Zitat von "rockline"... diverse Digico ...
Stimmt heute so nicht mehr, seit vor einigen Firmware-Versionen die recovery Funktion überarbeitet wurde... :wink:
Zitat von "rockline"... diverse Digico ...
Stimmt heute so nicht mehr, seit vor einigen Firmware-Versionen die recovery Funktion überarbeitet wurde... :wink:
Digico war ja mal ein Paradebeispiel (neben den dicken Midas) für eingebaute Windows XP Rechner. Umso besser, wenn das heute nicht mehr so ist. Ich kann das überhaupt nicht beurteilen, da ich mich mit aktuellen Digico Geräten nicht auskenne.
Das Thema USV, und auch der Thread aus 2013, zeigt eigentlich nur den Wunsch nach einer gewissen Mystik verbunden mit erhoffter Unfehlbarkeit der FoH Bude auf. Der alte Thread behandelt größtenteils iLive Probleme, und davon abgesehen jede Menge verklärter Unwissenheit über Netzteil bzw. USV-Hardware Technik.
Inzwischen sind wir in 2016, und im Klartext ist beispielsweise jedes X32 oder auch Yamaha CL (selbst alte M7 und PM5) nach kaum einer Minute Online. Mit allen Showinhalten wie es Millisekunden vor dem Absturz der Fall war.
Ich verstehe und akzeptiere den Einsatz einer USV bei Geräten die nicht so - wie oben angeführt - reagieren. Davon abgesehen bietet eine USV überhaupt keinen Vorteil. Aus Sicht einer "Bereicherung" für die bereitsgestellte Netzspannung für ein Mischpult-Schaltnetzteil ist dieser Gedanke vollkommen absurd.
Zitat von "rockline"Digico war ja mal ein Paradebeispiel (neben den dicken Midas) für eingebaute Windows XP Rechner. Umso besser, wenn das heute nicht mehr so ist. Ich kann das überhaupt nicht beurteilen, da ich mich mit aktuellen Digico Geräten nicht auskenne.
Das Thema USV, und auch der Thread aus 2013, zeigt eigentlich nur den Wunsch nach einer gewissen Mystik verbunden mit erhoffter Unfehlbarkeit der FoH Bude auf. Der alte Thread behandelt größtenteils iLive Probleme, und davon abgesehen jede Menge verklärter Unwissenheit über Netzteil bzw. USV-Hardware Technik.
Inzwischen sind wir in 2016, und im Klartext ist beispielsweise jedes X32 oder auch Yamaha CL (selbst alte M7 und PM5) nach kaum einer Minute Online. Mit allen Showinhalten wie es Millisekunden vor dem Absturz der Fall war.
Ich verstehe und akzeptiere den Einsatz einer USV bei Geräten die nicht so - wie oben angeführt - reagieren. Davon abgesehen bietet eine USV überhaupt keinen Vorteil. Aus Sicht einer "Bereicherung" für die bereitsgestellte Netzspannung für ein Mischpult-Schaltnetzteil ist dieser Gedanke vollkommen absurd.
Ich finde ja, daß eine Pult-USV so auszusehen hat, wie MA das baut. Oder Google in Servern. Nämlich HINTER dem Netzteil in Form einer Pufferbatterie.
rockline, ich möchte zum thema USV noch eine sache anmerken, die du offenbar nicht in erwägung gezogen hast.
so ermöglicht ein per USV gepuffertes pult im falle eines stromausfalles, das man in der stromlosen zeit trotzdem korrigierend eingreifen kann. z.b. in dem man einfach mal vorsorglich kanäle oder ausgänge mutet oder im pegel reduziert. das ist für mich ein nicht zu unterschätzender vorteil.
ansonsten gebe ich dir vollkommen recht:
was die bewältigung von spannungsformen und spannungsschwankungen angeht, sollten moderne netzteile völlig genügen.
Zitat von "wora"rockline, ich möchte zum thema USV noch eine sache anmerken, die du offenbar nicht in erwägung gezogen hast.
so ermöglicht ein per USV gepuffertes pult im falle eines stromausfalles, das man in der stromlosen zeit trotzdem korrigierend eingreifen kann. z.b. in dem man einfach mal vorsorglich kanäle oder ausgänge mutet oder im pegel reduziert. das ist für mich ein nicht zu unterschätzender vorteil.
