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Beiträge von tufkasr

  • Frage zu Flankensteilheiten / Filtercharakteristiken

    • tufkasr
    • 4. Juli 2009 um 20:02

    @ Jobsti - Du schreibst "Den Zeitlichen Versatz kann man allerdings ablesen bei solch ner Aufstellung, wohl weniger über das GD, sondern eher über die IR, kann man ja bei ARTA neuerdings sogar overlayen."

    Du verwechselst hier zwei grundlegende Techniken. Du hast recht, wenn es um das Zeitalignment zweier Systeme annaehernd identischer Uebertragungsfunktionen geht (im z.B. Ueberlappungsbereich zweier Hornsysteme). Denn diese haben dann vergleichbare Impulsantworten, und die Synchronisation der Impulsspitze erlaubt den Zeitausgleich.

    Aber im Falle Phasenanpassung eines Hoch- und Tiefpasses unterscheiden sich die IR ganz grundsaetzlich! Synchronisation ist hier mittels der IR nicht moeglich (ausser man kennt die Impulsantworten genau, und weiss in welcher Weise sie zu ueberlagern sind, um korrekte Phasenanpassung zu liefern).

    Wie ich schon geschrieben hatte - es sind m.M.n. e nur Grenzflaechenmessungen zulaessig, da bei normalen Trennfrequenzen und Stackinggeometrien eine Messung in Ohrhoehe stets Ausloeschungen im kritischen Frequenzbereich ergibt. Fensterung der Bodenreflektion faellt auch aus, da das anechoische Fenster schlicht zu kurz ist, um eine gueltige Fouriertransformation fuer tiefe Frequenzen durchzufuehren. Ich mach es immer so:

    - Halbraummessung der Systeme ohne Filterung (Tops nicht auf den Boden sondern geflogen, um die charakteristische akustische Last nicht zu veraendern)
    - Geometrie zwischen den Systemen und dem Messmikro genau vermessen
    - gewichtete Mittelung der gemessenen Frequenzgaenge ueber den relevanten Abstrahlbereich
    - Entwerfen einer geeigneten Filterung via Software (Grenzbedingungen der einzelnen Wege beachten...hihi)
    - Importieren der Messdaten
    - Korrektur der akustischen Phasen entsprechend der Entfernung zwischen Messmikro und einem charakteristischem Punkt am jeweiligen System (meist Ebene des Gitters)
    - Approximierung der erforderlichen Filterung einschliesslich Phasenanpassung (Ermittlung des Delays und der Phasendrehung, welche allein durch die Zielfilterfunktionen bedingt sind)
    - Aufstellen des Systems im Stack, Messen der realen geometrischen Distanzen zwischen der charakteristischen Hoerposition und allen Komponenten (Laserdistanzmesser)
    - Korrektur der geometrischen Laufzeitunterschiede mittels zusaetzlichen Delays

    Im praktischen Fall gibt es fuer ein System XYZ eine Reihe von festen Standard-Setups. Das System wird gestackt/geflogen (im Rahmen der Vorgaben fuer das jeweilige Setup), dann werden mittels Laserdisto die geometrischen Differenzen zu einem Bezugspunkt gemessen (Wahl des Bezugspunktes haengt allerdings schwer von der Geometrie des Systems ab; je nachdem wie gross die lateralen Versaetze sind, muss der Bezugspunkt korrekt festgelegt werden, damit die Phasenunterschiede im relevanten Beschallungsbereich moeglichst klein bleiben - wenn Interesse besteht kann ich mal ein Beispiel posten). Die gemessenen Distanzen werden usammen mit der Stackgeometrie in ein Tabellenblatt eingegeben, welches die genauen Delayzeiten fuer das entsprechende Setup ausrechnet.

    Klingt komplizierter als es ist. Ich mag die Methode, denn sie ist nicht modular. Steht das Setup einmal fest, ist das einzig erforderliche Messmittel der Disto. Kein Pfriemeln an Trennfrequenzen, kein Rumdaddeln mit Klicks. Die Anwender wissen das zu schaetzen.

