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Endlich, Bernd erklärt die Spezialschaltung

  • bernd häusler
  • 18. Juni 2011 um 11:26
  • bernd häusler
    Beiträge
    833
    • 18. Juni 2011 um 11:26
    • #1

    Moin,

    seit vielen Jahren "geistert" nun meine Spezialschaltung durchs Forum. Diese innovative Bauweise stieß bisher auf Unverständniss. Dem möchte ich mit einer Serie abhelfen.

    Neu: geht auch mit Bass
    http://www.paforum.de/phpBB/viewtopic.php?f=27&t=83196&p=692412#p692412

    Anfang 2005 habe ich in Hörversuchen herausgefunden, daß bei einem 12"-Chassis durch vorschalten einer Spezialschaltung erhebliche Klangverbesserungen erzielt werden. Der Lautsprecher war damals ein JBL E120 12" in einem kleinen Gehäuse. In der Folge habe ich den SD12 entwickelt, ein leichtes 12"/1" Topteil in geschlossener Bauweise. Natürlich enthält der SD12 ebenso die Spezialschaltung. Neben den akustischen Vorteilen zeigen sich mit der Spezialschaltung weitere vorteilhafte Eigenschaften, die ich im Laufe dieser Serie darlegen möchte.

    Beginnen möchte ich mit den klanglichen Vorteilen an der unteren Frequenzgrenze. Das Topteil ist zum Einsatz mit LR-Trennung ab 120Hz(-6dB) vorgesehen. Gemessen wurde jedoch ohne aktive Weiche mit "natürlichem" Frequenzgang.

    Beteiligte Geräte:

    Laptop mit ARTA Meßprogramm
    M-AUDIO MOBILEPRE USB Soundkarte
    FEEDBACK DESTROYER, als parametrischer EQ genutzt
    RAM-AUDIO R1500 gebrückt, Endstufe
    Testlautsprecher 12" in 17 Litern
    Spezialschaltung
    ECM8000 Meßmikrofon

    Es wurden zwei Entzerrungen erstellt, damit der Wiedergabepegel des Testlautsprechers im Beurteilungsbereich von 80-250Hz, sowohl mit- als auch ohne Spezialschaltung, weitgehend gleich war. Gemessen wurde mit ARTA nach Farina-Methode. Eine Messung ohne Spezialschaltung, die andere mit, jeweils mit der angleichenden Entzerrung, gleich laut. Die Dateien wurde als ".csv" exportiert und in einem Tabellenkalkulationsprogramm dargestellt. Sowohl die Grafik "Pegel" als auch die Grafik "k3 in Prozent" entstammen den selben beiden Messtabellen. Ich habe mit Absicht keine Pseudo-Kalibrierung durchgeführt, es ist am Klirr leicht zu erkennen, daß der Hub mehr als ausgereizt wurde.



    Grafik k3 in Prozent
    rot: k3 in Prozent ohne Spezialschaltung
    blau: k3 in Prozent mit Spezialschaltung
    Frequenz-Skalierung logarithmisch in Terzschritten


    Grafik Pegel
    rot: Pegel in dB SPL ohne Spezialschaltung unkalibriert
    blau: Pegel in dB SPL mit Spezialschaltung unkalibriert
    Frequenz-Skalierung logarithmisch in Terzschritten

    Gruß, Bernd

    ----------------------------[---[--[-[IIIIIII]---------

    ich bezahle nicht fürs hinhören, ich baue Beschallungsanlagen

    Das SD12 Fliegetop ist bei gleicher Endstufe um durchgehend 3 dB lauter
    als "vorbekannte" 12"/1" Bauweisen.

    Der Bass CB18S ist der Beste

    2 Mal editiert, zuletzt von bernd häusler (22. Juni 2011 um 09:53)

  • Thomas
    Verifiziert
    Beiträge
    10.847
    • 18. Juni 2011 um 14:00
    • #2

    Der Beitrag scheint mir ziemlich aus dem Zusammenhang gerissen und weitere Informationen wären für außenstehende Leser sehr hilfreich.
    P.s. in den alten Threats wurde doch damals schon alles erklärt und beschrieben was gemacht wurde. Warum nicht einfach einen der alten Beiträge verlinken?
    Und worum geht es hier überhaupt?
    Weitere Infos gerne auch per PM.

