Sagen wir es doch ganz einfach, wenn Zeit und Möglichkeit gegeben sind sich auf einen Job vor zu bereiten, dann stößt es selbstverständlich auf Unverständnis wenn man es dennoch nicht getan hat und viel Zeit vor Ort verliert. Wenn dem aber nicht so ist, bleibt dir kaum eine Wahl als von einem default Stand her zu beginnen, wie dieser im einzelnen Aussieht ist auch wieder abhängig vom Techniker vor Ort. Von dem her ist der Threadtitel etwas unpassend weil er nicht das eigentliche Problem, den unprofessionellen Techniker, wiedergibt.
Wann stirbt der "vom-default-Stricker" endlich aus?
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Ich wähle meine Threadtitel gerne "plakativ". Das erhöht den Unterhaltungswert im doppelten Sinne. :wink:
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Es ist ja auch mal so:
Wenn Hersteller richtig sinnvolle defaults bauen, muß man nicht so viel stricken. Da ist Luft nach oben.
Also z.B. alle Compressoren an und Threshold auf Maximalwert, eine Vorwahl für den globalen PEQ-Q-Faktor, solche Sachen.
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Ich greife das aus einer praktischen 0815-Situation nochmals auf, weil mir die beschriebene Vorgehensweise als Bandmischer gerade den Arsch gerettet hat:
-Club-Abend mit drei Bands
-die meinen sind der Headliner
-ein Digitalpult meiner Wahl am Start ( kam in diesem Fall von mir, könnte aber genau so gut sonst was sein und ich habe ein file, welches ich auf das Vorortpult aufspiele ) und ich kann den für den Headliner gewohnten und zum file passenden Mikrosatz benutzen (sind eh nur Drum- und Vocalmics)
-load in 16:00, showtime 20:30
-geplant 18:00 SC Headliner, 19:00 SC 1. Band, 2.Band ohne Voraus-SC nur LC nach Umbau
-es gibt ein sehr gut ausgearbeitetes file für meinen Headliner und es gibt noch sämtliche Master- und MonitorEQs als preset für diesen Club aus einer ähnlichen Veranstaltung vor einem Jahr (ist aber tatsächlich erst mein zweiter Besuch in diesem Laden!)
- die PA im Club ist definitiv nicht zum Vorjahr verändert (ich nehme mal an, das ist in vielen anderen Läden genauso, in den meisten in denen ich zu tun habe, spielt die PA nicht nur seit Jahren sondern seit Jahrzehnten unverändert :wink: ...)
- alle Bands spielen über das gleiche Drumset (Headliner), tauschen aber Snare, HH, Becken.Im Vorfeld habe ich in ein ganz aktuelles Showfile meiner Band die besagten alten EQ settings für Haus und Monitore des Clubs eingepflegt, danach dieses file für die anderen Bands multipliziert und die zusätzlichen Kanäle umbeschriftet, den Farbcode der Kanaldisplays angepasst und die DCA Zuordnug und gerinfügige Änderungen in den Routings vorgenommen. Meine showfiles sind immer so aufgelegt, dass es nicht nur die eigentlichen Bandinputs gibt, sondern im inputpatch bereits eine Menge Spare-/Gast-/-"wir ham's uns heute anders überlegt"-Kanäle vorhanden sind. Dort passen dann zusätzliche Gitarren/Bässe/Keyboards/Gesänge anderer Bands mühelos vorgefertigt dazwischen, sind aber schon sinnvoll geroutet und ich kann mir auf Pulten, die eine freie Stripzuordnung haben, das kurz vor oder während der show trotzdem praktikabel auf das für die jeweilige Band Nötige zusammenschieben.
Zeit für diese Vorbereitung @ home 30 min!
Der Hänger mit der Backline kommt 3 Stunden zu spät (19:15 Uhr) -> rechtzeitig umdisponiert (17:30 Uhr), anderes Drumset beigeschafft, und beide anderen Bands mit dem lokalen Techniker ge-sc-t. Der dann: "Das klingt ja alles schon so gut, ich weiß nicht, was ich da noch schrauben soll". Die SCs 3 x (Pult, USB, Editor) gespeichert, zwischen den Bands die Kick importiert, die Kick im mein Headliner-file importiert, alles andere belassen. Das Alternativdrumset und alle Backline on stage belassen. Kein Headliner-SC dafür gemütliches Beisammensein :-D.
