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Sollen Mikrofone zu PA-Systemen "passen" ?

  • karel noon
  • 2. Juli 2012 um 22:33
  • karel noon
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    • 4. Juli 2012 um 23:53
    • #21

    Vielleicht kann dieser Thread auch den ein oder anderen zum nachdenken anregen was die Lautsprecher "Wunschliste" auf Ridern angeht, das ist nicht immer nur eine liste teurer Namen, sondern durchaus auch mal der passende Gegenpart zu den von mir mitgebrachten restlichen Werkzeugen.

    Ein weiteres mir bekanntes Mikro was gerne mal den Dienst versagt in bestimmten Situationen, ist das D6, eigentlich klasse, aber bestimmte Kombinationen aus schallwandlern richtung luft und dessen Aufstellung sorgen schlichtweg für einen komplettausfall.
    Genauer untersucht habe ich es dank alternativmikrofonie noch nicht, gemessen auch nicht, nur gehört, aber das zählt ja nicht :wink:

    Privater Account mit meiner persönlichen Meinung.

    Sollte es ein Problem mit meiner Neutralität zu einem Thema geben mache ich das im Beitrag kenntlich. :thumbup:

    http://www.noon.ruhr

    Application Support Engineer - HK Audio

  • guma
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    • 5. Juli 2012 um 06:57
    • #22

    Auf jeden Fall sollte man beim Beschallen mehr integriert und weniger zerlegt denken.
    Nach einem fachlich korrekt ausgewählten aufgebauten und eingemessenen Lautsprecherystem ( wogegen ich überhaupt nichts habe -ganz im Gegenteil :wink: ) ist man eigentlich erst so weit, dass man darauf mehr oder weniger befriedigend eine Konserve abspielen kann.

  • guma
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    • 8. Juli 2012 um 11:52
    • #23

    Noch eine Überlegung, die das "integrierte" Denken über die Kette "Quelle-Aufnahmeraum/Bühne-Wandler-"Mischenundbearbeiten-Wandler-Wiedergaberaum/Publikum sehr sinnvoll erscheinen lässt:

    Das wissenschaftliche Herangehen an eine Beschallungslösung, wie es üblicherweise in modernen Planungs-Ingenieurbüros stattfindet, ist natürlich eine sinnvolle, ehrenwerte Sache, die, wie ich schon mehrfach beschrieben habe, sowohl viele ihrer Wurzeln aus dem "Concert Sound" hat, als auch eine Selbstverständlichkeit im heutigen Concert Sound Alltag sein sollte. Wer hier nicht ordentlich mit Meß- und Planungstools umgehen kann, hat eigentlich auch im Concert Sound nichts mehr verloren.

    Verschiedentlich wird versucht, hier eine Grenze zwischen der wissenschaftlichen und der künstlerischen Seite zu ziehen, wobei an dieser Stelle eine sehr willkürliche, subjektive Grenzziehung bemüht wird.

    So sieht z.B. Bob McCarthy in der von ihm recht ausführlich beschriebenen art/science Grenze so eine Art Übergabepunkt zwischen Mixer und Systemtechniker, wobei sich für '6o6' die 'sience' Seite auf einer Ebene erschöpft, auf der eine mit ordentlichem Budget perfekt geplante und perfekt augerichtete, laufzeitkorrigierte und entzerrte Lautsprecheranlage für einen bestimmten Raum mit einer korrekt angeschlossenen "Mischelektronik" und einer gedachten Anzahl von "open microphones" abgevespert und übergeben wird.

    Meine Wenigkeit versucht in den Seminaren ebenfalls eine Arbeitsweise zu vermitteln, in der der Satz "Wenn wir alles richtig gemacht haben ( meinend die "sience" Seite, die Ingenieursarbeit), können wir .... ( und dann kommen die künstlerischen Möglichkeiten ) ebenfalls eine art/sience Grenze zu ziehen, was für das Verständnis sicher vorteilhaft ist, allerdings messe ich den Wandlern am Anfang der Kette ebenfalls eine gewisse Bedeutung zu, obwohl in der 'Lautsprecher-Raum-Wechselwirkung' auf den ersten Blick zugegebenermaßen das größere mögliche "Fehlerpotential" liegt.

