Zitat von "klauston"Bei was genau sind wir uns einig?
hab ich das irgendwo dann überlesen?
Ich bezog das auf gert und seine Definition von "gain shading"...
Zitat von "klauston"Bei was genau sind wir uns einig?
hab ich das irgendwo dann überlesen?
Ich bezog das auf gert und seine Definition von "gain shading"...
Zitat von "gert"Die Couplingfilter die ich kenne wirken sich alle nur auf die LoMids eines Arrays bestimmter Länge aus. Couplingfilter werden auch immer nur über das gesamte Array angewendet. Die Idee hier soll sein das sich Lo Mids bei starker Krümmung und grosser Arraylaenge anders verhalten als bei kurzen oder geraden Arrays...
in meinem kleinen beispiel hatte ich das mit der arraylänge aber angegeben ![]()
aber zugegeben: man konnte es auch missverstehen.
ich bin ja kein systech, aber ein bisschen theorie habe ich mir auch angelesen. das schadet ja nicht.
in meiner vorstellungswelt ergeben sich die grundlegenden filterparameter aus der arraylänge und aus der winkelung der boxen zueinander. wenn man weit entfernte bereiche entsprechend beschallen will, muss man eben mit shelving filtern nachhelfen. der hersteller ja nicht alles und jede situation berücksichtigen.
und diese shelvings müssen idealerweise so ausgelegt werden, dass sie den pegelabfall auf die entfernung ausgleichen. da dies eine einfache frequenzabhängige funktion darstellt die sicher selten mit den realen trennfrequenzen der speaker übereinstimmt, sollte ein shelvingfilter hier also die ideale wahl sein. deshalb gilt für mich: finger weg von den gains der einzelnen wege.
dennoch muss der systech für jeden anwendungsfall neu entscheiden, wie er sein ziel erreichen kann. viele wege führen nach rom - aber nicht alle! ![]()
ich habe auch schon davongehört, das leute komplette teile des arrays entsprechend der zu beschallenden zonen im pegel anpassen. doch das kann nach meinem verständnis nicht funktionieren, weil dann das zusammenspiel der gesamten banane nicht mehr stimmt.
Zitat von "ThoSchu"Aber warum ich bei einer Pegelveränderung eines Weges die Phase manipuliere ist mir noch nicht deutlich genug erklärt worden. Jens (danke dafür) hat dazu schon etwas gesagt, aber ich bin noch nicht richtig zufrieden damit.
IMHO ist das auch nicht so.
Hier war ja schon die Rede von "elektrischer" und "akustischer" Trennfrequenz. Als "elektrische" Trennfrequenz wird die Übergangsfrequenz des X-Overs bezeichnet. Die "akustische" Trennfrequenz kann aber durchaus woanders liegen. Als "akustische" Trennfrequenz bezeichnet man nämlich die Frequenz, an dem die Pegel beider Wege gleich laut sind. An diesem Punkt sollte die Phase beider Wege gleich sein, damit sich die Pegel möglichst gut summieren. Darüber und darunter driften die Phasen in der Regel auseinander (was aber nicht schlimm ist, da hier die Pegel nicht gleich sind und der eine oder andere Weg überwiegt).
Wenn man also den Gain in einem Weg verändert, ändert sich mitnichten die Phase. Man verschiebt vielmehr die "akustische" Trennfrequenz in einen ungünstigen Bereich, wo die Phasen nicht gleich sind und beide Wege nicht perfekt koppeln.
@ Volker: Das ist, was ich sagte.
Danke Volker, das meinte ich und hab vermutlich irrtümlich vorausgesetzt das der Bezug von Phase und Trennfrequenz aus der Diskussion weiter obern hervorgeht.
Deswegen war das so kurz erklärt.
Aber danke für Deine Ausführung ![]()
wie man an den Beiträgen und an den Zugriffen sieht, scheint das Thema schon ganz interessant zu sein. ![]()
Ich würde dann bis hier gerne mal ein par Dinge zusammenfassen:
1. Pegel einzelner Wege in einem Modul verändern:
Sollte man eher nicht machen, da man damit die AKUSTISCHE Trennfrequenz der Wege zueinander verschiebt (die elektrische Trennfrequenz bleibt gleich, aber durch die Pegeländerung der Wege zueinander verändert sich der Crossover Punkt)
Somit ist dann auch das Phasealignment der beiden Wege zueinander nicht mehr perfekt.
Zur Not sollte man es aber machen können, da es bei "normalen" Pegeländerungen, sagen wir mal bis max +/- 3dB, nicht gleich zu starken Kammfiltern kommen sollte. Ein aufreißen der kohärenten Wellenfront sollte eigentlich auch nicht gleich stattfinden bzw. wäre dies bei den unteren Modulen im Nahfeld aufgrund der kruzen Distanz zum Hörer auch nicht so tragisch.
2. Gesamtpegel von Modulgruppen im Array anpassen.
Könnte man machen, ist aber meist nicht nötig und wird bei Arrays mit nur wenigen Modulen dazu führen, dass wenn man die unteren Module im Pegel absenkt, man beim Gesamtsystem Pegel im Lowmidberich einbüßt.
3. Eingriff in einzelne Modulgruppen im Array mit einem EQ.
Ist die gängiste Arbeitsweiße ( meist Highshelf um bei den oberen Modulen die Höhen zu boosten). Ist allerdings auch nur problemlos möglich, wenn man FIR Filter verwendet.
