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das Royer, das Plagiat und das 'ribbon sag'

  • guma
  • 9. April 2013 um 21:24
  • guma
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    • 9. April 2013 um 21:24
    • #1

    2009 schrieb ich in meinem Thread "Das irrationale Verhältnis des gemeinen Beschallers zur Acht"

    Zitat von "guma"

    ...Was mir immer noch fehlt, sind Erfahrungen mit preiswerten China-Bändchen. Hier könnte man ab 79,- € eine Acht bekommen, allerdings gibts da das Problem Ribbon-Sag ( Durchhängen des Bändchens ) was entweder durch Umtauschaktionen ( :D ) oder auch selbst mit etwas Fingerspitzengefühl in den Griff zu bekommen ist.

    Ich hoffe immer noch auf Erfahrungsberichte mit den Chinabändchen ! ( ... oder muß mal eins zu Silvester bestellen ( ... ist ja ein Chinaböller :D:D ))

    Jetzt habe ich, nachdem sich über 3 Jahre keiner gefunden hat, was Vernünftiges zu eigenen Chinabändchen-Erfahrungen zu posten, die Drohung wahr gemacht. Nach einem euphorischen Bericht in einem aktuellen deutschen Studioblättchen mit einem ganz ausserordentlich charmanten Meßschrieb zum FAME VRM-12 PRO Series habe ich beschlossen, dieses eine Mal dem Chines' mein Geld zu geben und mein Orginal Royer 121L ( 1399,- ) gegen das optisch nahezu gleiche Chinabändchen ( 99,- ) zu testen. Eigentlich ist das ja schon eine Art "Drittgenerationsplagiat" und man könnte ja dazu gelernt haben. So habe ich dieses Teil bestellt, und nach der Aussage des Obermikrofonfrisörs Michael Joly, dass etwa 50% der Chinabändchen intolerabel weit durchhängen, vorab schon mal die innere Entscheidung getroffen, dass ich bei 'ribbon sag' auf die Garantie pfeife und das Ding selbst nachjustiere.

  • oton
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    • 9. April 2013 um 22:29
    • #2

    da bin ich ja mal gespannt ... obwohl ein M160 ja gar nicht soviel kostet, wer braucht da schon Chinabändchen ... :D

    oTon Music - Marcus Thiel - Hilsbrunnenstrasse 8 - 76530 Baden-Baden

    http://www.popakademie.de
    http://www.otonmusic.de
    http://www.event-akademie.de

  • guma
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    • 11. April 2013 um 00:24
    • #3

    So Test gelaufen. Die Verpackung ist ein bisschen wie diese russischen Holzpüppchen. :D Aussen ein Aluköfferchen, darin die Holzbox und darin wiederum ein gepolstertes Kunstledertäschchen mit Reißverschluss wie man es z.B. von AT kennt, allerdings in einem dem Mikro entsprechenden Kleinformat. So ein kleines Polstertäschchen würde ich auch für manches Kleinmembranmikro gut finden.

    Das Mikro mach einen äusserlich ordentlichen Eindruck, ist aber leichter und nicht so präzise gearbeitet wie das Orginal. Ein vorsichtiger Bewegungstest und eine Hörprobe fördern dann leider die für ein durchhängendes Bändchen typischen Klapper- und Reibegeräusche hervor. Die Sichtprüfung ergibt dann ein deutliches Durchhängen des Bändchens bis an den Aussenrand des Magnetspaltes. Das ist nicht OK und vor allem nicht für eine "pro" geupdatete Version! Freundlicherweise hat der Feinarbeitschinese das Bändchen an einer Seite etwas heraushängen lassen, sodass ich es nach Öffnen der Arretierung mit einer feinen Pinzette etwas nachziehen konnte. Aber Achtung !!! Das ist nur was für jemand mit ruhiger Hand, guter Feinmotorik und guten Nerven !!!
    ... Und ... Niemals versuchen, den hängenden Bogen ganz gerade zu ziehen. Dann ist nämlich die für die Funktion essentielle Fältelung ebenfalls weg, da das gefältelte Bändchen selbst kaum Spannkraft hat. Ein Hauch von Durchhängen sollte sicherheitshalber bleiben. Das Royer weißt eine deutlich feinere aber stärker gezahnte Fältelung auf und hat natürlich kein 'ribbon sag'. Im Inneren der beiden Mikros gibt es natürlich noch ein paar weitere Detailunterschiede, die man bei dem Preis des Orginals auch erwarten darf.
    Klanglich bin ich danach angenehm überrascht. Beide Mikros sind etwa gleich laut, das Royer hat, entsprechend der ,L'Version mit dem dickeren 2,5 micro Material einen Hauch weniger Höhen.
    Das Chinading mit den 1,8 micro klingt nach der Nachbesserung erstaunlich 'teuer' hat seidige unaufdringliche Höhen wie man das von einem Bändchen erwartet, der in 'audio professional' gemessene Frequenzgang ist in der Praxis glaubwürdig und es ist als EinsteigerModell sehr brauchbar.