    In der Welt der Lautsprechersystemdesigner sind sowohl die Quellen als auch die Mikrofone die 'bad boys', von denen sie wissen, dass man für ein gutes Ergebnis möglichst wenige davon haben sollte, was aus der 'sience' Sicht sicher richtig ist. :wink:

    Alles zusammen sind das aber 'perfect world' Ansichten, die mit unserer realen Beschallungswelt leider zu oft wenig zu tun haben.

    In einem Mischer-Alltag, selbst wenn derselbe von der 'sience' Seite genug mitbekommen hat, sieht es so aus, dass das einzige zuverlässige Gesetz kein ingenieurswissenschaftliches sondern das 'Gesetz der konstanten Bedingungen' ist. Wenn man so will, ist das Gesetz der konstanten Bedingungen, also die Regel, für 'so wenig Überaschungen wie möglich' zu sorgen, sozusagen die 'billbosche Superregel' für ein einigermaßen zuverlässiges Mischergebnis. Wenn ich eine inkonstante Situation habe, also unbekannte Band mit unbekanntem Instrumentarium in unbekanntem Raum mit unbekannter Beschallunggsanlage, zwingt sich am Pult die einfache aber kennzeichnende Frage auf:
    EQe ich jetzt das Instrument, das Mikro, den Raum oder das Lautsprechersystem ???
    Diese Situation wird nun aber nicht von 'sience' bestimmt, sondern in der Regel von Budget und der Dummheit und der Ignoranz der Mitmenschen. ( fact of life )
    Je mehr ich aber Bedingungen konstant halte, um so sicherer weiß ich am Pult, was ich tatsächlich tue. Ist doch klar: Am einfachsten wird das Mischerleben, wenn im billboschen Heimclub die einzige Variable die Band ist. Da nun auf der Bandmischerseite die Variablen Raum und Lautsprechersystem am wenigsten beeiflußbar sind, versuchen Generationen von Mischern durch das Schreiben von Anforderungen oder das Mitbringen von Mikrofonkoffern u.s.w. Bedingungen für sich konstant zu halten. Daran ändert sich über die Jahre eines Mischerlebens nur dadurch etwas, dass der Mensch über einen riesigen Erfahrungsschatz für alle o.g. Variablen verfügt und in der Lage ist, diese sehr schnell in seiner rechten Hemisphäre zu integrieren. Das erlaubt ihm in gewissen Grenzen mit den Variablen zu spielen. Von dieser Fähigkeit handelt dieser Thread. :wink:

  • wora
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    • 8. Juli 2012 um 14:30
    • #24

    das war ein sehr aufschlussreicher beitrag.
    und in meinem falle kann ich sagen: genau auf den punkt gebracht!
    der grund, warum ich als bandmischer so gut wie immer mit eigenen mikrofonen unterwegs bin ist ganz einfach, das ich mir wenigstens die variable "zur verfügung gestellte mikrofone" vom hals halten will! dann habe ich schon drei konstanten:
    - die band
    - die mikrofone
    - und mein mischgefühl.

    es bleiben immer noch genügend optionen:
    - unbekannte lautsprechersituation
    - unbekannte raumakustik
    - unbekannter technischer zustand der technik (stichwort: "ach sooo, ja: dieses mikro aus der liste ist gerade defekt")
    - unbekannte fähigkeiten des personals vor ort...

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • billbo
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    • 8. Juli 2012 um 15:09
    • #25
    Zitat

    Alles zusammen sind das aber 'perfect world' Ansichten, die mit unserer realen Beschallungswelt leider zu oft wenig zu tun haben.

    Da das so nicht aus allen Deinen Beiträgen immer zwingend hervorgeht :D, finde ich diesen Post ausgesprochen erfreulich (und natürlich auch sonst).