Das ist ok, kann man so sehen. In so einem Fall habe ich aber auch eine Methode die unvorhergesehene Artefakte verhindert: ich schalte den Mixer einfach aus, und erst nachdem der Strom nach erfolgter Fehlerbehebung zuverlässig wieder da ist, wird erneut eingeschaltet.
Bei kleinen Veranstaltungen und kurzen Wegen zwischen Mixer und Bühne (Kirmeszelt u.ä.) spare ich mir den Zwischenschritt, und ziehe an der Verteilung vor der Fehlersuche die Strippe zur Mixerkabeltrommel raus.
Ich kann Deine Sorgen aber nachvollziehen, denn immerhin warst Du mit deinem Pult ja in solchen Dingen bestraft genug. Mit unseren favorisierten Mixern war das nie ein Thema. Wie ist das denn mit Deinem aktuell neuen Gerät....wie flott ist der Kasten online, und muss man für diese Kiste auch den USV Aufwand betreiben?
die dLive ist da natürlich wesentlich schneller online. bei der iLive dauerte das noch zwei minuten oder etwas mehr, bei der dLive dauert das so um die 20sek, genau hab ich es noch nicht gemessen. also etwa so wie bei anderen aktuellen digipulten auch.
andererseits hat mich die lange startzeit bei der iLive ja nie gestört, weil ich ja nur einmal gebootet habe und dann die USV übernommen hat. damit war das thema erledigt.
ich habe bei der dLive aber trotzdem eine USV am start, aus folgenden grund: da bei diesem system die signalverarbeitung nicht im pult stattfindet, sondern normalerweise auf der bühne im mixrack, ist es auch bei kleinen jobs nicht damit getan am surface den stecker zu ziehen. hier müsste man ja im falle eines netzverlustes auf die bühne spurten, um dem Mixrack den saft abzudrehen.
hier bietet es sich eben an, mit einer USV zu arbeiten und die nötigen mutes dann eben im batteriemodus zu setzen. jedes system hat da eben seine spezifischen vor- und nachteile. mit diesem kompromiss bin ich jedenfalls sehr glücklich.
Ja, ehm, also, noch mal zur Erinnerung:
Es gab keinen Stromausfall.
Es gab keinen Setupwechsel oder irgendeine Art von Geräte- Neukonfiguration.
Es wurde keine neue Show geladen oder sonst irgendwas von einem externen Datenträger.
Es wurde lediglich die 'Haus- Startszene' in leicht abgewandelter/ modifizierter Form (Effekte, Beschriftungen, Matrixzuordnungen, usw.) neu gespeichert.
Es lief ein paar Stunden unauffällig, setzte dann mitten im ganz normalen 'Handbetrieb' einfach aus, hatte nach Wiederinbetriebnahme sein Gedächtnis auch ohne Zwischenspeichern (geht ja schlecht bei komplett eingefrorener Bedienoberfläche) weitgehend behalten; lediglich der gesamte in-out- Patch war spurlos verschwunden.
Und ja, selbstverständlich haben Niggles, Rockline und Simonstpauli uneingeschränkt Recht: ein System für komerzielle Nutzung auf Livebühnen MUSS sich nach einer vorübergehenden Unterbrechung der Versorgungsspannung, egal ob per Netzschalter, Hauptschütz 'Tonanlage', versehentliches Stolpern über ein nachlässig verlegtes Schukokabel oder Fallen der 125A Messersicherung, innerhalb weniger Sekunden wieder in genau dem Betriebszustand befinden, in dem es sich ganz kurz davor befand. Sonst ist es für den Zweck schlicht ungeeignet. Daran lässt sich weder etwas schönreden noch wegdiskutieren.
Teddytaste: bei den letzten 1000 Liveveranstaltungen, bei denen ich in irgeneiner Form beteiligt oder technisch zuständig war, stand bei ca. 2/3 aller Fälle an mindestens einem Ende des Multicores ein Digitalpult von Yamaha. Dabei gab es nicht einen Totalausfall zu verzeichen (aber was nicht ist kann ja noch werden).