  • Frage zu Flankensteilheiten / Filtercharakteristiken

    • tufkasr
    • 4. Juli 2009 um 20:01

    Zum Thema Filterung und Resonanzbedaempfung mittels DSP - wir reden hier von 2 unterschiedlichen Dingen. Hoernli's Beschreibung trifft 100%ig zu, aber nur wenn zeitinvariante Filterung in Sinne parametrischer Equalisierung vorgenommen wird. Ich verstehe Hoernli's Argumentation dahingehend, dass die Bedaempfung resonanter Frequenzen mittels parametrischer EQs zwangsweise das Leistungsspektrum des Systems veraendert.

    DSP bietet aber die Moeglichkeit der zeitvarianten Filterung. So ist die Bedaempfung von Resonanzen moeglich, ohne das Leistungsspektrum des Initialteils der Impulsantwort zu veraendern. Stichpunkt ist die direkte Inversion der Differenz der Impulsantworten des Systems und der Zielfunktion. Eine anschauliche EInfuehrung in das Thema liefern z.B. Dyreby und Choisel (2007); "Equalization of loudspeaker resonances using second-prder filters based on spatially distributed impulse response measurements", JAES, Proc. 123rd Conv. Weiterhin sind die AES-Artikel von Peter Gunness sehr zu empfehlen (die Werbung gleichnamiger Technik lebt ja von der elektrischen Bedaempfung mechanischer Resonanzen ohne die analoge Verzerrung des Leistungsspektrums).

    Hoernli hat natuerlich einen wunden Punkt getroffen - die Mit- und Gegenkopplung ueber den Lautsprecher erlauben auf einfachstem Weg die Kontrolle exzessiver Resonanzen. Aber - die Implementierung solcher Technik bedarf eines hohen Grades an Erfahrung im Umgang mit der Elektronik und den Grundlagen der analogen Schaltungen, anderenfalls ist entweder die Wirkung oder die verbleibende Verstaerkung unzureichend. Fehlabstimmungen und mangelnde Schutzeinrichtungen koennen dem Treiber schnell den Garaus machen. Riskant! Knoepfe druecken und Kurven am Display aendern ist hingegen einfach, schnell und birgt nicht die Gefahren einer z.B. instabilen Mitkopplung. Ausserdem sieht's cooler aus.

  • Frage zu Flankensteilheiten / Filtercharakteristiken

    • tufkasr
    • 4. Juli 2009 um 20:00

    Moin Hoernli,

    der erbaermliche Versuch einer alternativen Erklaerung:

    Da das Thermogradientenfeld eines idealen Gases unter akustischer Wellenleitung nur geringe Absolutwerte aufweist, erfolgt die Wellenleitung adiabatisch und nicht isothermisch, i.e. Druckaenderungen rufen geringe Temperaturaenderungen im akustischen Element dm hervor. Durch die geringe Gradiente der Temperatur zu benachbarten Feldern, und der relativ schnellen Druckwechsel kann thermische Energie nicht in benachbarte Elemente transportiert werden. Die adiabatische Zustandsgleichung ist daher (1) (siehe Kinsler & Frey, (5.2.4)). Es wird ersichtlich, dass Druckaenderungen dP/dt auch Aenderungen der Dichte rho hervorrufen muessen. Olszewski zeigt dies graphisch in Abb.3.2.

    Die Wellengeschwindigkeit ist definiert als (3) (siehe K&F (5.6.1)). Substitution von (1) ergibt, dass die Wellengeschwindigkeit eine nichtlineare Funktion des Drucks ist (4). Aenderungen des Druckes P rufen Aenderungen der Wellengeschwindigkeit c hervor.

    Ergo - die lineare Wellengeschwindigkeit c gilt nur fuer den statischen Luftdruck P_o und die assziierte Dichte rho_o. Erhoehung des Drucks durch die sich ausbreitende Welle erhoeht auch die Wellengeschwindigkeit. Demnach werden Druckmaxima der Welle stets mit hoeherer Geschwindigkeit geleitet als Minima; Resultat ist die Aufsteilung der Welle (ausgedrueckt als p-t-Diagramm). Diese Verzerrung der Funktion p(t, x) fuehrt zu einer Aenderung des Leistungsspektrums, i.e. Verzerrungen.

