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Handkettenzug Empfehlung

  • imyourdj
  • 18. Mai 2011 um 00:37
  • imyourdj
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    • 18. Mai 2011 um 00:37
    • #1

    Hallo,

    ich bin auf der Suche nach einem Handkettenzug:

    Anwendung ist eine Festinstallation, an dem Kettenzug wird eine tatsächliche Last von max. 200 KG aufgehängt (Kleiner Kreis mit 4 MHs und eine Spiegelkugel).
    Die Konstruktion hängt in ca. 4m Höhe über Publikum und wird nur zu Wartungszwecken heruntergelassen.

    Wenn eine Tragfähigkeit von 1000kg angegeben wird, mit welchem Sicherheitsfaktor ist das berechnet?
    Gibt es Handkettenzüge, die nicht aus der Last genommen werden müssen?
    Alternativ: Reicht es die Last zu safen, oder muss ich den Kettenzug tatsächlich tothängen?

    Welche Modelle sind für meine Anwendung empfehlenswert?

    Viele Grüße
    Andreas

  • skyper
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    • 18. Mai 2011 um 01:51
    • #2

    a) HKZs nach "BGV C1" gibt es imho nicht, also immer tothängen/safen

    b) Nachdem das ein industrielles Hebezeug ist (dementsprechend dürfte die BGV D8 hier zutreffen)
    wirst Du einen Sicherheitsbeiwert in der Größenordnung 4-6 ansetzen können.
    Allerdings: ich habe auch schon verschiedene Handkettenzüge von 125gk - 1to
    weit unterhalb der Nennbelastbarkeit und in optisch tadellosem Zustand
    die Grätsche machen sehen!!!
    Da haben sich irgendwelche Teile im Inneren des HKZ verabschiedet,
    und dann rutscht die ganze Grütze einfach durch.
    Ist wohl der Tribut an das CE-Zeichen (China-Export)...

    c) tothängen ist in diesem Fall ja nur eine Sache von ein paar Klicks an der Kette,
    Ich würde schauen dass weder die Kette noch der Safety schlaff hängen,
    dann ist doch der bestmögliche Fall erreicht.

    d) von YALE gibt es Handkettenzüge mit drehbarer Stirnradabdeckung,
    d.h. Du kannst aus jeder Position die Zugkette ordentlich bedienen,
    sogar neben/über dem Gerät.
    einfach mal nach "Yale Lift 360" googeln

    e) in jedem Fall darauf achten dass der Kettenspeicher groß genug ist -
    gerade bei Discothekenbetrieb könnte sich ein gehäufter "Kettenberg" irgendwann
    selbständig machen, dann läuft die Kette ggf. bis zum letzten Meter ins Publikum -
    kann böse "Aua" machen oder zu Experimenten animieren...

    Trust it - tilt it! Der universlle Neigeadapter für AV-Geräte auf Traverse: http://www.trusstilt.de
    Analog über Cat Lösungen und Anschlussfelder für Ampracks: http://www.cat-core.deNächster Messeauftritt: 6.-8.10.26 in Hamburg: https://leatcon
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  • highq
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    • 18. Mai 2011 um 14:26
    • #3

    Da die vom Hersteller angegebe Last die max. Tragfähigkeit (SWL) der maximalen Bruchfestigkeit entspricht, müsste nach den VA-Regeln um den Wert 10 abgelastet werden. Solange nichts ins Safety fällt (dynamische Lasten), können die angegebenen 500 Kg voll ausgereizt werden, wie das aber sichergestellt wird, müsste erörtert werden.
    Laut Bedienungsanleitung wurde am Yalelift die Bedingungen der BGV D8 angewand. Was das genau heißt, würde mich interessieren.

  • david anhäuser
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    • 18. Mai 2011 um 14:38
    • #4

    Was das heißt??

    Man muss es sichern!

    Wenn ich das richtig gelesen habe werden die HKZ lediglich zu Wartungszwecken gebraucht!

    Also den Kreis beim Sichern direkt tothängen
    ( mit fertig eingestellten ketten die fest montier sind ) Fertig! Der HKZ ist entlastet und hängt tot rum.