    Was leider unklar ist, ist das Langzeitverhalten des Bändchens selbst. Ich gehe davon aus, dass das 'sag' nicht nur durch ein unpräzises Einspannen des Bändchens entsteht sondern auch Ausdruck eines Materialproblems ist. Die verwendete Alufolie kann sicher in Abhängigkeit von Materialbeimengungen und Verarbeitungsprozeß unterschiedlich weich b.z.w. steif sein. Ist das Bändchenmaterial sehr weich, könnte es auch sein, dass es bei fehlender Steifigkeit als Ausdruck einer Art 'Ermüdung' eo ipso nachgibt, die Fältelung sich abflacht und das Teil dann erneut durchhängt.

    Fazit: Als preiswertes Einstiegsmodell klanglich sehr brauchbar, wenn man eben bereit ist, entweder Austauschaktionen einzukalkulieren oder das Risiko eingeht, selbst Hand anzulegen. :wink:

  • guma
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    • 12. April 2013 um 07:06
    • #4

    Hier noch ein vorher - nachher - Bild aus gearslutz für diesen Bändchentyp, damit man versteht, worums bei dem 'ribbon sag' geht:

    http://www.gearslutz.com/board/low-end-…tensioning.html

  • tobias kammerer
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    • 12. April 2013 um 14:33
    • #5

    Cool, was Du alles auf Dich nimmst. Sehr gute Auseinandersetzung mit dem Thema.

    Viele Grüße
    Tobias Kammerer

  • guma
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    • 12. April 2013 um 15:04
    • #6

    Klar Mann, ich halte mich an dem Grundsatz "Wer gackert, muß auch legen". :D

  • guma
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    • 6. Juni 2013 um 00:02
    • #7

    Noch eine Bändchenerfahrung möchte ich hier anfügen, die ich sehr erfreulich fand:
    MXL R144

    Dieses Mikro ist kein Royerplagiat sondern entfernt den alten RCAs nachempfunden und erweckte meine Neugierde durch einen für E-Gitarre und Bläser geradezu ideal erscheinenden Frequenzgang.
    Zunächst ersteigerte ich ein angeblich neues Exemplar bei einem privaten ebay Verkäufer. Das sah bei der ersten Inspektion auch neu aus. Der "Klappertest" verlief auch erfreulich negativ. Bei Sichtkontrolle des Bändchens ( Zugang über zwei Schrauben unverlackt ) dann jedoch die herbe Entäuschung: das Bändchen hing nicht nur durch sondern war leider auch deutlich deformiert. Bei genauerem Nachfragen beim Verkäufer entpuppte sich das Teil dann als bei Conrad erstandene "B-Ware" ( wie wohl deser "B-Zustand" zustande kam ???) also back to sender !

