Ich sehe - es gibt immer wieder Diskussionsmaterial.
SK
Ersteinmal wird immer komplex Summiert. Ob dabei nun der eine Energieanteil kleiner ist bzw. die Imaginärteile gleich sind oder nicht spielt keine Rolle. Wenn man sich mal die Schalldruck-Kurven der Membran und des Ports einzeln anschaut und dann die Gesamtkurve darüber angezeigt bekommt, kann man eigentlich nicht behaupten, dass da nur eine der beiden "Flächen" am Geschehen beteiligt ist. Es ist aber sehr richtig angemerkt: die Membran bewegt sich im Bereich der Helmholzresonanz mit sehr geringer Amplitude und der Port strahlt den größeren Teil ab.
Ich denke, dass Du hier den Kontext dieses Satzes etwas mißverstanden hast. Es ging doch um das Wirkprinzip von Bassreflex und die oft sehr abenteuerlichen Erklärungen dazu. Es ging aber nicht um die Analyse der Auslenkungen einzelner Komponenten. Naja, nicht der Rede wert. Wird vielleicht so manchem genau diese Frage beantwortet haben.:wink:
Ja, das Wort "Phasensprung". Das macht mich nun doch etwas stutzig. Der Phasensprung ist doch ein nicht sonderlich fremdes Wort in den Ingenieurwissenschaften. Den Phasensprung gibt es z.B. in der Signal& Systemtheorie, der Akustik und und und. Also, das war irgendwie .... Naja, aber auch nicht der Rede wert. (Wer's wissen will: einfach mal nach dem schönen Wort Googeln und dann überlegen: Was täten wir ohne Phasensprung?)
Ja, warum spreche ich aber von Phasensprung im Hinblick auf den Helmholzresonantor? Es ist nicht immer leicht Resonanzen eines Systems zu erkennen, da die Resonanzüberhöhungen im Amplitudenfrequenzgang je nach Systemdämpfung unterschiedlich stark sichtbar werden. Als ich in meiner Diplomarbeit Plattenschinger anhand der Modalanalyse untersucht habe, war gerade der Phasenfrequenzgang ein viel besserer Indikator für das Bestimmen der Eigenfrequenzen/Resonanzfrequenzen der Platte als deren Schnellefrequenzgang. Bei jeder Eigenfrequenz ( bitte an dieser Stelle nicht die Diskusion ob eine Eigenfrequenz eine Resonanzfrequenz ist, sie ist es für die meisten Akustiker, Maschinenbauer und Lexika. Mathematisch ist es aber nicht ganz korrekt.) kommt es zu einem Phasensprung von 180Grad. Würde man die Membran mit Hilfe eines Laserscanning-Vibrometers einer Modalanalyse unterziehen, könnten hier noch ganz andere Phasensprünge gefunden und auf Resonanzen der Membran bzw. des antreibenden elektromechanischen Systems (ihr kennt z.B.sicherlich die Patialschwingungen (Eigenmoden)) zurück geführt werden.
Vielleicht sollte man die Sache nicht so eng sehen. Denn: Was ist der Einheitsprung der Signal und Systemtheorie? Wirklich springen tut da auch nichts. Es ist vielmehr eine sehr steile Flanke. Es handelt sich also um eine Phasenverschiebung in kürzester Zeit. Der Phasensprung im Phasenfrequenzgang könnte somit als Phasenverschiebung in einem sehr engen Frequenzbereich beschrieben werden.
Ich denke, damit können Du (SK) und ich gut leben.
Die Komponenten eines gekoppelten Systems beeinflußt sich immer gegenseitig. Es ist dabei aber die Frage der effizienten Energieausbreitung und -nutzung entscheidend. Im Resonanzfall ist die notwendige Anregungsenergie immer geringer als im nicht resonierenden Fall. Es ist also richtig wenn noch einmal unterstrichen wird, dass das Portvolumen mit sehr geringer Amplitude oberhalb des Resonanzbereiches schwingt. Eine Phasenbeziehung wird es aber auch dann noch geben.
Ich bin der Meinung, dass Helmholzresonantoren sehr schmalbandig wirken. Da bin ich von der Raumakustik und den Wirkbereichen der hier verwendeten Absorber vorbelastet. Also, für mich ist das schmalbandig. :wink: