wenn alles optimal ist, die akustik, der mischplatz und die wiedergabetreue der PA stimmt, dann brauch ich den kopfhörer nur um einzelsignale abzuhören.
bei größeren hörabständen (z.b. openair 40m vor der bühne) brauche ich ihn auch, um effekte punktgenau abzufahren.
wenn der pultplatz schlecht steht (bei industrie jobs extrem häufig) und ich dort nicht höre was aus den speakern kommt, dann mische ich immer über meinen eigenen kopfhörer.
natürlich muss man auch in den publikumsbereich laufen und das hörerlebnis entsprechend anpassen, das ist klar.
mir wurde schon sehr oft bestätigt, das ich das auch sehr gut hinbekomme.
gefallen tut mir das aber nicht, ich höre auch lieber was aus den speakern kommt.
ich nutze meinen kopfhörer auch oft um die summe zwischendurch mal abzuhören, sogar wenn das pult mal in der mitte steht. denn damit kann ich feinheiten im sound meist viel besser bearbeiten als mit 90% der beschallungsanlagen, die einem vor die nase gestellt werden. vor allem in nicht-openair-situationen kann einem die raumakustik schnell mal einen streich spielen.
ich gehe dabei davon aus, das sich vorne viele leute im direktschallfeld der speaker befinden, die dort die feinheiten viel genauer hören als ich weiter hinten. und wer sich da hinstellt hat durchaus auch ein anrecht auf ein gutes ergebnis.
also aus meiner sicht sollte man das mit dem kopfhörer nicht generell verteufeln, ich weiss das man mit diesem praktischen hilfsmittel seine ergebnisse durchaus verfeinern kann - und im extremfall überhaupt erst zu brauchbaren ergebnissen kommt.
ich hatte aber tatsächlich auch mal ein sehr großes problem mit dem kopfhörermix:
das pult stand HINTER der bühne und die PA bestand aus d&b C4.
es war mir definitiv nicht möglich, den sound im kopfhörer mit dem sound aus den boxen in einklang zu bekommen. die gitarren waren immer viel lauter als ich es wollte.
im nachhinein konnte ich es mir nur so erklären, das die boxen einen relativ großen K2 anteil haben, der im kopfhörer halt nicht hörbar ist.
aber bei dieser mischpultposition kann man auch nix perfektes erwarten...
was ich jedoch nicht verstehe ist, das es offenbar leute gibt, die auch unter optimalen bedingungen über den kopfhörer mischen.