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Schlagzeug zur Front Zeitversögern

  • Nemo
  • 15. April 2011 um 08:03
  • Nemo
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    56
    • 15. April 2011 um 08:03
    • #1

    Moin mir schwirrt gerade die Frage durch den Kopf ob es wohl Sinn macht das Schlagzeug bei einem Open Air Konzert zu Delayen bzw. die Front.

    Sprich das Schlagzeug ist die Reverenz und die Front wird mit einem Delay versehen.

    Nun meinen Frage bringt das was oder ist das totaler Quatsch?

    Geht nicht gibts nicht

  • chris216
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    • 15. April 2011 um 08:22
    • #2

    Mache ich grundsätzlich so, auch auf ganz kleinen Veranstaltungen... Aber klar: Das Schlagzeug steht weiter hinten, also muss die Front auf das Signal warten. Schlagzeug verzögern kann nur der Drummer. ;)

    Gruß,
    Christoph Holdinghausen

  • Nemo
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    56
    • 15. April 2011 um 08:35
    • #3

    Klar so habe ich das auch gemeint.

    Geht nicht gibts nicht

  • gert
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    • 15. April 2011 um 08:56
    • #4
    Zitat von "chris216"

    Schlagzeug verzögern kann nur der Drummer.


    Hihi das machen die meisten auch gerne mal ohne Absprache!

    Jetzt aber zum Thema. Die Pa zur Backline verzögern macht schon Sinn. Man muss es aber nur dann machen wenn der Direktanteil des Schalls auch merklich hörbar ist. Also die Formel ist sozusagen je kleiner der Gig desto wichtiger wird es. In einem Fussballstadion spielt es fuer die Zuschauer keine Rolle mehr.

    Practice, Practice, Practice

  • simonstpauli
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    • 15. April 2011 um 12:24
    • #5
    Zitat von "gert"


    Hihi das machen die meisten auch gerne mal ohne Absprache!

    Jetzt aber zum Thema. Die Pa zur Backline verzögern macht schon Sinn. Man muss es aber nur dann machen wenn der Direktanteil des Schalls auch merklich hörbar ist. Also die Formel ist sozusagen je kleiner der Gig desto wichtiger wird es. In einem Fussballstadion spielt es fuer die Zuschauer keine Rolle mehr.


    Was noch dazu kommt ist der Anteil an Schlagzeug-Energie in anderen Mikrofonen. Die passen zeitlich dann ja auch nicht. Noch spannender wird es, wenn ein Sänger über die Bühne läuft...

    Christian Tepfer * Monitor-Operator, HF-Betreuer, FOH-Mischer, Klang-Gestalter
    http://klanggestaltung.wordpress.com/

  • Volker Holtmeyer
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    • 15. April 2011 um 13:17
    • #6

    Die meisten digitalen Mischpulte haben mittlerweile in allen Eingangskanälen Delays. Damit bekommen die einzelnen Instrumente bei mir gerne schon mal ein dediziertes Delay. Gerade beim Gesang (der meist kein Delay kriegt) bringt das große Vorteile gegenüber dem Delay im Master.

    http://www.volkerholtmeyer.de/

  • simonstpauli
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    • 15. April 2011 um 13:36
    • #7
    Zitat von "Volker Holtmeyer"

    Die meisten digitalen Mischpulte haben mittlerweile in allen Eingangskanälen Delays. Damit bekommen die einzelnen Instrumente bei mir gerne schon mal ein dediziertes Delay. Gerade beim Gesang (der meist kein Delay kriegt) bringt das große Vorteile gegenüber dem Delay im Master.


    Jawohl.

    Dann muß man aber Kanäle für Monitor splitten, sonst wird das untight auf der Bühne.

    Mit festen Quellen ist das praktisch, bewegliche Quellen (wie die angesprochenen Gesangsmikrofone) sind nicht beherrschbar, was die Verzögerung betrifft.
    Beim Schlagzeug kann man dann auch anfangen und die Overheads anders verzögern als die nahen Mikrofone, da liegt ja auch Einiges an Weg/Zeit dazwischen. Außer bei Jazz, wenn ich Overheads aus Hauptmikrofonie einsetze, habe ich dabei keine eklatanten Verbesserungen erzielt.

