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Heise: "Wenn die Werkbank streikt" Veränderungen in China

  • ewok
  • 16. März 2010 um 10:08
  • ewok
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    • 16. März 2010 um 10:08
    • #1

    Bin gerade über den Artikel hier gestolpert:

    http://www.heise.de/tr/blog/artike…ikt-954529.html

    Zitat

    In China scheinen die Menschen immer weniger Lust dazu zu haben, in den Fabriken im Süden zu schwierigen Bedingungen zu schuften – auch wenn sie dort als Ungelernte noch immer mehr verdienen können als in ärmeren Landesteilen. Erst kürzlich titelte Spiegel Online: "Der Weltfabrik gehen die Arbeiter aus"[..] Der Grund: China hat in den letzten Jahren versucht, mit einem gigantischen Konjunkturprogramm auch in den unterentwickelten Landesteilen Wachstum zu generieren.[..] Es gibt Experten, die befürchten, dass es bald schon zu Lieferproblemen kommen wird – zumindest könnten sich Produkte verteuern, weil Löhne erhöht werden müssen, um die Arbeiter zu halten.

    http://www.partyontour.de

  • andy006
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    • 16. März 2010 um 10:12
    • #2

    Was zu erwarten war - aber dann sucht sich China halt ein neues China............

    Grüße der Andy

    Wer Augen hat der höre ------- besser?

  • david anhäuser
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    • 16. März 2010 um 12:00
    • #3

    Find ich in "Anführungszeichen" sehr gut.

    Den wir sind alle selber Schuld :wink:
    wenn wir bzw die die es betrifft, nicht bereit sind Geld für ein gutes Deutsches Produkt ( Made in Germany ) auszugeben sondern lieber "Geiz ist Geil" spielen dann muss man auch mit den Konseq. leben.

    Wieviele Leute als Beispiel gibt es, die Lieber einen Botex Dimmer als einen MA Dimmer kaufen??

    Sicher der MA Dimmer wird auch etwas teurer als vorher weil ja auch dafür bauteile aus China kommen usw..

    Aber da sind wir alle mit Schuld an der Schlechten Lage :wink:

  • test
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    • 16. März 2010 um 12:19
    • #4

    jetzt wollen wir mal nicht gleich die pferde scheu machen. es muß schon viel passieren, bevor hier nichts mehr ankommt :)
    außerdem, wenn die chinesen nur 10% teurer werden sind die immer noch die billigsten.
    spannender finde ich die frage, was passiert, wenn die da mal für bg arbeitsbedingungen streiken. dann ist da nämlich wild west vorbei.
    ansonsten empfehle ich mal allen den film eisenfresser. der lief vor kurzem auf n3

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  • billbo
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    • 16. März 2010 um 12:53
    • #5
    Zitat

    Was zu erwarten war - aber dann sucht sich China halt ein neues China............

    ... und die allerärmsten unter den ärmsten Schweinen auf dieser Welt, die bisher überhaupt gar keine Chance hatten, kriegen endlich auch mal eine. Was ist daran verwerflich?
    Produzierendes Gewerbe folgt dem Arbeitskräfteangebot. Früher von Landstrich zu Landstrich, heute von Kontinent zu Kontinent. Das ist unbequem für die Schwachen oder wenig Leistungsbereiten unter den Reichen und sorgt daher dort für Unmut, davon zeugt das nie enden wollende Gezeter über „Billigkram aus o China/ o Taiwan/ o Osteuropa/ o Mexiko/ o _________ “ (gewünschtes bitte ankreuzen oder eintragen. Vorsicht: Japan oder Südkorea gilt nicht mehr, die sind längst wohlhabender als wir).

    Ist es deshalb schlecht? Ja, für die (bisherigen) Nutznießer weltweiten Wohlstandsgefälles. Nein, denn es hilft dieses Gefälle etwas weniger steil werden zu lassen. Pech für den zukünftigen Hartz-4ler. Eine Chance für den, der vom Lohnsklavendasein bisher nur träumen kann, weil er noch nie im Leben Lohn erhalten hat.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

    "Okay. Wir machen das mit den Fähnchen."

  • ADMIN
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    • 16. März 2010 um 13:40
    • #6
    Zitat von "test"

    jetzt wollen wir mal nicht gleich die pferde scheu machen. es muß schon viel passieren, bevor hier nichts mehr ankommt :)

    Und wo wäre das Problem, wenn nichts mehr ankommt? Zumindest in unserer Branche?