Im Umbau zum Headliner Kemper-Rack mit ineargedöns und Monitor-X32 on stage, Splitterpatch (21Kanäle), Snare, Becken, HH und zwei Toms getauscht -> 15 minuten Umbau (großes Lob an die Jungs!) -> das "homefile" mit der importierten Kick geladen -> linecheck 180 Sekunden!!! (wo ist der smiley mit dem selberaufschulterklopf
) -> showtime!Während der show keine! input gain Änderungen, keine! EQ-Änderungen lediglich
-faderschupsen, FXe
-Vocalkompressor bisschen geändert
-im Dynamic-EQ in einer Stereosumme das Höhenband ein wenig verändert.
"Trotzdem" allgemein heftiges Lob der ansässigen Musikerpolizei "so geil war's noch nie"! und sogar ich selbst (der immer was zu nörgeln hat) war zufrieden.Kann mir jemand sagen, was an "store and load" falsch ist und wieso ich mich auf das Mischen von irgend einem Vorort-Default aus einlassen sollte?
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Darf ich an 1, 2 Stellschrauben deines geradezu Ideal- Ausgangsszenarios ein ganz kleines bisschen herummanipulieren?
Zitatdie meinen sind der Headliner
Die meinen meinten bis gestern, sie seien der Headliner. Sind sie aber nicht. Zwar war der örtliche VA des Tourkonzertes anständig genug, das Ding nicht komplett abzusagen (was ihm aufgrund des VVK- Verlaufes niemand wirklich hätte übel nehmen können). Aber wir spielen jetzt vor einem US Headliner (dessen Konzert, ebenfalls aufgrund des VVK, kurzerhand aus der Halle in den Club ver- und mit unserem zusammengelegt wurde). Das wurde am Vorabend, während ich gerade mit anderen ortsspezifischen Sorgen beschäftigt war, mal eben so beschlossen.
Zitatein Digitalpult meiner Wahl am Start
Weshalb jetzt selbstverständlich auch nicht das vereinbarte Pult meiner Wahl am Start ist, sondern das Tourpult des Headliners.
Die gute Nachricht Nr.1: das kenne ich zum Glück auch ganz gut und habe sogar ein (fast) aktuelles Bandfile dafür.
Die gute Nachricht Nr.2: nach einer Stunde Diskussion mit dem eigentlich ganz kooperativen (gemessen daran, dass er seine viel zu große Produktion auf die viel zu kleine Bühne quetschen und auch noch mit anderen teilen muss) FOHler ist der einverstanden, dass ich mein eigenes File benutze. Ich muss ihm lediglich hoch und heilig versprechen, dass er sein Pult anschließend 1:1 wieder bekommt.
Die schlechte Nachricht: der Firmwarestand des Tourpultes ist mit dem Inhalt meines Files – sagen wir – inkompatibel. Das bemerke ich, als ich bereits 15 Minuten vor Einlass ans Pult darf. Zu meinem Vorschlag bzgl. eines Updates erscheint der vierschrötige Produktionsleiter des Headliners und macht mir in breitem Südstaatendialekt klar, dass es nun aber genug sei und er genau zwei Möglichkeiten sieht: entweder, ich benutze das 'Standard- Supportfile' seines FOHlers (mit 4 Monitorwegen von vorne; das Monitorpultsetup seiner Band ist für alle anderen selbstverständlich komplett tabu). Oder ich gebe diesem 100 Dollar Servicepauschale, dann übernimmt der ausnahmsweise den Job für mich, und ich habe einen freien Restarbeitstag.Allerspätestens in diesem Moment freue ich mich, dass ich mir eine gewisse Routine bzgl. der Vorgehensweise 'start from scratch' bei mir halbwegs vertrauten Pulten bewahrt habe. Und es wird voraussichtlich noch ein einigermaßen netter Abend, unerwarteter erfreulich früher Feierabend inclusive.
Mit freundlichem Gruß
BillBo -
Zitat von "billbo"
... Die schlechte Nachricht: der Firmwarestand des Tourpultes ist mit dem Inhalt meines Files – sagen wir – inkompatibel. Das bemerke ich, als ich bereits 15 Minuten vor Einlass ans Pult darf.
