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PA auf den Raum einmessen

  • ADMIN
  • 17. September 2011 um 22:16
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    • 17. September 2011 um 22:16
    • #1

    Nachdem der ursprüngliche Thread in eine ganz andere Richtung abgedriftet ist, mache ich mal einen neuen auf.

    Zitat

    Raumakustik also Anpassung der PA auf den Raum sollen gemessen werden.

    In der Branche geistern ja noch so Vorstellungen rum wie: Ich packe eine PA in einem akustisch schwierigen Raum, nehme ein Meßsystem, stelle danach einen EQ richtig ein und habe dann einen tollen Sound.

    Und das funktioniert so nicht.


    Beschallungsanlagen haben - ich vereinfache im Folgenden ein wenig - haben ein akustisches Verhalten, das primär durch den Frequenzgang beschreibbar ist, Räume haben ein akustisches Verhalten, das primär durch das Zeitverhalten beschreibbar ist. Mit einem EQ ändere ich den Frequenzgang (und den Phasengang...).


    Mit einem Meßsystem wird also die PA-Anlage selbst abgestimmt - in der Konfiguration (Stacking, Curving...), wie sie an diesem Tag aufgebaut wurde. Und es wird damit auch (hoffentlich) kontrolliert, ob alles so spielt, wie es soll, oder ob sich da nicht ein verpoltes Kabel oder ein defekter Lautsprecher eingeschlichen hat.

    Aber mit der Raumakustik hat das herzlich wenig zu tun.

    Bitte keine fachlichen Fragen per PM - Inhaber von dBmess

  • marcoboy
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    • 18. September 2011 um 09:51
    • #2

    Aber anderes herum hat ein Raum einen erheblichen Einfluss auf das Messergebnis. Die Kunst ist es den Einfluss so gering wie möglich zu halten. Den Raum kann man nur mit Baulichen Maßnahmen beeinflussen oder mein Beschallungssystem so wählen das der Raum wenig Einfluss auf mein Beschallungsergebniss nimmt.

  • TomyN
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    • 18. September 2011 um 11:39
    • #3
    Zitat von "marcoboy"

    Aber anderes herum hat ein Raum einen erheblichen Einfluss auf das Messergebnis. Die Kunst ist es den Einfluss so gering wie möglich zu halten.

    Nun ja, es kommt immer drauf an, was ich wissen will. Zumindest machen Einstellungen nur Sinn, wenn ich sie dort verifiziere, wo ich noch was kontrollieren kann, d.h. im Direktschallfeld der Lautsprecher.

    Und ganz wichtig, der erste Schritt sollte im Zeitbereich erfolgen.

    Tomy

    SIM II Operator und Dante Level I-II-III (Dante sogar dreimal :)
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  • Sound-Klinik
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    • 18. September 2011 um 21:09
    • #4
    Zitat von "ADMIN"

    In der Branche geistern ja noch so Vorstellungen rum wie: Ich packe eine PA in einem akustisch schwierigen Raum, nehme ein Meßsystem, stelle danach einen EQ richtig ein und habe dann einen tollen Sound.

    Und das funktioniert so nicht.

    Wie denn auch ... der Direktschall hängt primär von den LS-Systemen ab ... der Diffusschall sowohl von den LS-Systemen als auch vom Raum (Wandabstände/Deckenhöhe/Geometrie/Absorptionsverhalten von Begrenzungsflächen etc.). Derlei Diskussion hatten wir hier schon oft ... :D

  • tufkaklto
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    • 19. September 2011 um 00:19
    • #5
    Zitat von "admin"

    In der Branche geistern ja noch so Vorstellungen rum wie: Ich packe eine PA in einem akustisch schwierigen Raum, nehme ein Meßsystem, stelle danach einen EQ richtig ein und habe dann einen tollen Sound.

    Und das funktioniert so nicht.

    Naja, zuerst sollte mal erfolgen, das man sich Gedanken macht WIE man eine PA in den Raum packt und welche Art von Systemen man dafür verwendet.
    Ohne das sinnvolle einbauen von einem System hat es keinen Sinn, sich über EQ oder Messen Gedanken zu machen.

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  • djobi
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    • 23. September 2011 um 17:23
    • #6
    Zitat

    Ich packe eine PA in einem akustisch schwierigen Raum, nehme ein Meßsystem, stelle danach einen EQ richtig ein und habe dann einen tollen Sound.
    Und das funktioniert so nicht.