    Wenn jetzt alle Hersteller von Boxen, Amps, Mischpulten, Scheinwerfern... (alles bis auf Verbrauchsartikel wie Leuchtmittel, Gaffa...) schlagartig die Produktion einstellen würden - wie viele Jahre könnte die Branche weitermachen, ohne dass Veranstaltungen wegen Materialmangel abgesagt werden müssten? Fünf Jahre? Eher zehn Jahre?

    Bitte keine fachlichen Fragen per PM - Inhaber von dBmess

  • hias.h
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    • 16. März 2010 um 15:29
    • #7

    Die Chinesen sind doch schon länger in Afrika aktiv. Bisher vor allem im Primären Sektor.

    Vor allem den in den Bürgerkriegsregionen (um Rohstoffe, oder einfach nur gegen den Nachbarstamm) lebenden Menschen kann ich die Stabilität, die eine Industrialisierung mit sich bringt, nur wünschen. Denkt auch an Infrastruktur: Straßen, Schienen, Strom, Telefon, Wasser; Was für die Produktion errichtet werden muss, kann dann leichter der ganzen Bevölkerung zugänglich gemacht werden.

  • test
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    • 16. März 2010 um 17:16
    • #8

    wenn wir mal einen ersatzteilsupport vorraussetzen, dann wohl fast ewig. es gibt ja, schätze ich mal, so 40-50% zuviel mat jetzt eh schon auf dem markt.
    wenn wir keinen support vorraussetzten, dann so ein jahr. dann sind teile mit hohem umschlag verbraucht. gaffa wäre da an erster stelle zu nennen

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  • tufkadib
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    • 17. März 2010 um 09:54
    • #9

    Tja. Irgendwann wird dann auch die Arbeit zu uns nach Deutschland zurückkommen, wenn

    - für Unternehmen die Steuern weiter gesenkt wurden
    - der Arbeitsmarkt weiter dereguliert wurde
    - den Arbeitnehmern weiterhin "Lohnzurückhaltung" eingeredet wurde.

    Dann ist doch endlich das erreicht, was man scheinbar hier will: daß das "Humankapital" (die Tagelöhner) draußen vor der Fabrik lungert, nach Belieben gemietet / gefeuert werden und man ihnen als täglichen Lohn zum Fressen eine Handvoll Reis aus dem Fenster der Verwaltung zuwirft, um die sie sich balgen dürfen.
    Vielleicht aber müssen dann die Arbeitnehmer auch Geld ins Unternehmen mitbringen zum Dank dafür, daß ihnen die Gnade gewährt wurde, beschäftigt zu werden.
    Wo dann der VA-Sektor bleibt (der im Wesentlichen vom Verzehr der übriggebliebenen Reiskörner lebt), dürfte wohl klar sein.


    MfG
    DirkB

  • test
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    • 17. März 2010 um 11:59
    • #10

    sollten wir uns nicht hier dann mal über die überbrückungsfinanzierung unterhalten? es kostet ja eine stange geld, die leute dafür zu bezahlen, das die nicht kriminell werden bzw. eine revolution
    anzetteln. insofern müssen die, die was haben mal ein wenig mehr zur kasse gebeten werden :)
    lange wird sich unsere gesellschaft diese ausgaben f hartz4 nicht leisten können. ich rede hier nicht von monaten sondern von 5-10 jahren.
    wir werden wohl nicht drum rum kommen, das die in china den selben lebenstandart haben werden und wir deswegen leider zurück stecken müssen

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  • tufkadib
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    • 17. März 2010 um 15:32
    • #11

    Es wäre schon viel gewonnen, würde man in D Kapitalerträge und Besitz ähnlich besteuern wie Arbeit und die Arbeitnehmer am Unternehmenserfolg angemessen teilhaben lassen.
    Es kann nicht sein, daß im Börsenkanal ein guter Geschäftsbericht nach dem anderen vermeldet wird, die Führungsetage großzügige Zahlungen erhält und diejenigen, die wirklich arbeiten, den "Gürtel enger schnallen" sollen.