    Nach etwas Suchen habe ich doch noch einen der alten Beiträge gefunden.
    Schade der User Hörnli hat scheinbar seinen Ursprungsbeitrag gelöscht.
    Kam die 12"/1" mit Alufront und closed Box Design nicht eigentlich von Ihm?
    Wie dem auch sei, hier hat Bernd selbst ganz gut erklärt worum es geht (Seite 6):
    http://www.paforum.de/phpBB/viewtopic.php?f=27&t=33125&start=75

  • bernd häusler
    Beiträge
    833
    • 18. Juni 2011 um 15:38
    • #3

    Moin Thomas,

    Danke fürs Suchen und den Link.

    Ich war mal "Hörnli", jetzt bin ich echt. Mal abgesehen davon, daß ich alles jetzt viel anschaulicher erklären kann, mit bunten Bildchen und so, ist der meßtechnische Nachweis zum besseren Klang tatsächlich erst 2 Tage alt. Davor hat das meines Wissens niemand gemessen, war wohl zu unglaublich. Ich konnte mir das immerhin regelmäßig anhören, aber erst jetzt vertraue ich wieder meinen Ohren.

    Dieses Thema soll bitte hiermit im Zusammenhang stehen:

    Bitte respektiert den Bären, der sitzt da um des lieben Friedens Willen :)

    Gruß

    ----------------------------[---[--[-[IIIIIII]---------

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  • bernd häusler
    Beiträge
    833
    • 18. Juni 2011 um 17:21
    • #4

    Moin,

    und weiter gehts... die berechtigte Frage ist, gibts Nachteile der Spezialschaltung?

    Dazu müsste man vergleichen, doch das ist mit den real am Markt erhältlichen Chassis schwierig. Grundsätzlich lässt sich in ein 8ohm-Chassis eine 16ohm-Schwingspule einbauen, sogar ohne irgendwas am Magnetspalt zu ändern. Doch dazu müsste das 8ohm Ausgangschassis mit Rechteckdraht gewickelt sein, und für das zu bauende 16ohm-Chassis Rechteckdraht im genau richtigen Spezialmaß und mit dünnerer Isolation zur Verfügung stehen. Nur dann wären die Chassis wirklich vergleichbar, mit gleich viel Kupfer im Magnetspalt. Die Realität ist Runddraht - in gestuften Durchmessern. So kommt es, daß trotz gleicher Magnetanordnung mal das 16ohm- und andermal das 8ohm-Chassis den relativ stärkeren Antrieb hat, wenn es überhaupt beide Versionen gibt.

    Also tauche ich in die virtuelle Welt, und "baue" mir das Chassis selbst. TSP-Check hilft und liefert gleich kopierbare Datenblätter:




    Dieses 16ohm-Chassis lässt sich nun im Vergleich mit dem 8ohm-Chassis inclusive installierter Spezialschaltung simulieren. Ich nehme dazu Hornresp, weise aber darauf hin, daß ich hier kein Abstahlmodell nutze. Tatsächlich steigt der Frequenzgang nach oben steil an - bei beiden Bauweisen relativ in gleicher Weise.
    Der Unterschied der Bauweisen stimmt zumindest im unteren Frequenzbereich perfekt, verglichen mit Messungen. Simuliert wird bei gleicher Leistung von 300Watt, in beiden Fällen 16ohm Nominalimpedanz. Schwarz ist das 8ohm-Chassis mit vorgeschalteter Spezialschaltung:



    im Bereich um 140 Hz ist das 8ohm-Chassis mit Spezialschaltung um 2,7dB lauter.
    Um das aufzuholen, man könnte ja aktiv filtern, wäre eine um den Faktor 1,86 größere Endstufe nötig - doppelt so groß, schwerer, teurer...

    Will man ein Topteil, das bei 120Hz zu trennen geht? Ich schon ;)

    Nächste Woche gibts dann eine weitere Möglichkeit, das wird brennzlig...


    Fragen?


    Gruß, Bernd

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    als "vorbekannte" 12"/1" Bauweisen.

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  • andariel
    Beiträge
    329
    • 19. Juni 2011 um 22:15
    • #5

    Sei mir nicht böse aber aus technischem Blickwinkel beschreibst du nichts anderes als ein TSP Set. Daran ist nichts besonders oder außergewöhnlich. Ganz einfache elektromagnetische Gegenkopplung, die nimmt ab weil der Antrieb durch den Serienwiderstand schwächer wird.
    Außer dass ein zusätzlicher und verdammt großer Widerstand mit verbaut wird und das in meinen Augen Null Sinn macht... Lieber die Schwingspule länger konstruieren dann hast du den gleichen Effekt. Nur mehr gekühlte Fläche, höheres RE und lach das viel wichtigere mehr Hub.
    Alternativ kannst du auch einfach einen schwächeren Magneten verwenden.