    Olszewski's Definition basiert auf der Taylor-Expansion der Zustandsgleichung eines realen Gases, und endet mit der Herleitung der Wellengeschwindigkeit momentanen Wellengeschwindigkeit aus der Summe der statischen Geschwindigkeit c_o und der Differenzgeschwindigkeit v. Auch hier zeigt sich der nichtlineare Zusammenhang zwischen dem Zustand dP/drho des Elementes dm und der Wellengeschwindigkeit c.

    In einem kurzen Horn entstehen Verzerrungen durch die zusaetzliche Expansion, i.e. die proportionale Abnahme des Druckes waehrend der Wellenleitung innerhalb des Horns. Gesetzt den Fall der verlustfreien Leitung und der Massenkonstanz des Elementes dm, ruft die Kompression des Elementes nahe des Hornhalses wesentlich hoehere Druecke hervor als nahe des Mundes. Als Folge der variablen Wellengeschwindigkeiten treten asymmetrische Wellenformaenderungen auf. Erweitert sich der Hornquerschnitt und sinkt der nominelle Schalldruck, reduzieren sich die Unterschiede der Wellengeschwindigkeiten zwischen Druckmaxima und -minima. Die Entstehung weiterer Verzerrungen wird reduziert; bereits entstandene werden weitergeleitet und sind selbst Gegenstand nichtlinearer Wellenformaenderung. Darin begruendet sich auch der Umstand, dass Hoerner tiefer Grenzfrequenz fc infolge der langsamen Erweiterung der Hornkontur nahe des Halses hoehere Verzerrungen hervorrufen.

    Selbige Mechanismen gelten fuer die Ausbreitung innerhalb eines quasi-homogenen Mediums. Vorteilhaft ist hier, dass der Druck waehrend der sphaerischen Ausbreitung sinkt, i.e. die Unterschiede der Wellengeschwindigkeiten klein sind. Fuer geringe Distanzen zwischen Quelle und Empfaenger sind demnach die Verzerrungen gering. Durch das kommutative Verhalten der Verzerrungen 'summieren' sich die Verzerrungskomponenten mit steigender Distanz. Aus dem q'n'd-Diagramm I wird ersichtlich, dass die Wellengeschwindigkeit c eine quasi-quadratische Funktion des Druckes ist; folglich steigen die Verzerrungen ueberproportional mit dem Druck an (siehe Beranek Abb. 9.12)

    Eine sehr ausfuehrliche Eroerterung findet sich bei Czerwinski, E. (1999); "Air-related harmonic and intermodulated distortion in large sound systems" JAES. Darum haben wir aus Spass mal nachgemessen, und sind zu vergleichbaren Erkenntnissen gelangt.

    Selbstverstaendlich darf man die Psychoakustik bei der Betrachtung nicht aus den Augen verlieren - ein 30m entfernter Trompeter 'klingt' nicht verzerrt, da die entstehenden Verzerrungen der kognitiven Erwartungshaltung entsprechen. Was ist aber, wenn ich das akustische Bild eines Sprechers, welcher sich in virtuellem 2m Abstand zum Hoerer befinden soll, ueber eine Distanz von 30m projezieren soll? Dann wirken die Verzerrungen stark stoerend, da sich Suggestion und akustischer Eindruck nicht mehr decken!


    Referenzen:
    Kinsler L.E., Frey A.R., Coppens A.B., Sanders J.V.(2000); "Fundamentals of Acoustics", 4th edition, John Wiley & Sons

    Beranek L.L. (1954); "Acoustics", 1st edition, McGraw-Hill

  • Frage zu Flankensteilheiten / Filtercharakteristiken

    • tufkasr
    • 1. Juli 2009 um 19:20

    --> Timealignment.pdf - ich moechte hinsichtlich des beschriebenen Verfahrens doch ein paar Bedenken anmelden. Es geht naemlich so nicht. Um einen hinreichenden Teil der zirkularen IA fuer die DFT zu fenstern, muss eben dieses Fenster lang sein; dann allerdings liegt die erste Ausloeschung aus der Bodenreflexion mitten im Uebernahmebereich.

