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Hilfe bei Studienarbeit über eine Helmholzresonatoranwendung

  • Telly
  • 17. November 2009 um 23:06
  • Telly
    Beiträge
    511
    • 17. November 2009 um 23:06
    • #1

    Hallo liebe PA-Gemeinde,

    ein Bekannter schreibt gerade eine Studienarbeit und hat mich um Hilfe gebeten.
    Da das Thema im weitesten Sinne mit Lautsprechern und Bassreflexboxen zu tun hat und hier ja einige begabte Boxenbauer aktiv sind, die auch über breites theoretisches Wissen verfügen, möchte ich gerne die Fragen an Euch weiterleiten.

    Ich selbst kann ihm zwar die beobachteten Effekte zum Teil erklären, aber mir fehlen die Quellenangaben und konkrete Formeln.

    Für die genaue Problemstellung zitiere ich seine Email:

    Zitat

    Im Rahmen einer Studienarbeit soll mit Hilfe des Helmholtzresonatorprinzips der Füllstand in Silos ermittelt werden können (siehe Aufgabenstellung im Anhang).
    Als mathematisches Modell habe ich bisher die in der Literatur die weit verbreitete Formel (wie sie u.a. unter http://de.wikipedia.org/wiki/Helmholtz-Resonator erklärt wird) verwendet und sie zunächst mal an einer 1,5l PET-Flasche getestet.

    Für die mit unterschiedlich viel Wasser gefüllte Flasche, die ich durch Pusten angeregt habe (und mittels Mikrofon und Frequenzzähler die Resonanzfrequenz ermittelt habe), gibt das Modell die Wirklichkeit relativ genau wider. Wenn ich aber statt Wasser Schüttgut (wie z.B. Granulat oder Sand) in die Flasche einfülle, kann ich nur noch für geringen Füllstände (ab ca. halbes Flaschenvolumen) eine Resonanzfrequenz feststellen, die bei weiter abnehmendem Füllstand nur noch sehr gering ändert.
    Somit treten für mich u.a. folgende Fragen auf:

    1. Welchen Einfluss hat die Art des Schüttguts auf den Helmholtzresonator und wie kann ich diesen Effekt mathematisch in die allgemeine Helmholtzformel problembezogen einbinden?

    2. Oder kann ich den Helmholzresonator als Masse-Feder-Dämpfer-System betrachten? Wie kann ich dann die Anteile mathematisch bestimmen?

    3. Wie kann ich das Silo möglichst gut anregen bzw. die Resonanzfrequenz möglichst ohne störende Querempfindlichkeiten bestimmen?
    Bisher habe ich mir gedacht, dass ich in den Silodeckel ein Loch für einen Lautsprecher einbaue und ein Loch für das Resonatorloch einbaue und die Resonanzfrequenz derart im Versuch bestimme, dass ich den Lautsprecher über einen Sinusgenerator anrege und die Resonanzfrequenz durch einen Strömungssensor bestimme.

    Könnte es Probleme bei dem Versuchsaufbau geben und wie dimensioniere ich mein Loch, wenn das Volumen des leeren Silos ca. 186 Liter sind und ich dieses dann nach und nach mit Granulat fülle?

    Wichtig ist für meine Dokumentation der Studienarbeit, dass ich Quellen für die aufgestellten Thesen geben kann und diese dann im Versuch bestädigen kann!

    Alles anzeigen

    Vielleicht kann ja jemand einen schon leicht verzeifelten Mechatronikstudenten weiterhelfen.

    Schon mal danke und viele Grüße,
    Telly

  • test
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    Marktplatz Einträge
    4
    • 18. November 2009 um 12:11
    • #2

    das sollte sich über die gehäuse güte einbauen lassen. es ist ja ähnlich wie ein füllen mit watte. das wird aber je nach schüttgut varieren. 186l ist ja nun zum glück auch kein wirklich großes volumen. es wird wie immer nicht den lautsprecher geben. so aus der hose würde ich es mal mit einem 8'' versuchen. leider ist meine aktive boxenbauzeit schon zu lange her. ich denke aber das es von klinger da ein schönes buch gab/gibt, das sich mit boxenbau beschäftigt und der theorie dazu

    http://www.crystal-hannover.de
    Beschallung, Beleuchtung, LED technik
    Trussing, Line Arrays

  • Sound-Klinik
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    7.900
    • 18. November 2009 um 17:35
    • #3

    Bei Wasser und Luft sind die Wellenwiderstände recht unterschiedlich (d.h. "knallharte" Grenzfläche)... bei Schüttgut könnte ein kontinuierlicher Übergang von Schall ins Medium erfolgen (und absorbiert werden). :wink:

  • Telly
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    511
    • 18. November 2009 um 18:17
    • #4
    Zitat von "Sound-Klinik"

    Bei Wasser und Luft sind die Wellenwiderstände recht unterschiedlich (d.h. "knallharte" Grenzfläche)... bei Schüttgut könnte ein kontinuierlicher Übergang von Schall ins Medium erfolgen (und absorbiert werden). :wink:

    Genau so sehe ich das auch. Das Schüttgut stellt mit Sicherheit eine Dämpfung dar und ist nicht nur als reines Volumen anzusehen. Wenn ich in eine Bassreflexbox Dämpfungmaterial einbringe, ändert sich damit ja auch die Abstimmung.