    Designst du einen Lautsprecher neu, so kannst du auf diesen unnötigen Widerstand komplett verzichten. 300WRMS (ca. 500AES) thermisch wegzubekommen bedarf einer großen Oberfläche (wenn sich diese nicht wie die VC eines Treibers bewegt). Alles anderes als wirtschaftlich und leicht und günstig.

    Das einzige was mir an deiner Idee gefällt. Die geschlossene Box, weil weniger Platz.
    Übrigens hast du vergessen, dass das Konzept egal über TSP Variation oder mit Widerstand mehr Volumen braucht als ein EQtes System. Das hinzufügen des Widerstandes, detto TSP Veränderung verschlechtert (leider) die Impulsantwort.

    Die Klirrmessung ist völlig uninteressant. Klirr eines Lautsprechers ist bestimmt durch seine Auslenkung (und Magnetgeometrie sowie Mechanik), aber wir sprechen ja von ein und dem selben Treiber. Im Übrigen macht ein Speaker in BR Abstimmung weniger Hub und weniger Klirr, verwendet man die passende Abstimmfrequenz und die notwendigen Parameter. Im Vergleich zu einem Pedndant mit gleichem Durchmesser in CB.
    Ein ECM8000 ist nicht so geeignet bei üblichem Messabstand von 1m Klirr bei Maximalpegel zu messen.

    Da sind wir am Anfang. CB ist gut, wenn wenig Platz. Ende der Geschichte.

  • bernd häusler
    Beiträge
    833
    • 20. Juni 2011 um 07:11
    • #6

    Moin,

    danke für die Antwort. Ich hoffe ich habe Dich richtig verstanden. Ich bin ganz bestimmt nicht böse, daß ich meine Konstruktion hier verteidigen darf.

    Zitat von "andariel"

    Ganz einfache elektromagnetische Gegenkopplung, die nimmt ab weil der Antrieb durch den ... schwächer wird.

    Der Antrieb des Chassis selbst bleibt wie er ist, und somit auch der Wirkungsgrad des Chassis selbst.

    Zitat von "andariel"

    Alternativ kannst du auch einfach einen schwächeren Magneten verwenden.

    Ich werde in einem weiteren Beitrag zeigen, daß das eben nicht funktioniert.

    Zitat von "andariel"

    Lieber die Schwingspule länger konstruieren dann hast du den gleichen Effekt.

    Das ist schon die bessere Idee, nur entsteht die unvermeidliche Wärme immer noch an einer Stelle, wo sie konstruktiv schwierig abzuführen ist. Darüber hinaus verschlechtert sich der Antriebswirkungsgrad in gleicher Weise wie mit einem schwächeren Magneten. Das führt zu mehr Wärme an ungünstiger Stelle.

    Zitat von "andariel"

    300WRMS (ca. 500AES) thermisch wegzubekommen bedarf einer großen Oberfläche (wenn sich diese nicht wie die VC eines Treibers bewegt)

    Du meinst hier die Wärmeenergie an der Spezialschaltung? Die ist technisch wesentlich einfacher und damit wesentlich billiger abzuführen, als die Wärme einer Schwingspule. Zudem entsteht die Wärme nicht im inneren des Lautsprechervolumens, in das auch der HT-Treiber seine Abwärme abführen muß.

    Zitat von "andariel"

    Übrigens hast du vergessen, dass das Konzept egal über TSP Variation oder mit ... mehr Volumen braucht als ein EQtes System.

    Wieso?

    Zitat von "andariel"

    Das hinzufügen des ... , detto TSP Veränderung verschlechtert (leider) die Impulsantwort.

    Das ist (leider) ein Irrtum. Völlig unabhängig davon, ob ein externer EQ, oder die TSP-bedingte Filterfunktion zum Wunschfrequenzgang führt - die Impulsantwort ist identisch. (bei CB)

    Zudem benötigt die Variante mit externer Filterung eine doppelt so große Endstufe!

    Zitat von "andariel"

    Klirr eines Lautsprechers ist bestimmt durch seine Auslenkung (und Magnetgeometrie sowie Mechanik)

    Das ist der vorbekannte Stand der Technik. Die obige Messung zeigt, daß die Verwendung der Spezialschaltung bei gleichem (großem) Hub den Klirr nahezu halbiert! Es geht also auch ohne lange Schwingspule - mit thermischem Vorteil!

    Zitat von "andariel"

    Im Übrigen macht ein Speaker in BR Abstimmung weniger Hub und weniger Klirr, verwendet man die passende Abstimmfrequenz und die notwendigen Parameter. Im Vergleich zu einem Pedndant mit gleichem Durchmesser in CB.