    Schnell und einfach ist es auch, einfach den Master auf die lauteste Natur-Quelle (z.B. Snare) zu verzögern. Oder auf die Percussion-Burg bei Salsa.

    Grundsätzlich stellt sich hier wieder die Frage: An welchem Punkt soll die Zeit stimmen, in den seltensten Fällen hat man eine Mono-PA vor dem Schlagzeug an der Bühnenkante.

    Andere Variante: PA so laut machen, daß der Direktschall egal ist ;)

    Christian Tepfer * Monitor-Operator, HF-Betreuer, FOH-Mischer, Klang-Gestalter
    http://klanggestaltung.wordpress.com/

  • guessi
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    • 19. April 2011 um 01:04
    • #8

    ...und beim Messen der Entfernung inkl. Umrechnung in Laufzeit die Latenz von Mischpult und PA-controller abziehen!

  • Patrick Krause
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    • 19. April 2011 um 01:45
    • #9
    Zitat von "Nemo"

    Moin mir schwirrt gerade die Frage durch den Kopf ob es wohl Sinn macht das Schlagzeug bei einem Open Air Konzert zu Delayen bzw. die Front.

    Sprich das Schlagzeug ist die Reverenz und die Front wird mit einem Delay versehen.

    Nun meinen Frage bringt das was oder ist das totaler Quatsch?


    Totaler Quatsch würde ich nicht sagen, aber meiner Meinung nach absolut überbewertet und vielleicht in der nerdigen Theorie 'ne feine Sache.

    Ganz nach dem Motto "Theorie nützt praktisch Nichts" erziele ich erfahrungsgemäß die besseren Ergebnisse, wenn ich die Zeiten so lasse, wie sie sind und mich dem Klang widme.
    Natürlich stimme ich meine PA-Systeme (Delays zu Mainhang, etc) zeitlich aufeinander ab - so genau, wie es an einem Messpunkt eben geht. Das war's dann aber auch.
    Und da das schon bei der PA quasi unmöglich ist alle Laufzeiten an jedem Ort gleich zu haben, sprich der Messpunkt dafür entscheident ist, spare ich mir das komplette
    Verzögern der Systeme auf die Backline.
    Auf was auch?
    Auf die Snare, die den lautesten und wohl kürzesten Impuls abfeuert - bei Mainact und Supportact aber eh woanders steht.
    Auf den Gitarrenamp, weil ich gerade Jimi Hendrix auf der Bühne habe, dessen Amp nur gut klingt, wenn er 250dB raushaut?
    Oder evtl auf die Monitorwedges, weil die Salsa-Band sich mal wieder richtig laut hören will?

    In der Zeit, wo ich dann im nicht vorhandenen Manual vom Pult und dem Controller nachblättere wie viel Delay diese Geräte haben und nebenbei mit meinem Thermo- u. Hydrometer die Temperatur und
    Luftfeuchte messe - kann ich auch genauso gut mit Mikrofonen und deren Position rumspielen und habe rein soundmäßig sicher eher ein "Aha" oder "wow"-Effekt, als wenn ich meine PA delaye.
    Bei großen PAs in großen Clubs, Arenen oder gar Stadien ist das sowieso völlig wumpe, da man das Originalsignal eh nicht mehr hört, und bei kleinen Clubs würde das rein theoretisch Sinn machen,
    praktisch aber egal sein, auf Grund der hohen Lautstärke, die man in der Regel in kleinen Clubs hat um die Band ansich überhaupt zu übertönen. Da habe ich dann auch andere Probleme, als mich um mein Delay zu kümmern.

    Ich persönlich habe auch noch nie einen dem Aufwand entsprechenden, hörbaren Unterschied zwischen Input delayed und Input nicht-delayed gehört.

    Ich würde gerne mal einen Musiker treffen, der mir erzählt, dass seine Instrumente falsch delayed sind, seine Overheads 0,004s später als die Snare 'kommen',...
    Besser noch: Ich würde gerne einen Tontechniker kennenlernen, der mich rein durch's Hören darauf aufmerksam macht.
    Dem Mucker ist's eh egal - dessen untightness liegt wesentlich höher, als der Abstand zwischen Instrument und Mikro.