Wer hat denn da geschlafen, Du oder er? Meist sind ja die Bandtech-Files die veralteten, denen man auf die Sprünge helfen muss aber halt: altes file auf neuer Firmware, das ist bei den Herstellern, die ich kann, in deren aktuellen Pulten eigentlich sogar über mehrere Generationen möglich. Bindest Du uns da gerade einen Bären auf? Welches Pult, in welchem Jahrzehnt mit welcher Firmware??Zitat von "billbo"Allerspätestens in diesem Moment freue ich mich, dass ich mir eine gewisse Routine bzgl. der Vorgehensweise 'start from scratch' bei mir halbwegs vertrauten Pulten bewahrt habe. Und es wird voraussichtlich noch ein einigermaßen netter Abend, unerwarteter erfreulich früher Feierabend inclusive.
Moment mal, ich erzählte gerade einen "Havariefall", der dank guter Vorbereitung unproblematisch handhabbar war und Spaß gemacht hat.
Du erzählst gerade einen "Havariefall", der dank schlechter Vorbereitung (irgend ein altes Bandfile mit irgend einer Firmware Version) durch das selbstverständliche Handwerkszeug eines Mischers (Mischpult bedienen können) doch noch irgendwie ohne Spaß geklappt hat. Ich behaupte nicht, dass man sich auf alles im Leben vorbereiten kann aber Mischen vom Default ist einfach nur das Handwerk beherrschen und keine besondere Qualifikation.
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Zitat
Welches Pult, in welchem Jahrzehnt mit welcher Firmware??
Ganz normales CL mit veraltetem 'vor 3.0'- Firmwarestand; ausnahmsweise war mein File um einiges aktueller. Da geht erst mal nichts, und man macht (auch wegen der Dante- Tücken) nicht mal eben unter Zeitdruck kurz vor Einlass ein Update on the fly. Hätte ich mich auch bei einer eigenen Kiste nicht getraut.
Du wärst vermutlich erschrocken wenn du mitbekommen würdest, wie viele toninteressierte Netzwerktechniker mit Mischen vom Default heutzutage bereits hoffnungslos überfordert sind. Erlebe ich auf meiner Heimatbaustelle regelmäßig; gäbe es dort (für das besteingeführte, übersichtlichste, mittlerweile leicht veraltete Pro- Digitalpult der Welt :roll: ) kein kindergartenfreundlich vorbereitetes Startfile, gäbe es alle paar Tage 5 Stunden Soundcheck.
Mit freundlichem Gruß
BillBo -
ich bin mittlerweile felsenfast davon überzeugt, dass ihr beide euch bei diesem thema NIE eingig werdet!

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Mmh ja, eigentlich ist es ja ganz einfach:
Plötzlich nicht mehr der Headliner-Mischer zu sein ist natürlich blöd, sollte aber selten sein. Kommt es öfter vor, sollte man den Künstler wechseln .... :roll:
Die Situation mit dem "zu aktuellen" showfile hatte ich hier ja mal vor Jahren ausführlich beschrieben als ein gewisser ... verhinderte, dass ich ihm sein M7 auf dem Acker update. Der Verlauf war trotzdem ein anderer:
1. Ich wußte ein paar Stunden vorher, dass ich diese Situation habe und ich würde mich immer frühzeitig für die firmware Version interessieren. Ich hatte noch immer eine alte Editorversion auf dem Läppe und habe mich zähneknirschend ins catering zurückgezogen und via library händisch mühsam mein File in die alte Version zurückversetzt, weil ich genau wußte, dass bestimmte Dinge vom default aus nicht zu realisieren waren, weil das im 'change over' zu langsam geht. Das würde mich in jedem Digitalpult an der "vom default aus" Variante granatenmäßig stören, genau zu wissen, dass ich bestimmte Dinge mit noch so viel Übung nicht 'in time' schaffen werde, die mit dem gespeicherten Kram aber super zu realisieren sind. Letztendlich ist es weniger als von Billbo beschrieben eine Frage der scheinbar unbeeinflußbaren Situation sondern doch vor allem eine Mentalitätsfrage, wieviel Energie man da hinein steckt, sein file ordentlich an den Start zu kriegen.