  • Hamster
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    • 18. Mai 2011 um 14:38
    • #5

    Ein Kettenzug um einen Kreis gerade aufzuhängen? Das pendelt doch...?

    Gegenvorschlag (wenn es nicht im Prinzip schon das ist, was Du meintest):

    Vier Blöcke unter die Decke, vier Stahlseile an den Traversenkreis anschlagen, über die Blöcke führen und dann die vier Seile mit einem Knotenblech* bündeln. An das Knotenblech kommt dann ein Zugseil, dass auf eine Winde mit Schneckenantrieb oder ähnlichem (wie ein Kurbellift) gezogen wird.
    Tothängen kann man das ganze dann entweder am Knotenblech selbst oder man setzt irgendwo dazwischen noch einen O-Ring, an dem das passiert.

    Solche Winden sind mit Kurbel auch bequemer und schneller als ein Kettenzug.

    *Knotenblech ist ein Begriff aus dem Bauwesen, ich weiss gerade nicht wie ich das Teil sonst nennen soll, das ich meine...

  • Hamster
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    • 18. Mai 2011 um 16:50
    • #6
    Zitat von "highq"

    Da die vom Hersteller angegebe Last die max. Tragfähigkeit (SWL) der maximalen Bruchfestigkeit entspricht, müsste nach den VA-Regeln um den Wert 10 abgelastet werden.

    SWL = Safe Working Load, das ist nicht die Bruchlast!

    Anschlagmittel wie z.B. Schäkel werden i.d.R. für eine SWL von 1/5 der Bruchlast dimensioniert, daher nach VT-Regeln bei Anschlagmitteln halbes SWL = 1/10 der Bruchlast (bei Verwendung als Tragmittel).
    Für Stahlseile wird i.d.R. kein SWL angegeben, sondern direkt die Bruchlast, also rechnet man mit 1/10.

    http://en.wikipedia.org/wiki/Safe_Working_Load

    Jetzt erinnere ich sicherheitshalber noch einmal daran, dass wenn der Kreis gleichmässig belastet in vier Seilen hängt, nicht jedes Seil nur 1/4 der Last tragen können muss, sondern schlimmstenfalls die halbe Gesamtlast.

    Hälsningar, Christoph

  • highq
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    • 18. Mai 2011 um 17:44
    • #7
    Zitat von "Hamster"

    SWL = Safe Working Load, das ist nicht die Bruchlast!

    Richtig, die SWL habe allerdings ich reingeschummelt :oops: Der Hersteller gibt diese auf seiner HP nicht explizit an. Das würde bedeuten 1/10.

  • andy006
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    • 19. Mai 2011 um 21:27
    • #8
    Zitat von "Hamster"

    Ein Kettenzug um einen Kreis gerade aufzuhängen? Das pendelt doch...?

    Gegenvorschlag (wenn es nicht im Prinzip schon das ist, was Du meintest):

    Vier Blöcke unter die Decke, vier Stahlseile an den Traversenkreis anschlagen, über die Blöcke führen und dann die vier Seile mit einem Knotenblech* bündeln. An das Knotenblech kommt dann ein Zugseil, dass auf eine Winde mit Schneckenantrieb oder ähnlichem (wie ein Kurbellift) gezogen wird.
    Tothängen kann man das ganze dann entweder am Knotenblech selbst oder man setzt irgendwo dazwischen noch einen O-Ring, an dem das passiert.

    Solche Winden sind mit Kurbel auch bequemer und schneller als ein Kettenzug.

    *Knotenblech ist ein Begriff aus dem Bauwesen, ich weiss gerade nicht wie ich das Teil sonst nennen soll, das ich meine...

    Wenn ich mir das richtig vorstellen kann wäre Dein Vorschlag ein statisch unbestimmtes System. Das widerrum ist nicht zulässig oder irren meine Vorstellungen........
    Grüße der Andy

    Wer Augen hat der höre ------- besser?

  • Hamster
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    • 19. Mai 2011 um 21:44
    • #9
    Zitat von "andy006"

    Wenn ich mir das richtig vorstellen kann wäre Dein Vorschlag ein statisch unbestimmtes System. Das widerrum ist nicht zulässig oder irren meine Vorstellungen........
    Grüße der Andy

    Nein, das ist nicht statisch unbestimmt. Die Tragseile sind nur über Rollen geführt, bevor sie irgendwo angeschlagen sind, das ist alles. Ich werde aber jetzt kein Bild malen, das kann man so eigentlich in jedem grösseren Theater sehen; hier nur eben als Kreis und nicht als Gerade.