    Ich bin leider noch nicht so alt, sprich kenne die reine, analoge Zeit nicht - aber wie hat man das denn bei Analogtischen gemacht?
    Zähneknirschend hingenommen, dass es keine Inputdelays gab/gibt, sich aber über den tollen, analogen Klang gefreut, den man heutzutage nicht mehr hat? :D

    (Nicht alles zu ernst nehmen :) )

    MonEngineer InFlames|KoRn|Toto|Trivium|SteelPanther

  • tufkamar
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    • 19. April 2011 um 08:46
    • #10

    aus Erfahrung: Altstadt-OpenAir, Top40, ca. 2000 Pax, gemäßigter Pegel - Sound von Schlagzeug und Bass "irgendwie wummerig" dank relevantem Pegel von der Bühne runter. Gesamte PA um 6m am Controller verzögert (Bühnentiefe, sprich also Distanz PA -> Bass / Schlagzeug) und das Wummern war weg.

    Zeitaufwand: 30sec

    Genusszuwachs: unbezahlbar. :)

  • gert
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    • 21. April 2011 um 09:39
    • #11
    Zitat von "Patrick Krause"

    Und da das schon bei der PA quasi unmöglich ist alle Laufzeiten an jedem Ort gleich zu haben,

    Ich stelle immer wieder fest das die meisten Leute da zu 2 dimensional denken. Wenn man beim Einmessen und PA AUFBAU schon in Halbkreisen denkt ist die Zahl der korrekten Verzögerungen schon recht hoch.
    Das Zauberwort heisst hier Arrivaltime und eben nicht Delaytime.
    Delay ist das Werkzeug, Arrivaltime das Ergebnis!
    Da es sich beim Beschallen ja um einen Kompromiss handelt kann man noch entscheiden wie gross der Kompromiss ist. Und wenn das Timing bei 60 % aller Zuschauer korrekt ist und bei 20 Akzeptabel dann ist das schon einen Aufwand wert.

    Practice, Practice, Practice

  • guma
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    • 21. April 2011 um 12:03
    • #12
    Zitat von "gert"

    Da es sich beim Beschallen ja um einen Kompromiss handelt kann man noch entscheiden wie gross der Kompromiss ist. Und wenn das Timing bei 60 % aller Zuschauer korrekt ist und bei 20 Akzeptabel dann ist das schon einen Aufwand wert.

    Treffender kann man es kaum formulieren !

    Grundsätzlich gilt folgende einfache Regel:
    Je ähnlicher die Pegel aus zwei unterschiedlichen Quellen in einer Zuhörerzone sind um so genauer müssen die Laufzeiten ( also die Ankunftszeiten am Zuhörerohr ) dort übereinstimmenstimmen. Ist diese Proportionalität gewahrt, profitiert ein großer Zuhörerbereich.

    Auf die Schlagzeugfrage bezogen bedeutet das:
    Ist das Schlagzeug am Absperrgitter aus der PA ( z.b.nearfill ) schon lauter als die Snare von der Bühne und nimmt die Lautstärke im Verhältnis zum "O-Ton" mit zunehmendem Abstand zu ( was in der Regel der Fall ist :D ) bringt das "Zurückschieben" der PA zur Snare eher nichts.
    Ist die Snare aber für einen größeren Zuhöreranteil als "O-Ton" ähnlich laut wie die PA ( was in Clubsituationen öfter der Fall ist ) bringt das wirklich eine Verbesserung. Die "Zeitreferenz" ist aber logischerweise nicht, wie mancher glaubt, die vordere Bühnenkante ( dort ist der O-Ton in der Regel lauter als die "PA-Snare" , sondern man misst die Laufzeiten dort, wo tatsächlich annähernd gleiche Lautstärken herrschen werden. Das setzt natürlich auch Erfahrung ( vor allem mit dem jeweiligen Drummer :D ) voraus.

  • simonstpauli
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    • 21. April 2011 um 13:38
    • #13
    Zitat von "guma"

    Treffender kann man es kaum formulieren !