    MfG
    DirkB

  • test
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    • 17. März 2010 um 18:01
    • #12

    wer gesteht sich schon ein, das es scheiße läuft? wer sagt schon gerne das sie ein nullwachstum haben?
    daher die guten nachrichten. es ist sicher klar, das ein manger bei siemens viel verdient. ich weiß aber nicht ob so viele dem druck der da herrscht, gewachsen sind. das ist es ja letztlich um was es geht.
    es wird die fähigkeit bezahlt, da hin zu kommen. was spielt es für eine rolle, wenn da ein mamager statt 10 12 mio bekommt? das ist wie ein tropfen auf den heitßen stein bei 77mrd umsatz. es macht aber ein riesen unterschied wenn dann plötzlich alle durch die bank 1000e mehr bekommen. das sind dann mal 405.000pax*1000= 405.000.000. das ist der unterschied
    interessanter wäre es dann eher mal erbschaften ab 1-2mio schärfer zu versteuern. die wirklich reichen sind das immer durch ein erbe geworden. die wenigsten schaffen das aus eigener kraft

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  • billbo
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    • 17. März 2010 um 18:11
    • #13
    Zitat

    Dann ist doch endlich das erreicht, was man scheinbar hier will:

    Wer ist ‚man‘?

    Zitat

    daß das "Humankapital" (die Tagelöhner) draußen vor der Fabrik lungert, nach Belieben gemietet / gefeuert werden und man ihnen als täglichen Lohn zum Fressen eine Handvoll Reis aus dem Fenster der Verwaltung zuwirft, um die sie sich balgen dürfen.

    Alles eine Frage der Perspektive: aus Sicht des sibirischen/ nordostchinesischen/ westafrikanischen Tagelöhners mit 3 Euro Monatseinkommen residiert westeuropäisches Humankapital (ob mit oder ohne Beschäftigung) auf der Welt - Reichtumsskala nahe dem Olymp.

    Zitat

    sollten wir uns nicht hier dann mal über die überbrückungsfinanzierung unterhalten? es kostet ja eine stange geld, die leute dafür zu bezahlen, das die nicht kriminell werden bzw. eine revolution anzetteln.

    Keine Sorge. Nur weil Stütze seit ein paar Jahren einen anderen Namen trägt wird sich kein Revolutionskandidat vom Sofa erheben. Die infragekommenden schauen sich die Action lieber auf dem 50er Plasma an. Immerhin gehört der nebst Sofa zu den Grundbedürfnisssen.

    Zitat

    Es wäre schon viel gewonnen, würde man in D Kapitalerträge und Besitz ähnlich besteuern wie Arbeit und die Arbeitnehmer am Unternehmenserfolg angemessen teilhaben lassen.

    Auch am Misserfolg, falls letzterer ausbleibt? Verkauf den Plasma und kauf Dir stattdessen Aktien Deines Ausbeuters, dann bist Du angemessen beteiligt.
    Wirtschafts – und Steuerpolitik bzw. das, was sich klein Fritzchen (also wir hier z. B. :D) darunter vorstellt kann versuchen, sinnvolle Kanäle zu bauen. (Auch Du kannst schon heute damit anfangen: in welcher Partei möchtest Du dich in dieser Sache kommunalpolitisch engagieren?). Sie kann aber die Fließrichtung von Wasser nicht ändern.

    Zitat

    Es kann nicht sein, daß im Börsenkanal ein guter Geschäftsbericht nach dem anderen vermeldet wird, die Führungsetage großzügige Zahlungen erhält und diejenigen, die wirklich arbeiten, den "Gürtel enger schnallen" sollen.

    Aktionär zu sei war im vergangenen Jahrzehnt nicht immer ein uneingeschränktes Vergnügen. Hör auf 'wirklich zu arbeiten', wechsle in die Führungsetage, und sorge dafür dass sich ändert was nicht sein kann.

    Ich weiß, dass ich böse polemisiere. Wir leben aber nun mal in der Zeit wirtschaftlicher Internationalisierung (und, viel wichtiger: damit einhergehender weltweiter Demokratisierung), die wie jede große gesellschaftliche Umwälzung mit allerlei Auswüchsen für viele leider auch eine Menge an vermeintlichen oder tatsächlichen Ungerechtigkeiten mit sich bringt. Ist sie deshalb schlecht? Ist Unterhaltungsmusik per se schlecht, nur weil es ‚den Wendler‘ gibt? Wir erleben sie aus einer vergleichsweise komfortablen Perspektive. Und sollten deshalb die Jammerei darüber auf’s psychologisch unbedingt notwendige Maß beschränken.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

    Nachtrag: die Sache mit der Erbschaftssteuer sehe ich ähnlich. Werden wir aber nicht mehr erleben, denn auch das wird erst nach der jetzigen Aera der Internationalisierung möglich sein. Und die wird sich noch viel länger hinziehen als wir uns das vorstellen können.