    Es taugen hier nur Messungen, die ein ausreichend langes quasi-anechosisches Fenster erlauben. Es muessen also Grenzflaechenmessungen her (Achtung wg. der komplexen Impedanz von Rasenflaechen - diese absorbieren, speichern und reflektieren wie alle poroesen Absorber - es muessen asphaltierte Flaechen oder harte Boeden in ausreichend grossen Hallen her). Jetzt die alte Leier - aber der Gast befindet sich nur fuer einen kurzen Teil der Veranstaltung mit dem Ohr auf Bodenhoehe. Wenn die Messungen sauber durchgefuehrt und dokumentiert werden, kann man zwischen geomtrischer Laufzeit und Gruppenblaufzeit zweifelsfrei unterscheiden. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es ein hinreichender Kompromiss ist, wenn der Laufzeitausgleich bezogen auf eine vertikale Ebene durch die Hoerposition erfolgt, i.e. Hoerer steht in unendlicher Entfernung vom System. Anderenfalls erlaubt der Laserdisto bequemes Nachregulieren fuer einen bestimmten Hoerplatz oder unterschiedliche Fluggeometrien.

    UND: man sollte nicht den Eindruck haben, dass das Zurechtleiern der Phase in einem bestimmten Frequenzbereich mittels DCX ganz einfach ist! Stimmt aber die Topologie von akustischem Hoch- und Tiefpass nicht ueberein, kann ich keine parallelen oder deckungsgleichen Phasenverlaeufe erreichen. Also: ich muss Hoch- und Tiefpass erst akustisch mittels DCX und Messung an ein theoretisches Filter bekannter Eigenschaften anpassen. Nur dann kann saubere Summierung / sauberes Impulsverhalten erreicht werden (darum Laplacetransformation). Noch ein Aber: auch das klappt nicht, wenn akustische Bandpaesse unterschiedlicher Flankensteilheiten und Resonanzgueten eingesetzt werden, z.B. BR-Subs die freestyle mit BW2 bei 35Hz und LR4 bei 95Hz getrennt werden. Einen solchen hochguetigen Bandpass kriegt man nur dann vernuenftig in ein System eingebunden, wenn man die theoretischen Uebertragungsfunktionen und deren Wechselwirkungen vorher genau kennt. Freeware zur Simulation elektrischer Standardfilter sollte es doch wie Sand am Meer geben; die entsprechenden Overlays fuer Messprogramme kann man bequem in Excel erstellen. Auch hier der Verweis auf Siegfied Linkwitz's Webseite - dort finden sich komprimiert alle Formel und Parameter fuer die gaengigsten Filtertopologien.

  • Frage zu Flankensteilheiten / Filtercharakteristiken

    • tufkasr
    • 1. Juli 2009 um 18:29

    Jobsti schreibt: "Wir versuchen am Hörplatz zu reduzieren und net am Mund?" Und hier liegt die Crux - Nichtlineare Verzerrungen am Hoerplatz sind zum ueberwiegendsten Teil Produkt der nichtlinearen Wellenausbreitung in der Luft (ich ignoriere alle Verzerrungskomponenten des Eingangssignals). Nichtlineare Echtzeitentzerrung benoetigt komplexe Algorithmen (da fehlen die einsatzfertigen Geraete) und Systeme mit hoher Richtwirkung konstant ueber einen weiten Frequenzbereich. Die braucht aber der Hobbyist nicht (und nur die 2 oder 3 Weltmarktfuehrer werden in den naechsten Jahren Systeme mit Echtzeitkompensation der Wellenausbreitung auf den Markt werfen).

    Das Problem reduziert sich dramatisch, wenn die Beschallungsabstaende sinken. Anstatt Hochleistunssysteme auf utopische 30m hin zu entwickeln, koennte es sinnvoller zu sein, verteilte Systeme fuer wesentlich geringere Beschallungsabstaende zu konzipieren. Der gesunkene Bedarf an akustischer Leistung pro System kaeme widerum der Senkung der Verzerrungen zugute. Aber die Wirtschaftlickeit - und: dankt der alkoholisierte Festzeltbesucher den gesteigerten Aufwand? Es kommt eben auf die Maszstaebe an - wenn nur noch der kleinste gemeinsame Nenner zaehlt, eruebrigt sich alles obenstehende.