    Den dreh ich den Spiess doch um: Wie funktionierts denn?

    Konkreter Fall: Comdeyveranstaltung in einem alten Festsaal. Extrem hallig, schlechte Sprachverständlichkeit.
    Der Veranstalter möchte an den baulichen Gegebenheiten nichts ändern (O-Ton gerade am Telefon: "Abhängen mit Molton ist Bullshit")
    Haussystem: 2 Nexo PS 15, geflogen + PS15 Bassextender auf der Bühne

    Also: Was tun um die Sprachverständlichkeit zu verbessern?

    Biete: Zeitrafferaufnahmen, z.B. vom Konzert oder Bühnenaufbau
    zur Miete: TW Audio Sys One B30/T24, M15, Global 4 Punkt Truss, Le Maitre Trockeneisnebel, A&H GLD80, QU-24, ew100 1G8, Nexo PS10 + PS15
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  • F.A.Bi.A.N.
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    • 23. September 2011 um 17:43
    • #7
    Zitat von "djobi"

    Den dreh ich den Spiess doch um: Wie funktionierts denn?

    Konkreter Fall: Comdeyveranstaltung in einem alten Festsaal. Extrem hallig, schlechte Sprachverständlichkeit.
    Der Veranstalter möchte an den baulichen Gegebenheiten nichts ändern (O-Ton gerade am Telefon: "Abhängen mit Molton ist Bullshit")
    Haussystem: 2 Nexo PS 15, geflogen + PS15 Bassextender auf der Bühne

    Also: Was tun um die Sprachverständlichkeit zu verbessern?

    in diesem fall gibt es nur zwei parameter:
    1.) lautsprecher möglichst nah an die zuhörer heran bringen (stichwort: hallradius), ggf. keine 2x ps15 sondern lieber 4x ps10, um im selben bild zu bleiben
    2.) lautsprecher mit möglichst ausgeprägtem richtverhalten bzw. rückwärtsdämpfung verwenden

    nicht vergessen:
    sprechtempo der nachhallzeit anpassen - lieber etwas langsamer, so werden nachfolgende silben weniger verdeckt. profi-sprechern braucht man sowas glücklicherweise nicht erklären.

  • djobi
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    • 23. September 2011 um 17:57
    • #8

    Naja, prinzipiell nicht verkehrt.
    Aber der Vorschlag hat ja nichts mit der Überschrift "PA auf den Raum einmessen" zu tun. :D
    Angeblich kriegt es der "Haustechniker" hin, mit 2 Stunden "einmessen" aus der beschriebenen Hausanlage einen perfekten Sound zu zaubern !

    Biete: Zeitrafferaufnahmen, z.B. vom Konzert oder Bühnenaufbau
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  • madmax
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    • 23. September 2011 um 18:16
    • #9

    Prinzipiell verändert jede Person, welche den Raum betritt bzw. wieder hinausgeht die Raumakustik.
    Diese ändert sich also ständig und müßte nachgeregelt werden. Messen tust du in der Regel nur einen leeren Raum, was aber eben nichsorichtig der Praxis entspricht.
    Leider bemerkt unser Hirn die Änderung am Klang kaum.
    Legt sich aber der Tech noch 'ne Stunde auf's Ohr und kommt dann ans FOH; merkt er den Unterschied sofort.

    Wie etwa bei den alternten Stoßdämpfern am Auto....

    Never stop a running System

  • TomyN
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    • 23. September 2011 um 18:34
    • #10

    Zum Thema Messung:

    - Kurz checken ob alles so spielt wie es soll
    - Optisch die Ausrichtung der Tops überprüfen
    - Checken ob Bässe + Tops synchron abstrahlen,
    - Checken ob evtl. eine deutliche Überhöhung im Bassbereich vorliegt, die dann korrigieren
    - Frequenzgang messen, und dabei einen Zielkurve mit hoher Sprachverständlichkeit im Auge haben

    Tomy

    SIM II Operator und Dante Level I-II-III (Dante sogar dreimal :)
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  • marcoboy
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    • 24. September 2011 um 15:40
    • #11