2. Die Notlösung "vom Default" sollte man selbstverständlich drauf haben und zwar nicht nur von seinem Lieblingspult. Wenn man damit zufrieden ist, stimmt aber irgenwie auch was mit der Liebe zur eigenen Arbeit nicht oder mit dem Einblick in das, was man mit den Geräten realisieren kann.
3. Dass die CLs das schnelle updaten von Pult + Tante Dante so unmöglich gemacht haben, ist ein echtes Manko des Systems obwohl das Yamaha jetzt versucht hat nachzubessern. Das verhindert nicht nur das updaten "auf dem Acker", sondern verzögert wahrscheinlich auch das normale updaten um die eine oder andere Woche bis einer im Lager mal 'nen halben Tag daran werkeln kann. Einer der Gründe, weshalb ich für mich dem M7 kein CL habe folgen lassen. Ein pro oder ein SD würde ich heute nachdem ich das oft genug gemacht habe, beim updaten deutlich entspannter sehen, ein GLD sowieso.Es ist eben nicht so, dass alles "schicksalhaft" ist, auch wenn es hier bequemerweise so beschrieben wird, sondern man ist auch immer mehr oder weniger aktiver Bestandteil dieses Schicksals. :wink:
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Zitat von "billbo"
Du wärst vermutlich erschrocken wenn du mitbekommen würdest, wie viele toninteressierte Netzwerktechniker mit Mischen vom Default heutzutage bereits hoffnungslos überfordert sind. Erlebe ich auf meiner Heimatbaustelle regelmäßig; gäbe es dort (für das besteingeführte, übersichtlichste, mittlerweile leicht veraltete Pro- Digitalpult der Welt :roll: ) kein kindergartenfreundlich vorbereitetes Startfile, gäbe es alle paar Tage 5 Stunden Soundcheck.Hätte das Teil ein file Management über USB und einen schicker zu bedienenden Editor, wäre das banalerweise auch heute nicht so. :wink:
... und was mir heute morgen noch so ein- b.z.w. auffällt:
Dass das im Heimat-Club so geht, liegt doch letztendlich auch daran, dass das Startfile eben nicht der Yamaha-Default sondern der Billbo-Default ist, der eben auch nicht bei Adam und Eva anfängt, sondern zum Laden passt insofern haben wir nur ein terminologisches "Problem". :lol:Die Frage ist doch die:
Wieviel Abhängigkeit von der Speicherbarkeit lasse ich als Preis dafür zu, dass ich Dinge bewerkstelligen kann, die im zeitlichen Verlauf ohne dieselbe kaum oder garnicht realisierbar wären, entweder weil das händische Erzeugen zu lange dauert oder das wie beim 'scene recall' eigentlich garnicht geht. Die korrekte Antwort darauf lautet: Das hängt von der show ab. :wink: -
Zitat
Hätte das Teil ein file Management über USB und einen schicker zu bedienenden Editor, wäre das banalerweise auch heute nicht so. :wink:
Ist so aber eine schöne Dauer- Praxisstudie zur Arbeitsweise real existierender heutiger Band- Tonkünstler. Die kann ich, in bunt wechselnder Reihenfolge zu Gast, mittlerweile in mindestens 4 ziemlich unterschiedliche Vorgehensweisen differenzieren:
A) der routinierte Tourprofi. Ist seit 20 oder mehr Jahren regelmäßig unterwegs und auf alle gebräuchlichen Gerätschaften der Pro- Liga ausreichend vorbereitet. Hat meistens ein (oft nicht mehr ganz aktuelles) File nebst Datenträger dabei, oder irgendwas in den Tiefen seines Laptops, auf dem neben Skype auch sein Messprogramm läuft. Und kriegt das in aller Regel auch unfallfrei geladen. Wenn nicht, isses auch nicht schlimm- ein funktionierendes Startsetup strickt er sich in 10 Minuten zur Not auch von Hand zurecht.
B) der wirklich sehr alte Hase. Fängt wo immer möglich vom komplett genullten Pult aus an, weil das vor 40 Jahren auch schon so war, und mag "so moderne Kisten" eigentlich nicht. Hier an Board würde ihn manch einer vermutlich auch mal 'Den Verstockten' nennen. Benötigt zur Einrichtung lediglich ein SM58 und seine Ohren. Fragt manchmal NACH dem Soundcheck wo denn der Tapswitch ist oder wie man den Gesangshall ändern kann. Zur Show passt's dann aber immer; hin und wieder vielleicht mal eine Spur zu laut.