    Nochmal Jobsti: "[...] klingts nicht, nervt und klingt unangenehm, was idR. doch wirklich den verzerrungen zuzuschreiben ist, [...]" Ohne dir zu nahe treten zu wollen, aber du wirfst alle subjektiven Maengel in einen Topf.

    @ Hagen - die mechanische, elektrische und akustische Domaene sind reversibel ineinander abbildbar, will heissen, ich veraendere etwas in einer, also aendert sich die Systemidentifikation auch in allen anderen. Filter muessen stets in der Domaene betrachtet werden, in der sie interagieren. Also Schallwellen in der akustischen. Wenn du von 24dB/oct Filterung sprichst, musst du die akustische Domaene meinen. Das kann z.B. bedeuten, dass nur ein 12dB/oct elektrisches oder mechanisches Filter benoetigt wird, um die akustische Uebertragungsfunktion zu erreichen.

    Ich geh dir bezueglich der Frage nach der Phasenmessung auch aus dem Weg. Aber hier ein paar Tipps:
    - Grundlagen der akustischen Messtechnik, der Systemidentifikation und der Fouriertransformation (D'Appolito, J. "Lautsprechermesstechnik" oder so aehnlich)
    - Grundlagen der elektrischen Filter und der Interaktion von Messungen akustischer und elektrischer Uebertragungsfunktionen (beide Buecher von Vance Dickason, die Webseite von Siegfried Linkwitz)
    - Grundlagen und Anwendung der Laplace- und Fouriertransformation, um die Zusammenhaenge zwischen Zeitdomaenen- und Frequenzdomaenendarstellung eines Systems besser zu verstehen

    Ein ganz hervorragendes Paper von Siegfried Linkwitz (1978) beschreibt die prinzipielle Entwicklung eines 3-Wege-Systems (auf Webseite zu finden). Dort findet sich ein hervorragender Leitfaden.

    Nur so viel: du musst zuerst ein guenstiges elektrisches Filter waehlen, dann die akustischen Eigenschaften beider Systeme entsprechend veraendern, und dann die Gruppenlaufzeit- und Phasenunterschiede zwischen den Systemen ausmitteln, um eine Uebertragungsfunktion / Impulsantwort moeglichst nah am theoretischen Original zu erhalten. Dafuer sind aber eine Vielzahl von akustischen Messungen erforderlich! Nur Mut, nach 2 Wochen Feierabendlektuere kannst du loslegen!

    P.S. Wo kommt denn dieses FIR vs. IIR Gemurmel her? Unabhaengig von den Erfordernissen der DSP-Plattform - ich moechte eine Anwendung sehen, welche innerhalb einer bestimmten Toleranzgrenze in einer der beiden Formen NICHT implementiert werden kann.

  • Frage zu Flankensteilheiten / Filtercharakteristiken

    • tufkasr
    • 1. Juli 2009 um 12:54

    Fehleinschaetzung der Verzerrung? Ueberhoehung der Sensitivity am Mund? Kann dir nicht recht folgen. Die 2.5% D2 am Mund sind (fuer diesen Treiber) hauptsaechlich Folge der nichtlinearen Wellenleitung im Horn - die hohen Schalldruecke nahe des Halses (und die erwachsenden stark unterschiedlichen Wellengeschwindigkeiten als folge der adiabatischen Prozesse) fuehren zur 'Aufsteilung' der Welle. Mit zunehmender Expansion der Hornkontur reduziert sich der Effekt. Aber: die nichtlineare Wellenausbreitung bleibt bestehen, auch wenn rein sphaerische Ausbreitung erfolgt. Und: das Auftreten nichtlinearer Entfernungen verhaelt sich linear zur Entfernung, aber quadratisch zum Schalldruck!

    Die 30m Angabe ist uebrigens auch eine Messung, welche sich mit der Vorhersage laut einer einfachen nichtlinearen Wellengleicung deckt. Ketzerisch nochmal: was bringt es, die 2.5% Verzerrungen am Hornmund auf ein Mindestmasz zu reduzieren, wenn ich die weiteren 12.5% Verzerrungen bis zum Erreichen des Hoerplatzes ignoriere? Kniffelige Frage - die Loesung ist so einfach wie kompliziert.

