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...und die Moral von der Geschicht'...?

  • AlphaC
  • 11. Mai 2010 um 01:57
  • ADMIN
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    • 14. Mai 2010 um 07:46
    • #41

    Ich will das Thema mal grundsätzlicher angehen: Eine "gerechte" Wirtschaftsordnung sähe für mich so aus, dass deren Teilnehmer "Nutzwert" (Waren, Dienstleitungen...) für die Gemeinschaft erbringen, und dafür einen angemessenen Anteil an der Summe aller "Nutzwerte" bekommen, der Einfachheit ausgezahlt in Geld.

    Der Bäcker, der mir ein Brötchen bäckt, erbringt Nutzwert. Ein Anwalt, der harmlose Blogger wegen irgendwelcher Formfehler abmahnt, erbringt keinen Nutzwert.

    Der Künstler, der für uns Musik komponiert oder einspielt, erbringt Nutzwert. Das Geschäftsmodell der Verwertungsindustrie basiert im Moment darauf, den Zugang zu den Inhalten zu erschweren statt zu erleichtern. Ist das Nutzwert für die Gesellschaft?

    Im Zeitalter der Digitalisierung werden Inhalte über's Netz verbreitet, alles andere ist anachronistisch, schon ökologisch nicht mehr verantwortbar. Der Künstler ist dabei angemessen zu entlohnen, eine Kultur-Flatrate wäre eine der Möglichkeiten. Die Verwertungsindustrie, so wie wir sie kennen, ist inzwischen so überflüssig wie die Hersteller mechanischer Rechenmaschinen - mögen sie ruhen in Frieden.

    Und dass die Verwertungsindustrie ihr veraltetes Geschäftsmodell mit Hilfe der Politik und der Einschränkung bürgerlicher Freiheitsrechte in die Zukunft hinein fortsetzen möchte, muss halt politisch beantwortet werden - aber dieses ist dann nicht mehr das richtige Forum dafür.

    Bitte keine fachlichen Fragen per PM - Inhaber von dBmess

  • TomyN
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    • 15. Mai 2010 um 13:50
    • #42

    Gleichmacherei und Anteil aller an Produktionsmitteln etc. wurde ja im letzten Jahrhundert ausgiebig probiert.
    Sehr schnell kam man dann drauf, dass man dazu den idealen Menschen bräuchte, den man leider nicht hat. Drum ist man vom Kommunismus zum Sozialismus und hat versucht, den idealen Menschen zu schaffen.
    Das hat nun auch nicht funktioniert.
    Und, wie es die Bibel sagt, der Mensch ist das Problem. Er ist nämlich von Natur aus auf seinen eigenen Vorteil bedacht, egal ob groß oder klein, ob Reichsmark, D-Mark, Mark der DDR oder Euro.
    Drum ist die einzige Hoffnung eine Änderung des Menschen. Die kann man aber nicht durch Menschen erfolgen, sondern durch den, der eine Ebene höher steht.

    Tomy

    SIM II Operator und Dante Level I-II-III (Dante sogar dreimal :)
    Jugendschwimmabzeichen, Rettungsschwimmabzeichen in Bronze
    Meine kommerziellen Softwareprodukte SATlive und LevelCheck

  • SRAM
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    • 16. Mai 2010 um 01:23
    • #43
    Zitat

    eine Kultur-Flatrate wäre eine der Möglichkeiten.

    .....nur das nicht !

    Wer bitte sehr soll entscheiden, wer ein Künstler ist und wer nicht ? Mehrheitsentscheidung oder was ?

    Mir würde sich der Magen umdrehen, wenn irgendsoein DSDSS Kotzbrocken auch nur einen cent von mir bekommen sollte.

    Gruß SRAM

    I watched a snail crawl along the edge of a straight razor. That's my
    dream. That's my nightmare. Crawling, slithering, along the edge of a
    straight razor, and surviving.

  • Sound-Klinik
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    • 16. Mai 2010 um 09:30
    • #44
    Zitat von "ADMIN"

    Der Künstler ist dabei angemessen zu entlohnen, eine Kultur-Flatrate wäre eine der Möglichkeiten. Die Verwertungsindustrie, so wie wir sie kennen, ist inzwischen so überflüssig wie die Hersteller mechanischer Rechenmaschinen ...

    ... und irgendwann haben wir - der Flatrate sei Dank - noch mehr bzw. nur noch (sich selbst als solche bezichtigende ...) "Künstler" auf der Welt, die dann die Hand aufhalten. :lol:

    Die Verwertungsindustrie präsentiert uns neue "Stars", deren musikalischen Flachsinn wir uns kaufen sollen oder den wir - umrahmt von Werbeblöcken mit den neuesten Handyklingeltönen - im Privatfernsehen bewundern sollen. Musikalisch ist selten wirklich etwas "Neues" dabei (d.h.: alles irgendwie schon mal so oder ähnlich gehört = Abstaubermentalität). Wer soll die Kulturflatrate bezahlen (und nach welchen Kriterien soll dann die - gerechte ? - Verteilung funktionieren) ?

    Zitat von "SRAM"

    Wer bitte sehr soll entscheiden, wer ein Künstler ist und wer nicht ? Mehrheitsentscheidung oder was ?
    Mir würde sich der Magen umdrehen, wenn irgendsoein DSDSS Kotzbrocken auch nur einen cent von mir bekommen sollte.

