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Beiträge von billbo

  • LINEARRAY MONITOR !

    • billbo
    • 13. September 2010 um 00:50
    Zitat

    1220

    Oh. Ähm, ja. Ich glaub, so ähnlich hießen die :oops:

    Zitat

    .... und ich schlage eine neue Psychologie vor:

    Alles was hinter diesem Tortenstück liegt ist meins ! ... Das ist doch dann ziemlich viel .... oder ? :D :D :D

    Ich bin kein Psychologe. Aber ich sehe Konfliktpotential von kosmischen Dimensionen :roll:
    (ich hab schon Touren gemacht, da musste ich jeden Tag die Bühne mit weißem Gaffa in "Bereiche" unterteilen... und ich ahne, da ist irgendwie ein furchterregender Unterschied zwischen konkav und konvex. So rein psychologisch)

  • I don't need that, 2.0

    • billbo
    • 12. September 2010 um 23:32

    IDN: mittelgroßes Open Air, 2 – 3 Länder weiter Richtung Südosten. Wetter Online sagt: Dauernieselregen, unterbrochen von gelegentlichem Starkregen. Klingt ja schon mal vielversprechend.

    Vormittags Aufbau Backline/ Stageset und grundsätzliche Klärung der Situation vor Ort. Towerbühne mit rund 10m hohem Dach und sehr übersichtlichem Überhang vorn und seitlich. Noch viel übersichtlichere Gaze/ Verplanung an den Seiten; eine einsame Gazebahn baumelt traurig im Wind. Monitorplatz auf der Wetterseite am äußersten Bühnenrand.
    „Jungs, das wird so nichts. Da muss Wetterschutz her, sonst saufen wir später ab.“ „No problem, Mister, wir arbeiten dran.“
    Pult (M7) einrichten und kurzer Monitorcheck fluchend unter dunkelgrüner Plastikplane.
    „Jungs, bis heute Abend muss sich hier dringend was ändern. Ist zwar nicht mein Pult, aber ich muss drauf mischen!“ „No problem, Mister, ist in Vorbereitung. Bühnenbauer sind unterwegs.“ Nun denn; der Tag ist noch lang, und im Hotel ist’s immerhin trocken.

    Abends Get In zur Show. Changeover, es hat sich tatsächlich was geändert: die seitliche Gaze ist vollends verschwunden, wohl wegen Windlast. Über dem Monitorplatz schwankt ein Not - Zeltling im Regensturm. Auha, da müssen wir jetzt wohl durch.

    Einerseits ist es ja erstaunlich, welche Wassermengen auch moderne Digitaltechnik offenbar ab kann, ohne völlig den Dienst zu quittieren.
    Andererseits: ein gut ausgereiztes Monitor – M7 bei welchem sich während der Show ständig Kanäle ein – und ausschalten, Fader wild hin – und her zucken, ‚Autotouch‘ (obwohl deaktiviert!) in Random Mode von Kanal zu Kanal springt, die Monitorlautstärke im Kopfhörer sich in unvermittelten Sprüngen ändert, die ‚Centralogic‘ praktisch unbenutzbar ist – das ist eine Erfahrung, die man als Monitorer nicht wirklich braucht. Aber vielleicht mal gemacht haben muss.

    Aber EINMAL reicht definitiv! :lol:

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • LINEARRAY MONITOR !

    • billbo
    • 12. September 2010 um 22:27

    Gab’s bei D+B schon vor 30 Jahren :D – nee, nicht ganz, aber so 15 Jahre + dürfte hinkommen. Funktionierte gut, hatte aber trotzdem keine Chance.
    Ein solcher Aufbau, obwohl fachlich zweifellos vorteilhaft, wird von Musikern nicht angenommen. Die beurteilen Bühnenmonitore nach anderen Kriterien als nur nach schnöden elektroakustischen Eigenschaften; daher der gängige „Crossfire“ - Aufbau aus 2, 3, oder 4 Wedges:

    - das hier ist meine Burg; hier habe ICH meinen Sweet Spot, wenn ich will,
    - hier kann ich meinen Fuß drauf abstützen (kippelige Leichtbau - Schächtelchen mit Ziergitterchen und ‚Schaumstoff außen‘ sind echte Musiker – Hassobjekte),
    - und meine Setlist drauf kleben. So dass ICH sie sehe, und nicht das Publikum,
    - hier zwischen steht mein Stressbrett ein bisschen geschützt; zumindest schaut es ein klein wenig danach aus,
    - und hier hat der dicke Basser, der in dieser Besetzung leider auf MEINER! :evil: Bühnenseite spielt, Hausverbot und absolut nichts verloren.
    - Und geh mir bloß weg mit Deinen Inferen, äh Internenz, äh Inferterenzen!