C) der jung- dynamische Gelernte. Weiß anfangs nicht, ob er die Nase rümpfen oder es toll finden soll; erklärt aber vom ersten Augenblick an, was an seinem derzeitigen Herzensmischpult alles besser ist, und dass und warum das vor allem natürlich auch viel besser klingt. Braucht einen großen Tisch für Zusatzequipment und ein schnelles WLAN, verbringt anschließend ein paar Stündchen mit dem Herunterladen und Installieren von Filekonvertern u.ä.. Klappt das nicht, ist Arbeit angesagt: irrwitzige Patchings erstellen, Subgruppen basteln, Effektsektionen umgruppieren – kann dann manchmal etwas dauern, bis das Setup schließlich für soundcheckwürdig erklärt wird. Pech für die Vorband, und schlecht für's warme Abendessen.
D) das Jüngelchen. Aufgrund irgendeiner unseligen Fügung des Schicksals konnte er sein X32 nicht mitbringen, findet noch nicht mal einen USB- Anschluss, und tappst erst mal ein bisschen verzweifelt auf dem Bildschirm herum. Erst ein wenig später gibt er sich wohl oder übel die Blöße "tut mir leid, kenn' ich nicht (gerne auch: hab' ich schon lange nicht mehr gehabt :-D), kannst du mir bitte kurz eine Einweisung geben?“ Anschließend klappt's dann (vermutlich weil man in dem Alter noch über ein schnelles Auffassungsvermögen und hohe Lernbereitschaft/ Wissbegierigkeit verfügt) meist erstaunlich gut. Hin und wieder muss man allerdings die eine oder andere doch etwas überraschende Frage beantworten ("Hast du vielleicht irgendwo einen schönen Kick- Sound abgespeichert?" :-D).A) und B) brauchen kein BillBo'sches Startsetup – die kommen prima alleine klar. C) freut sich wenn es eins gibt, würde das aber niemals zugeben. D) wäre ohne hilflos, weiß das auch, und bedankt sich am Ende überschwänglich.
Fehlt noch E). Hat seinen FOH nebst Monitorsetup, Mikros, usw. selbst mit dabei, ist selbstverständlich bestens vorbereitet, nutzt zum Soundcheck das 32-Spur Recording vom Vorabend, und braucht eigentlich überhaupt nichts. AUSSER natürlich der Telefonnummer der für sein (zumeist nagelneues) Hightechgerät zuständigen technischen Hotline des Herstellers/ Vertriebes. Und einen stets vollständig geladenen Akku.
Mit freundlichem Gruß
BillBo -
Hm, ich kann mich nicht entsinnen, jemals einen supportler vom Gig aus angerufen zu haben. Also gibts mich, wenn ich mit Pult reise, gar nicht.
Ohne Pult nehme ich am ehesten A und lasse mir gern beim patchen helfen. :wink: -
Es gibt auch nicht den reinen Choleriker/ Melancholiker/ Phlegmatiker/ Sanguiniker. Die vier unterschiedlichen Temperamente aber schon.

Ah, noch vergessen: erstaunlicher Weise kriegen die Vertreter aller 4 Subkategorien in unregelmäßiger und nicht vorhersagbarer Rang- und Reihenfolge im Ergebnis die gesamte Bandbreite tontechnischen Liveschaffens hin: von 'undefinierbarem Matsch' über 'na ja, geht so'/ 'oh, echt gut!' bis hin zu 'allererste Sahne; verdammt - wie macht der das?'.
Kann einen manchmal schon ein bisschen ins Grübeln bringen.Mit freundlichem Gruß
BillBo -
Die Abzweigung zum Telefonierverhalten befindet sich im offenen Brett. Hier gerne weiter zum Thema ...
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Ich bin ja neben der tontechnik auch im sozialen Bereich unterwegs, und da gibt es ständig Evaluationen, durch Kollegen oder andere Optionen.