    Das ist leider Theorie, denn eine Reflexabstimmung bei 120Hz führt zu unbeherrschbaren weiteren Problemen, die diesen Weg ausschließen.

    Zitat von "andariel"

    Ein ECM8000 ist nicht so geeignet bei üblichem Messabstand von 1m Klirr bei Maximalpegel zu messen.

    darum war ich weit genug weg

    Zitat von "andariel"

    Ende der Geschichte.

    Das Ende der Geschichte ist erst mit einem realisierten besseren Lautsprecher erreicht ;)

    Gruß, Bernd

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    Einmal editiert, zuletzt von bernd häusler (16. August 2011 um 00:32)

  • lextrax
    Profi
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    1
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    1.506
    • 20. Juni 2011 um 07:15
    • #7

    Hi,

    sag mal bernd, ist der quatsch mit der "spezialschaltung" wirklich notwendig?
    ist der markt schon dermassen geil auf geheimnisse?

    andariel: nimm ein high-bl-chassis, bau die "spezialschaltung" davor und hörs dir im viel zu kleinen cb-gehäuse an.
    die "spezialschaltung" kostet 10 euro samt einem kühlkörper, und dann feuer frei.
    spätestens dann wirds klar werden, warum der bernd so erpicht drauf ist.

    man kann das natürlich unter erfassung eines wirklich kompletten parametersatz auch stundenlang simulieren oder einfach ein geeignetes chassis
    (mittenrakete ist von vorteil) in eine kiste sperren und die ohren aufmachen.

    oft denk ich mir, die leute probieren einfach nix aus...

    liebe grüsse, alex

  • andariel
    Beiträge
    329
    • 20. Juni 2011 um 18:32
    • #8

    @ Bernd:

    Zu allererst muss die Vorgehensweise ganz anders funktionieren um einen objektiven Vergleich herzustellen:
    Chassis ORIGINAL 8Ohm: Spannung X
    Chassis MOD 8Ohm + 8Ohm resistiv: Spannung X * sqrt(2)

    Zitat

    Der Antrieb des Chassis selbst bleibt wie er ist, und somit auch der Wirkungsgrad des Chassis selbst.


    Schlichtweg technisch falsch. Der Referenzwirkungsgrad per Definition hat Bl²/Re drinnen.
    Und Re veränderst du. Gleiches wenn du es nach deiner Art machst, aber es ist nicht so anschaulich, weil BL mit variiert.

    Zitat

    Alternativ kannst du auch einfach einen schwächeren Magneten verwenden.


    Doch das kannst du damit veränderst du B aus diesen Parametern. Dadurch verringert sich die Referenz Effizienz (bei höheren Frequenzen) aber durch verringerte Gegeninduktion macht der Treiber untenrum mehr.
    Damit er das auch machen kann benötigst du MEHR Rückvolumen. Das siehst du übrigens in deiner eigenen Simulation. Durch kleinere Antriebkraft (B,l,Re) erhöht sich Qts und damit du die gleiche Einbauresonanz erhältst brauchst du mehr Volumen...

    Zitat

    Das ist schon die bessere Idee, nur entsteht die unvermeidliche Wärme immer noch an einer Stelle, wo sie konstruktiv schwierig abzuführen ist. Darüber hinaus verschlechtert sich der Antriebswirkungsgrad in gleicher Weise wie mit einem schwächeren Magneten. Das führt zu mehr Wärme an ungünstiger Stelle.


    Eigentlich geht die Wärme ganz gut weg von einem Treiber wenn er sich bewegt. Leider und da hast du recht IM gehäuse.

    Zitat

    Das hinzufügen des Widerstandes... , detto TSP Veränderung verschlechtert (leider) die Impulsantwort.


    Qtc erhöht sich. Ist das in deinen Augen keine verschlechterung der Impulsantwort?

    Zitat

    Das ist der vorbekannte Stand der Technik. Die obige Messung zeigt, daß die Verwendung der Spezialschaltung bei gleichem (großem) Hub den Klirr nahezu halbiert! Es geht also auch ohne lange Schwingspule - mit thermischem Vorteil!


    Interessant jetzt bin ich gespannt wie du uns das technisch erklärst :D An Voodoo glaubst du ja selbst auch nicht vermute ich mal.

    Zitat

    Das ist leider Theorie, denn eine Reflexabstimmung bei 120Hz führt zu unbeherrschbaren weiteren Problemen, die diesen Weg ausschließen.


    Ich geb dir Recht BR kann Probleme haben. Diese sind aber nicht unbeherrschbar. Gleiche Maßnahmen musst du auch für CB treffen um das Innenschallfeld zu verbessern.