    Genau deshalb werden sich die Teile/ wird sich dieser Aufbau ein weiteres Mal nicht durchsetzen.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • nerds, noobs & die schlimme langeweile...

    • billbo
    • 8. September 2010 um 23:04
    Zitat

    Also am liebsten so ein Hightechgerät aus der ersten Reihe vor der Bühne, ...

    Zitat

    mit meiner frau :D :D :D


    Typisch Tontechniker. Die haben eben ein eingebautes Faible für die garantiert kompliziertest möglichen Dinge.

  • Vergesst alles...

    • billbo
    • 8. September 2010 um 16:58

    Ist doch für den modernen Beschallungsalltag gar nichts so Exotisches.
    Genau so strahlt jedes 'Mini - Linearray' bis knapp an die 1kHz - Grenze ab... nur nicht ganz so gleichmäßig.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • nerds, noobs & die schlimme langeweile...

    • billbo
    • 8. September 2010 um 13:23

    :shock: Waaah, ist der fies. Da bin ich ja VOR dem Changeover schon ein nervliches Wrack.
    Ob meine Musiker/ Backliner es mögen werden, wenn ich sie beim Linecheck via Talback anschreie? :lol:

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • nerds, noobs & die schlimme langeweile...

    • billbo
    • 7. September 2010 um 23:57

    Bei vernünftigem W-LAN das hier:

    http://www.coolespiele.com/spiel/Denkspie…er-Bubbles.html :oops:

    Kann ich stundenlang, bis die Augen tränen. Oder der TL reinspringt "ey, merkst Du noch was? Is' schon seit 10 Minuten Changeover!" :lol:

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Wenn die gespeicherten Digitalpult-Setups gar nicht passen..

    • billbo
    • 7. September 2010 um 17:30

    Na ja, so weit hergeholt ist das nicht. Auch als dilletierender Praktiker bin ich ein Anhänger der ‚erst mal alles flat, außer Lowcuts‘ – Fraktion. Wenn mir beim ersten lautstarken mittäglichen SM58 ‚heyhalloeinszweidreitest‘ meine Stimme relativ bekannt vorkommt gehe ich mit dem guten Gefühl in den weiteren Tag, dass von dieser Seite (System/ Raum) voraussichtlich keine großen Katastrophen zu befürchten sind. Voraussgesetzt Mikrofonierung und Quellen stimmen ist ‚flat‘ dann für fast alles zumindest mal ein guter Startpunkt.
    Wenn dann später die Hi Hat flat, statt wie gestern im Club nach ‚tzt tzt‘, heute auf dem Groß – Open Air in 70m Entfernung nach ‚pötsch pötsch‘ klingt weiß ich dass, obwohl der System Tec seinen Job vermutlich korrekt gemacht hat, mir wildes Kurbeln am EQ auch nicht weiter helfen wird und ich mich statt dessen heute mit einem anderen Klangbild werde abfinden müssen.

  • Wenn die gespeicherten Digitalpult-Setups gar nicht passen..

    • billbo
    • 7. September 2010 um 15:53
    Zitat

    Es ist ja eben gerade unsere Kunst, immanente und veränderliche Anteile in unserem Mix auseinander zu halten und nur das zu speichern oder weiterzutragen was von Bühnensituation und Raum als wenig beeinflusst erkannt wird.


    Ein Satz wie ein Gemälde! :lol:

  • Wenn die gespeicherten Digitalpult-Setups gar nicht passen..

    • billbo
    • 7. September 2010 um 15:21
    Zitat

    Aber auch das ist kein Problem, wenn man die Files revidiert und die Cuts aus den Gesangskanälen wieder rausnimmt, bevor man das File auf das nächste Pult spielt.