    Ich bin ja bekannt dafür, nicht locker zu lassen, wenn ich mich mal festgebissen habe. Daher bestellte ich ein neues Exemplar beim Händler meines Vertrauens und erlaubte mir, das Teil noch im Laden zur Sichtkontrolle zu öffnen ( jetzt eine der beiden Schrauben verlackt ) :

    Da kam doch Freude auf. Ein perfekt eingespanntes Bändchen in idealer Position. Sieht so aus, dass bei MXL für ein paar Euro mehr als bei der "Store-Eigenmarke" ( nein das ist nicht der o.g. Laden meines Vertrauens :roll: ) die Qualitätskontrolle funktioniert. Klanglich eine sehr schöne Ergänzung zu den höhenreicheren M160, AT4081 und dem o.g. Plagiat, welche ich eher für Becken oder Piano nutze. Ein eher dunkel, warm klingendes Modell, ideal für E-Gitarre und Saxophon. Bitte für Trompeten nicht ohne zusätzlichen Windschutz verwenden ! Wirklich grandioses Einsteigermodell für wenig Geld, welches den Vergleich mit sehr viel teureren Modellen nicht zu scheuen braucht. Handlungsbedarf für die Bedämpfung einer im Netz zu findenden gemessenen Gehäuseresonanz sehe ich erst mal nicht.
    Merke: Bändchen nur aus seriöser Quelle am besten vom Stützpunkthändler. Sparversuche lohnen nicht.

  • R880
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    • 7. Juni 2013 um 08:27
    • #8

    Bin gerade am überlegen, ob ich es mir testweise bestellen soll, um mein live an der E-Git verwendetes MD441 evtl. zu ersetzen. Die Grösse bringt mich zum nachdenken, wobei das MXL ja auch nicht gerade niedlich ist.
    Ich hatte mich schon an 2 Bändchen versucht. Ersteres war defekt und zweites, ein Royer hat mich nicht überzeugt.
    Das MD finde ich prima, weil es kaum einen Nahbesprechungseffekt hat und auch diesen natürlichen Höhenabfall, wie es an der E-Gitarre ja eher von Vorteil ist.

  • guma
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    • 7. Juni 2013 um 09:31
    • #9

    Wenn Du das MD441 gewohnt bist und die schaltbare Präsenzanhebung eher auf 'flat' steht, wäre die "kompakte" Variante eigentlich ein e906 also auch Superniere mit ebenfalls "flat" geschalteter Präsenzanhebung als robustes "Allwettermikro". Wenn Du am MD441 vor allem das "ein bisschen wie Kondenser" schätzt, würde ich es mal mit einem bezahlbaren Großmembran probieren, da sind die Modelle aus der AT 20er Reihe und vor Allem das AE3000 ( sehr robust, ist mein Open Air Condenser ) oder AKG Perception Reihe z.B. das 220 recht robust und bezahlbar. Da Du am 441 offensichtlich die Naheffektkompensation nutzt und Dir das Royer nicht gefallen hat, ist das MXL144 für Dich sicher das falsche Mikro, weil die Achter-Bändchen und besonders dieses Modell einen sehr ausgeprägten Nahheitseffekt haben.

  • R880
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    • 7. Juni 2013 um 09:47
    • #10

    Das Royer hatte ich nur an der Hihat probiert. Was mir auch immer gut live an der Gitarre gefallen hat, war das 414TL-II, welches ich aber nur für
    saubere Jobs mal mitnehme.

    Mit dem "ein bisschen wie Condenser" hast Du Recht. Ich hatte auch einmal ein SPL-Nugget mit AT-Kapsel aus der 40er Serie, welches auch super an
    der Git-Box war.

    Das AE3000 werde ich antesten, Danke für den Tip.

    OT
    Ich suche noch was kleines, robustes, was sich gut an der Snare/Top ausrichten lässt und in die Richtung o.g. 414er geht.

  • bemi
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    • 7. Juni 2013 um 10:04
    • #11
    Zitat von "R880"


    OT
    Ich suche noch was kleines, robustes, was sich gut an der Snare/Top ausrichten lässt und in die Richtung o.g. 414er geht.


    probier mal AE3000 ;)

    Viele Grüße aus dem Allgaeu - Michael "bemi" Bernhard
    https://bemiton.wordpress.com/

  • R880
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    • 7. Juni 2013 um 10:17
    • #12

    Du meinst es ist die Wollmilchsau :)
    Kommt man mit der originalen, sprich mitgelieferten Klemme an der Snare gut ran?