Sehr häufig jedoch die von Wora beschriebenen zickenden (weil verschlissenen und nicht rechtzeitig ausgetauschten) Fader. Sowie eine Eigenart, die mir speziell bei Yamaha schon mehrfach unangenehm aufgefallen ist: beim Wiederaufrufen einer zuvor gespeicherten Szene ist nicht immer alles 100%ig genau so, wie man es zu speichern geglaubt hat. Das habe ich zunächst auf persönliche Fehler zurückgeführt (vielleicht habe ich ja doch vor dem Speichern hie und da noch irgendwo rumgespielt und das anschließend einfach vergessen?). Oder hat vielleicht der Vorprogrammmischer irgendetwas Blödes angestellt, was so nicht abgesprochen war? Aber manche Dinge lassen sich damit nicht erklären. Bei PM5 ist es mir z.B. mehrfach passiert, dass beim Recall die Szene zwar wieder da war - aber komplett ohne Kanalbeschriftungen (nicht bei dem, den du aus der Zeche kennst, aber bei div. Pulten 'unterwegs'). Bei CL/ RIO ist gerne mal irgendwas bei den Preamps merkwürdig - eine wie von Geisterhand verschwundene Phantomspeisung, ein unerklärlich abhanden gekommener Phase Reverse, ein ganz offensichtlich 'merkwürdiger' Gainwert. Keine unlösbaren Katastrophen, aber ärgerlich genug.
Warum das hin und wieder passiert ist mir völlig unklar. Lade ich in solche Fällen meine nach dem Speichern gezogene Sicherheitskopie von USB bzw. PCMCIA :D, ist alles wieder perfekt so wie zuvor gespeichert.
Tbc.
Mit freundlichem Gruß
BillBo
wora: dann brauchst Du eine USV an der Stagebox, und eine an dem Pult? Wenn nur das Pult eine USV hat, dann braucht der erneute Verbindungsaufbau zur abgeschalteten Stagebox doch auch seine Zeit!?
Wie auch immer, offenbar muss man als Anwender bzw. Vermieter solcher Systeme für gewisse Abläufe selber Vorkehrungen treffen. Das kennen wir von Yamaha nicht. Ausschalten, Einschalten...alles ganz simpel.
billbo: die Speicherverwaltung bei Yamaha ist mir auch nach vielen Jahren nicht 100% klar. Ich speichere grundsätzlich nur noch in diesem "Basic Mode", wo alles mögliche gespeichert wird (werden sollte). Für "ganz sicher" tatsächlich auf diese Slot Karte. Grade bei Festival kommt immer eine gut laufende Szene als Kopie auf die Karte, und wird im Fall der Fälle auch von da wieder abgerufen.
Aber über das Thema Szenenspeicher mecker ich schon seit Jahren. Das ist nicht ganz nachvollziehbar - weil übers Ziel hinausgeballert - gelöst.
Und weil's gerad so schön ist: gestern gab es sie dann, die schon länger vermisste Begegnung einer mittelprächtig professionellen R&R- Tour mit der örtlichen GLD80- Liga. Tja. Volltreffer! :?
Preisfrage: bei einer kurzen Besprechung zu Aufbaubeginn bittet man den örtlichen Monitorer, für Center- und Spare- Wireless einen bühnentauglichen Gesangshall vorzubereiten. 'Vocal Plate' o.ä., Predelay 50ms, 2 - 2,5 Sek. Decay. Wie lange dauert es dann nachmittags beim Einsprechen der Monitoranlage von der Ansage "jetzt bitte ein bisschen von dem Hall auf die Center- Wedges" bis zum Ereignis 'ein bisschen Hall auf den Center Wedges'?
a) 10-20 Sekunden (weil der Monitorer sowohl seinen Job ernst nimmt als auch sein Arbeitsgerät versteht).
b) 2-3 Minuten (weil der Monitorer zwar sein Pult einigermaßen kennt, die Sache mit dem Vorbereiten aber irgendwie nicht verstanden bzw. verdrängt hat).
c) > eine halbe Stunde (weil der 'Monitorer' von tuten und blasen ganz offensichtlich nicht die geringste Ahnung hat). Incl. diverser geheimnisvoller Emergency- Telefongespräche und zuzüglich der Zeit, eigenhändig ("geh' jetzt bitte mal eben weg da von deinem Pult") aus einem irgendwann mal undefiert aus den Wedges wabernden Etwas eine Art bedingt bühnentauglichen Gesangshall zu formen.