    Und das ist extrem wichtig! Es ist so verführerisch wie grundfalsch, von einem Tag auf den nächsten aufbauen zu wollen. An Tag 10 ist man dann endlich fertig, und alles ist optimal – bzw. nichts stimmt mehr, weil all die nicht revidierten orts – und situationsspezifischen Korrektürchen der vergangenen 9 Tage im Verborgenen schlummern und Dinge korrigieren, die es nicht zu korrigieren gibt. Verseucht wie ein 5 Jahre altes ‚Windows ME‘.
    War übrigens auch schon früher genau so falsch, als ab dem 3. Tag niemand mehr das Headliner - 250er nebst EQ – Rack berühren durfte, weil „stimmt ja alles“.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Kleine Säulen

    • billbo
    • 7. September 2010 um 15:00

    Negativ :D

    Hier werden 2 Dinge verwechselt/ unzulässig miteinander vermischt. Im oberen Teil des Frequenzspektrums bestimmen Größe/ Form/ Anordnung der Membranen das Abstrahlverhalten. Bitte dazu das Richtdiagramm über Frequenz eines beliebigen Konuslautsprechers anschauen.
    Sobald aber die abzustrahlende Wellenlänge wesentlich kleiner wird als die Ausmaße der Schallwand arbeitet das Ding als Kugelstrahler; da hier nur das horizontale Maß klein ist, ist die horizontale Abstrahlung ab dort nicht 100°, sonder 360°. Bei 20cm Schallwandbreite ist das bereits ab ca. 1,5kHz der Fall!

    Und genau daher rühren die von Kollegen beobachteten (Low – Mid) Rückkopplungsprobleme mit Front – PAs in Kleinstbauweise; im Übrigen ziemlich egal welcher.

    Die Linien oder Stäbchen mildern das Problem insofern etwas, als sie wegen des geringeren Pegelverlustes auf Entfernung weniger ‚Ausgangspegel‘ liefern müssen; damit ist natürlich auch der unerwünschte Störschall nach hinten oder zur Seite etwas geringer. Weil sie so schmal sind, ist er dafür allerdings leider auch bei deutlich höheren Frequenzen wirksam.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

    Edit meint: upps, manchmal sollte man das Korrekturlesen vielleicht nicht nur auf die Rechtschreibung beschränken.
    Es muss natürlich heißen "sobald die abzustrahlende Wellenlänge wesentlich größer wird als ..."

  • Wenn die gespeicherten Digitalpult-Setups gar nicht passen..

    • billbo
    • 6. September 2010 um 22:45

    Ja, noch einmal würde ich diesen Stunt so auch nicht mehr machen. Normalerweise kann ich ganz gut unverbindlich zurück blinzeln, wenn mich hilfesuchende Blicke am Moniplatz erreichen. Aber wenn gleich alle Augen auf einmal um Hilfe flehen ... weia.
    Wobei: „Dein Vertreter war ganz okay; aber mit Dir läuft die Sache für gewöhnlich dann doch schon noch eine ganze Ecke routinierter und geschmeidiger ab.“ Diesen Satz hört man als Stammcrew hin und wieder vielleicht ja auch mal ganz gern :roll:.
    Die Welt ist schlecht; und die Rockenroller sind die Schlimmsten :D.

    Zurück zum Thema: fremde Setups/ Files zu übernehmen ist also offenbar auch nicht unbedingt eine schlaue Lösung. Egal ob gewollt/ geplant/ genehmigt; oder vielleicht auch mal ganz frech aus einem zufällig vorgefundenen Pult gezogen. 'Deep Purple FOH' – hmm, kann man ja später mal ganz in Ruhe schauen, was der Kollege da so treibt. Schaden kann’s bestimmt nicht.

    Frage an die Anwesenden: gibt es jemanden, der nach getaner Tat konsequent ‚sein‘ Pult wieder löscht? Nicht ganz ohne Hintergrund. Den einen oder anderen Jungbeschaller habe ich schon dabei beobachtet, wie er nach der Show erst mal eine ‚Sicherheitskopie‘ auf seinen USB Stick gezogen hat. Ein bisschen so wie früher, als in weit im Osten liegenden Ländern der örtliche PA – Verleiher während der Show hinter einem stand, mit Knob Sheet und Bleistift in der Hand.
    Persönlich war und ist mir das allerdings grundsätzlich wurscht.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Wenn die gespeicherten Digitalpult-Setups gar nicht passen..

    • billbo
    • 6. September 2010 um 16:40
    Zitat

    Es ist auch ungemein interessant, unter Kollegen, die sich am Mix abwechseln, gemeinsam die Files anzuschauen und zu analysieren. "Warum hast Du das hier so gemacht und da so?".