    "Okay. Wir machen das mit den Fähnchen."

  • tufkadib
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    • 17. März 2010 um 18:46
    • #14

    Hallo,

    Zitat

    Auch am Misserfolg, falls letzterer ausbleibt?


    Teilhabe am Mißerfolg des Unternehmens haben die Arbeitnehmer doch schon jetzt, oder etwa nicht?

    Zitat

    Alles eine Frage der Perspektive: aus Sicht des sibirischen/ nordostchinesischen/ westafrikanischen Tagelöhners mit 3 Euro Monatseinkommen residiert westeuropäisches Humankapital (ob mit oder ohne Beschäftigung) auf der Welt - Reichtumsskala nahe dem Olymp.


    Damit könnte man elegant versuchen zu vertuschen, daß D in der Reihe der Länder, nach Einkommen sortiert, von einem der vordersten Plätze auf "ferner liefen" abgerutscht ist. Ich kann mir nicht vorstellen, daß man das mit dem Verweis auf Leute, denen es dreckiger geht, einfach abtun kann und sollte. Die Sonne sieht man auch nur, wenn man nach oben schaut.

    Zitat

    Hör auf 'wirklich zu arbeiten', wechsle in die Führungsetage, und sorge dafür dass sich ändert was nicht sein kann.


    Nun, wenn es denn so einfach wäre... versuche es mal, durch Arbeit und Leistung in einem großen Unternehmen nach oben zu krabbeln. Dort, wo man was ändern kann, kommt man nicht durch Arbeit hin, sondern durch Herkunft und/oder Beziehungen.

    Die gesellschaftliche Umwälzung, die gerade passiert, kann ich ehrlich gesagt nicht als Demokratisierung empfinden. Demokratie bedeutet, daß das Volk der Souverän ist -und jetzt schau Dich mal um, ist es das wirklich?
    Das Einzige, was ich sehe, ist Sozialabbau und Lohndumping unter dem Deckmäntelchen der "Globalisierung". Gerade Letzteres ist auch der Grund, weshalb die lukrativen Aufträge für die VA-Branche weniger werden.

    Der Gedanke, große Vermögen / Erbschaften höher zu besteuern, ist vielleicht auch nicht ganz schlecht. Die Briten waren da wohl anfang des 20.Jh. unter Asquith recht rigoros; Adelsfamilien mit erheblichem Besitz konnten die Erbschaftssteuerschuld zumeist nur mit einem Verkauf eines Teils ihrer Ländereien abtragen.
    Ich las auch von Überlegungen, Erbschaften ab einer gewissen Höhe gänzlich einzuziehen; so hätte Jeder die gleichen Bedingungen.

    MfG
    DirkB

  • billbo
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    • 17. März 2010 um 23:10
    • #15
    Zitat

    Teilhabe am Mißerfolg des Unternehmens haben die Arbeitnehmer doch schon jetzt, oder etwa nicht?

    Bedingt. Werde ich als Arbeitnehmer ‚aus betrieblichen Gründen‘ (heißt: der Laden läuft nicht und kann sich mich nicht mehr leisten) entlassen, bekomme ich eine Abfindung, im Falle einer Kündigungsschutzklage Lohnfortzahlung, anschließend für eine befristete Zeit Arbeitslosengeld, und schließlich Hartz 4. Alles wichtige soziale Errungenschaften, keine Frage.
    Passiert mir als Gewerbetreibender – sei es als selbständiger Handwerksmeister, als Ebayshopbetreiber oder als freelancender PA Tech - gleiches (der Laden läuft nicht), gibt’s gleich H4. Zuzüglich Privatinsolvenz, sollte ich für finanzielle Spätfolgen meiner erfolglosen Tätigkeit persönlich haftbar sein.
    Das ist schon ein erheblicher qualitativer Unterschied.

    Zitat

    Damit könnte man elegant versuchen zu vertuschen, daß D in der Reihe der Länder, nach Einkommen sortiert, von einem der vordersten Plätze auf "ferner liefen" abgerutscht ist.

    Klare Sache: ein Ausgleich zwischen reich = oben und arm = unten bedeutet in einer endlichen Welt auch, dass 'oben' anschließend ein bisschen weiter unten sein wird als vorher.

    Zitat

    Nun, wenn es denn so einfach wäre... versuche es mal, durch Arbeit und Leistung in einem großen Unternehmen nach oben zu krabbeln. Dort, wo man was ändern kann, kommt man nicht durch Arbeit hin, sondern durch Herkunft und/oder Beziehungen...