    @ lextrax:

    Zitat

    die "spezialschaltung" kostet 10 euro samt einem kühlkörper, und dann feuer frei.
    spätestens dann wirds klar werden, warum der bernd so erpicht drauf ist

    Was verwendest du um einen 8Ohm Widerstand mit 300W RMS Wirkleistungsabgabe für 10€ zu bauen? Und zwar so, dass man es auch montieren kann.
    Welchen Höreindruck hast du bei solchen Konstruktionen gewonnen?

  • bernd häusler
    Beiträge
    833
    • 20. Juni 2011 um 22:51
    • #9

    Moin,

    Zitat von "andariel"

    Zu allererst muss die Vorgehensweise ganz anders funktionieren um einen objektiven Vergleich herzustellen:
    Chassis ORIGINAL 8Ohm: Spannung X
    Chassis MOD 8Ohm + 8Ohm resistiv: Spannung X * sqrt(2)

    Du willst also einen 8ohm-Lautsprecher mit einem 16ohm-Lautsprecher "objektiv" vergleichen? Das ist nicht Dein Ernst, oder?

    Vielleicht wäre es sinnvoller gewesen ein virtuelles 4ohm-Chassis zu erschaffen, dieses mit der Spezialschaltung zu versehen, und dann mit dem 8ohm-Originalchassis ohne Spezialschaltung zu vergleichen? Also:
    Chassis ORIGINAL 8ohm
    Chassis MOD 4Ohm + 4Ohm resistiv

    Irgendwie stolpern die Leute immer über die 16ohm Nennimpedanz meines spezialbeschalteten Lautsprechers.

    Zitat von "andariel"

    Durch kleinere Antriebkraft (B,l,Re) erhöht sich Qts und damit du die gleiche Einbauresonanz erhältst brauchst du mehr Volumen...

    ähm, wie bitte? Überlege mal...

    Zitat von "andariel"

    Qtc erhöht sich. Ist das in deinen Augen keine verschlechterung der Impulsantwort?

    Für einen objektiven Vergleich sollte doch der Frequenzgang gleich sein, oder? Du schlägst als Alternative die aktive Fiterung vor. Die Impulsantworten sind identisch, ...wenn man den Klirr ignoriert, und die größere Endstufe die Du dafür brauchst.

    Zitat von "andariel"

    Interessant jetzt bin ich gespannt wie du uns das technisch erklärst :D An Voodoo glaubst du ja selbst auch nicht vermute ich mal.

    Da ist definitiv kein Voodoo dabei ;)

    Zitat von "andariel"


    Was verwendest du um einen 8Ohm Widerstand mit 300W RMS Wirkleistungsabgabe für 10€ zu bauen? Und zwar so, dass man es auch montieren kann.


    Huh, 300 Watt Wirkleistung... Tip aus meinem Meßlabor: eine übliche 76mm Schwingspule kann bestenfalls 75 Watt thermische Wirkleistung abführen, dann ist sie aber weit über 200°C heiß. Noch ein Tipp: man versucht besser garnicht auch nur in die Nähe zu kommen. Das ist einerseits wegen der verkürzten Lebensdauer unwirtschaftlich, andererseits verdoppelt sich R_e, 3dB Powercompression treten auf, und über Impulsantwort brauchen wir dann auch nicht mehr diskutieren.

    Gruß, Bernd


    PS@ andariel: Weitere Antworten zu Deinen Überlegungen mit BL und R_e gibts bald im Posting zur Thermik.

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  • wetbf
    Beiträge
    283
    • 20. Juni 2011 um 23:03
    • #10

    ...einfach eine Vergleichsmessung Schalldruckpegel auf Achse machen und hier hochladen (keine Simulation) , mit und ohne Spezialschaltung, dann ist sofort klar ersichtlich wie die Spezialschaltung in den Amplitudenfrequenzgang des Chassis eingeht und was tatsächlich Sache ist.


    wetbf

  • bernd häusler
    Beiträge
    833
    • 21. Juni 2011 um 01:01
    • #11

    Moin,

    nun könnte man auf die Idee kommen ein anderes Chassis einzubauen, um den günstigen Frequenzgang des Originalchassis mit vorgeschalteter Spezialschaltung zu erhalten. Dieses Chassis braucht einen höheren QTS, damit die Einbaugüte letztlich gleich ist.

