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Lokalisierung mit Delay steuern, Erfahrungsberichte

  • TomyN
  • 30. März 2010 um 09:12
  • TomyN
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    • 30. März 2010 um 09:12
    • #1

    Hallo,

    ich hab am Wochenende eine Beschallung einer relativ breiten Halle, die über R / L und Centercluster verfügt.
    Ich würde nun gerne eine Lokalisation der Solisten auf das Centercluster erreichen, ohne die äußeren Bereich unversorgt zu lassen.
    Daher habe ich daran gedacht, die Solisten Subgruppe direkt auf den (das?) Centercluster zu legen, und mit einer leichten Verzögerung auf R und L.
    Gibt's da Erfahrungswerte, auch in Bezug auf die sinnvolle Delayzeit?

    Grüße

    Tomy

    SIM II Operator und Dante Level I-II-III (Dante sogar dreimal :)
    Jugendschwimmabzeichen, Rettungsschwimmabzeichen in Bronze
    Meine kommerziellen Softwareprodukte SATlive und LevelCheck

  • bemi
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    • 30. März 2010 um 09:58
    • #2

    Hi,


    ich wuerde an der Stelle messen wo Center und L aehnlich laut sind, L/R dann passend verzoegern (bzw. in deinem Fall eben nur die Solisten) und vielleicht dann das Delay nach Hoeren und Gefuehl wieder einen Tick laenger (! - edit: war kuerzer) machen. 1ms ist bzgl. Ortung schon ziemlich lange.


    VG bemi

    Viele Grüße aus dem Allgaeu - Michael "bemi" Bernhard
    https://bemiton.wordpress.com/

    Einmal editiert, zuletzt von bemi (30. März 2010 um 12:03)

  • gert
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    • 30. März 2010 um 10:13
    • #3

    Also die Delayzeit hängt ja mit der Position auf der Bühne zusammen. Sollten die sich bewegen musst Du das nachfahren. Das gute ist aber das bei Theater die Positionen in der Regel genau eingehalten werden. Die Zeit auf der Main Pa sollte schon so etwa 10Ms höher sein als auf der Mitte. Damit sticht die Mitte auch raus.
    Wichtig ist nur bei Centerclusternutzung auch noch kleine Frontfills auf dem Boden zu verwenden, damit du das Akustische Image etwas runterziehen kannst. Sonst ist relativ eindeutig zu hören das es aus der Mitte oben kommt.
    Am besten vorher mal die Bühne mit einem Zollstock vermessen und sich kreuze auf dem Boden machen. Je nach Theaterstück kann man sich so mehrere Presets bauen und das besser sehen.

    Practice, Practice, Practice

  • UlTraAudio
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    • 30. März 2010 um 14:50
    • #4

    Vor einiger Zeit gab es im Forum einen Beitrag in dem jemand schilderte, dass er sich eine echte Laufzeitanpassung
    auf das Panpot seiner Digitalkonsole schustern lies. Ich finde den Beitrag nicht mehr, eventuell kennt ja jemand den Titel.

    Gruß, Ulf

    Im Wesen der Musik liegt es, Freude zu machen... Aristoteles

  • bwaack
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    • 30. März 2010 um 14:53
    • #5

    Laufzeitstereofonie funktioniert gut mit Delays um 1ms (Laufzeit einer Kopfbreite). Allerdings nur dann, wenn dieser Laufzeitunterschied nicht durch Raumhallanteile verwaschen wird. In meinem 25 qm großen Büro geschieht das schon im letzten drittel des Raumes (- im Grunde sobald man sich hinter dem Stereo-Dreieck befindet). Obwohl ein Bewegen des Kopfes um 30cm in die richtige Richtung die generierten Laufzeitunterschiede ausgleichen sollte, funktioniert die Ortung in einem breiteren Bereich.
    Habe in größeren Hallen mit 10 ms und sogar 40 - 60 ms(für Links/Rechts) erfolgreich experimentiert, Ziel war aber nicht exakte Ortung, sondern Hauptsache eine monströse Stereobreite. Das klappt gut.

    Exakte Ortung auf großen Bühnen halte ich aber mit Delays nicht für erreichbar, schon gar nicht indoor. Am besten fährst Du wahrscheinlich, wenn Du das Centercluster so dimensionierst, dass es eben auch die Randbereiche gut versorgt und im Prinzip auch am Rand versuchst, Intnsitäts-Ortung durchzuhalten. Am Rand ergeben sich dann sowieso schon Laufzeitprobleme genug und die Delays ergeben sich aus der Symmetrie der Bühne. Nach hinten raus greift dann der Haas Effekt und zieht dann die Ortung aufs bis zu 40 ms frühere Centercluster. Und: auch mit klanglichen Färbungen kann man die Ortungswirkung verstärken...

    Grüße
    B.