    Und damit’s wegen zu weniger möglicher Variablen :D nicht gar zu langweilig wird, stelle ich gleich noch mal explizit folgende These in den Thread (die allerdings im Bassdrum – Eingangsbeispiel schon anklingt): viele, wenn nicht sogar die meisten von uns im Konzertalltag gemeinhin achselzuckend als 'Rückkopplungsproblem' registrierten Phänomene haben wenig mit Raumeinflüssen, kaum was mit Wandlerunterschieden, dafür aber um so mehr mit spezifischen Eigenschaften der Quellen, also der Instrumente selbst, zu tun.
    Der dröhnenden BD, dem unbotmäßig lang ausschwingenden Tom, ... zwinge ich in der Praxis mittels Gate zur Not die erwünschte Hüllkurve künstlich von außen auf. Bei der Akustikgitarrendecke, dem Flügelboden, dem Kontrabass ist das leider nicht möglich. Auch Art und Form der Mikrofonierung ändern an deren Verhalten wenig. Und selbst die Charakteristik des verwendeten Lautsprechersystems hat im realen Venue auf das erreichbare GbF oft weniger Einfluss als die Änderung der Bühnenposition des Problemkandidaten um wenige Zentimeter.
    Was kann ich also tun? Ich muss mir die Souveränität draufschaffen, zugunsten des Gesamtergebnisses falls erforderlich jederzeit von meinen Idealvorstellungen (und erst recht von meinen Erwartungshaltungen/ "mit dem sauteuren XYZ – Kleinmembran muss es doch einfach funktionieren") abzuweichen. Dann steht der Lowcut eben eine Oktave höher, als ich mir das eigentlich gedacht hatte, und der 160Hz Notchfilter zusätzlich noch bei – 12dB. Und das ins Rahmenloch gestopfte SM57 macht den Job, statt des mühselig kunstvoll installierten Schoepspärchens. So what?
    Als Livetonler bin ich Impressionist, ob ich will oder nicht. Und darf kein Problem damit haben, die Feinheiten der reinen Lehre im Zweifel den Ingenieuren zu überlassen.

    Zitat von "Karel Noon"

    Vielleicht kann dieser Thread auch den ein oder anderen zum nachdenken anregen was die Lautsprecher "Wunschliste" auf Ridern angeht, das ist nicht immer nur eine liste teurer Namen, sondern durchaus auch mal der passende Gegenpart zu den von mir mitgebrachten restlichen Werkzeugen.


    M. a. W.: der Beschaller möge den Inhalt seiner Sattelschlepper doch bitteschön dem Inhalt Deines Mikrofonköfferchens anpassen? Auf gutes Gelingen! :wink:

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

    "Okay. Wir machen das mit den Fähnchen."

  • guma
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    • 8. Juli 2012 um 16:45
    • #26
    Zitat von "billbo"

    Und damit’s wegen zu weniger möglicher Variablen :D nicht gar zu langweilig wird, stelle ich gleich noch mal explizit folgende These in den Thread (die allerdings im Bassdrum – Eingangsbeispiel schon anklingt): viele, wenn nicht sogar die meisten von uns im Konzertalltag gemeinhin achselzuckend als 'Rückkopplungsproblem' registrierten Phänomene haben wenig mit Raumeinflüssen, kaum was mit Wandlerunterschieden, dafür aber um so mehr mit spezifischen Eigenschaften der Quellen, also der Instrumente selbst, zu tun.
    Der dröhnenden BD, dem unbotmäßig lang ausschwingenden Tom, ... zwinge ich in der Praxis mittels Gate zur Not die erwünschte Hüllkurve künstlich von außen auf. Bei der Akustikgitarrendecke, dem Flügelboden, dem Kontrabass ist das leider nicht möglich. Auch Art und Form der Mikrofonierung ändern an deren Verhalten wenig....

