Ich will das Thema mal grundsätzlicher angehen: Eine "gerechte" Wirtschaftsordnung sähe für mich so aus, dass deren Teilnehmer "Nutzwert" (Waren, Dienstleitungen...) für die Gemeinschaft erbringen, und dafür einen angemessenen Anteil an der Summe aller "Nutzwerte" bekommen, der Einfachheit ausgezahlt in Geld.
Der Bäcker, der mir ein Brötchen bäckt, erbringt Nutzwert. Ein Anwalt, der harmlose Blogger wegen irgendwelcher Formfehler abmahnt, erbringt keinen Nutzwert.
Der Künstler, der für uns Musik komponiert oder einspielt, erbringt Nutzwert. Das Geschäftsmodell der Verwertungsindustrie basiert im Moment darauf, den Zugang zu den Inhalten zu erschweren statt zu erleichtern. Ist das Nutzwert für die Gesellschaft?
Im Zeitalter der Digitalisierung werden Inhalte über's Netz verbreitet, alles andere ist anachronistisch, schon ökologisch nicht mehr verantwortbar. Der Künstler ist dabei angemessen zu entlohnen, eine Kultur-Flatrate wäre eine der Möglichkeiten. Die Verwertungsindustrie, so wie wir sie kennen, ist inzwischen so überflüssig wie die Hersteller mechanischer Rechenmaschinen - mögen sie ruhen in Frieden.
Und dass die Verwertungsindustrie ihr veraltetes Geschäftsmodell mit Hilfe der Politik und der Einschränkung bürgerlicher Freiheitsrechte in die Zukunft hinein fortsetzen möchte, muss halt politisch beantwortet werden - aber dieses ist dann nicht mehr das richtige Forum dafür.