    Wie man das nun aufzäumt bleibt sich gleich, im Ergebniss hat dieses Chassis dann folgende Daten:

    R_e 11.8ohm
    BL 23,5N/A
    QTS 0,31

    Man darf nun zu Recht vermuten, daß die Spezialschaltung zusammen mit dem Originalchassis zu ähnlichen Daten führt ;)

    Das sieht dann so aus:

    Die Spezialschaltung hat eben keine Induktivität, aber sonst ist das doch praktisch gleich... 150 Watt in beiden Fällen.
    Damit ich jetzt nicht mit Crestfaktoren und Zeitverläufen realer Musik hantieren muß schicke ich auf den 16ohm-Lautsprecher ohne Spezialschaltung einen Sinuston von 600Hz mit 50 Volt RMS. Die Schwingspule muß das ganz alleine verdauen, fast 200 Watt RMS, blödes Impedanzminimum. Die Schwingspule wird sehr heiß, nach meinen Laborversuchen brennt sie nach spätestens 10 Sekunden durch.

    Das Selbe veranstalte ich nun mit dem originalen 8ohm-Chassis mit der Spezialschaltung. Wieder 600Hz 50VRMS. Hier muß die Schwingspule nur 90 Watt RMS thermisch abstrahlen. Ich würde sagen, solange man das nicht mehrere Minuten lang macht und der Lautsprecher vorher kalt war, dann hält das.

    Die Lastimpedanz an der Endstufe ist praktisch gleich, wo ist jetzt die restliche thermische Leistung hin? Naja, das kommt drauf an wo die Spezialschaltung untergebracht ist.

    Jetzt komme ich zur Powercompression. Kurz vor der Zerstörung hat sich die Impedanz der Schwingspule verdoppelt. Etwas vereinfacht für die Übersicht, hat die antriebsschwache Variante dann die doppelte Impedanz, also 32 Ohm, "zieht" nur noch die halbe Leistung aus der Endstufe und es ist 3dB leiser.
    Bei der Variante mit der Spezialschaltung verdoppelt sich lediglich die Impedanz der Schwingspule, von 8ohm auf 16ohm. Plus die 8ohm der Spezialschaltung landen wir bei 24ohm - durch die Spezialschaltung haben wir also trotz heißer Schwingspule deutlich mehr Schall - also deutlich weniger Powercompression.

    Zusätzlich wird die Schwingspule dank der Spezialschaltung weniger stark erwärmt, nämlich nur mit der halben Leistung. Ich kann also dank der Spezialschaltung 3dB lauter machen. Das mache ich jedoch ganz sicher nicht, denn heiße Schwingspulen sind einfach nicht gut (für andariels Impulsantwort). Zudem habe ich gerne eine Sicherheitsreserve für den Fall, daß ein DJ den crestfreien Musiktitel findet, oder die Sonne den Lautsprecher brät.

    Gruß, Bernd


    wetbf: Auch für Dich mache ich keinen Milchmädchen-Vergleich zweier Lautsprecher mit verschiedener Nennimpedanz! Wo kommen wir denn dann hin - zum 0,1ohm Lautsprecher, weil der so schön laut wäre? Der Lautsprecher mit einen 0,05ohm Chassis und Spezialschaltung ist dennoch lauter :D (und wird deutlich weniger klirren)

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    Der Bass CB18S ist der Beste

  • jogi
    Beiträge
    497
    • 21. Juni 2011 um 02:24
    • #12

    Schon wieder deine Spezialschaltung.
    Ein Lautsprecher mit Vorwiderstand ist bei der gleichen Eingangsspannung immer leiser als einer ohne, bei allen Frequenzen.

    Beispiel
    B&C 12NDL76 in 20 Liter geschlossen, 49 Volt
    grau ohne
    schwarz mit Vorwiderstand=Re=5,1 Ohm

    Wenn man nun den Lautsprecher ohne Spezialschaltung mit EQ auf den gleichen Frequenzgang einstellt, hat man beim gleichen Verstärker noch bis zu 6 dB mehr Headroom in den Mitten. Die Verlustleistung ist exakt gleich wie bei deiner Schaltung.
    Der einzige wirkliche Vorteil deiner Schaltung ist die deutlich linearere Powercompression.

    Lautsprecher, Hörner und Treiber zu verkaufen

  • bernd häusler
    Beiträge
    833
    • 21. Juni 2011 um 03:16
    • #13

    Meint Ihr im Ernst, daß die Spezialschaltung nur mit 8ohm Chassis funktioniert? :lol:

    :roll: das ist echt sooo arm hier :cry:

    ----------------------------[---[--[-[IIIIIII]---------

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  • Jobsti
    Reaktionen
    11
    Beiträge
    7.942
    • 21. Juni 2011 um 06:24
    • #14

    Bitte weitermachen, interessant mitzulesen. Super.