    Da muß ich Dir aber doch ein wenig widersprechen: Sowohl die Auswahl des Wandlers ( Stichwort 'Schertler' ) als auch ( falls das Wandlerprinzip 'Mikrofon' heißt ) das Mikro an sich, können auf die Art und Weise, wie man mit den Resonanzphänomenen die, gewollt oder ungewollt, Bestandteil eines Instruments sein können, klar kommt, doch deutlich Einfluß nehmen und bestimmen, ob das in der Gesammtanordnung funktioniert.
    Mein klassisches Beispiel:
    Kleiner Club, wenig Abstand zwischen Drumset und PA, MD421 am Standtom, Resonanzfrequenz Standtom schwingt sich bei moderater Lautstärke über mit Mikro/Bühnenboden?/Raum/Lautsprecher zum feedback ein. Stimmen und Dämpfen ( durch den Drummer, Gott weiß, ob der das wirklich konnte ?? :lol: ), Bearbeitung über Kanal-EQ bringt Verbesserung nur mit massiver Absenkung von Bass, Master-EQ passendes Frequenzband Anschlag unten klingt nicht mehr gut und ist trotzdem immer noch "kurz vorm Abheben". Tauschen des MD421 gegen ein M69 ( zugegebenermaßen Superniere ) Problem weg !

    Des weiteren:

    Ich kenne aus der Praxis gewaltige Unterschiede zwischen Flügelmikrofonien ( also ohne pickups ) was das Aufschwingen von Resonanzen des Instruments zum feedback bei gleicher Lautsprecheranordnung angeht.

    .. und mir fallen da mannigfaltige weitere Beispiele ein.

    Da sehe ich die praktischen Grenzen eher, wie bereits schon in diesem Thread angeklungen im Zeitmangel, im Minimalismus/Fatalismus des jeweiligen "Mikrofonators" oder dessen nicht vorhandener Erfahrung oder der verlorenen oder nie vorhanden gewesenen Neugierde. Genau hier kommt es gewaltig auf das vorhandene Repertoire an, sowohl was die Insrumente angeht ( inzwischen kann ich drums stimmen und dämpfen :D ) aber auch das "Mikrofongedächtnis".

  • guma
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    • 8. Juli 2012 um 17:11
    • #27

    ... Was mir bei 'Flügel' noch einfällt:
    Sehr interessant und hilfreich kann es sein, ein Lautsprechersystem 'nachdem man alles richtig gemacht hat' mit dem Meßsystem ( wenn man das schon mal aufgebaut hat ) nach dem DPA/Earthworks im Saal über die Flügelmikofonie nochmals neu unter die Lupe zu nehmen.... vor allem, wenn der Pianist der Chef ist :D:D8)

  • lisa f.
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    • 9. Juli 2012 um 03:44
    • #28

    Ich denke auch, dass man dem Resonazwillen des einen oder anderen Instrumentes mittels Mikrofonie durchaus Einhalt gebieten kann. Grade bei Trommeln sehe ich auch die Möglichkeit des Stimmens, so hat "mein" Trommler seinerzeits seine Stimmung oft mit In Ears gemacht oder überprüft, um die Wechselwirkung Trommel - Mikrofon gleich mit zu bearbeiten.

    Das PA und Mikrofone sich gegenseitig beeinflussen ist zumindest logisch, für praxisrelevante Aussagen habe ich zu wenig Zeit mit unterschiedlichen Anlagen verbracht...

  • hp
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    • 9. Juli 2012 um 13:04
    • #29

    Vieles was hier besprochen wird , sind doch Binsenweisheiten ,
    welche nun wirklich keiner Erklärung mehr bedürfen (sollten) ...

    Das Lautsprechersystem möglichst linear zum Raum auszurichten
    ist doch von je her die Grundvorausetzung für alles weitere ,
    das hat IMHO nichts mit "Wissenschaft" zu tun .

    Bei den Eigenschaften von Mikrofonen sehe ich das ähnlich wie billbo .
    Anstatt ein Mikrofon "starr" auf ein Lautsprechersystem zu fixieren ,
    würde ich ehr die Eigenschaften des Mikros in der Gesamtsituation beachten .

    die Realität ist die Summe aller Fakten

  • guma
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    • 9. Juli 2012 um 13:15
    • #30
    Zitat von "hp"

    Bei den Eigenschaften von Mikrofonen sehe ich das ähnlich wie billbo .
    Anstatt ein Mikrofon "starr" auf ein Lautsprechersystem zu fixieren ,
    würde ich ehr die Eigenschaften des Mikros in der Gesamtsituation beachten .