    ... ist, mit Verlaub, ein Allgemeinplatz. Meine persönliche Erfahrung sagt mir: das Krabbeln (in einem größeren Unternehmen) war/ ist nicht mein Ding, habe ich lernen müssen. Das selbständige Arbeiten in Eigenverantwortung funktioniert zufriedenstellend bis gut, gelegentliche Durststrecken inclusive.
    Andere haben andere Erfahrungen. Ich kenne formidabel verdienende Ingenieure, die bekommen ihr Gehalt nicht deshalb, weil sie Fräulein Siemens geheiratet haben. Sondern weil sie a) gelernt haben, sich in Hierarchien zurecht zu finden, und b) eine Leistung erbringen, die ihrem Arbeitgeber offensichtlich dieses Geld wert ist.

    Zitat

    Die gesellschaftliche Umwälzung, die gerade passiert, kann ich ehrlich gesagt nicht als Demokratisierung empfinden. Demokratie bedeutet, daß das Volk der Souverän ist -und jetzt schau Dich mal um, ist es das wirklich?

    Ja. Es ist aufgerufen, seine politische Führung in regelmäßigen Abständen abzustrafen oder wieder zu wählen, zumindest in diesem Teil der Welt. Und darüber hinaus gehendes politisches oder gesellschaftliches Engagement jedes Einzelnen ist ausdrücklich erwünscht.

    Was mich bzgl. 'Demokratisierung weltweit‘ optimistisch in die Zukunft blicken lässt: Grundvoraussetzung dafür ist Information bzw. freier Zugang dazu, für jedermann. Auf diesem Gebiet haben wir mit Erfindung des www. innerhalb weniger Jahre unglaubliche Fortschritte erzielt. Internetcafes gibt’s inzwischen selbst in entlegenen afrikanischen Dörfern, und auch die Söhne und Töchter islamistischer Hassprediger, evangelikaler Kreationisten, totalitärer Stammesdespoten und altkommunistischer Hardliner werden sich auf diesem Weg früher oder später ihre eigenes Weltbild verschaffen. Vor kaum 20, 30 Jahren war eine solche Vorstellung noch undenkbar; noch ein paar Jahrzehnte früher haben unsere Vorfahren hier, in diesem Land, bewiesen, welches Unheil das Gegenteil freien Informationszugangs - die Beherrschung und Gleichschaltung aller verfügbaren Medien (damals: Zeitung, Kino, Rundfunk, PA Anlagen :D) durch Wenige - zur Folge haben kann.
    Trotz gelegentlicher Rückschläge (Google China) – dieser Weg ist nicht umkehrbar. Aber wohl noch lang.
    Die Gedanken sind erst dann wirklich frei, wenn ich sie jederzeit mit irgendjemandem irgendwo auf der Welt teilen kann. Kann, nicht muß.

    Amen :D

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

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  • buzz
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    • 18. März 2010 um 07:41
    • #16
    Zitat von "test"

    interessanter wäre es dann eher mal erbschaften ab 1-2mio schärfer zu versteuern. die wirklich reichen sind das immer durch ein erbe geworden. die wenigsten schaffen das aus eigener kraft

    Das halte ich für den falschen Weg, bzw. die Grenze für wesentlich zu niedrig.
    Wieviel Geld sind denn heute 2.000.000€ in Bezug auf die Kaufkraft..?
    Ich kenne genügend kleine Unternehmer und Angestellte, die sich ein Leben lang krummgelegt haben, um einen bescheidenen Wohlstand zu erarbeiten: Einfamilienhaus, ein paar Eigentumswohnungen etwas Gold oder Platin (ggf. auch als Uhren oder Schmuck), auch gerne Aktien bzw. Unternehmensanteile. Dies zum Einen als Altersversorgung, zum Anderen, um der folgenen Generation ein Lebenswerk zu hinterlassen.

    Diese Leute haben das Vermögen aus bereits reichlich besteuertem Kapital "angehäuft". Mit welchem Recht soll dieses Vermögen nun im Todesfall noch mehrfach verkleinert werden..? (Vererbung zunächst an den Ehepartner -> Besteuerung, dann an die Kinder -> Besteuerung)
    Dies führt letztendlich doch dazu, dass kein Mensch mehr beständige Werte schafft, sondern das Vermögen viel eher vor dem Ableben "verprasst" oder aber "schwarz" vererbt.