    Zitat

    Bei der Variante mit der Spezialschaltung verdoppelt sich lediglich die Impedanz der Schwingspule, von 8ohm auf 16ohm. Plus die 8ohm der Spezialschaltung landen wir bei 24ohm - durch die Spezialschaltung haben wir also trotz heißer Schwingspule deutlich mehr Schall - also deutlich weniger Powercompression.

    Zusätzlich wird die Schwingspule dank der Spezialschaltung weniger stark erwärmt, nämlich nur mit der halben Leistung. Ich kann also dank der Spezialschaltung 3dB lauter machen. Das mache ich jedoch ganz sicher nicht, denn heiße Schwingspulen sind einfach nicht gut (für andariels Impulsantwort). Zudem habe ich gerne eine Sicherheitsreserve für den Fall, daß ein DJ den crestfreien Musiktitel findet, oder die Sonne den Lautsprecher brät.

    Das verstehe ich irgendwie nicht. Der erste Absatz schaut mir so aus, dass einfach der Amp mehr leistet, da nun 24 anstatt 32 Ohm anliegen, sonst bleibt doch alles bei "Alten"?!
    Zweiter Absatz, die Spule wird weniger erwärmt, halbe Leistung, also auch 3dB weniger Pegel?! (Ergo geringere Verzerrungen, logo)

    Mit freundlichen Grüßen
    B. Jobst | Fa. Jobst-Audio | 36396 Steinau Ulmbach | Germany | http://www.Jobst-Audio.de
    http://www.audiofotos.eu | Kostenfreier Bilderhoster für eure Forenbilder
    Nützliche Tools | Limiter berechnen, Schaltungen usw.

  • karl-alfred_roemer
    Reaktionen
    2
    Beiträge
    175
    • 21. Juni 2011 um 11:10
    • #15

    Ich verfolge den Thread auch mit Interesse.

    Wir kennen Bernds Simulationsergebnisse, wissen aber noch nicht, wie die Schaltung aufgebaut ist und wie sie funktioniert. Könnte mir vorstellen, dass der Pegelgewinn in Tieftonbereich nicht nur mit der Widerstandsänderung sondern auch mit verringerter Gegeninduktion zu tun haben könnte, denn die haut im Tieftonbereich ja am stärksten rein und macht extrem antriebsstarke Tieftöner im Bassbereich tieftonschwach. (wenn ich es richtig verstanden habe) Könnte mir schon vorstellen, dass man das mit passiver Schaltung irgendwie so biegen kann, dass die Gesamtschaltung aus 'Spezialschaltung' und Lautsprecherparametern die Wirkung der Gegeninduktion irgendwie reduziert.

    Bin sehr gespannt, wie es weiter geht. Also Bernd, nicht einschüchtern lassen. :D

  • andariel
    Beiträge
    329
    • 21. Juni 2011 um 13:36
    • #16

    @ Jogi:

    Zitat

    Schon wieder deine Spezialschaltung.
    Ein Lautsprecher mit Vorwiderstand ist bei der gleichen Eingangsspannung immer leiser als einer ohne, bei allen Frequenzen.

    Das ist richtig, aber um die Wirkleistungsaufnahme konstant zu halten musst du die Eingangsspannung vergrößern. Im Resultat ist die Beschaltungsvariante mit Vorwiderstand untenrum lauter, obenrum leiser. Oder man nimmt gleich ein anderes Chassis mit anderen Parametern...

    @ Bernd

    Zitat

    Du willst also einen 8ohm-Lautsprecher mit einem 16ohm-Lautsprecher "objektiv" vergleichen? Das ist nicht Dein Ernst, oder?

    Richtig erfasst, aber wenn du nichtmal verstehst warum das Sinn macht bringen die Xfache Graphen aus der Simulation nicht weiter.
    Zur Erklärung für alles Mitleser, es ist ja schon beschrieben. Die Wirkleistungsaufname wird konstant gehalten, also in der Variante von Chassis mit Vorwiderstand die Spannung angepasst. Das ist übrigens genau das was in der Praxis passiert. Ein virtuelles Chassis brauchst man dazu nicht.

    Zitat

    ähm, wie bitte? Überlege mal...


    Ich hab überlegt bevor ich das geschrieben habe. Keine Ahnung wie lange du deine Idee schon überlegst und wo deine Verständnisschwierigkeit darin liegt.

    Zitat

    Du schlägst als Alternative die aktive Fiterung vor


    Nein die Sache mit dem Vorwiderstand hat Hand und Fuß und ist toll um den Frequenzgang nach unten hin zu erweitern. Nur brauche ich dazu keine Spezialschaltung, sondern ich wähle gleich direkt ein passendes Chassis.