Das vom default aus arbeiten ist für uns Tonleute auch eine gute Möglichkeit die eigene Arbeit zu überprüfen. Schleichen sich langsam blöde Gewohnheiten ein? Verliert man bestimmte Aspekte aus dem Auge?
Daher macht es sicher Sinn es hin und wieder mal eine Show von null zu beginnen, am besten bei unkritischen Jobs

Im Alltag habe ich für mich aber auch schon festgestellt das ein Sammelsurium an eigenen default Files im Koffer das Leben zwischendurch reichlich entspannen kann.
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Ganz wichtiger Punkt und eine Erkenntnis, die man auch schon zu Analogzeiten gewinnen konnte. Nach ein paar Tourtagen meinte man zwar auf 'nem XL3 endlich 'fertig' zu sein und passte schließlich nur noch den System- EQ an die Akustik des Tages an. Gleichzeitig beschlich einen dabei aber auch das ungute Gefühl, dass der Mix von Tag zu Tag insgesamt immer platter und flacher wurde > totgemischt. Die Sonne ging erst wieder mit einem kompletten Neustart vom genullten aus Pult auf. Und das, obwohl man damals wesentlich weniger lineare und dynamische Signalverformer zur Verfügung hatte als heutzutage mit jedem Pillepalle- Mittelklassedigitalpult.
Bei meinen Dauerpatienten fange ich daher wann immer es die Situation erlaubt mit einem 'genullten Startfile' an. Bei dem sind zwar Dinge wie Beschriftungen, grundsätzliche Routings, UDKs/ User Layer, Effektsends (ich bin typischer Returnmischer und käme im Prinzip auch mit Aux- Schaltern statt Potis im Kanal klar :-D), EQ- Präferenzen wie Eckfrequenzen u. ä., Erfahrungswerte für Dynamikprozessoren, usw. usw. für schnellen Zugriff voreingestellt. Aber im Grunde genommen steht dabei alles noch auf Bypass, und zunächst einmal darf das unbearbeitete Signal zeigen, was es heute so drauf hat.
Eines hat sich seit damals allerdings entscheidend verbessert: die Bedienoberflächen sind so klein geworden, dass so ein Neustart heute bequem auch im Sitzen funktioniert.

Mit freundlichem Gruß
BillBo -
Zitat von "billbo"
Bei meinen Dauerpatienten fange ich daher wann immer es die Situation erlaubt mit einem 'genullten Startfile' an. Bei dem sind zwar Dinge wie Beschriftungen, grundsätzliche Routings, UDKs/ User Layer, Effektsends (ich bin typischer Returnmischer und käme im Prinzip auch mit Aux- Schaltern statt Potis im Kanal klar :-D), EQ- Präferenzen wie Eckfrequenzen u. ä., Erfahrungswerte für Dynamikprozessoren, usw. usw. für schnellen Zugriff voreingestellt.Wie wir vor bald drei Jahren http://www.paforum.de/phpBB/viewtopic.php?f=28&t=87524 schon mal erörtert haben, ist es eben Definitionssache, was man unter 'Default' versteht und wie elaboriert das persönliche "default" = Startfile ist. Das zitierte beinhaltet doch schon eine ganze Menge, über das man froh ist, wenn man es laden kann und es ist eben kein Hersteller- oder Fremd-Default sondern ein Billbo-XY-Band-Default und um so weniger Zeit man hat, um so froher ist man darüber, es laden zu können.
Im von mir oben geschilderten Fall war ich jedenfalls sehr froh, dass das Gespeicherte so passte. :wink: Wenn ich Zeit zum Schrauben habe, schraube ich auch sehr gerne neu (allerdings nicht so öde Sachen wie routing oder farbcode u.s.w.) und manchmal, wenn's eben zeitlich passt und besonders 'exciting' sein soll, nehme ich auch gern ein neues Pult mit. Alles super, solange ich die Überaschung selbst bestimme.

... und ja, im richtigen Leben geht das nicht immer so wie man das gerne hätte, es erklärt aber, warum das gleichzeitige billiger, kompakter und komplexer werden der Mischtechnik dazu geführt hat, dass Pulte öfter wieder mitreisen sofern es die Transportlogistik erlaubt.
Wenn man genau hinschaut, ist es doch so, dass die Kollegen zusehens Dinge in ihren Startfiles assimilieren, die einfach Zeit sparen.