    Noch viel interessanter ist es, einen Kollegen zu vertreten („übernimm bitte mein Setup 1:1, die Band ist das so gewohnt“) und alleine beim Line Check zu analysieren, wie es dazu kam und was er sich da und dort wohl dabei gedacht haben mag. :D Während sich sämtliche auf der Bühne befindlichen Augenpaare fragend auf den vermuteten Standort des Monitorplatzes richten...

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Wenn die gespeicherten Digitalpult-Setups gar nicht passen..

    • billbo
    • 6. September 2010 um 13:19
    Zitat

    Ich finde der Spiegel, den einem die Speicherbarkeit vorhält, wird viel zu sehr unter den Teppich gekehrt.

    Ja, einfach mit 'Showende 11.11.11' anzufangen kann ganz schön schockierend sein. :lol:

    Ganz so gut wie Gert (eine 'Hauptband' unter stets ähnlichen Bedingungen in stets professionellem Umfeld) habe ich's leider nicht. Wechselnde Bands. Wechselnde Besetzungen (wer spielt heute eigentlich Gitarre?). Wechselnde Gäste. Wechselnde Backline („wir nehmen heute das Festivalbesteck ...“). Wechselnde Backliner (der eine kann Toms stimmen, der andere gibt immerhin sein Bestes). Wechselnde Setlists, die dann nicht eingehalten werden. Wechselnde Künstlerideen („morgen machen wir noch einen kleinen Akustikpart. Vielleicht.“).
    Also gibt’s mehr oder weniger ein Grundsetup mit vorbereiteten Low -/ Hi Cuts, Dynamics, ggfs. ganz vorsichtigem Pre - EQing dort wo klar ist, was kommt. Natürlich Effekte, Effekt Sends, Beschriftungen, Mutes, DCA. Outputs flat und auf L/R; auf die Matrix krieg ich das dann schon, falls erforderlich, vor Ort. Ein vorbereiteter Aux für den Fall 'Subs getrennt anfahren'. Ein paar Sparekanäle für Überraschungen. Patching nach persönlichen Vorlieben (beim M7 z. B. sind bei mir das Schlagzeug und Co. links oben, die Band darunter, die Sänger rechts unten, Sonderkram (Moderatoren, Einspieler, Talkback, etc.) rechts oben; unter Berücksichtigung gängiger Analogzeit - Arbeisweisen auf der Bühne (die Kick bleibt auf der 1 ...), um es dem örtlichen Patcher, sofern es den denn gibt, nicht unnötig schwer zu machen.
    Und fertig. Rest bei Soundcheck :( / Linecheck :D / erstem Song :? .

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Digitalpult-Verwaltung im Festivalbetrieb

    • billbo
    • 6. September 2010 um 01:07
    Zitat

    ... odda?

    Klaro. Seh ich ja im Prinzip genau so. Muss aber dabei konstatieren, dass das, anders als erwartet bzw. postuliert, in der Praxis bisher nicht im Entferntesten zufriedenstellend funktioniert. Außer mal zufällig.

    Eigentlich funktioniert es sogar noch schlechter als ICH das erwartet habe. :roll:

    Und deshalb gibt’s schon jetzt am FOH/ Monitor Digitalpultburgen, wie’s früher auf einer Bühnenseite Keyboardburgen gab. Selbst auf 'nem 08/15 - Pillepalle - Stadtfest.
    Ich nehme mir die Freiheit, diese Entwicklung zu belächeln. Drüber ärgern muss ich mich in der Praxis nämlich genug. :D

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Digitalpult-Verwaltung im Festivalbetrieb

    • billbo
    • 5. September 2010 um 23:37
    Zitat

    Warum sollte ich das von Dir beschriebene Zeitfenster für das Geschraube im Concert Hall verplempern anstatt in ein PCM81/91 u.s.w. eine PCMCIA Karte zu stecken und meinen Scheiß zu laden ?????

    Weil der Technikhinsteller der Meinung war „ein 70er tut’s für die Kasper auch, der Headliner bringt eh sein eigenes Zeug an den Start“?

    Zitat

    Warum sollte ich mir an einem Digitalpult einen Wolf schrauben und dabei einem Analogpult nachtrauern anstatt dort genauso meinen Scheiß zu laden ???? Das bisschen Mühe, bis ich das ordentlich kann, ist mir das allemal wert.