    Im Grunde versucht man immer den Raum so wenig wie möglichst anzuregen. Das gelingt wie schon angesprochen mit sehr gut und eng Abstrahlenden Systemen. Aus dem Grund würde ich überlegen den Bass schon mal weg zulassen. Dezentrale Beschallung heißt das Zauberwort. Die Beiden PS15 möglich nahe und direkt auf das Publikum strahlen lassen. Nur mit dem Pegel der nötig ist. Wenn nicht das ganze Publikum damit versorgt werden kann Delays aufstellen kleine 8" oder auch kleiner liefern die nötige Energie. Diese müssen natürlich verzögert werden. Da kommt wieder Messtechnik ins Spiel. Grob über den Daumen und mit Erfahrung bekommt man das auch ohne hin ;)

    Noch in Tip meist gibt es fragen ob man nun für Rechts und Links getrennte Wege braucht? Es reicht wenn man die Summe bildet und diese auf einen Ausgang gibt. Macht sich auch viel einfacher mit dem Kabelsalat.

    Kalla von Föön hat diese kleinen Dinger http://www.foeoen.de/katalog/111.html . Man kann sie auf Mikrotonstativ schrauben und sie sind ideal für besonders schwierige fälle. Fallen auch kaum auf.

  • wora
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    • 25. September 2011 um 11:20
    • #12

    die idee, mit verteilten systemen zu arbeiten (delaylines), ist in schlechter akustik sehr zielführend. da braucht man aber ein bisschen erfahrung, wo und wie man diese boxen positioniert.
    wenn die vorgabe allerdings ist, das man nur die vorgegebenen lautsprecher benutzen kann, bringt einen das leider nicht weiter.

    es gibt, gerade in halligen sälen, noch eine gute methode, die oft eine hörbare verbesserung bringt:
    man stelle ein mikrofon möglichst weit ausserhalb des hallradius in den difusschallbereich.
    dann schickt man dieses mikrofon über die anlage und dreht so weit auf, bis es langsam anfängt zu koppeln. diese frequenz wird dann gezogen.
    wenn man so max etwa 2-3 filter setzt, wird die verständlichkeit in der regel besser.

    was noch etwas an sprachverständlichkeit bringen kann ist, nicht unbedingt zu versuchen, den fettesten klang zu erreichen sondern den locut vom sprach- oder gesangmikro ein bisschen hochzuziehen. lieber ein bisschen fundsment einbüssen und statt dessen die verständlichkeit erhöhen.

    PS:
    wenn es der haustechniker schafft, diese anlage vernünftig zum spielen zu bekommen, dann ist er entwerder ein ass, oder die ansprüche sind ohnehin nicht hoch ;)

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • Sound-Klinik
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    • 25. September 2011 um 20:59
    • #13
    Zitat von "wora"

    ... es gibt, gerade in halligen sälen, noch eine gute methode, die oft eine hörbare verbesserung bringt:
    man stelle ein mikrofon möglichst weit ausserhalb des hallradius in den difusschallbereich.
    dann schickt man dieses mikrofon über die anlage und dreht so weit auf, bis es langsam anfängt zu koppeln. diese frequenz wird dann gezogen.

    Eine beliebte Methode, um Schadensbegrenzung zu betreiben. In Kirchen spielt die Position des Mikros im Raum allerdings eine eher untergeordnete Rolle, besonders wenn die Nachhallzeit recht hoch ist. Es erfolgt dabei letztendlich eine Optimierung des Leistungsfrequenzverlauf bei gleichzeitiger Verschlechterung des Direktschallfrequenzverlauf für Zuhörer "nah an den LS-Kisten". Eine Optimierung der Aufstellung und geeignetere LS-Auswahl bringen insgesamt bessere Ergebnisse.

  • wora
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    • 26. September 2011 um 00:08
    • #14

    möglicherweise hast du mich ein bisschen missverstanden: ich habe nicht angezweifelt, das eine gute und sinnvolle lautsprecherinstallation die besten ergebnisse bringt.
    mit meinem tipp wollte ich nur eine weitere messmethode erwähnen ;)

    und die position des messmikros spielt in sehr halligen räumen nur deshalb fast keine rolle, weil der hallradius hier in der regel sehr klein ist.
    so lange sich das messmikro in der kirche also nicht in unmittelbarer nähe zur lautsprecherbox befindet, wird die diffusschallbedingung fast automatisch erfüllt. 8)
    es sei denn, man benutzt LS mit sehr hohem DI... aber lassen wir das, am ende müssen wir hier noch die ganze physik erklären :D

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

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