Bei Tourneen dieser Art norde ich normalerweise nachmittags zusammen mit dem örtlichen Monitorer die Bühnenmonitorsituation ein; anschließend übernehmen dann die Backliner, und ich mache am FOH dabei gleichzeitig Linecheck. Mit einem fitten Örtlichen ist die Sache auf der Bühne in aller Regel nach 20 Minuten erledigt. Gestern dauerte das Ganze an die 3 Stunden; denn selbstverständlich entsprachen u.a. Patching und Zustand der Bühnenverkabelung ziemlich genau dem Kenntnisprofil der zuständigen Dienstleister.
Das sind dann tatsächlich Situationen, in denen es irgendwann mal sehr, sehr schwer fällt, zumindest äußerlich noch halbwegs gelassen und freundlich zu erscheinen. Während man ja einerseits weiß, auf diese Fachkraftkoryphäe noch bis Showende angewiesen zu sein, gleichzeitig aber die ganze Zeit denkt "du liebe Güte, was für eine Vollpfeife! Und warum eigentlich ich?"
It's only Rock'n Roll! :lol:
Mit freundlichem Gruß
BillBo
:lol:
Lass mich raten: PA war TW-Audio? Oder RCF/db technologies?
Also ich finde ja für 2x Knopf drücken und 1x Fader hochziehen 10s schon ziemlich lang...
Ich hole jetzt doch ein bisschen weiter aus. Für mich gibt es für alle Digitalpultehersteller eine gemeinsame Erkenntnis, von der ich 100% überzeugt bin:
Je besser ich mich mit einem dieser Produkte auskenne, um so mehr Unzulänglichkeiten finde ich darin. Unterschiede sehe ich vor allem darin, welchen Verlauf dieser Findungsprozeß nimmt. Also z.B. ob mir das Teil eher "Anfangsschwierigkeiten" entgegenstellt, überraschende "Störungen", nachdem ich mich schon hineingewerkelt habe oder eine finale Unzufriedenheit, nachdem ich genau weiß, was läuft. Daher habe ich mir angewöhnt, mich nur noch über Dinge zu ärgern, die nicht lösbar sind, also die Sorte von 'showstopper', für die es schlicht keinen 'workaround' gibt. Workarounds an sich finde ich im Gegensatz zu manchen hier vertretenen Meinungen erst mal nicht schlimm, solange sie nicht überhand nehmen und die Bedienung des jeweiligen Geräts zu langsam machen um in realistischer Zeit vernünftige Ergebnisse abliefern zu können. Das heißt natürlich nicht, dass man nicht Kritik üben sollte, allerdings hasse ich schon immer Kritik, die darauf beruht, dass Fehlfunktionen dadurch entstehen, dass sich der Bediener nicht ausreichend auskennt und das Produkt dann als nicht genügend "selbst erklärend"/"intuitiv" eingestuft wird und "ich weiß nicht, was ich tun muss, damit das Gerät macht, was es soll" durch "das Gerät macht nicht, was es soll" ersetzt wird.
Zitat von "billbo"Es wurde keine neue Show geladen oder sonst irgendwas von einem externen Datenträger.
Es wurde lediglich die 'Haus- Startszene' in leicht abgewandelter/ modifizierter Form (Effekte, Beschriftungen, Matrixzuordnungen, usw.) neu gespeichert.
Hier liegt das potentielle Problem und hier entsteht auch der Bedarf nach der USV. Nach einem Stromausfall und genau genommen auch nach dem regulären Hochfahren nach einem regulären shut down befindet sich eine Pro Konsole in einem Zustand, in dem man durchaus mischen kann. Es befindet sich die zuletzt genutzte Szene der zuletzt genutzten Show darauf und das "Mischverhalten" ist normal. Das Problem entsteht nach meiner Erfahrung dann, wenn dieser "Zustand" zum ersten mal gespeichert wird. Diese neue Szene wird dann zum potentiellen "freezer". Der Workaround besteht nun darin, sich 1. anzugewöhnen, nicht nur beim regulären Runterfahren zu speichern und zwar sowohl die Szene als auch die Show sondern auch 2. nach dem booten komplett neu zu laden. Da das nicht "havariefähig" ist, braucht man die USV. Natürlich ist das eine der Arten von Unzulänglichkeit, wie sie 'rockline' schon aufgezählt hat und natürlich sollte es so nicht sein und ja, wir haben 2016 aber ja es gibt den Workaround und ja man sollte es so machen, wenn man mit dem Pros zu tun hat. In Billbos Fall weiß man nicht, ob der Örtliche sich so verhalten hat.