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Zitat von "guma"
files zu erstellen, die helfen, sich in einer vertrauten Umgebung wieder zu finden, auch wenn sie nicht perfekt passen... :wink:
Da es ja dem einen oder anderen an Verständnis dafür fehlt:
Hier ist der eigentliche Sinn von selbst gestrickten Start-Files, wobei das Vertraute dadurch entsteht, dass man
1. beim Erstellen zwangsweise daran geübt hat
2. visuell vieles wiederfindet, auch wenn es sich um ein Pult handelt, das man nicht so oft bedient
3. man dort gewohnte Arbeitsschritte eingearbeitet hat, die man nicht mehr in irgend welchen Untermenues mehr suchen muss
4. Man etwas autonomer wird und nicht einem anderen erklären muss, was man möchte.Gerade bei Pulten, die sehr viele Optionen bieten, hilft das und das viel genannte Argument mit der nicht passenden Firmware Version lässt sich so beheben, dass man älteren file Versionen einen Zeitstempel verpasst, den man selbst auch versteht statt sie zu überschreiben und den Prozess des Restrukturierens beim Aufspielen eines älteren files auf eine neuere Firmware Version kennt. Ich behaupte ja nicht, dass das das Leben 100% sicher macht, aber man kann das schon so gestalten, dass es häufig hilft, auch unter Zeitdruck.
Und noch ein öfter gesehener Irrtum:
Das in einem hektischen GigA an einen ungewohnten Pult gespeicherte 'end of the day-file' ist per se erst mal kein Startfile für GigB, sondern sorgt beim nächsten Mal möglicherweise für noch mehr Selbstverwirrung. Auch ein vorstellbar hausgemachter Grund für die Abneigung mancher Kollegen. :wink: -
Das Thema 'Startfile' kann man ja durchaus auch umgekehrt angehen, indem man sich das vom Örtlichen mal schicken lässt. Ich habe das Negativbeipiel ja schon in einem Pult-Thread gepostet
Zitat von "guma"ach so ja:
Ich habe gerade von einem "Veranstaltungstechnikdienstleister", auf dessen Website 'Beschallungstechnik' sich unter dem Reiter "Zubehör" findet, ein M32 "startfile" erhalten, das für eine anstehende Drei-Kapellen-Show ausser dem M32 Herstellerdefault folgendes enthielt:
- alle inputs händisch gemutet bis auf
- 2 Kanalpaare händisch entmutet ( vermutlich DJ Tiffi )
- ein Stereo Aux entmutet mit der im ganzen Pult einzigen Beschriftung 'PB' ( nein es war kein weiterer 'scribble strip' mit dem Namen eines deutschen Schlagerstars beschriftet zu finden, wir danken für die Diskretion :lol: )
und sonst definitiv nichts.Positv betrachtet wäre es für mich ein durchaus gangbarer Weg die "BE schickt Bandfile" Methode umzudrehen und statt dessen vom Örtlichen vorab ein 'Festival patch start file' zu erhalten. Das könnte eine Beschriftung enthalten, aus der man den Festival Patch erkennen kann und die oben genannten Basics. Ich könnte mir das, wenn's klever gemacht ist, als durchaus vertrauensbildende Maßnahme vorstellen, als Visitenkarte des Örtlichen. Wenn's ein Pult ist, mit dem ich mich auskenne, würde ich mich vorab in ein solches file auch 'einpflegen'.
Wie viele Örtliche würden da wohl mit machen? :wink: -
Hallo Guma,
wieso soll der Verleiher sich im Vorfeld mit solchen"Spielchen " mit rumschicken von Startfiles bei einer Kirmesveranstaltung rumquälen?Oder wie mir, die Files sogar vorab schicken lassen und dann einpflegen .Bei vier Tagen mit 3Bands macht das 12 Files rumschicken/Email Adressen der Techniker rausfinden( die dann kurz vor der Veranstaltung dann wechseln
) Das bezahlt kein Veranstalter in dieser Liga,genauso wenig "Systemer" oder Ähnliches ,das muss mit einem max. 2 Universal-Technikern für alles gehen
,sonst bis du da als Verleiher draußen
Lieben Gruß nach Karlsruhe Peter -