    Zitat Hr. Hoernli: "Hier lässt sich mit FIR nichts hörbar besseres erreichen (verglichen zu DCX & Co.; Anm. d. K.)" Hust - ich habe so eine Ahnung, dass diese Aussage u.U. auf objektive Kritik und Zurueckweisung stossen koennte...

    Und: DCX & Co. lassen unbedingt neue Moeglichkeiten erwachsen (deren Potentiale im Schnitt zu 15..20% ausgeschoepft werden). Aber: z.B. IIR-Filterung eines 1" am Horn (hier mit AD Shark) - damit kann ich a) steil trennen, b) durch approximative Kaiser-Filterung ein nahezu konstantphasiges System schaffen, c) Resonanzen des Horn selektiv bedaempfen ohne (wie bei parametrischen EQs) das Leistungsspektrum der linearen Uebertragungsfunktion zu veraendern, etc. pp. Verzerrungen ist praktisch nur sehr schwer beizukommen; wenn ich Filter, welche nicht an Problemen der Phasenverzerrung kranken, nutzen kann, bieten sich Wege, auch diese Verzerrungen 'subjektiv' wohlwollend zu reduzieren.

    Und noch was Ketzerisches: Ich wette, dass 50% dessen, was subjektiv mit dem Begriff 'Verzerrung' beschrieben wird, eigentlich resonanten Ursprungs ist! Aber - kaum jemand im Wastelland misst das Resonanzverhalten korrekt - und daran ist auch die Voreinstellung diverser Software mit schuld.

  • Frage zu Flankensteilheiten / Filtercharakteristiken

    • tufkasr
    • 30. Juni 2009 um 22:52

    Oder: HT-Hoerner (mit guenstigem Abstrahlverhalten) und relativ niedriger Grenzfrequenz (~800 Hz) einsetzen, das MT-System aber hinsichtlich der Abstrahlung so entwerfen, dass theoretische Trennung des HT weit hoeher liegen kann (z.B. >1.8kHz). Die hohe akustische Strahlungswiderstand am Hornhals zwischen 1kHz und 1.8kHz senkt die Diaphragmenauslenkung und reduziert die IM. Jetzt lassen sich z.B. auch 24dB/oct akustisch realisieren, ohne die Effekte der IM. Nachteil: die gestiegenen harmonischen und nichtharmonischen Verzerrungen durch die Verlaengerung des Horns (und unter Umstaenden starke Einengung der Hornabstrahlung >8kHz).

    Es bleibt die Frage: welche Form der Verzerrung ist unangenehmer? Und (ganz ketzerisch): spielt das alles ueberhaupt eine Rolle, wenn ich ernsthaft versuche in 30m einen verzerrungsarmen Klang zu erzeugen. Nichtlineare Artefakte sind bekanntermaszen kommutativ - ich hab hier ein Horn, bei dem mess ich bei 150dBSPL am Mund (f=2fc) 2.5% erste harmonische Verzerrung - nach 30m sind es dann 15%. Und: die nichtlineare Wellenausbreitung erzeugt ebenfalls IM...

    Ergo: es fehlt schlicht eine praktisch implementierte DSP-Plattform fuer den Audio-Bereich. Die beschriebenen Nachteile koennte man galant umschiffen, waere man durch DCX & Co. nicht auf analoge Filterkonzepte festgelegt! Die erschwinglichen Boards von z.B. Analog Devices muessen aber erst aufwendig umgebaut werden (Symmetrierung, Notschaltung, Stummschaltung, USV, etc. pp.).

  • Interpretation Burst Decay

    • tufkasr
    • 19. Mai 2009 um 12:19

    ...

  • Interpretation Burst Decay

    • tufkasr
    • 18. Mai 2009 um 13:51

    ...

  • Horn für Eminence Kappa 12a

    • tufkasr
    • 15. Mai 2009 um 14:18

    ...

  • Horn für Eminence Kappa 12a

    • tufkasr
    • 14. Mai 2009 um 14:39

    ...