    Zitat

    Da ist definitiv kein Voodoo dabei


    Schön da sind wir gleicher Meinung. Du hast aber Null Ahnung warum sich das Klirrverhalten verbessert.

    Zitat

    Bei der Variante mit der Spezialschaltung verdoppelt sich lediglich die Impedanz der Schwingspule, von 8ohm auf 16ohm. Plus die 8ohm der Spezialschaltung landen wir bei 24ohm - durch die Spezialschaltung haben wir also trotz heißer Schwingspule deutlich mehr Schall - also deutlich weniger Powercompression.

    Ahja und der Vorwiderstand erwärmt sich nicht? Jetzt ist mir alles klar woher der Name kommt. Das alles ist sehr speziell

    Zitat

    Damit ich jetzt nicht mit Crestfaktoren und Zeitverläufen realer Musik hantieren muß

    Musst du. Schließlich spielst du Musik, das ist ein Frequenzgemisch mit deutlich mehr Energieinhalt im Tieftonbereich. Das ist der Grund warum die Kühlung von Lautsprechern ganz gut funktioniert. Und ein Vorwiderstand eine Option ist, aber halt keine ökonomische.
    Gegen 600Hz Sinus gibts außerdem nocht RMS Limiter... die manch einer in der Lage ist zu verwenden.


    Ich will dich nicht entmutigen weiter nachzudenken. Was mich daran stört deine Beharrlichkeit an der "Spezialschaltung", die nichts anderes ist als ein 0815 Vorwiderstand. Nochmal, daran ist überhaupt nichts besonders. Keine Ahnung warum man dafür so viel schreiben muss.

  • abrax
    Beiträge
    108
    • 21. Juni 2011 um 17:23
    • #17

    Der RMS Limiter zieht nicht, es sei denn er würde Frequenzselektiv wirken/einstellbar sein. So gesehen ist der Limiter etwas anderes als die Spezialschaltung. Diese ist eher ein Frequenzselektiver und Phasenneutraler RMS Divisor. Und das was Lautsprecher bei Musik mit überwiegend tieffrequenten Anteilen vorm abbrennen schützt ist eher die nichtlineare Impedanz und der dadurch begrenzte Strom. Und daher hat die Spezialschaltung Vorteile gegenüber der Alternative wie dem schwachen Magneten. Runterziehen mit dem Eq würde noch am ehesten etwas vergleichbares erzielen.

  • andariel
    Beiträge
    329
    • 21. Juni 2011 um 18:44
    • #18

    Der RMS Limiter ist das Argument auf die Frage von viel Leistung (Sinus) bei 600Hz. Egal wo, halt ohne Bewegung.
    Dagegen hilft er und zwar perfekt. Im Betrieb mit Musik braucht man das eh nicht, das ist nur eine Art Notfallschutz.

    Wenn du mehr Belastbarkeit brauchst sind hilfreiche Mittel: Mehr VC Durchmesser, bessere Belüftung, längere VC
    oder ganz alternativ mehrere kleinere Treiber auf die sich die Leistung verteilt.

    Denn ein Widerstand der 300W RMS abführt und dabei Raumtemperatur (im Rahmen liegen auch noch 60Grad wenn wir großzügig sind) behält, wie Bernd ja argumentiert, lässt sich weder einfach noch kostengünstig herstellen.
    Und 500W AES bekommt auch das Chassis (typischer 12"er) weg, wenn man ihm den Hub im Tieftonbereich machen lässt.

  • HKL
    Beiträge
    379
    • 21. Juni 2011 um 20:13
    • #19
    Zitat von "andariel"

    @ Jogi:
    Ich will dich nicht entmutigen weiter nachzudenken. Was mich daran stört deine Beharrlichkeit an der "Spezialschaltung", die nichts anderes ist als ein 0815 Vorwiderstand. Nochmal, daran ist überhaupt nichts besonders. Keine Ahnung warum man dafür so viel schreiben muss.

    Vielleicht nicht ausgelastet?
    Werbetrommel?
    ...?

  • HKL
    Beiträge
    379
    • 21. Juni 2011 um 20:14
    • #20
    Zitat von "andariel"

    @ Jogi:
    Ich will dich nicht entmutigen weiter nachzudenken. Was mich daran stört deine Beharrlichkeit an der "Spezialschaltung", die nichts anderes ist als ein 0815 Vorwiderstand. Nochmal, daran ist überhaupt nichts besonders. Keine Ahnung warum man dafür so viel schreiben muss.

    Vielleicht nicht ausgelastet?
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