    Wir sehen doch gerade, was die Abschaffung diverser Rechts- und Steuervorteile im Immobiliensektor für Folgen auf die Wohnraumverfügbarkeit hat.
    Warum sollte ich heute noch in den Neubau einer Wohnimmobilie investieren..? Steuerlich annähernd uninteressant, zudem tanzen (dank extrem mieterfreundlicher Gerichtsbarkeit) die Mieter den Vermietern auf der Nase herum - und niemand weiss, was da noch so kommt...

    Fazit: Wer es sich leisten kann, vererbt sein Geld mit der "warmen Hand", oder findet andere Möglichkeiten, das Kapital zu verwenden (bzw. zu "verprassen").

    Kurzsichtige Menschen freuen sich über die aktuellen Steuer-Mehreinnahmen durch den gesteigerten Konsum (wie derzeit), weitsichtige Menschen bekommen Angst vor der Zukunft und verlagern das Kapital (vollkommen legal!) ins Ausland... BRAVO, Ziel erreicht!

    Dass die reine Umverteilung auf Dauer nicht funktioniert, haben wir am Beispiel Ostzone (oder politisch korrekt "DDR") wunderbar erleben dürfen - ich frage mich, ob 20 Jahre schon ausreichen, um die damalige Realität komplett zu verdrängen...

    Gruß aus Nürnberg,

    buzz

    Hier geht's weiter...

  • tufkadib
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    • 18. März 2010 um 09:01
    • #17

    Hallo billbo,

    Zitat

    Was mich bzgl. 'Demokratisierung weltweit‘ optimistisch in die Zukunft blicken lässt: Grundvoraussetzung dafür ist Information bzw. freier Zugang dazu, für jedermann.


    das ist wohl wahr.
    Allerdings gehört dazu dann auch der Willen, sich zu informieren und eine gewisse Bildung, um die gefundenen Informationen bewerten zu können. Hier sehe ich am ehesten Defizite. Aber dennoch: es gibt (auch viele junge) Leute, die kritisch sind und sich nicht alles von mehr oder weniger staatsnahen, im Wesentlichen gleichgeschalteten Medien einreden lassen.
    Gerade im Hinblick auf die jüngere deutsche Geschichte ist hier festzustellen, daß die schöne Fassade Risse bekommt.

    buzz: Nein, reine Umverteilung löst das Problem auch nicht, mildert es aber, bevor evtl. wirklich große Umwälzungen kommen.

    Zitat

    ich frage mich, ob 20 Jahre schon ausreichen, um die damalige Realität komplett zu verdrängen...


    Die neue soziale Kälte nehmen die Leute wohl zur Kenntnis. Zudem nützt den Menschen die Möglichkeit von Reisen und dem Kauf von Südfrüchten nichts, wenn sie keine Möglichkeit des Geldverdienens haben.
    Tja. Nur ist es mit dem Streichelkapitalismus generell vorbei. Die Funktion der Schaufensterauslage für den Ostblock braucht die BRD nun nicht mehr zu erfüllen.


    MfG
    DirkB

  • PeterG
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    • 24. März 2010 um 12:57
    • #18
    Zitat

    Die Funktion der Schaufensterauslage für den Ostblock braucht die BRD nun nicht mehr zu erfüllen.

    DirkB,

    ich kann Dir nur zum wiederholten mal voll zustimmen!

    Im Wirtschaftsteil der Berliner Zeitung war oft genug zu lesen: 2Stelliger Zuwachs nach Steuern! für de Aktionäre, aber unsereiner soll mit minus, oder 1,2% abgespeiste werden? Sehe ich auch nicht ein.

    MfG
    Peter

  • tufkadib
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    • 24. März 2010 um 18:29
    • #19

    Hallo Peter,

    danke :oops: . Leider wird sich daran nichts ändern, solange das deutsche Volk sich mit 50 Fernsehprogrammen teils dümmster Machart, billigem Bier und Sche**hausparolen über Klimawandel und ähnlichen Tinnef ruhigstellen läßt.
    Man ist offenbar zufrieden, so wie es ist. Aus welchen Gründen auch immer.

    MfG
    DirkB

  • test
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    • 25. März 2010 um 23:34
    • #20

    die breite masse lebt doch ein einigermaßen stressfreies leben. das stellt sie doch ruhig. dann fallen die paar 'spinner' doch nicht mehr ins gewicht :)

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