  • Horn für Eminence Kappa 12a

    • tufkasr
    • 13. Mai 2009 um 20:05

    ...

  • Horn für Eminence Kappa 12a

    • tufkasr
    • 13. Mai 2009 um 00:22

    ...

  • Horn für Eminence Kappa 12a

    • tufkasr
    • 12. Mai 2009 um 23:22

    ...

  • Horn für Eminence Kappa 12a

    • tufkasr
    • 12. Mai 2009 um 23:00

    ...

  • Horn für Eminence Kappa 12a

    • tufkasr
    • 12. Mai 2009 um 22:09

    @ Sky - um das mal zusammenzufassen: Filler ist unbequem, und alle anderen haben das auch nicht; ausser Turbosound, Martin Audio und FunktionOne. Hmmm, was an dem Satz macht mich da ein wenig nachdenklich? (Alterszynismus)

  • Horn für Eminence Kappa 12a

    • tufkasr
    • 12. Mai 2009 um 20:24

    ...

  • Horn für Eminence Kappa 12a

    • tufkasr
    • 12. Mai 2009 um 19:33

    ...

  • Horn für Eminence Kappa 12a

    • tufkasr
    • 12. Mai 2009 um 18:40

    Achtung: schwerer OT-Beitrag!

    Die weitverbreitete Ansicht ob der Diskrepanz zwischen Theorie und 'Gangster' Praxis ist - sind wir ehrlich - dem Umstand geschuldet, dass 90 % der Menschen, welche mit der Veranstaltungstechnik ihren Lebensunterhalt bestreiten, ein physikalisches Grundwissen auf Primanerniveau haben. Und weil Grundwissen der Akustik und Psychoakustik schlicht auf breiter Front fehlt, wird jeder ingenieurstechnische Ansatz mit dem Praedikat 'mangelnde Praxisrelevanz' versehen, oder das Hinterfragen grundlegender Zusammenhaenge als uebertriebene Detailverliebtheit oder 'Formelonanismus' abgetan.

    So ist es in Deutschland mittlerweile geschaeftlich akzeptabel, dass ein renommierter mittelstaendiger Hersteller die Anfrage nach polaren Schallpegelmessdaten eines Systems - welche die Grundlage jeden Systementwurfs in akustischen Umgebungen wie Raeumen darstellen - mit dem Hinweis zurueckweisen darf, man veroeffentliche derart sensible Informationen der Produkte nicht, da deren Missinterpretation potentiell rufschaedigend sein koenne. Womit bewiesen waere, dass selbst das technische Personal der Hersteller nur noch teilweise mit hinreichenden physikalischen Grundfertigkeiten ausgestattet ist. Ein anderer Hersteller veraeussert akustische Hilfsmittel, welche nur dann sinnvoll eingesetzt werden koennen, wenn ihre akustische Interaktion untereinander und mit der Umgebung zumindest ueberschlaegig vorhersagbar sind. Doch auch hier zeigt es sich als akzeptabel, dass diese essentiellen Werkzeuge nicht zur Verfuegung gestellt werden koennen.

    Doch die Branche folgt einem eindeutigen Trend. Seit dem Aufkommen der leeren Phrase des 'lebenslangen Lernens' und der einhergehenden Unterlassung tieferer Wissensvermittlung an Schulen, Fachschulen und Universitaeten hat sich auch die gesellschaftliche Akzeptanz des 'Fachbuches' deutlich abgekuehlt. Wer lernt, weiss nichts! Die einzige deutschsprachige Publikation des Fachgebietes Elektroakustik stammt aus dem Jahr 1984 (es sind 25 Jahre vergangen), deren Grundlagen von 1954 bzw. 1957. Es besteht weder Interesse noch Bedarf an derartigem Wissen; angesprochene deutschsprachige Publikation ist die einzige noch im Druck befindliche.

    Da ich betontermaszen keine Ahnung habe, setz ich mir gern die Narrenkappe auf.

    Mit schellenden Gruessen: Sven

    P.S. Danke jogi fuer's Schuetteln der Teufelsgeige.

  • Horn für Eminence Kappa 12a

    • tufkasr
    • 12. Mai 2009 um 16:59

    ...

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