    Gruss,

    Christoph

  • julian-k
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    • 19. Mai 2011 um 23:10
    • #10
    Zitat von "Hamster"

    Nein, das ist nicht statisch unbestimmt. Die Tragseile sind nur über Rollen geführt, bevor sie irgendwo angeschlagen sind, das ist alles. Ich werde aber jetzt kein Bild malen, das kann man so eigentlich in jedem grösseren Theater sehen; hier nur eben als Kreis und nicht als Gerade.

    Gruss,

    Christoph

    Um es genauer auszudrücken - jeder Prospektzug würde dem entsprechen.

    Was ist ist, was nicht ist ist möglich

    http://www.unicque.de - Unicque Lighting Augsburg

  • skyper
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    • 20. Mai 2011 um 04:23
    • #11
    Zitat von "Hamster"

    Nein, das ist nicht statisch unbestimmt. Die Tragseile sind nur über Rollen geführt, bevor sie irgendwo angeschlagen sind, das ist alles. Ich werde aber jetzt kein Bild malen, das kann man so eigentlich in jedem grösseren Theater sehen; hier nur eben als Kreis und nicht als Gerade.

    Gruss,

    Christoph

    sollten die vier Seile an einem durchgängigen irgendwas (Rigging plate/Paw/Bandeisen/Traverse[im eigentlichen Sinn]/sonstwas) angeschlagen sein
    ist das nach wie vor ein statisch unbestimmtes System...
    Ist auch bei jeder Zugstange im Theater so, wurscht ob die nun an drei
    oder dreizehn Seilen Hängt...

    Was das "unbestimmte System" angeht - unzulässig ist da nix,
    solange alle Punkte auf den maximal auftretenden Lastfall dimensioniert sind.
    (Ein Schreibtischstuhl mit fünf Beinen ist beispielsweise ein äußerst unbestimmter Lastfall,
    in deutschen Büros aber gegenüber dem einzig bestimmten stabilen Fall mit drei Füßen
    sogar in irgendeiner Norm zugunsten der Kippsicherheit vorgeschrieben)

    Trust it - tilt it! Der universlle Neigeadapter für AV-Geräte auf Traverse: http://www.trusstilt.de
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  • Hamster
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    • 20. Mai 2011 um 10:48
    • #12

    Grrr...

    das hat man nun davon, dass man den Leuten immer sagt, sie sollen die Finger davon lassen, sobald irgendwas mehr als zwei Auflager hat.
    In den Köpfen der meisten hier scheint daher der Aberglaube vorzuherrschen, "unbestimmt" wäre gleichbedeutend mit "es fällt zwangsläufig in sich zusammen". Gemeint ist hier aber ein statisch überbestimmtes System.

    Hier reicht es aus, zwei sich gegenüberliegende Hängepunkte auf dem Kreis als die einzig lastabtragenden anzunehmen, schwups hat man in der Projektion einen Einfeldträger. Die Traverse (sofern keine 20er Dekotruss) sollte in bei der Belastung über jeden Zweifel erhaben sein. Damit hat man die Seilkräfte ausreichend sicher abgeschätzt. Dann vektoraddiert man die die vier Seile an der "Paw" zu einer Resultierenden und die ist nun wirklich statisch bestimmt. Wahrscheinlich ist es praktikabler, die Seile über mehrere Rollen so zu lenken, dass sie alle in einer gemeinsamen Achse an der "Paw" angreifen, dann kann man sich das Vektorgedöns auch schenken.

  • erik
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    • 20. Mai 2011 um 10:54
    • #13

    Was wäre wenn man anstelle der 4 Anschlagpunkte 3 nehmen würde?

  • Hamster
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    • 20. Mai 2011 um 11:07
    • #14

    Das würde die Kippgefahr unnötig erhöhen. Wie gesagt: statische Unbestimmtheit (sofern über- und nicht unterbestimmt) ist nix schlimmes.
    Im Gegensatz zu einem Theaterzug, in dem alle Seile in einer Reihe hängen, kann man diesen Kreis auch gut wie beschrieben abschätzen (meiner Meinung nach - 200 Kilo sind ja auch keine ausserordentlich grosse Belastung).