    Weil der Softwarestand der Vorgruppenmühle nicht den Erwartungen Deines Speichermediums entspricht? Oder gleich ganz was anderes da steht als das, was Du dem Festvalguide noch am Abend vorher auf der Anreise im Nightliner entnommen hast? „Sorry guys, können wir auch nichts machen. Der Endorser hat ein anderes geliefert. Wollt Ihr trotzdem spielen?“

    Von panischer Angst ist nicht die Rede. Dafür von der Festivalrealität für die 3 Uhr Bands (den Ausdruck hab‘ ich seit ein paar Tagen im Festspeicher; danke Gert :D). Denn:

    Zitat

    Den besagten Roland habe ich übrigens deshalb abgewählt, ...

    wir scheinen sehr verschiedene Bands auf sehr verschiedenen Veranstaltungen zu mischen. Wenn abends Aerosmith oder Maiden spielen, und Du mit Deiner Band als eine von zehn irgendwann im Laufe des Tages davor, dann wählst Du gar nichts. Sofern Du nicht alles selbst mitbringst (und in Eigenregie auf – und wieder abbaust, versteht sich) hast Du 50 Minuten Zeit mit dem klar zu kommen, was da ist. Selbstredend inclusive Spielzeit der Band. Für Deine Files und Deine Sorgen interessiert sich kein Mensch; die einzig maßgebliche Größe ist die Uhrzeit, zu der Du mit Deinem Geraffel wieder von der Bühne verschwunden zu sein hast.
    Wenn Du Glück hast ist der FOH – Betreuer ein Netter, der Deine Sprache spricht (oder wenigstens ein wenig Englisch) und Dir wohlwollend unterstützend zur Seite steht. Wenn Du Pech hast gefällt ihm Deine Nase nicht, und er dreht sich rum und geht erst mal ins Catering. Kannst Du Dich ja beim Stagemanager oder beim Veranstalter beschweren; wenn Du zurück bist hat Deine Band noch 15 Minuten. Oder schon wieder abgebaut.

    Insgesamt also allerbeste Voraussetzungen, um die Möglichkeiten der Verwaltung eines nagelneuen, vollkommen unbekannten Top – Digitalpultes mal so richtig grundlegend auszuloten.

    DAS ist Festivalrealität. :D

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Digitalpult-Verwaltung im Festivalbetrieb

    • billbo
    • 5. September 2010 um 13:30

    Das mit den Parallelwelten ist zweifelsfrei richtig. Die treffen sich in Internetforen und bilden dort eine eigene Parallelwelt. Die darin diskutierten hehren Ansprüche und Ideale haben mit ‚auf’m Platz‘ dann oft nicht all zu viel zu tun.
    Das bestimmte Produkt war seiner Zeit zu weit voraus.
    Und nix gegen Concert Hall und White Room. Wenn ich da bereits dran rumschrauben kann, während mein Bandmischervorgänger noch sein Outro abspielt und Kopfhörer, I-Pod, persönliches Talkbackmikro und sonstige Habseligkeiten zusammensammelt, bin ich beim anschließenden Blitzlinecheck schon mal ganz weit vorne.

    gert: was ist denn auf dem kleinen goldenen unten links?
    Um nicht mißverstanden zu werden: mein eigenes mitgebrachtes ‚Headlinerpult‘ ist/ wäre heute selbstverständlich ebenfalls digital. Auf die eine oder andere damit verbundene Annehmlichkeit wollte ich heute nicht mehr verzichten; und wie ich das konfiguriere und dessen Bedienoberfläche gestalte (bzw. von Show zu Show so lange umgestalte, bis ich nichts mehr zu verbessern finde) ist ja ganz allein mein Bier.
    Sollte ich aber für die eine oder andere Show mal einen Vertreter buchen müssen (oder als Vertreter für jemand Anderes‘ ausgetüfteltes Setup gebucht werden) gehen die Probleme schon los.