Zitat von "billbo"Und ja, selbstverständlich haben Niggles, Rockline und Simonstpauli uneingeschränkt Recht: ein System für komerzielle Nutzung auf Livebühnen MUSS sich nach einer vorübergehenden Unterbrechung der Versorgungsspannung, egal ob per Netzschalter, Hauptschütz 'Tonanlage', versehentliches Stolpern über ein nachlässig verlegtes Schukokabel oder Fallen der 125A Messersicherung, innerhalb weniger Sekunden wieder in genau dem Betriebszustand befinden, in dem es sich ganz kurz davor befand. Sonst ist es für den Zweck schlicht ungeeignet. Daran lässt sich weder etwas schönreden noch wegdiskutieren.
Darüber sind wir uns schon lange alle einig und ja, Midas hat das für die Pro Konsolen bisher nicht hingekriegt. Trifft man jedoch auf so ein Gerät, sollte man einfach wissen, wie man damit umgeht. Ich kenne inzwischen einige Pro Nutzer, die ihre eigenen zahlreichen Gigs damit katastrophenfrei abspulen und sich an die Bedienung so gewöhnt haben, dass sie mit den ganz oben genannten immer zu findenden Unzulänglichkeiten so umgehen wie andere routinierte Bediener andere Pulte mit deren Unzulänglichkeiten, wobei mir da als erstes der Vi Fanclub einfällt. :wink:
Zitat von "billbo"Und weil's gerad so schön ist: gestern gab es sie dann, die schon länger vermisste Begegnung einer mittelprächtig professionellen R&R- Tour mit der örtlichen GLD80- Liga. Tja. Volltreffer! :?
Preisfrage: bei einer kurzen Besprechung zu Aufbaubeginn bittet man den örtlichen Monitorer, für Center- und Spare- Wireless einen bühnentauglichen Gesangshall vorzubereiten. 'Vocal Plate' o.ä., Predelay 50ms, 2 - 2,5 Sek. Decay. Wie lange dauert es dann nachmittags beim Einsprechen der Monitoranlage von der Ansage "jetzt bitte ein bisschen von dem Hall auf die Center- Wedges" bis zum Ereignis 'ein bisschen Hall auf den Center Wedges'?
a) 10-20 Sekunden (weil der Monitorer sowohl seinen Job ernst nimmt als auch sein Arbeitsgerät versteht).
b) 2-3 Minuten (weil der Monitorer zwar sein Pult einigermaßen kennt, die Sache mit dem Vorbereiten aber irgendwie nicht verstanden bzw. verdrängt hat).
c) > eine halbe Stunde (weil der 'Monitorer' von tuten und blasen ganz offensichtlich nicht die geringste Ahnung hat). Incl. diverser geheimnisvoller Emergency- Telefongespräche und zuzüglich der Zeit, eigenhändig ("geh' jetzt bitte mal eben weg da von deinem Pult") aus einem irgendwann mal undefiert aus den Wedges wabernden Etwas eine Art bedingt bühnentauglichen Gesangshall zu formen.Bei Tourneen dieser Art norde ich normalerweise nachmittags zusammen mit dem örtlichen Monitorer die Bühnenmonitorsituation ein; anschließend übernehmen dann die Backliner, und ich mache am FOH dabei gleichzeitig Linecheck. Mit einem fitten Örtlichen ist die Sache auf der Bühne in aller Regel nach 20 Minuten erledigt. Gestern dauerte das Ganze an die 3 Stunden; denn selbstverständlich entsprachen u.a. Patching und Zustand der Bühnenverkabelung ziemlich genau dem Kenntnisprofil der zuständigen Dienstleister.