  • imyourdj
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    • 20. Juli 2011 um 05:36
    • #15

    Die Konstruktion wird planmäßig folgendermaßen realisiert:

    Kettenzug 6m Hub, WWL 1000kg
    Gesamtlast, die am Kettenzug hängt: 200kg

    2t Schlupp um den Stahlträger(Anschlagpunkt) gelegt,
    oberen Haken des Kettenzugs mittels 16mm Schäkel Nr.1 (WWL 3,25t) eingehängt
    Schäkel Nr.1 mittels eines 16mm Stahlseils am Stahlträger gesichert.

    Schäkel Nr.2 (WWL 3,25t) an unteren Haken des Kettenzuges eingehängt,
    daran 3stk 2m 10mm Stahlseile bestfestigt, welche in 120° abstand auf dem 3m Kreis (innen Durchmesser) mittels Halfcoupler mit Öse (WWL 800kg) und Schäkeln (WWL 3,25t) innen angeschlagen sind. Der Winkel beträgt 49° und ist somit kleiner als die max zulässigen 60°.

    Im hochgefahrenen Zustand wird Schäkel Nr.2 mittels eines 16mm Stahlseils am Stahlträger gesichert.

    Ist es zulässig den Kettenzug nicht aus der Last zu nehmen, wenn er, wie hier beschrieben, mit einem 16mm Stahlseil und WWL 3,25t 16mm Schäkel als Verbinder gesichert wird?

    Viele Grüße
    Andreas

  • Hamster
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    • 20. Juli 2011 um 08:52
    • #16

    hm...

    Ein 3 1/4 Tonnen-Schäkel und Stahlseil mit einer Bruchlast von 14 Tonnen um 200 Kilo aufzuhängen? Die Gesamtlast reicht ja noch nicht einmal, dass das 16er Stahlseil sich glatt um den Träger legt. Abgesehen davon wird die ganze Sache lustig pendeln, wenn die Wackeleimer erstmal richtig loslegen.

    Am Rande gefragt: Ist das eine vorübergehende Sache oder soll das da fest installiert sein?

    Ich würde da noch mal drüber nachdenken...

    Aber um Deine Frage zu beantworten: ja, das ist zulässig, vorausgesetzt der Träger bricht unter der Last der Stahlseile nicht zusammen :D

    Einmal editiert, zuletzt von Hamster (20. Juli 2011 um 09:06)

  • imyourdj
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    • 20. Juli 2011 um 08:55
    • #17

    Die ganze Konstruktion ist schon seit 4 Jahren ohne den Kettenzug in Betrieb, da pendelt nichts.
    Das Einzige, was sich jetzt ändert, ist dass der Kreis 20cm tiefer hängt und ein Kettenzug dazwischen ist.

    Gruß Andreas

  • Hamster
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    • 20. Juli 2011 um 09:09
    • #18
    Zitat von "imyourdj"

    Die ganze Konstruktion ist schon seit 4 Jahren ohne den Kettenzug in Betrieb, da pendelt nichts.
    Das Einzige, was sich jetzt ändert, ist dass der Kreis 20cm tiefer hängt und ein Kettenzug dazwischen ist.

    Gruß Andreas

    Na dann hat sich das ja wohl auch erledigt...

  • imyourdj
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    • 20. Juli 2011 um 10:13
    • #19

    Danke für deine Hinweise!

  • julian-k
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    • 10. August 2011 um 18:28
    • #20
    Zitat

    Ist es zulässig den Kettenzug nicht aus der Last zu nehmen, wenn er, wie hier beschrieben, mit einem 16mm Stahlseil und WWL 3,25t 16mm Schäkel als Verbinder gesichert wird?

    War da nicht was mit tothängen - d.h. den Biomotor lastfrei machen?

    Ich behaupte mal, dass der Biomotor nicht als Anschlagmaterial gehandhabt werden darf, und somit eine zweite Aufhängung nebst deiner Sicherung notwendig ist.

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