    Komme gerade von ein paar Tagen Stadtfest, mit einem eindrucksvollen Bild vor Augen: Marktplatz, ‚Hauptbühne‘, der übliche Mini FOH seitlich zwischen Bierbuden, Flammkuchen und Pommes Rotweiß. Dort einträchtig versammelt diverse Digitalpulte diverser Hersteller diverser ‚Topacts‘. M7, SD8, I-Live, mancherlei sonderbares Lichtpult - und Controllergedöns. Was das Herz begehrt, welches Schweinderl hätten’s denn gerne? Selbstverständlich inclusive stattlicher Laptop – Leistungsschau.
    Das alles passte natürlich bei Weitem nicht mehr unter den vorgesehenen Zeltling, sondern quoll sozusagen an allen vier Seiten darunter hervor. Herrlicher Anblick; erinnerte irgendwie an Charlie Chaplins ‚Moderne Zeiten‘. Viel Diskussionbedarf, viele hoch konzentrierte Programmierer. Vor einigen Jahren tat’s an gleicher Stelle noch ein einsamer 800b; das klangliche Ergebnis war das gleiche.
    Auf meiner beschaulichen Nebenbühne gab’s dagegen einen 25 Jahre alten WR-S840. Und der Diskussionsbedarf mit dem Bandpersonal (sofern überhaupt vorhanden) der angereisten Coverkapellen hielt sich in erfreulichen Grenzen. „Wo sind denn hier die Mutegruppen?“ „Gibt keine.“ „Ach, echt?!“

    „Wie viele Dinge es doch gibt, die ich nicht brauche!“ (Sokrates, ca. 450 v. Chr.)

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Digitalpult-Verwaltung im Festivalbetrieb

    • billbo
    • 4. September 2010 um 14:41

    Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor. :lol:

    Zitat

    Die Geräteentwicklung läuft der mentalen Entwicklung ihrer Benutzer sehr voraus.

    Zitat

    Oder noch anders ausgedrückt: Die Schnittmenge derer, die schlau genug sind, mehrere Digitalpulte sinnvoll zu bedienen und zu verwalten und gleichzeitig verrückt genug, diesen Job zu machen, ist kleiner, als die Gemeinde so von sich zugeben mag. :wink:

    Und genau das ist der Knackpunkt; in der Funktion ‚Bandmischer‘ fühle ich mich ausdrücklich angesprochen :D .

    Warum haben alle Geigen 4 Saiten, und nicht alternativ 5, 40, oder 400? Damit hätte man doch viel, viel mehr Möglichkeiten. Und warum immer das langweilige G, D, A, E? Da kann man doch, je nach Geschmack und Ideenreichtum des Geigenbauers, die Bedienelemente auch mal völlig anders anordnen oder stimmen? Muss sich der Violinist der Zukunft halt mal ein paar unterschiedliche Bedienphilosophien draufschaffen, statt stumpf auf seiner erlernten altmodischen Arbeitsweise zu beharren.

    Von technischem Fortschritt erwarte ich, dass er mir meine Arbeit erleichtert. Oder dass er mir zusätzliche Möglichkeiten bietet. Idealerweise beides auf einmal.
    ‚Fortschritt‘, der mich bei meiner Arbeit behindert, wähle ich ab wo immer es geht. Denn es ist keiner. Wenn ich mich als Bandmischer, statt im Idealfall in der Musik mitschwimmen zu können, im Geiste mit einer Million möglicher versteckter Fehlerquellen herumärgern muss, kann ich kein befriedigendes Ergebnis mehr abliefern.

    In den letzten Monaten konnte ich als Bandmischer eine ganze Reihe von mittleren, großen, und auch ganz großen Festivals besuchen. Spanien, Italien, Frankreich, Tschechien, Norwegen, Schweden, UK, Deutschland, Belgien, usw. usw. AUF KEINEM EINZIGEN davon stand als Standard – Festival – FOH eine der neuen, großen digitalen Alleskönner – Konsolen. Stattdessen stets ein H2000/ H3000 nebst großzügiger, (z. T. überflüssig) üppiger Peripherie; allenfalls mal ein PM5 oder VI6 als wählbare Alternative. Warum? Das ahnt man, wenn man diesen Thread (und auch manch anderen in diesem Forum) verfolgt.