    Von nichts anderem sprechen wir hier. :wink:

    Wenn Du genau gelesen hättest, hättest Du das eigentlich problemlos merken können. :wink:

    Ganz nebenbei findet man den passenden Hinweis schon in der Überschrift. Schon mal über den Sinn von Gänsefüßchen nachgedacht :D:D:D

  • billbo
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    • 9. Juli 2012 um 13:44
    • #31
    Zitat

    ( Stichwort 'Schertler' )

    Ich wollte noch (Wandlereinflüsse) geschrieben haben: außer man klebt sie direkt auf den Resonanzboden. :D

    Zitat

    ... Tauschen des MD421 gegen ein M69 ( zugegebenermaßen Superniere ) Problem weg !

    Tja. Probieren geht über studieren. Dumm nur, dass es genau so gut anders herum hätte ausgehen können. Immerhin ist so schon mal klar, dass es in diesem Fall weniger an Eigenschaften des Instruments als an Wechselwirkungen zwischen Wandler – Raumakustik – Wandler gelegen hat.

    Bei aller Komplexität reduziert sich die Angelegenheit eigentlich immer auf eine einzige banale Ursache: wir wollen/ müssen in einer zunächst annähernd linear funktionierende Übertragungskette so viel verstärken, dass irgendwann die Schwelle zur Selbsterregung erreicht wird, an der das ganze ziemlich plötzlich zu einem Schwingkreis ungewollt hoher Güte mutiert. Und was immer ich auch anstelle, um das zu verhindern, läuft am Ende auf eine simple Gainreduzierung hinaus. Welche möglichst selektiv sein (also zielgerichtet die Kreisgüte herabsetzen) sollte, um das Gesamtergebnis nicht unnötig zu verfälschen. Wie und wo ich da ansetze bleibt meinem Einfallsreichtum und meinem Erfahrungsschatz überlassen.

    Habe ich das Instrument in Verdacht, kann ich eine Gummimatte auf den Resonanzboden legen. Wird der Konzertpianist nicht so toll finden; bei Akugitarren oder Toms (Moon Gel) wird’s aber nicht selten tatsächlich gemacht.
    Hab ich Richtcharakteristik/ Übertragungsverhalten des Mikros in Verdacht, probiere ich ein anderes; oder zumindest eine andere Ausrichtung.
    Hab ich die Klemme/ Halterung in Verdacht, probiere ich eine andere. Clip oder Stativ am Standtom kann einen riesen Unterschied machen.
    Habe ich eine ungünstige Addition zweier Mikrosignale in Verdacht, von denen jedes nur für eine Einzelschallquelle zuständig ist, ändere ich bei einem versuchsweise die Polarität. Manchmal bringt's gar nichts, manchmal ist der Erfolg verblüffend. Dafür ein wunderschönes Beispiel incl. 'um die Ecke denken': in meinem berüchtigten Heimatvenue (im und vor dem Bühnenbereich relativ rechteckig – symmetrisch) hängt L + R ein ca. 60 cm breites Linearray; mitsamt der damit verbundenen Lowmid – Richtschwäche. Sehr oft steht auf beiden Seiten der Bühne, kaum 1 ½m davon entfernt, je ein Backingvocal Mic. Resultat: entweder beide dünn - oder koppelfreudig. Sind diese mono geroutet und mit etwa gleicher Verstärkung betrieben, addiert sich die Lowmidproblematik beider Seiten nahezu perfekt. Vertausche ich bei einem die Polarität, ändert das für die einzelnen Stimmen gar nichts – aber der Spuk ist komplett verschwunden. Das bringt in diesem Fall für beide Mikros ganz konkret eine ganze Oktave weniger Lowcut!