    Die Frage ist nur, wie man das in eine Formel fassen kann.

    Ich gehe mal davon aus, dass man eine materielabhängige Korrekturkonstante in den Volumenteil der Helmhotzsformel einfügen muss.

  • Sound-Klinik
    Verifiziert
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    • 18. November 2009 um 18:45
    • #5
    Zitat von "Telly"

    Ich gehe mal davon aus, dass man eine materielabhängige Korrekturkonstante in den Volumenteil der Helmhotzsformel einfügen muss.


    Helmhotz :D

    Bei Hohlräumen mit Schüttgut könnten (auch richtungsabhängige) Strömungswiderstände auftreten ... und (halbwegs gleichmässig) geschüttetes Material könnte man in einem Modell mit (Volumen-) Porösität beschreiben (schaut mal unter Rayleighmodelle). :wink:

  • Telly
    Beiträge
    511
    • 18. November 2009 um 19:11
    • #6
    Zitat von "Sound-Klinik"


    Helmhotz :D

    Mit dem Namen stand ich schon immer auf Kriegsfuß 8)

    Danke für die Tipps. ich gebe das mal so weiter.

  • SRAM
    Profi
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    6
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    5.548
    • 28. November 2009 um 18:03
    • #7

    Da die Abmessungen eines Silos in der Größenordnung oder Größer sind wie die zur Wellenlänge einer vernünftig abstimm- und erregbaren Eigenfrequenz gehörigen, ist eine solche Messung nicht machbar. (außer man verwendet Infraschallautsprecher --> groß bis riesig und / oder extreme Ventlängen).

    Anders ausgedrückt: die Abstimmung einer Bassreflexbox auf Resonanzfrequenzen deren Wellenlänge in die Nähe der Boxen-Inneabmessung kommt ist aussichtslos........ :wink:

    Was bei der PET Flasche geht muß nicht beim 20 m Silo gehen


    Gruß SRAM

    I watched a snail crawl along the edge of a straight razor. That's my
    dream. That's my nightmare. Crawling, slithering, along the edge of a
    straight razor, and surviving.

  • PeterG
    Verifiziert
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    698
    • 30. November 2009 um 15:03
    • #8

    Hi,

    er schrieb von einem 186 Liter Silo. das ist ja in Größenordnung des VAS einiger Treiber.

    Geschlossene Box und für jedes Material eine Messreihe Resonaz-F und Füllstand aufnehmen? :?:

    MfG
    Peter

  • FF
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    1.868
    • 30. November 2009 um 15:18
    • #9
    Zitat von "PeterG"

    ...er schrieb von einem 186 Liter Silo...


    Auch dabei dürfte es sich nur um einen Prototypen zum Testen handeln. Futter in diesen Mengen ließe sich einfacher wiegen und bräuchte daher das neue Messverfahren nicht. Vor allem, für welche Tiere sollte ein 186-Liter-Silo sinnvoll agrarindrustriell genutzt werden können - eine Herde Hamster?

    Trotzdem kann es doch eine gute Arbeit werden, wenn das Verfahren im Kleinen untersucht wird und anschließend die Erklärung folgt, warum es für den großen Maßstab eben nicht anwendbar ist.

    Gruß FF

  • unknown_artist
    Beiträge
    2.849
    • 30. November 2009 um 20:32
    • #10

    Die Idee sowas analytisch zu lösen halte ich für nur minder clever.
    Und selbst wenn man weiß welche Resonanzfrequenz zu welchem Füllstand gehört ist die Sache hochgradig ungenau.

    Für eventuell enthaltene Ironie übernimmt der Verfasser dieses Beitrags keine Haftung

  • fschleif
    Beiträge
    950
    • 15. Dezember 2009 um 15:32
    • #11

    Ich sehe da auch die genannten Probleme. Will man es akustisch machen, wäre eine Kompressibilitätsmessung vielvesprechender: Luft lässt sich komprimieren, Streugut nicht. Dem (Langhub-)Chassis steht also je nach Füllstand ein anderer Widerstand gegenüber. Aber die Aufgabe war ja, das über Resonanzen zu machen. Vielleicht anstelle eines Lautsprechers über einen "Ventilator" zur Infraschallerzeugung nachdenken?

    Gruss,

    Frank

  • Telly
    Beiträge
    511
    • 6. März 2010 um 00:08
    • #12

    Ich wollte noch mal kurz eine Rückmeldung geben, wie die Studienarbeit gelaufen ist.
    Es konnte gezeigt werden, dass dieser ansatz zur Füllhöhenmessung nicht funktioniert. Der Prof war zwar endtäuscht, dass seine anfänglichen Überlegungen in eine Sackgasse führten, musste aber einsehen, dass die Arbeit Hand und Fuß hatte und vergab eine gute Bewertung.

    Danke, auch im Namen meines Bekannten, an alle die mitgeholfen haben.

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