus als bei einem Rock'n'Roll-Drumset.
EDIT: Hab noch eine "Aufgabe" für den Pult-EQ vergessen, wieder im Bezug aufs Schalgzeug:
Manchmal kommt es vor, dass man Mangels Zeit oder Kenntnisse beim Drummer ein mehr oder weniger nicht oder schlecht gestimmtes Schlagzeug auf der Bühne hat. Findet sich keine Lösung, um das Problem an der Quelle zu beheben versuche ich, mittels EQ, evtl. auch Gates
das beste aus dem Instrument rauszuholen. Klappt das, bin ich zufrieden, klappt es nicht, isses mir egal, ich habe mein bestes versucht. Hier gilt dann wieder Spruch mit der Kläranlage ...
gruß
gylo