    Grundsätzlich gilt folgende einfache Regel:
    Je ähnlicher die Pegel aus zwei unterschiedlichen Quellen in einer Zuhörerzone sind um so genauer müssen die Laufzeiten ( also die Ankunftszeiten am Zuhörerohr ) dort übereinstimmenstimmen. Ist diese Proportionalität gewahrt, profitiert ein großer Zuhörerbereich.

    Auf die Schlagzeugfrage bezogen bedeutet das:
    Ist das Schlagzeug am Absperrgitter aus der PA ( z.b.nearfill ) schon lauter als die Snare von der Bühne und nimmt die Lautstärke im Verhältnis zum "O-Ton" mit zunehmendem Abstand zu ( was in der Regel der Fall ist :D ) bringt das "Zurückschieben" der PA zur Snare eher nichts.
    Ist die Snare aber für einen größeren Zuhöreranteil als "O-Ton" ähnlich laut wie die PA ( was in Clubsituationen öfter der Fall ist ) bringt das wirklich eine Verbesserung. Die "Zeitreferenz" ist aber logischerweise nicht, wie mancher glaubt, die vordere Bühnenkante ( dort ist der O-Ton in der Regel lauter als die "PA-Snare" , sondern man misst die Laufzeiten dort, wo tatsächlich annähernd gleiche Lautstärken herrschen werden. Das setzt natürlich auch Erfahrung ( vor allem mit dem jeweiligen Drummer :D ) voraus.


    Und das ist der springende Punkt. Laufzeiten sind nur interessant, wenn die Lautstärken annährend gleich sind. Nur dann entstehen extreme Interferenzgebirge. Man kann das ja physikalisch-theoretisch recht einfach herleiten und auch empirisch ist das klar. Wenn ich die Bühne kaum höre ist die Laufzeit egal, ebenso wenn ich die PA kaum höre.
    Spanndend wird es, weil oft der Punkt die gleiche Lautstärke abhängig von der Frequenz ein anderer ist. Vor Allem in kleineren Räumen.

    Bei Einzelgigs ist das praktisch nicht abschätzbar, man kann die PA grob auf die Mitte der Bühne bzw. den lautesten zu erwartenden Punkt auf der Bühne alignen. Genau wird das nie werden, weil im Vorfeld die Bühnenlautstärke(n) nicht klar sind.
    Auf Tour, wenn man die Band gut kennt und den Raum und die zu erwartenden Lautstärken abschätzen kann, kann man als Systemer schon recht genau arbeiten, dann bringt es auch etwas.

    Christian Tepfer * Monitor-Operator, HF-Betreuer, FOH-Mischer, Klang-Gestalter
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  • wora
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    • 22. April 2011 um 13:26
    • #14
    Zitat von "simonstpauli"


    Jawohl.

    Dann muß man aber Kanäle für Monitor splitten, sonst wird das untight auf der Bühne...


    ... oder aber man nimmt ein pult, wo man die signalabgriffpunkte für das monitorsignal auswählen kann :D

    meine erfahrungen mit solchen delays sind durchaus positiv.
    aber:
    man benötigt zwingend zeit dafür, das richtig einzustellen!
    ist diese zeit nicht vorhanden, lass ich es auch komplett sein. soo schlimm ist das ergebnis ohne delays meistens auch nicht, das man sagen müsste "man benötigt das zwingend".
    wie hier schon von fast allen geschrieben wurde: wenn es richtig gemacht ist, kann man damit tatsächlich noch ein quentchen mehr "wohlfühlfaktor" herauskitzeln. vor allem in kleineren locations!

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • TomyN
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    • 10. Mai 2011 um 07:36
    • #15

    Hi,

    ich 'delaye' sehr gerne, aber aus einem anderen Grund. Da ich viel mit einem (relativ) lauten Gospelchor mache, und das zumeist in 'nicht idealen' Umgebungen, verzögere ich die Main-PA um die Ortung (Haas Effekt) und Wahrnehmung von den Lautsprecheren auf den Chor 'zu lenken'. Dadurch kommt der Chor 'nach vorne'.
    Der Grund hier ist also nicht die Vermeidung von Interferenzen, sondern die Beeinflussung der Ortung.

    Tomy

    SIM II Operator und Dante Level I-II-III (Dante sogar dreimal :)
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    Meine kommerziellen Softwareprodukte SATlive und LevelCheck

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