    Auch was die Entwicklung von Produkten angeht: Wieso sollte jemand studieren, sich über viele Jahre Berufserfahrung/Know-How erarbeiten und sich einen teuren Meßgerätepark anschaffen, wenn jeder die Ergebnisse "für umsonst" (wg. "Know-How"-Flatrate) abstauben kann, OHNE dabei selbst (Zeit & Lernen, Geld) investiert zu haben ?
    Wir haben dieses Problem auch in vielen anderen Bereichen - Beispiel: Kleine, innovative Firmen mit gut ausgebildeten Ingenieuren gehen in den Konkurs, weil woanders auf diesem Globus dreist kopiert/geklaut wird. :?

    Spätestens wenn keiner bzw. kaum einer noch etwas NEUES entwickelt (d.h. die Abstaubermentalität sich gänzlich durchgesetzt hat) werden alle - vielleicht - endlich verstehen, was hier so alles (schief-) läuft.

    Einmal editiert, zuletzt von Sound-Klinik (16. Mai 2010 um 09:50)

  • Maverick2580
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    • 16. Mai 2010 um 09:49
    • #45
    Zitat von "FF"

    @ toadie:

    Angenommen, du hast morgen früh die Hammeridee für ein revolutionäres Lautsprecherprinzip. Du investierst die nächsten 10 Jahre darauf, die Idee technisch umzusetzen und ein serienreifes Produkt zu entwickeln. Deine Ehe geht darüber in die Brüche, du erinnerst dich nicht mehr an die Namen deiner Kinder und Peter Zwegat kommt alles 2 Jahre regelmäßig, weil dir mal wieder der Schuldturm droht. Und dann hast du es geschafft und aus deiner Idee ist ein Produkt geworden, dass niemand sonst hat, weil es allein in deinem Kopf entstanden ist. Du hast alle Wiedrigkeiten überstanden und in deinem Lager stehen 10.000 der neuen toadie-supermaxx-PAs und freuen sich auf den Verkauf. DU freust dich natürlich auch, denn nach der langen Zeit nur mit trocken Brot soll das Leben für dich ja mal endlich losgehen.

    Und dann spaziert einer in deine Firma, schnappt sich eines deiner Produkte und verlässt mit dem Kommentar deine Firma: "Geistiges Eigentum ist Mist. Ich nehme das jetzt mal mit heim, zerlege es und fange dann morgen mit dem Nachbauen an. Gefällt mir zwar, ist mir bei dir aber zu teuer. Schönen Tag und übrigens - Wissen ist Nacht."

    Gut so? :D

    Gruß FF

    Sorry, aber ist es nicht genau das, was die Musikindustrie mit Musikern macht? Das mühsam entwichelte Produkt (Lied) für einen spotpreis einkaufen und selber zu unverschämten Preisen wieder verkaufen.

    Ich kaufe Musik die mir gefällt, aber bei den dreisten Preisen, die man heute für eine CD verlangt halt nur noch sehr selten.
    Und zum Thema kopieren von Musik: Ich bezahle, wenn auch indirekt, Gebühren für Festplatten, Brenner, Drucker, Rohlinge, Rechner. Und wenn es nach der Industrie geht wahrscheinlich bald auch noch für jeden Zettel und jeden Stift, damit kann man ja schließlich auch Kopien anfertigen.
    Ich kann also schon verstehen, warum manche es halt einfach kopieren, sie haben ja schließlich schon ca. 5 mal gezahlt, um das zu dürfen.

    /edit: nicht das ihr mich falsch versteht, ich gönne jedem Musiker den Lohn seiner Arbeit. Aber die Industrie dahinter mit ihren veralteten Strukturen und Argumenten, die einem erzählen will, das mit jedem verkauften Rohling ja mindestens eine CD und ein Film kopiert wurden finde ich einfach nur zum k*****. Vor allem wenn man sich anschaut, wie diese Industrie Einfluß auf die Gesetzgebung nehmen will (siehe VDS, Websperren, Providerhaftung, ACTA etc.)

    "Du, eine von Deinen Wackellampen hat nen Gobo Error"
    - "Jaja, das passiert schonmal, wenn man die was härter in die Ecke tippt."

  • ADMIN
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    • 20. Mai 2010 um 14:12
    • #46
    Zitat von "Sound-Klinik"

    Wer soll die Kulturflatrate bezahlen (und nach welchen Kriterien soll dann die - gerechte ? - Verteilung funktionieren) ?

    Bezahlen alle. Entweder alle mit Breitband-Zugang (ob nun ein DSL-Zugang 19,95 oder 24,95 Euro pro Monat kostet, macht für den Verbraucher nicht so den Unterschied), oder man wirft das mit der GEZ zu einer Pauschalsteuer zusammen.

    Verteilung? Der Verwertungsgesellschaften (Gema, VG Wort...) könnten die Download-Server betreiben und entsprechende Zähler einbauen.


    Am Rand: Flatrate heisst Flatrate - wenn auf einer Veranstaltung nur noch Leute sind, die ohnehin schon für's Musik hören gezahlt haben, dann entfällt die Begründung, warum der Veranstalter da noch Gema-Gebühren abführen soll.

    Zur weiteren Information:

    http://www.musikindustrie.de/jwb_umsatz09/

    Bitte keine fachlichen Fragen per PM - Inhaber von dBmess

  • Sound-Klinik
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    • 20. Mai 2010 um 15:46
    • #47
    Zitat von "ADMIN"

    ... wenn auf einer Veranstaltung nur noch Leute sind, die ohnehin schon für's Musik hören gezahlt haben, dann entfällt die Begründung, warum der Veranstalter da noch Gema-Gebühren abführen soll.

    Wobei hier dann keine "Zähler" am Start sind, was (und wie häufig) dort konkret gespielt wird.
    Eigentlich müßten (bzw. mußten) Musiker ja auf Veranstaltungen diese (GEMA-) Listen führen, welche Titel überhaupt und wie häufig gespielt wurden ... :wink:

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