Hier dann aber gleich mal eine Anmerkung und Frage von mir:
FIR Filter vermeiden ja Veränderungen der Phase, haben aber dadurch eine daraus resultierende Gesamtlatenz.
Wie bereits angesprochen hat z.b. der LA8 eine fixe Grundlatenz, um auch FIR Filter verwenden zu können, ohne dass sich die Latenz an einem einzelnen Amp verändert und man somit im System verschiedene Latenzen hätte.
Dies ist ja die einzig vernünftige Möglichkeit. Eine andere wäre noch eine Vernetzung der Systemcontroller bzw. Amps mit eingebautem Controlling, welche dann bei Verwendung von Processing, welche Latenz verursacht, diese dann im gesamten Netzwerk bei allen Cotrollern hinzufügt. Dies ist aber eher aufwändig, hätte aber den Vorteil, dass die Latenz erstmal niedrig ist.
Da aber FIR´s gerade im HF Bereich sowieso keine großen Latenzen verursachen, sollte das nicht ins Gewicht fallen. In der Praxis wird wohl daher eher die "Grundlatenz Methode" von den Herstellern verwendet werden.
Jetzt die Frage: Ist es in der Praxis tatsächlich so, dass alle Controller die FIR-fähigen sind, eine fixe Latenz unabhängig vom verwendeten Processing haben?
Müsste ja theoretisch so sein, da sonst das oben gennante Problem auftritt.
Bitte ergänzt bzw. korrigiert mich!
Bei den "offenen" Controllern muss man die Latenz zwischen den Wegen selbst ausgleichen, so wie man auch ein Delay setzen muss, um IIR-bedingte Laufzeiten auszugleichen. Das ist für Komplettanbieter natürlich keine Option, daher die recht elegante Grundlatenzmethode. Es muss ja grundlegend erstmal alles zu allem passen. Ich denke, eine "Aushandlung" per Netzwerk wäre prinzipiell möglich, aber sehr umfangreich bzw. ohne Nutzerinteraktionen doch wieder nicht machbar. Zum Ersten müsste dann gegeben sein, dass tatsächlich alle Controller/Amps im Netzwerk sind, zum Zweiten, woher soll das System wissen, welche Ampkanäle nun zu welchem Anwendungsblock gehören? Front, Infills, Monitore... Die Monitore mit 7ms zusätzlich zu fahren, weil es die Front nötig hat? Das brauchen wir sicher nicht, oder?
Zitat von "Jens Droessler"Zum Ersten müsste dann gegeben sein, dass tatsächlich alle Controller/Amps im Netzwerk sind, zum Zweiten, woher soll das System wissen, welche Ampkanäle nun zu welchem Anwendungsblock gehören? Front, Infills, Monitore... Die Monitore mit 7ms zusätzlich zu fahren, weil es die Front nötig hat? Das brauchen wir sicher nicht, oder?
Das mit der Vernetzung zum ausgleich der Latenzen war ja sowieso nur hypothetisch von mir als Beispiel gedacht.
Allerdings würde ich wegen der Vernetzung kein Problem sehen, da ich sowieso bzgl. der Remotefähighkeit aller Systeme für die Frontbeschallung vom FOH bzw. überall per wireless Remoten möchte. Wenn ich dann die ganzen Eq´s, Levels und Laufzeiten der Systeme (also Subs, Arrays, Infills, Outfills, Nearfills ...) gesetzt habe und mich dann noch dazu entschließe, auf die oberen Arraymodule per FIR Highshelf den HF-Bereich noch etwas anzuheben, dann soll diese daraus entstehende Latenz ja im ganzen System aufgeschlagen werden, damit die vorher erstellten Laufzeiten gleichbleiben.
Die Amps für das Monitoring haben meiner Meinung nach nichts im Remotenetz vom FOH System zu suchen.
Wenn schon ein Netzwerk dafür, dann ein eigenes, welches dann vom MON Techniker überwacht und gesteurt werden kann.
Von Volker sehr schön technisch erklärt und von Johannes schön zusammengefasst. Das deckt sich übrigens auch mit den Theorien der meisten Entwickler und macht auch irgendwie Sinn oder?
vielen dank für die gute zusammenfassung an johannes.
alles in allem betrachtet ist die idee mit der grösst-nötigen grundlatenz die sinnvollste vorgehensweise, weil dadurch keine nachträglichen korrekturen erforderlich sind. denn letzteres könnte in der hektik des alltags sicherlich auch mal übersehen werden. im gegensatz zur monitorbeschallung ist eine etwas längere latenz für die PA ohnehin völlig unkritisch.
Zitat von "Johannes Schilling"Jetzt die Frage: Ist es in der Praxis tatsächlich so, dass alle Controller die FIR-fähigen sind, eine fixe Latenz unabhängig vom verwendeten Processing haben?
Ja davon kann man ausgehen. Diese Filter finden sich im Weichendesign auch oft in den geblockten Parametern. Also man sieht sie nicht.
Ich meine mich zu erinnern, das es von EV Controller mit FIR gibt, die keine Fixe Latenz haben.
Wobei selbst dann es reichen müsste wenn man den Filter setzt. Aber eben in den anderen Zonen auf null setzt.
Im Preset selber hat die gesteigerte Latenz natürlich keinen Einfluss. Denn da würden alle Bänder gleich viel ansteigen.