Das sind dann tatsächlich Situationen, in denen es irgendwann mal sehr, sehr schwer fällt, zumindest äußerlich noch halbwegs gelassen und freundlich zu erscheinen. Während man ja einerseits weiß, auf diese Fachkraftkoryphäe noch bis Showende angewiesen zu sein, gleichzeitig aber die ganze Zeit denkt "du liebe Güte, was für eine Vollpfeife! Und warum eigentlich ich?"It's only Rock'n Roll! :lol:
Mit freundlichem Gruß
BillBo
Das ist genau das Problem, über das wir viel zu wenig meckern, an das ich in der letzten Zeit mit den jüngeren Bands geradezu Gefahr laufe, mich zu gewöhnen und das hat eben mit den genutzten Geräten genau nur den einen Zusammenhang, dass man je preiswerter das Mischgerät ( ..und natürlich auch der zugehörige Rest
) um so wahrscheinlicher auf so eine Truppe trifft. Die gleiche Pfeife könnte jedoch prinzipiell auch hinter einem Vi stehen ... :wink:
Das MUSS das Boot abkönnen, Herr Kaleu! Ansonsten mag zumindest ich damit nicht freiwillig unter Ernstfall- Einsatzbedingungen um die Welt schippern und überlasse das stattdessen einstweilen gerne abenteuerlustigen Hightech - Hasardeuren.
Aber wie gesagt - es gab ja nicht mal einen Stromausfall. Das Ding fiel einfach aus dem Nichts ins Koma.
Und selbstverständlich - das gestrige Problem ist sicher nicht dem Produkt geschuldet, sondern letztlich seinem Endbenutzerpreis.
Chris: schon klar
. Aber 10 Sekunden können auch verdammt schnell vorbei sein, wenn du unvermittelt auf irgendwas reagieren sollst, womit du dich vielleicht gerade gedanklich am allerwenigsten beschäftigst.
rockline: so ähnlich - Frontholz war eine 'Endorsement'- Vorführung eines brandneuen Systems eines anderen süddeutschen Herstellers, welcher zumindest gefühlt mit seiner gesamten Firma angereist war, und welches auch sehr anständig funktioniert hat.
Gar nicht auszudenken, wenn auch das noch dem restlichen Standard entsprochen hätte. War auch so schon ein ausreichend erlebnisreicher und dabei nicht gänzlich unanstrengender Tourtag.
Mit freundlichem Gruß
BillBo
Zitat von "guma"... Das heißt natürlich nicht, dass man nicht Kritik üben sollte, allerdings hasse ich schon immer Kritik, die darauf beruht, dass Fehlfunktionen dadurch entstehen, dass sich der Bediener nicht ausreichend auskennt und das Produkt dann als nicht genügend "selbst erklärend"/"intuitiv" eingestuft wird und "ich weiß nicht, was ich tun muss, damit das Gerät macht, was es soll" durch "das Gerät macht nicht, was es soll" ersetzt wird. ...
diesen beitrag sollte man mal dick unterstreichen!
mir selbst ist es auch schon passiert, das ich über ein gerät geschimpft habe und später erkennen musste, das ich einfach nicht richtig damit umgegangen bin. dann sollte man aber auch so ehrlich sein und das richtigstellen. ich mache sowas gerne über mails, die ich nach der veranstaltung an die betreffenden kollegen schreibe.
diese mails schreibe ich übrigens auch, wenn es berechtigte kritik gab. die nachfolgenden diskussionen verlaufen sogar oft positiv, manchmal aber auch nicht. je nach dem, ob der kollege eben genügend selbstreflektierung bereitstellt bzw. überhaupt willig ist sich zu verbessern
und ja, ich kann mittlerweile auch sehr diplomatisch schreiben, das habe ich in diesem forum hier gelernt. dafür gilt euch allen mein dank! ![]()
J...ein.
Das gilt sicher in hohem Maße für Geräte und Situationen, wo genügend viel Zeit für perfektes Kennenlernen und Einarbeiten zur Verfügung steht. Das gilt nur sehr eingeschränkt für die vielen ganz alltäglichen 'so isses, das steht da, komm halt klar damit - jetzt!' - Situationen. Und im wahren Leben gibt es die nun mal sehr viel häufiger als in Diskussionsforen.