    Habe ich mich selbst in Verdacht – drehe ich einfach mal alles 6dB leiser. Vielleicht wollte ich im Eifer des Gefechts ja ein bisschen zu viel?
    Und wenn mir nichts besseres einfällt, all das nichts nützt oder keine Zeit fürs Suchen ist, habe ich ein Werkzeug direkt unter meinen Fingern, mit dem ich fast nach Belieben und in jedem Signalweg die Verstärkung frequenzselektiv selbst bestimmen kann. Schöne Sache, das. :)

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

    "Okay. Wir machen das mit den Fähnchen."

  • hp
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    • 9. Juli 2012 um 14:56
    • #32

    guma

    Zitat von "Überschrift"

    Sollen Mikrofone zu PA-Systemen "passen" ?

    Zitat von "hp"

    würde ich ehr die Eigenschaften des Mikros in der Gesamtsituation beachten .


    Ich hatte tatsächlich angenommen , daß sich die Diskussion auf Mikrofone bezieht ,
    welche mit bestimmten PA-Systemen besonders gut zusammenarbeiten . :o

    Wenn aber doch die Gesamtsituation gemeint ist , also alle Aspekte vom Instrument bis zur Raumakustik ,
    dann wundert mich das noch mehr .

    Es ist doch grundlegend in unserer Arbeit , daß man Mikrofone nach den gewünschten Eigenschaften (Erfahrung) auswählt
    und gegebenenfalls mal mehrere Mikrofone testet :?
    Muß das wirklich noch diskutiert werden :?:

    die Realität ist die Summe aller Fakten

  • guma
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    • 9. Juli 2012 um 19:31
    • #33

    Leider ja :roll:

  • billbo
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    • 9. Juli 2012 um 23:12
    • #34
    Zitat

    Vieles was hier besprochen wird , sind doch Binsenweisheiten ,
    welche nun wirklich keiner Erklärung mehr bedürfen (sollten) ...

    Du ahnst wahrscheinlich nicht hinter wie vielen Tonlern man im Laufe von ein paar Jahren stehen kann, bei denen nach wenigen Minuten klar ist, dass sie sich über die hinter solchen Binsenweisheiten stehenden Zusammenhänge niemals auch nur die geringsten Gedanken gemacht haben. Geschweige denn, von daraus u. U. gewonnenen Erkenntnissen für ihre Arbeit irgendetwas zu nutzen wissen.
    Nein, keine Schülerbandmischer. Leute, die für Top Künstler arbeiten. Deren Namen zu nennen die Höflichkeit verbietet.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

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  • wora
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    • 10. Juli 2012 um 00:36
    • #35

    och komm, lass doch mal was raus... ;)

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • Teddytaste
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    • 10. Juli 2012 um 09:52
    • #36

    billbo

    Komm schon Ralf, es ist für dich nun an der Zeit dem Nachwuchs das gesammelte und gebündelte Wissen zu vermachen. Der Zeitpunkt ist ideal um ein wirklich gutes (und wahrscheinlich dickes...) Buch zu schreiben in dem es von schlauen Tipps und Ratschlägen nur so wimmelt. Gespickt mit Anekdoten und aussergewöhnlichen Gegebenheiten wird das Buch (natürlich auch als eBook für den Kindle erhältlich...) sicherlich in der Branche ein Renner, die Lesungen (welche ich für Dich kostengünstig beschallen werde...) werden wahrscheinlich regelmäßig den Aufkleber "Sold-Out" tragen.
    Ich- als dein Verleger- kümmere mich dann auch noch um deine Fanpost und verhandel mit Warner über die Filmrechte (...Linearrays-vom Winde verweht...) sowie über die Merchandise-Produkte wie z.B. Actionfiguren "Der Analyzer", "Feedback-Killer" und "Käthe Ring".

    Überleg dir das gut, ich glaube du könntest damit mehr Geld verdienen als mit "Klangveränderungen mittels technischer Gerätschaften" (Der Titel deines ersten Buches).

    Außerdem lasse ich für´s iPhone eine App programmieren die GPS unterstützt arbeitet: Das Catering-Finder-App. Keiner kennt weltweit so wie Du in Venues die kürzesten Wege vom Nightliner zum Cateringraum.