    Leider bewegen sich diese allgemein akzeptierten Bedienoberflächen auf’s Ende ihrer Lebensdauer zu (bzw. sind zum Teil schon merklich drüber hinaus :roll: ), und neue werden zur Zeit nicht gebaut. Wie geht’s also weiter? Festivals abschaffen, weil die Zuhörer keine Lust mehr auf Bands haben, deren Performance im Kampf mit den Tücken (ähm, ungeahnten Möglichkeiten) der Technik klanglich und musikalisch völlig untergeht? EIN Soundmann pro Festival, der das Pult ausreichend beherrscht und voll konzentriert alle 60 Acts nonstop hintereinander weg mischt, während er die Anregungen der hinter ihm stehenden Managerin und Lebensabschnittsgefährtin des Stars („Mehr Gitarre, Du Arsch!!!“) liebevoll zu ignorieren versucht? Pro Festival 60 Bands mit 60 Multicores und 120 Pulten; jedes Set davon perfekt auf seine persönlichen Operator konfiguriert?

    Noch 15 Jahre bis zur Rente. Und die Sache mit ‚Status: Privatier‘ wird so schnell wohl doch noch nicht klappen. Mist. :?

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Grundsatzfrage zu Klangideal / Bassbereich

    • billbo
    • 31. August 2010 um 11:21

    Witzigerweise hatte ich Sonntag Abend eine ähnliche Begegnung wie Wora – und aber doch wieder ganz anders:
    Eric Burdon nebst exquisiter Begleitmusiker (die sich offenbar wieder ‚The Animals‘ nennen dürfen) pflegen ebenfalls ohne technisches Personal zu reisen. Und lösen das statt mit einem preisgünstigen Powermixer noch viel preisgünstiger (für die Band) mit dem Vertragspassus „der Veranstalter stellt adäquat qualifizierte Tontechniker an FOH und Monitor, sonst spielen wir nicht“. ‚Ausverkauft!‘ ist bei so was sehr hilfreich.
    Und so wurde es ein sehr schöner Abend. Inclusive persönlichen Jahres – Mischerhighlights; beim letzten Mal, dass ich den Herrn vor dem Mikrofon hatte, war ich 12 oder 13 Jahre alt, und es war das Mikro vom ersten eigenen Philips - Heimtonbandgerät vor Papas Wohnzimmerradio.

    Untere Mitten, mittlere Mitten und obere Mitten gab‘s Sonntag übrigens reichlich; das versichere ich. :D

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Grundsatzfrage zu Klangideal / Bassbereich

    • billbo
    • 31. August 2010 um 02:21
    Zitat

    Mit dieser Haltung könnte ich ja noch gut leben .. aber in der Praxis "drücken" viele "Techniker" den Künstlern (= Kundschaft) IHRE Vorstellungen auf (z.B. immer der gleiche Drum- und Bratgitarrensound u.v.m.)

    Das mag vielleicht auch damit zu tun haben, dass der eine oder andere Tontechniker – anders als die von ihm betreuten „Musiker“ oder „Künstler“ – über ein gewisses erfahrungsgestütztes Grundverständnis zur Praktikabilität der Umsetzung von klanglichen Idealvorstellungen mit den begrenzten Mitteln der Elektroakustik verfügt.
    Und wo jetzt bzgl. der Anwendung von Anführungszeichen immerhin ein gewisser Gleichstand erreicht ist, da erinnere ich in diesem Zusammenhang mit leicht verklärtem Schauder an einen (ehemaligen) US - Weltstar aus dem Bereich Singer/ Songwriter, der – offenbar sowohl ein begnadeter Künstler als auch ein, sagen wir, etwas schwieriger Mensch – seinen Technikern kategorisch untersagte, Mikrofone um das Schlagzeug seiner Band zu stellen. Dieses sei ein Begleitinstrument, und das müsse im Gegensatz zu ihm nicht verstärkt werden. Basta. Und zwar auch nicht im Stadion.

    Der Wahn, alles besser zu wissen und zu können als alle anderen, ist im Einzelfall nicht an eine Position auf oder gegenüber der Bühne gebunden. Und deshalb ist es Käse, hier (Performer = ästhetisch erleuchtetes Genie, Techniker = tumber geschmacksfreier Aushilfsschwachmat) verallgemeinernd polemisieren zu wollen.

    Die

    Zitat

    Kundschaft

    indes zahlt Eintritt. Und möchte dafür, als ein Teil des Liveerlebnisses, einfach nur die Musik hören und gegebenenfalls die Texte verstehen können.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

    P.S.:

    Zitat

    "ich habe so viele schlechte erfahrungen mit tonmischern gemacht, ...

    ...und die guten verlangen Gage!! :shock:

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