  • wora
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    • 7. Juni 2013 um 11:02
    • #13
    Zitat von "R880"

    ...
    Das AE3000 werde ich antesten, Danke für den Tip.


    das AE3000 kann ich ebenfalls empfehlen, es ist ein in vielen anwendungen einsetzbares mikrofon. ich habe damit auch schon Vibraphon, Klavier und Flügel abgenommen. dieses mikro ist mein nachfolger für das früher benutzte SM57. irgendwie kann man damit alles abnehmen, auch gesang.
    an gitarrenamps ist es jedenfalls seit jahren mein wichtigstes mikrofon.

    Zitat von "R880"

    ...
    Ich suche noch was kleines, robustes, was sich gut an der Snare/Top ausrichten lässt und in die Richtung o.g. 414er geht.


    für Snare habe ich das AE3000 hier schon vor jahren empfohlen, gerade durch die seitliche einsprache kommt man doch meistens ganz gut dran. die klemme ist sehr stabil, das mikro ist damit in einem weiten bereich winkelbar.
    es ist übrigens auch ein guter tipp für toms, wenngleich man hier etwas mehr übersprechen von den becken in kauf nehmen muss, also ähnlich wie beim SM57 - nur in der klangfarbe "schön" :wink:


    so, nun wieder zurück zu den durchaus interessanten bändchen. :wink:

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • guma
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    • 24. Juli 2019 um 12:55
    • #14

    Da sich im "Acht" Faden das Percussion Chinabändchen bei Tante Alma als Atrappe entpuppt hat, fällt mir ein, hier nochmal daran zu erinnern, dass hier die Gelegenheit wäre, eigene Bändchen-Erfahrungen zu posten.

    Ihr wollt mir nicht weiß machen, dass sich die letzten 10 Jahre keiner an eigene Experimente zur live Anwendung gerade mit den China-Bändchen gemacht hat???

  • schurik
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    • 24. Juli 2019 um 16:00
    • #15

    Ich habe sehe gute Erfahrungen mit dem Thomann RB500 gemacht, wer keinen Bock auf EQ'ing während der Show hat, dem kann ich folgende Kombination empfehlen:

    das RB500 tendenziell auf den Rand vom Lautsprecher, ein beta57 fast genau auf die Mitte, das mischt sich dann so wie bei der Bassdrum ein beta52 für den Schmatz aussenrum und ein beta91 für die "Mitte"..

    Wenn man viel auf Festivals spielt würde ich z.B. eine Behringer DI Box mit XLR Eingang empfehlen, das schützt zum einen das Milrofon vor Phantompower und hebt gleichzeitig den Pegel an (das Mikrofon braucht sehr viel Gain).

  • guma
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    • 24. Juli 2019 um 16:26
    • #16

    Du meinst die

    Behringer DI100 Ultra-DI

    Wenn das zuverlässig funzt, warum nicht? Ich hab dafür gerne was ohne Schalter, also ohne Fehlbedienungsoption:

    https://www.tritonaudio.com/fethead.html

  • schurik
    Gast
    • 24. Juli 2019 um 16:40
    • #17

    sehr guter Tip, danke !

  • Loloverde
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    • 24. Juli 2019 um 19:29
    • #18
    Zitat von guma

    https://www.tritonaudio.com/fethead.html

    Bei der Homepage mußte ich zweimal nachschauen, ob ich nicht bei Neumann Audio gelandet bin.

    http://www.thewhitelodge.de

  • guma
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    • 24. Juli 2019 um 20:04
    • #19

    Ja, das Logo hat was ...

  • =RS=
    Profi
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    • 25. Juli 2019 um 01:07
    • #20

    Ich nutze aktuell sE Electronics VR2 als Overhead und am Gitarren amp. Ich find's ne Wucht.

    Sind aktive Bändchen, brauchen also Phantom. Damit hätte sich die Problematik auch erledigt.

    Wobei, sind heutige Bändchen da überhaupt noch empfindlich? Bzw., kommt diese Geschichte der kaputten Bändchen durch Phantom nicht sowieso aus Studios, wo mit TRS Patchbays gearbeitet wird/wurde?

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