Im Prinzip das alte T34 vs. Königstiger - Phänomen. Letzterer war 10x so teuer und konnte alles 10x besser; sowohl auf dem Papier als auch in echt. Aber die T34 haben gewonnen; nicht zuletzt deshalb, weil sie einfach und 'selbsterklärend' waren und jeder Idiot sie unter Stress halbwegs unfallfrei bedienen konnte.
Heute ProX. Brandneu aus dem Karton. Bis jetzt spielt das Ding. Toi, toi, toi.
Und viele, viele Ungereimtheiten und Fragen, die mir auch der Örtliche (der sich einigermaßen damit auskennt, besser jedenfalls als ich) nicht schlüssig beantworten kann: "Ich glaube, das geht mit dem Teil nicht - aber wirklich sicher bin ich mir auch nicht." Leider läuft dann auch an einem eher gemütlichen Tourtag irgendwann mal die Zeit für Grundlagenforschung ab; es müssen Ergebnisse her, und außerdem ist ausverkauft.
Noch ist der Tag aber ja nicht zu Ende... :roll: ![]()
Mit freundlichem Gruß
BillBo
Zitat von "billbo"
Heute ProX. Brandneu aus dem Karton. Bis jetzt spielt das Ding. Toi, toi, toi.
Und viele, viele Ungereimtheiten und Fragen, die mir auch der Örtliche (der sich einigermaßen damit auskennt, besser jedenfalls als ich) nicht schlüssig beantworten kann: "Ich glaube, das geht mit dem Teil nicht - aber wirklich sicher bin ich mir auch nicht." Leider läuft dann auch an einem eher gemütlichen Tourtag irgendwann mal die Zeit für Grundlagenforschung ab.
Schöne Zusammenfassung für das eigentliche Problem:
- Geräte, die aus dem Karton auf den Gig gehen
- Betreuungspersonal, das sich "einigermaßen" auskennt
- Bandtechniker, die sich weniger als "einigermaßen" auskennen
- Grundlagenforschung auf dem Gig
Männer, ich hab keine Lust mehr. In anderen Bereichen der Arbeitswelt darf man komplexe technische Geräte nur bedienen, wenn man sie wirklich beherrscht. Ganz einfach. Diese Dualität "Rumspielen und Meckern" geht mir so auf den Zeiger, dass ich mich in Zukunft aus diesen Erlebnisreisethreads raushalte. Ich gebe in Zukunft nur noch Sachauskünfte zu Geräten in den entsprechenden Threads. "Nachhilfelehrer" ist ja auch ne schöne Aufgabe. :wink:
Zitat von "billbo"...
Im Prinzip das alte T34 vs. Königstiger - Phänomen. Letzterer war 10x so teuer und konnte alles 10x besser; sowohl auf dem Papier als auch in echt. Aber die T34 haben gewonnen; nicht zuletzt deshalb, weil sie einfach und 'selbsterklärend' waren und jeder Idiot sie unter Stress halbwegs unfallfrei bedienen konnte...
J...ein.
das lag vor allem daran, daß der T34 durch seine deutlich günstigere bauweise und hohe fertigungskapazitäten irgendwo im ural in so großen massen produziert werden konnte, dass der nominal bessere panzer durch die erdrückende übermacht ganz einfach trotzdem keine nennenswerte überlebenschance hatte.
man erkennt dabei auch eine gewisse analogie zu Behringer vs. Midas ![]()
Zitat von "billbo"...Heute ProX. Brandneu aus dem Karton. Bis jetzt spielt das Ding. Toi, toi, toi....
ich drücke dir die daumen, das es diesmal hält und deine persönliche statistik ein bischen ins positive verschieben kann. :wink:
Zitat von "guma"...
