@ Jobsti - Du schreibst "Den Zeitlichen Versatz kann man allerdings ablesen bei solch ner Aufstellung, wohl weniger über das GD, sondern eher über die IR, kann man ja bei ARTA neuerdings sogar overlayen."
Du verwechselst hier zwei grundlegende Techniken. Du hast recht, wenn es um das Zeitalignment zweier Systeme annaehernd identischer Uebertragungsfunktionen geht (im z.B. Ueberlappungsbereich zweier Hornsysteme). Denn diese haben dann vergleichbare Impulsantworten, und die Synchronisation der Impulsspitze erlaubt den Zeitausgleich.
Aber im Falle Phasenanpassung eines Hoch- und Tiefpasses unterscheiden sich die IR ganz grundsaetzlich! Synchronisation ist hier mittels der IR nicht moeglich (ausser man kennt die Impulsantworten genau, und weiss in welcher Weise sie zu ueberlagern sind, um korrekte Phasenanpassung zu liefern).
Wie ich schon geschrieben hatte - es sind m.M.n. e nur Grenzflaechenmessungen zulaessig, da bei normalen Trennfrequenzen und Stackinggeometrien eine Messung in Ohrhoehe stets Ausloeschungen im kritischen Frequenzbereich ergibt. Fensterung der Bodenreflektion faellt auch aus, da das anechoische Fenster schlicht zu kurz ist, um eine gueltige Fouriertransformation fuer tiefe Frequenzen durchzufuehren. Ich mach es immer so:
- Halbraummessung der Systeme ohne Filterung (Tops nicht auf den Boden sondern geflogen, um die charakteristische akustische Last nicht zu veraendern)
- Geometrie zwischen den Systemen und dem Messmikro genau vermessen
- gewichtete Mittelung der gemessenen Frequenzgaenge ueber den relevanten Abstrahlbereich
- Entwerfen einer geeigneten Filterung via Software (Grenzbedingungen der einzelnen Wege beachten...hihi)
- Importieren der Messdaten
- Korrektur der akustischen Phasen entsprechend der Entfernung zwischen Messmikro und einem charakteristischem Punkt am jeweiligen System (meist Ebene des Gitters)
- Approximierung der erforderlichen Filterung einschliesslich Phasenanpassung (Ermittlung des Delays und der Phasendrehung, welche allein durch die Zielfilterfunktionen bedingt sind)
- Aufstellen des Systems im Stack, Messen der realen geometrischen Distanzen zwischen der charakteristischen Hoerposition und allen Komponenten (Laserdistanzmesser)
- Korrektur der geometrischen Laufzeitunterschiede mittels zusaetzlichen Delays
Im praktischen Fall gibt es fuer ein System XYZ eine Reihe von festen Standard-Setups. Das System wird gestackt/geflogen (im Rahmen der Vorgaben fuer das jeweilige Setup), dann werden mittels Laserdisto die geometrischen Differenzen zu einem Bezugspunkt gemessen (Wahl des Bezugspunktes haengt allerdings schwer von der Geometrie des Systems ab; je nachdem wie gross die lateralen Versaetze sind, muss der Bezugspunkt korrekt festgelegt werden, damit die Phasenunterschiede im relevanten Beschallungsbereich moeglichst klein bleiben - wenn Interesse besteht kann ich mal ein Beispiel posten). Die gemessenen Distanzen werden usammen mit der Stackgeometrie in ein Tabellenblatt eingegeben, welches die genauen Delayzeiten fuer das entsprechende Setup ausrechnet.
Klingt komplizierter als es ist. Ich mag die Methode, denn sie ist nicht modular. Steht das Setup einmal fest, ist das einzig erforderliche Messmittel der Disto. Kein Pfriemeln an Trennfrequenzen, kein Rumdaddeln mit Klicks. Die Anwender wissen das zu schaetzen.