    Jetzt mal im Ernst: Lass uns doch mal an deinem Wissenschatz teilhaben, es ist mir egal womit du anfängst, für Dich machen wir hier sogar ein eigenes Billbo-Blog-Brett auf in dem nur Du schreiben kannst ;)
    Ich mag die Art wie Du Sarkasmus mit Ironie und Erhabenheit zu Wahrheiten mit der Tastatur fomulierst :)

    lg peter

    peter birkholz

    pb-showtechnik.de

    Einmal editiert, zuletzt von Teddytaste (10. Juli 2012 um 15:54)

  • hp
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    • 10. Juli 2012 um 14:25
    • #37

    Vieles ist auch reines Wunschdenken .
    Selbst wenn ein Bandmischer weiß was ihn erwartet , trifft er nicht auf konstante Bedingungen .
    Meist ist auch keine Zeit zum Testen oder gar Mikros zu tauschen .
    Manchmal ist es dann das sicherste nach Schema "never change a 'halbwegs' running system" zu arbeiten .

    Des weiteren tritt nach meiner Beobachtung das rein akustische eh immer mehr in den Hintergrund .
    Das war zu meiner Anfangszeit das wichtigste "Handwerkszeug" , um komplexe Probleme in den Griff zu bekommen .
    Anstatt mit Mikros zu exerimentieren , wird vielfach lieber an Digi-geräten geschraubt .

    die Realität ist die Summe aller Fakten

  • guma
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    • 10. Juli 2012 um 14:35
    • #38
    Zitat von "hp"

    Anstatt mit Mikros zu exerimentieren , wird vielfach lieber an Digi-geräten geschraubt .

    Das ist schlecht und auch ohne meinen hier oft angefochtenen "Idealismus" dringend verbesserungswürdig !

  • Teddytaste
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    • 10. Juli 2012 um 20:13
    • #39
    Zitat von "guma"

    Tja, was soll ich sagen...?!?!
    Digital kann man nur bedingt die Probleme lösen, die Auswahl der Mikrofone ist eindeutig die bessere Lösung!

    Letztes WE hatte ich (wieder mal) das Erlebnis, daß das PA (7(?)xVMB pro Seite) mit den vorhandenen alten Sennheiser-Funken relativ limitös war, es galt als Vorgabe knappe 3.000 Zuhörer zu beschallen. Die "S"-Laute sowie wie unteren Mitten sind nicht unbedingt als optimal zu bezeichnen, manchmal kennt man diese Erlebnisse schon im Vorfeld...

    Am Freitag zeigte es sich, daß untere Mitten in Linearrays mit entsprechender Wiedergabe auch schon mal schwierig werden können wenn man die Schachteln 90cm innerhalb der Bühnentower fliegt (ich wollte wissen wie weit es funktioniert...)

    Um es mit anderen Worten zu beschreiben:
    Um die optimalen Beschallungsergebnisse zu erzielen bedarf es eines akustischen`Erinnerungsvermögens bezgl. "Mikros Vs. PA" um den optimalen Klang zu erwirken.
    Ich hab mittlerweile knapp 30 Mikros im Koffer um allen Situationen gerecht zu werden, selbst diese reichen nicht aus um dem Publikum (meinen Kunden) den "perfekten" Sound zu kredenzen.
    Nur die letzten 14 Tage als Referenz:
    Alcos14 klingt ab 6Khz unaufdringlich, hat aber keine Eier und zu wenig Power (max. 94dbA) :shock: ,
    db-technologies (T4/T12)ist für professionelle Kapellen reines Spielzeug, nicht ernstzunehmen,Schrott!!! :D:D
    dvdosc (4 pro Seite) reicht (je nach Bassaufstellung) bis knapp 500Pax, dann is schluß.. :o
    7x VMB ??? (keine Ahnung- Simonstpauli fragen :D ) hat Open Air hat bis knapp 3.000 Pax gespielt, da war aber schon das limit erreicht )

    Nicht jedes Mikro spielt an jeder PA, wer das glaubt ist ein Träumer ;)

    Zwischen groundstacked und suspended ist ein sehr großer Unterschied!!

