So jetzt habe ich mir das mal genauer angeschaut:
In dem Päckchen, das uns Jürgen geschürt hat, ist doch einiges mehr drin, als uns Kai Pirinja dann weiter zitiert hat, und, wer lesen kann, ist wie immer im Vorteil, es steht auch eindeutig vor diesem "Kondensatormikro-Paper"Zitat, dass es zitiert ist, um den Unterschied zu verstehen!!! :roll:
1. Die "Laienerklärung" des Basistextes gibt schon einiges her
ZitatThe second diaphragm is acoustically transparent at higher frequencies, and partially blocks low frequencies from getting to the front diaphragm while still maintaining a true cardioid polar pattern even at low frequencies. Being a cardioid microphone, sound still strikes the rear of the front diaphragm to create rejection, however the second diaphragm controls the buildup of low frequency information that the front diaphragm encounters during proximity effect.
In a sense, the second diaphragm tricks the front diaphragm to behave like an omnidirectional microphone at low frequencies, resulting in a substantial reduction of proximity effect.
The second diaphragm controls the proximity effect creating a large “sweet spot” for vocalists, while still maintaining a consistent polar pattern at virtually all frequencies.
Der Trick besteht also in einer akustischen Semipermeabilität der hinteren Membran, die mit dem erhöhten Widerstand für tiefe Frequenzen ähnlich wie die semipermeabel gemachten unterschiedlich langen Kanäle im VariableD dafür sorgt, dass tiefe Frequenzen relativ später an der Membranrückseite der vorderen Membran ankommen als höhere Anteile. Das hat logischerweise nichts mit der Doppelmembrankonstruktion nach Braunmühl-Weber zu tun und klar, diese Konstruktion wird eben nicht zur Kugel, da der Gradient eben über den größeren Gangunterschied nicht zu tiefen Frequenzen abnimmt! Dieser Teil der Laienerklärung
ZitatIn a sense, the second diaphragm tricks the front diaphragm to behave like an omnidirectional microphone at low frequencies, resulting in a substantial reduction of proximity effect
ist also irreführend, denn bei einem Druckempfänger gibt es per Definitionem keinen Gradienten und schon gar keinen der für tiefe Frequenzen zunimmt. Also nochmal: der Gradient der in einer normalen Nierenkapsel gegen tiefe Frequenzen abnimmt (sogenannte Bassschwäche des Gradientenempfängers), nimmt durch die relative Weglängenvergrößerung für tiefe Frequenzen zu, (b.z.w. nicht ab, was er in der Kondensatordoppelmembrankapsel genau nicht tut) und der Naheffekt nimmt dadurch ab, was er bei Braunmühl-Weber ebenfalls genau nicht tut!
2. Die Patentschrift ist verlinkt!
Dort drin steht eigentlich alles, was der geneigte Ingenieur wissen muss, um es zu verstehen. :wink:
Auf Abbildung 1 und 2 sieht man in den Schnitten schematisiert sehr schön die im Gegensatz zum konventionellen Gradientenempfänger geänderten Wege zur Membranrückseite, auf Abbildung 9 der Patentschrift ist im Messprotokoll auch eindeutig zu sehen, wie sich der Frequenzgang zum Aufnahmewinkel und damit auch die Richtcharakteristik verhält:
von 0° bis 90° bleiben die Frequenzgänge abgesehen von der erwarteten Gesamtdämpfung bis -6dB bei 90° konstant, bei 180° fällt eben auf, dass die Rückwärtsdämpfung bei tiefen Frequenzen bestehen bleibt und sich nicht die gewohnte Badewanne, wie man sie auch von Kleinkondensatornieren kennt (In der Mitte die Senke auf der Nierenrückseite, oben der Anstieg durch die zunehmende Supernierencharakteristik für hohe Frequenzen und unten der Anstieg zur Kugel durch den abnehmenden Gradienten) zeigt.
Danke an Jürgen, ich war durch das unvollständige Zitat in Kai Pirinjas Beitrag fehlgeleitet.