  • stepu
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    • 30. März 2010 um 15:03
    • #6

    Ich würde einen Mix aus Intensitäts- und Laufzeitunterschieden probieren.
    Mit Intensitätsunterschieden bekommt man ja weniger Stereo/Raumeindruck hin als mit laufzeitunterschieden,
    aber mit dem PanPoti kann man ja schon mal hören, was es bringt.
    Dann würde ich dazu ein wenig Delay auf L/R Akteure geben und mir, wie beim Einmessen,
    ne Linke, ne Rechte und ne Position auf der Mittelachse anhören.
    Wenns nicht gefällt, erst ein Delay benutzen und dann leicht ins Panorama schieben...

    Du hörst bestimmt, was besser klingt.


    mfg stefan

    Ey Digger, ich bin Plugger, nich Rigger!

  • dasich
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    • 30. März 2010 um 15:10
    • #7
    Zitat von "ulf trappmann"

    Vor einiger Zeit gab es im Forum einen Beitrag in dem jemand schilderte, dass er sich eine echte Laufzeitanpassung
    auf das Panpot seiner Digitalkonsole schustern lies. Ich finde den Beitrag nicht mehr, eventuell kennt ja jemand den Titel.

    Gruß, Ulf


    http://www.paforum.de/phpBB/viewtopic.php?f=37&t=42098&start=510

    Seite 35,

    ich muss dazu sagen, dass da zwei Techniker von Studer Vorort darn rumprogrammioert haben.
    War auch ein Bericht in der PP, keine ahnung welche Ausgabe.
    Das war bei den Schlossfestspielen Regensburg.

    Es grüßt der Stephan

  • simonstpauli
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    • 30. März 2010 um 15:30
    • #8
    Zitat von "bwaack"

    Laufzeitstereofonie funktioniert gut mit Delays um 1ms (Laufzeit einer Kopfbreite). Allerdings nur dann, wenn dieser Laufzeitunterschied nicht durch Raumhallanteile verwaschen wird. In meinem 25 qm großen Büro geschieht das schon im letzten drittel des Raumes (- im Grunde sobald man sich hinter dem Stereo-Dreieck befindet). Obwohl ein Bewegen des Kopfes um 30cm in die richtige Richtung die generierten Laufzeitunterschiede ausgleichen sollte, funktioniert die Ortung in einem breiteren Bereich.
    Habe in größeren Hallen mit 10 ms und sogar 40 - 60 ms(für Links/Rechts) erfolgreich experimentiert, Ziel war aber nicht exakte Ortung, sondern Hauptsache eine monströse Stereobreite. Das klappt gut.

    Exakte Ortung auf großen Bühnen halte ich aber mit Delays nicht für erreichbar, schon gar nicht indoor. Am besten fährst Du wahrscheinlich, wenn Du das Centercluster so dimensionierst, dass es eben auch die Randbereiche gut versorgt und im Prinzip auch am Rand versuchst, Intnsitäts-Ortung durchzuhalten. Am Rand ergeben sich dann sowieso schon Laufzeitprobleme genug und die Delays ergeben sich aus der Symmetrie der Bühne. Nach hinten raus greift dann der Haas Effekt und zieht dann die Ortung aufs bis zu 40 ms frühere Centercluster. Und: auch mit klanglichen Färbungen kann man die Ortungswirkung verstärken...

    Grüße
    B.


    Das ist wirklich die beste Lösung, echtes LCR (oder auch echtes Stereo), dann erreicht man beste Ortung ohne wildes Routing. Allerdings kostet das richtig Budget und ist daher hier nur extrem selten anzutreffen. (siehe mein damaliger Beitrag mit dem whitepaper von Snow.)
    http://www.paforum.de/phpBB/viewtopic.php?f=51&t=74403
    Interessant finde ich, daß man schon damals (ohne ansatzweise über die technischen Möglichkeiten dafür zu verfügen) über Amplituden- und Laufzeitanpassung der PA-Seiten nachgedacht hat, mit der Maßgabe, daß der Schall der beiden Seiten an jedem Platz im Publikum möglichst zeit- und pegelgleich ankommen soll. Hat halt nur niemanden interessiert, wahrscheinlich aufgrund der Praxisferne.

    Bei "normalen" PAs, also im obigen Beispiel wahrscheinlich "exploded", 3 Mono-Cluster, ist es nur möglich, über Delays in einem möglichst großen Bereich eine gute Ortung herzustellen, also Center-Cluster = 0, L/R zum Beschallen der vom Centercluster nicht abgedeckten Bereiche = Delay (je nach Platz im Publikum mindestens Laufzeit + geschmackvolle Haas-Komponente). Das ergibt für andere Plätze z.T. eklige Effekte (zu viel Delay bei gleichem Abstand zu C und L oder R) oder eine Ortung über die äußeren Lautsprecher (Randbereiche). Es wird immer ein fauler Kompromiss bleiben und ein korrektes LCR-Systemdesign nicht ersetzen können.

    Christian Tepfer * Monitor-Operator, HF-Betreuer, FOH-Mischer, Klang-Gestalter
    http://klanggestaltung.wordpress.com/

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