Schöne Zusammenfassung für das eigentliche Problem:
- Geräte, die aus dem Karton auf den Gig gehen
- Betreuungspersonal, das sich "einigermaßen" auskennt
- Bandtechniker, die sich weniger als "einigermaßen" auskennen
- Grundlagenforschung auf dem GigMänner, ich hab keine Lust mehr. In anderen Bereichen der Arbeitswelt darf man komplexe technische Geräte nur bedienen, wenn man sie wirklich beherrscht. Ganz einfach. Diese Dualität "Rumspielen und Meckern" geht mir so auf den Zeiger, dass ich mich in Zukunft aus diesen Erlebnisreisethreads raushalte. Ich gebe in Zukunft nur noch Sachauskünfte zu Geräten in den entsprechenden Threads. "Nachhilfelehrer" ist ja auch ne schöne Aufgabe. :wink:
ich finde du reagierst da jetzt ein bischen zu heftig. natürlich kann ich nachvollziehen, daß irgendwann der berühmte tropfen das fass zum überlaufen bringt. und ich teile natürlich deine ansicht, das es eigentlich unverständlich ist, wie in unserer branche zum teil gearbeitet wird.
jedoch wird sich die welt dadurch leider nicht ändern, wenn du das handtuch wirfst, don quijote ![]()
Die von billbo beschriebenen Tourgeschichten sind aber nicht von ihm so ausgesucht, sondern werden je nach Lage der ausführenden Firma vor Ort so hingestellt. Natürlich könnte er sich einfach selber einen Mixer seiner Wahl mitnehmen, um sich so die Arbeit leichter zu machen. Ich hatte ihn letztens beispielsweise an einer Digidesign stehen sehen, und auch wenn das Gerät nicht zu seinen Hometrainern gehört, so war doch der Sound - wenn man von der schieren Größe des eigenartigen Venues mal absieht - super. Und das worauf es ankam, den auffallenden Delayeffekt vom Sänger - hatte er ebenso klasse hinbekommen wie auf besser bekannten Geräten. Spielt doch, und wozu als vielleicht denkbare Alternative eigenen Kram aufbauen und hinterher wieder wegpacken müssen? Damit hätte man übrigens noch ein weiteres Problem: wenn die eigene Gerätschaft mal abloost, dann hat der mitreisende Tonkollege ein ganz anderes Problem. Und nur bestimmte Typen von Mixern vorschreiben? Könnte ich mir für mich vorstellen, da ich überhaupt nicht viele Modelle aus dem Stand bedienen könnte. Damit würde ich aber bestimmt nicht weit kommen, weil spätestens die dritte große Company mir vorschlagen würde den Sound dann vom örtlichen FoH Betreuer für 100.- Aufwandpauschale machen zu lassen. Aber es gibt genügend Kollegen mit einer gesunden Neugier, denen das egal ist und die einfach mal loslegen. Von daher ist der Ralf mit seiner neutralen Einstellung nur die sichtbare Spitze des Eisberges im Tourgeschäft, und somit eigentlich der einzige der hier was entsprechendes zum lesen bringt. Der Rest nimmt die Realität hin wie sie ist, berichtet aber nicht darüber. Von daher - alles ganz normal.
nun ja, es hat ja nicht jeder tourtechniker den gleichen background.
da gibt es mittlerweile auch viele jüngere kollegen und auch quereinsteiger, die noch nicht soo lange am pult stehen und die deshalb keinen so großen erfahrungsschatz im umgang mit den verschiedensten pulttypen haben.
diesen kollegen sollte man nicht vorschreiben, daß sie nicht mit ihrer gewohnten konsole arbeiten sollen.
und, wie wir alle selbst schon leidlich erfahren mussten, kann man sich leider auch nicht immer auf die kompetenz der örtlichen babysitter verlassen. auf den pulten, mit denen ich mich auskenne, kann ich sicher 90% der babysitter erklären wie ihr pult funktioniert. das ist jedenfalls meine erfahrung dazu.
es gibt sicher viele unterschiedliche gründe, warum viele kollegen gerne auf den eigenen (oder zumindest den ihnen gut bekannten) pulten arbeiten möchten.
in meinem falle ist es z.b. einfach das wohlfühlen: wenn ich an einer ungewohnten konsole stehe, dann muss ich mich sehr viel mehr auf das werkzeug konzentrieren und die musik gerät in den hintergrund. das möchte ich einfach nicht. - und meine kunden finden das richtig. die spielen ja auch immer auf ihren eigenen instrumenten, die sie gut kennen.
aber natürlich ist der techniker, der mit allen pulten ein gutes (wenn auch nicht immer perfektes) ergebnis erzielen kann, eindeutig im vorteil was seine einsetzbarkeit angeht. das kann man auch so akzeptieren. jedoch sind solche leute eher die ausnahme als die regel.