    JETZT könnt ihr mich auseinadernehmen ;)

    Contrameinungen sind definitiv erwünscht!!!!
    lg pb

    peter birkholz

    pb-showtechnik.de

    2 Mal editiert, zuletzt von Teddytaste (11. Juli 2012 um 09:05)

  • guma
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    • 11. Juli 2012 um 00:24
    • #40

    Ich sags mal so:

    In meinen und auch Billbos Anfangszeiten hatte man als Beschaller folgende Situation:

    1. Unterschiedliche PA Anlagen gabs nicht viele und wenn man was Solides zum Arbeiten wollte, beschränkte sich das auf ein paar wenige Treiber, Hörner und Bass- und lowmid Cabinets sowie 2 - 3 Enstufenfabrikate mit ein bis drei Typen. Fertig. Bei den Pulten gabs, wenn man ernst genommen werden wollte, auch nur zwei Alternativen.
    2. Grössere Clubs mit fest installierten PAs gab es ebenfalls kaum, man brachte sein Zeug mit und bespielte technisch nackte Hallen.

    Das war zwar alles andere als perfekt und man hatte wenig Möglichkeiten durch Auswahl und Ausrichtung der Speaker auf akustische Gegebenheiten einzugehen, allerdings hatte es für den Umgang mit dem Equipment und die eigene Lernkurve einen riesigen Vorteil:

    Man kapierte beim Tingeln mit gleicher Band, gleichem Instrumentarium und gleichen Lautsprechern sehr schnell, wieviel Einfluss der Raum hatte, man kannte sein Equipment aus dem ff, die Voraussetzungen, Mikrofone zu testen, waren dadurch ziemlich günstig und da gabs schon einiges.

    Heute hat man, wenn man keine echte Hallentour fährt, die Situation, wie sie Teddytaste gerade beschrieben hat. Das auseinander Halten von: "Was macht da gerade der Raum, was die PA, was die Quelle und was das Mikro ?" ist sehr viel schwerer geworden, für ausgedehnte Messungen ist oft nicht genug Zeit.
    Was man aber durchaus noch wissen kann, ist das Verhalten von Systemen, die regional sehr verbreitet sind ( so gibt es im Südwesten noch eine Menge alte Boxen eines schwäbischen Herstellers, die den unsäglichen 2445 + Zitronenpresse beinhalten und eine ebenfalls gewaltige Menge quergehängter Konstrukte des gleichen Herstellers mit DE 900 ) Da Hochton durch höhere Direktivität und mehr Absorption weniger vom Raum abhängt als Bass und Lowmid, kann man zumindest dafür tatsächlich Mikrofone finden, die sich in den Höhen besser oder schlechter machen. Beispielsweise kommt an der unsäglichen 2445/zitronenpressencombi ein Bänchen oder ein MBHO 648/K200/400 besser als CM64 für die Becken obwohl das das objektiv bessere Mikrofon ist, am DE900/Limmer Ding mag ich lieber das Schoeps. Diese Art der subjektiven Entscheidungsfindung finde ich bei allen Nichtlinearitäten, die diese Lautsprecher aufweisen, absolut verhältnismäßig, das quantitative Erfassen der Nichtlinearitäten beider Wandler für eine Analyse, wie die beiden zusammen passen, praxisfern. Wenn man sich mal nicht geglättete Meßschriebe der Wandler anschaut, kommt man an sich nicht auf die Idee, da sinnvolle Kongruenzen zu finden oder das mit einem typischen Pultkanal-EQ zurechtbiegen zu wollen.
    So was wird dann zwangsweise zur "Referenzabhöre" für die Mikrofonie. Kenne ich meine Mikros an der Referenz, kann ich doch einigermaßen extrapolieren, was ein fremdes System kann und was es aus meinen bekannten Mikrofonsignalen macht. :wink:

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    Soundchecker
    23. September 2026 um 10:30
  10. können das hier (Foto) die original Weichen der KMT CS215 / CM215 sein ?

    phattomatic
    23. September 2026 um 09:12
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